| Daegu

Masters-WM Tag 9 | Gerhard Zorn sprintet mit Europarekord zum vierten WM-Gold

Der deutsche Masters-Athlet Gerhard Zorn läuft mit angestrengtem Blick ins Ziel © Lutwin Jungmann
Endspurt in Daegu: Am neunten und damit drittletzten Tag der Masters-WM sammelte das deutsche Team vier weitere Titel. Für M70-Sprinter Gerhard Zorn war es bereits die vierte Goldmedaille bei den Meisterschaften. Seinen Sieg am Montag über 400 Meter garnierte er mit einem neuen Europarekord
David Deister

Sigute Brönnecke (Eintracht Hildesheim) und Gerhard Zorn (TSV Vaterstetten) haben dem neunten  Wettkampftag im südkoreanischen Daegu aus deutscher Sicht den Weltmeisterschaften ihren Stempel aufgedrückt. Während Sigute Brönnecke bei der Masters-WM nach ihren Erfolgen im 10- und 20 Kilometer Straßengehen nun auch auf der Bahn über die 5.000 Meter-Strecke den Sieg feierte, gewann Gerhard Zorn sein viertes Sprintfinale, nun auch das über die Stadionrunde in herausragenden 59,07 Sekunden. Wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag unterbot er damit den von seinem Vorbild und Vereinskameraden Guido Müller gehaltenen Europarekord (59,34 sec). „Im Training bin ich bei normalen Bedingungen schon sehr gut gelaufen“, sagte Gerhard Zorn. „Ich bin zu schnell angegangen und in der Zielkurve gab es dann heftigen Gegenwind. Ich bin froh, was ich hier alles noch geschafft habe.“

„Bei drei Einzelstarts dreimal Gold bei einer Weltmeisterschaft, so etwas ist mir noch nie gelungen“, jubelte Sigute Brönnecke nach ihrem Titel-Hattrick in der W60-Klasse. Anfangs hatte sich ihre australische Konkurrentin an die Spitze des Feldes. „Lass sie einfach gehen“, sagte sich die gebürtige Litauerin. „Ich habe jede Runde getrunken. Die Australierin hatte drei Runden nichts getrunken und dann etwas abgebaut“, berichtete die Hildesheimerin von ihrem Rennen.

Wurf-Fünfkämpferinnen räumen doppelt ab

Auf der Medal Plaza wurde die deutsche Hymne auch für die beiden Wurf-Fünfkämpferinnen Mareike Metz (Post-Sportverein Trier; W45) und Bettina Schardt (MTG Mannheim) gespielt. „Gold! Und mit 3.823 Punkten auch noch deutsche Allzeit-Bestleistung. Heute hat alles zusammengepasst, besser geht es nicht“, zeigte sich Mareike Metz überrascht und begeistert zugleich. War die W45-Athletin doch erst bei den zurückliegenden Hallen-Europameisterschaften in Torun auf den Geschmack gekommen. „Drei Disziplinen kann ich so einigermaßen, dann habe ich mit Hammer- und Gewichtwurftraining angefangen. Meine Technik darf man zwar nicht anschauen, aber dieser Werfer-Mehrkampf hat heute so viel Spaß gemacht!“

Die insgesamt vierte Medaille von Bettina Schardt glänzte nach ihren W50-Titeln im Hammer- und Gewichtwurf ein drittes Mal golden. Die Mannheimerin sammelte 3.739 Punkte. „Eine Disziplin nach der anderen hat super funktioniert. Meine schlechteste Disziplin, das Speerwerfen, war heute überraschend gut. Insgesamt habe ich heute 100 Punkte mehr gemacht als meine bisherige Bestleistung, womit ich mehr als zufrieden bin!“ zog Bettina Schardt ihr Fazit.

Die weiteren deutschen Medaillen:

Silber

Melanie Opp (MTV 1877 Bad Kreuznach, Stabhochsprung W45; 2,30 m)
Roland Gröger (TopFit Berlin, 400m M60; 56,46 sec)

Bronze

Ulrich Becker (ESV Lok Potsdam, 400m M80; 1:22,72 min)

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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