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Budapest Tag 1 | Hummels Hammer und Duplantis‘ Demonstration

Der deutsche Hammerwerfer Merlin Hummel im Nationaltrikot beim Andrehen des Hammers. © Torben Flatemersch
Erster Tag der ersten World Athletics Ultimate Championships – erster deutscher Sieg: Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) dominierte am Freitagabend in Budapest den Hammerwurf mit 81,46 Metern und strich die größte Siegprämie in der Stadion-Leichtathletik ein. Im Stabhochsprung dominierte Weltrekordler Armand Duplantis und blieb bei kühlen Temperaturen bis einschließlich 6,20 Meter ohne Fehlversuch.
Martin Neumann

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Das Budapester Leichtathletik-Stadion präsentierte sich am Freitagabend ganz in Schwarz: Rasen, Stühle, Kleidung der Helfer und Kampfrichter, sonstige Flächen im Innenraum und sogar die Fotografen aus aller Herren Länder waren in diese Farbe getaucht. So kreierte die Premiere der World Athletics Ultimate Championships eine ganz besondere Stimmung. Diese sog Hammerwerfer Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) förmlich auf und schleuderte sein Arbeitsgerät gleich im ersten Durchgang auf 81,46 Meter. Damit setzte sich der Vize-Weltmeister an die Spitze und gab diese nicht mehr ab.

Selbst von einem Sturz bei der ersten Drehung im zweiten Versuch ließ er sich nicht stoppen. Am dichtesten kam ihm Europameister und Lokalmatador Bence Halász (Ungarn) mit 80,30 Metern. Rang drei sicherte sich Mykhaylo Kokhan (Ukraine; 78,90 m). Damit wurde Merlin Hummel nicht nur zum ersten deutschen „Ultimate Champion“, sondern sicherte sich auch den größten Scheck im Leichtathletik-Business – die 26 Siegerinnen und Sieger in den Einzeldisziplinen bekommen jeweils 150.000 US-Dollar. Pech hatte Olympiasieger Ethan Katzberg. Der Kanadier verfehlte im ersten Durchgang den Sektor jenseits der 80-Meter-Marke knapp. Der zweite Wurf glitt ihm schon nach einer Drehung aus der Hand und der Hammer flog ins Netz. Damit schied der zweimalige Weltmeister schon nach zwei Versuchen aus.

DLV-Staffel sprintet auf Rang sechs

Die erste Entscheidung am Freitagabend fiel über 4x100 Meter Mixed. Für Deutschland gingen Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar), Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01), Robin Ganter und Sina Kammerschmitt (beide MTG Mannheim) ins Rennen. Von der EM-Silberstaffel war lediglich Startläufer Kevin Kranz mit von der Partie. Trotz der neuen Zusammensetzung liefen die in der Mixed-Staffel nicht einfachen Wechsel recht flüssig und das Quartett lief nach 40,85 Sekunden auf Rang sechs.

Den Sieg brachte die US-Staffel in der Besetzung Ronnie Baker, Anavia Battle, Courtney Lindsey und Kayla White mit 39,64 Sekunden nach Hause und sicherte sich die Ultimate-Trophäe sowie das Top-Preisgeld in Höhen von 80.000 US-Dollar. Damit fehlten dem Quartett nur zwei Hundertstel zum Weltrekord (noch nicht ratifiziert) von Jamaika. Die Sprinter aus der Karibik liefen in 39,72 Sekunden auf Rang zwei, dahinter folgte die Staffel von Europameister Großbritannien (40,26 sec).

Erst Weltrekord ist für Armand Duplantis zu hoch

Die 20.000 Fans erlebten am Freitagabend ein wahres Stabhochsprung-Spektakel. Bei 6,05 Metern waren noch fünf der acht Athleten dabei. Diese Höhe meisterten allerdings nur die beiden Dominatoren Armand Duplantis (Schweden) und Emmanouil Karalis (Griechenland). Zwar brauchte der Grieche drei Versuche, doch die anschließenden 6,15 Meter nahm er direkt. Der Weltrekordler zog allerdings nach und meisterte auch 6,20 Meter im ersten Versuch, während Emmanouil Karalis scheiterte

So musste der zweitbeste Stabhochspringer der Geschichte (6,20 m) zwei Sprünge für 6,25 Meter aufbewahren. Doch diese Marke sollte für den Griechen am Freitagabend zu hoch sein. Armand Duplantis ließ es sich natürlich nicht nehmen, den ersten Ultimate-Abend mit Weltrekordversuchen zu beenden. Unter den Augen seiner Eltern und Großeltern scheiterte der Schwede allerdings dreimal an 6,32 Metern, wobei der zweite und dritte Sprung extrem knapp waren. Ein Weltrekord wird in Budapest mit einem Bonus von 100.000 US-Dollar honoriert. Im Anschluss lagen sich Armand Duplantis und Emmanouil Karalis in den Armen und beglückwünschten sich zu ihren starken Auftritten bei frischen Temperaturen. Rang drei ging mit 5,95 Metern an Sondre Guttormsen (Norwegen).

Jakob Ingebrigtsen nicht zu stoppen

Über die Mittel- und Langstrecken kommen in Budapest keine Tempomacher zum Einsatz. So wurde das Tempo im 5.000-Meter-Rennen zwar flott, aber nicht extrem schnell. Das spielte Jakob Ingebrigtsen in die Karten. Der Norweger erarbeitete sich auf der letzten Runde eine gute Position, zog 120 Meter vor dem Ziel an allen Konkurrenten vorbei und stürmte unangefochten zum Sieg. Mit 12:59,24 Minuten sicherte er sich den 150.000-Dollar-Siegerscheck. Dahinter folgten 5.000-Meter-Weltmeister Cole Hocker (13:00,05 min) und Parker Wolfe (beide USA; 13:00,13 min). „Ich habe mich in den vergangenen Wochen von Rennen zu Rennen immer besser gefühlt. Ich bin stolz, wieder auf dieses Niveau zurückgekehrt zu sein“, sagte Jakob Ingebrigtsen.

Im Hochsprung reichten Yaroslava Mahuchikh (Ukraine) bei kühlen Temperaturen 1,99 Meter zum Sieg. Nur die Olympiasiegerin meisterte diese Höhe. Nicola Olylagers belegte mit 1,95 Metern Rang zwei, ihre australische Teamkameradin Eleanor Patterson landete mit 1,91 Metern auf Rang drei. Im Weitsprung legte Europameisterin Larissa Iapichino (Italien) gleich 6,90 Meter vor. Diese Weite sollte von den Konkurrentinnen nicht mehr übertroffen werden. Jazmin Sawyers (Großbritannien; 6,78 m) und Alyssa Jones (USA; 6,77 m) folgten dahinter.

US-Duo dominiert die Hürdensprints

Die zwei abschließenden Entscheidungen auf der Laufbahn des ersten Tages in Budapest fielen im Hürdensprint. Bei den Frauen war Seriensiegerin Masai Russell im Finale über 100 Meter Hürden nicht zu stoppen. Dabei hing die Weltrekordlerin aus den USA bis zur siebten Hürde deutlich hinter Devynne Charlton zurück. Die Hallen-Weltrekordlerin von den Bahamas lief nach einem technischen Fehler mit 12,40 Sekunden auf Rang vier. Hinter Masai Russell, die mit 12,22 Sekunden die siebtschnellste Zeit ihrer Karriere lief, gingen die weiteren Plätze an Ex-Weltrekordlerin Tobi Amusan (Nigeria; 12,34 sec) und Europameisterin Nadine Visser (Niederlande; 12,39 sec).

Bei den Männern fiel die Entscheidung über 110 Meter Hürden erst auf dem Zielstrich. Weltrekordler Ja'Kobe Tharp warf seinen Oberkörper ganz weit nach vorn und fing mit 12,94 Sekunden Weltmeister Cordell Tinch (12,95 sec) noch ab. Dahinter machten Bradley Franklin (13,01 sec) und Trey Cunningham (13,08 sec) den Vierfachsieg der USA perfekt.

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