| DM Mehrkampf 2020

Vaterstetten Tag 3: Drei über 6.000 Punkte und Gold für Carolin Schäfer

Gleich drei Siebenkämpferinnen blieben am Sonntag bei der Mehrkampf-DM in Vaterstetten über der 6.000-Punkte-Marke. Siegerin Carolin Schäfer sammelte 6.319 Punkte und viele wichtige Erfahrungen auf ihrer „Road to Tokyo“.
Silke Bernhart

„Bis zum Speerwurf war es durchweg positiv“, bilanzierte Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) am Sonntag nach ihrem Siebenkampf von Vaterstetten. Gerade in den Speerwurf und die abschließenden 800 Meter hatte sie im Training viel investiert, ausgerechnet hier blieb sie unter ihren Erwartungen.

Bei Resultaten von 48,24 Metern und 2:16,90 Minuten war dies jedoch Selbstkritik auf hohem Niveau – und auch das Endergebnis von 6.319 Punkten konnte sich sehen lassen: Mit der Ukrainerin Alina Shukh (6.386 Pkt) war weltweit in diesem so ungewöhnlichen Corona-Jahr nur eine Athletin besser.

Das neue Jahr, in dem die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden sollen, waren für Carolin Schäfer zumindest in ihren Gedanken schon sehr präsent – denn neben dem Titel ging es ihr auch darum, für den Kampf um die Olympia-Medaille die Grundlagen zu legen.

Im Team aufeinander einstellen

„Wir verstehen uns unwahrscheinlich gut, haben viel Dynamik in der Gruppe, das läuft rundum zufriedenstellend“, sagte sie über ihre neue Trainingsgruppe in Mainz um Weltmeister Niklas Kaul. „Im Training funktioniert es super, aber unter Wettkampf-Bedingungen läuft es dann doch oft anders.“ Vaterstetten bot die Gelegenheit, sich in der Coaching-Situation mit Stefanie und Michael Kaul besser aufeinander einzustellen. Und im Speerwurf gab sogar der Weltmeister Tipps.

So konnte die Vize-Weltmeisterin von 2017 schließlich trotz dem Ärger über die letzten zwei Disziplinen ein positives Fazit ziehen: „Der Titel hat einen hohen Wert, es ist der höchste in diesem Jahr, weil es international keine gibt“, sagte sie, und: „Es war ein guter Abschluss, wir sind auf einem guten Weg.“ Der im besten Fall für die Trainingsgruppe Kaul/Schäfer nach Tokio und dort zu zwei Medaillen führen soll.

Anna Maiwald und Vanessa Grimm über 6.000 Punkte

Mit einem starken zweiten Tag schnappte sich die zweimalige Deutsche Meisterin Anna Maiwald (TSV Bayer 04 Leverkusen) noch die Silbermedaille – und zeigte mit 6.112 Punkten den drittbesten Siebenkampf ihrer Karriere. „Ich hatte mir ehrlich gesagt noch mehr erwartet“, sagte sie anschließend dennoch, „im Training lief es richtig gut. Es war schade gestern mit dem Regen, da war ich im Hochsprung komplett raus und musste den ganzen Tag in nassen Klamotten verbringen.“ Am zweiten Tag gab’s dafür endlich eine neue Bestmarke im Speerwurf (46,25 m), die schon sieben Jahre Bestand hatte.

Einen ersten Meilenstein hat dahinter auch Vanessa Grimm (Königsteiner LV) erreicht: Die 23-Jährige steigerte ihre Bestmarke um 118 Punkte und überbot mit 6.047 Punkten erstmals die 6.000-Punkte-Marke. „Ich freue mich total, dass endlich alles zusammengepasst hat“, sagte die Achte der letztjährigen U23-EM, die schon im Juli mit einem starken ersten Tag Kurs auf die magische Marke genommen hatte. „Da war ich enttäuscht, dass ich das nicht durchgebracht habe. Aber ich habe seitdem gut trainiert und wusste, dass ich fit bin.“ So konnte sie über die Hürden (13,79 sec) und im Hochsprung (1,77 m) auch zwei Einzel-Bestleistungen einsammeln.

Trotz der "Holzmedaille" auf Platz vier gab es auch für Sophie Hamann (TuS Metzingen) einen ganz persönlichen Erfolg: Sie steigerte ihre Bestmarke nach zweijähriger Verletzungspause auf 5.755 Punkte. Dahinter führte auf Rang fünf Anna-Lena Obermaier (5.701 Pkt) die siegreiche Mannschaft des SWC Regensburg mit Isabel Mayer (5.434 Pkt) und Marion Brunner (5.093 Pkt) an.

U23-Gold für Mareike Rösing

In der U23-Altersklasse legte Mareike Rösing (USC Mainz) einen Start-Ziel-Sieg hin und hatte am Ende nicht nur eine neue Speerwurf-Bestleistung (43,69 m), sondern auch einen neuen Hausrekord im Siebenkampf (5.526 Pkt) auf der Habenseite. "Das ist ein superschönes Gefühl, hier mit Caro und den Mädels einen Siebenkampf zu Ende bringen zu können. Und ich muss sagen: Ohne Schmerzen bringt es doch deutlich mehr Spaß", sagte die 21-Jährige, die in der Vergangenheit immer wieder mit Beschwerden und Verletzungen pausieren musste.

Auch für sie war es eine erfolgreiche Siebenkampf-Premiere bei ihren neuen Trainern Stefanie und Michael Kaul – und zugleich ein Wiedersehen mit ihrer alten Trainingsgruppe von Beatrice Mau-Repnak bei Hannover 96, die mit zwei Goldmedaillen für Marcel Meyer und Malik Diakité in Vaterstetten ebenso erfolgreich war wie ihre neue.

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Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

 

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