| Darmstadt

Bremm und Burkard bei der Cross-DM nicht zu stoppen

© Theo Kiefner
Die letzten Deutschen Meisterschaften des Jahres stehen an: Im Darmstädter Bürgerpark werden die deutschen Meistertitel im Crosslauf vergeben. Am Samstag auf dem Programm: die Mittelstrecken-Rennen der Aktiven und Masters sowie die Entscheidungen in der U20 und U18. Wir fassen den Kampf um die Meistertitel von Rennen zu Rennen zusammen.
Martin Neumann / Svenja Sapper

Cross-DM 2025  Livestream

Männer & Frauen


Frauen Mittelstrecke | 3,8 km

Elena Burkard läuft souverän zum Sieg

Knapp zwei Kilometer lang schaute sich Elena Burkard (LG Fabtex Nordschwarzwald) den Rennverlauf an. Dann drückte die WM-Starterin von Tokio auf der 3,8 Kilometer langen Mittelstrecke aufs Tempo und sprengte das Feld. Der energischen Tempoverschärfung konnte überraschenderweise nur Leandra Lorenz (Berlin Track Club) einigermaßen folgen. Doch ins Rennen um Gold konnte die Hallen-DM-Sechste über 3.000 Meter nicht mehr eingreifen.

Nach 13:37 Minuten machte Elena Burkard den Cross-DM-Titel perfekt, neun Sekunden dahinter jubelte Leandra Lorenz über ihre erste DM-Medaille in der Frauenklasse. Im Spurt um Bronze hielt Katja Bäuerle (LG Region Karlsruhe; 13:54 min) Carolin Kirtzel (SV Werder Bremen; 13:55 min) in Schach. Die lange Zeit in der Spitzengruppe laufende 1.500-Meter-Spezialistin Vera Coutellier (Cologne Athletics) konnte das hohe Tempo auf dem letzten Kilometer nicht mitgehen und wurde in 14:15 Minuten Siebte.

Den Team-Titel sicherte sich mit 33 Punkten die LG Region Karlsruhe mit Katja Bäuerle, Saskia Haug und Adline Haisch. Silber ging mit 41 Punkten an Hamburg Running, Bronze mit 48 Zählern an Cologne Athletics.

Stimme zum Wettbewerb: 

Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald)
„Hintenraus war es schon deutlich mehr als „nur“ Warmlaufen für morgen. Aber ich bin froh, dass ich die Strecke heute schon mal gelaufen bin, das war doch eine gute Vorbereitung für das Langstreckenrennen. Ich muss zugeben, ich hatte im Vorfeld viel Kritik an der Strecke, weil sie so gar nicht crossig aussieht, aber es macht voll Spaß! Es ist schon echt abwechslungsreich und man muss aufpassen, zweimal wäre ich fast falsch abgebogen. Ich wollte mich eigentlich später absetzen, aber dann war ich auf einmal innen vorne und wenn man mal vorne ist, muss man auch Druck machen. Ich habe auf jeden Fall Bock, morgen noch mal zu laufen, und bin gespannt, wer an der Startlinie steht. Ziel ist auf jeden Fall das Cross-EM-Ticket.“


Männer Mittelstrecke | 3,8 km

Florian Bremm belohnt sich mit Gold

Auf einen Schlussspurt wollte es Florian Bremm (LSC Höchstadt/Aisch) auf der 3,8 Kilometer langen Mittelstrecke nicht ankommen lassen. Der 5.000-Meter-Spezialist drückte früh aufs Tempo und schüttelte so einen Konkurrenten nach dem anderen ab. Rund 500 Meter vor dem Ziel musste auch der endschnelle 1.500-Meter-Spezialist Tobias Tent (LG Stadtwerke München) abreißen lassen. Nach 12:02 Minuten lief der WM-Starter von Tokio schließlich souverän zu Gold.

Drei Sekunden später gewann Tobias Tent ebenso souverän die Silbermedaille und verhinderte so den Dreifachsieg der LSC Höchstadt/Aisch. Denn dahinter gingen die Plätze drei und vier an das LSC-Duo Maximilian Berger (12:09 min) und Brian Weisheit (12:10 min). Mit nur acht Platzierungspunkten machte das LSC Höchstadt/Aisch natürlich auch das Rennen um Team-Gold.

Damit beendete Florian Bremm den ersten Tag der Cross-DM mit zwei Goldmedaillen. Weiteres Edelmetall könnte am morgigen Sonntag folgen. Denn der 25-Jährige ist auch für die Langstrecke gemeldet. Die Team-Plätze zwei bis vier trennte nur drei Punkte. Silber ging mit 49 Zählern an die LG Region Karlsruhe, Bronze mit 51 Punkten an die LG Telis Finanz Regensburg. Ein Punkt fehlte der LG Farbtex Nordschwarzwald zum Podest. Medaillenkandidat Jens Mergenthaler war im Vorfeld von einer Erkältung ausgebremst worden und musste sich am Ende mit Rang sieben (12:26 min) und Team-Platz vier begnügen.

Stimmen zum Wettbewerb: 

Florian Bremm (LSC Höchstadt/Aisch)
Es hat richtig Spaß gemacht! Kein Schlamm, aber viele Kurven und super abwechslungsreich. Wirklich: Die Strecke war eine 10 von 10! Ich war im September noch bei der WM, dann noch im Urlaub, dann hatte ich mein Praktikum, ich bin ja bei der Polizei. Ich bin erst seit vier Wochen wieder im Training. Entsprechend habe ich das Rennen einfach mitgenommen, morgen geht’s weiter! Auf der Langstrecke versuche ich, die Mannschaft nach oben zu pushen, damit wir als Team ganz vorne sind. Ich möchte auch im Einzel weit vorne landen, aber dass ich Nick [Jäger] oder Markus [Görger] schlage, ist eher unwahrscheinlich. Nach der Cross-DM fahren wir vier Wochen nach Südafrika, um zu trainieren. Die Cross-EM passt da nicht rein.“

Tobias Tent (LG Stadtwerke München)
Die Strecke ist echt supercool und liegt mir gut, weil sie nicht so hügelig ist. Ich hatte nichts zu verlieren, bin wahrscheinlich der Jüngste in dem Feld und bin deshalb mutig gelaufen. Ich bin super zufrieden mit dem zweiten Platz! Die Beine haben ganz gut mitgemacht, jetzt im Winter passt Cross auch als Mittelstreckler gut rein. Ich habe gesehen, Flo [Bremm] läuft mir weg, Maxi [Berger] kommt von hinten – da hatte ich echt Angst, dass Maxi mich noch einholt und ich das schnelle Angangstempo bereuen werde. Aber ich wusste, wenn Maxi an mich rankommt, sind wir auf einem flachen Streckenabschnitt, auf dem ich ganz gut bin. Und da wusste, ich, wenn ich alles gebe, kann ich Maxi auch mental ein bisschen brechen.“

Nachwuchs


Weibliche U20 | 4,5 km

Top-Favoritin Julia Ehrle macht das Rennen

Sie war die wahrscheinlich größte Favoritin der Cross-DM in Darmstadt. Und Julia Ehrle (LG Farbtex Nordschwarzwald) wurde ihrer Favoritenstellung eindrucksvoll gerecht. Direkt nach dem Start übernahm die U20-Weltmeisterin im Berglauf mit hohem Tempo die Führung im U20-Rennen über 4,5 Kilometer und gab diese bis zum Ziel nicht mehr ab. Nach 16:28 Minuten sicherte sich die 18-Jährige ihren fünften DM-Titel des Jahres. Die Quali für die Cross-EM in zwei Wochen in Lagoa (Portugal) hatte sie bereits als beste deutsche U20-Läuferin beim Pforzheim-Cross vor zwei Wochen perfekt gemacht.

Im Spurt um Silber hatte Emily Junginger (VfL Sindelfingen) die besseren Beine. Mit 16:41 Minuten setzte sie sich knapp vor Lera Miller (VfL Löningen; 16:42 min) durch und empfahl sich damit für die Cross-EM. Lera Miller hatte sich bereits als zweite Deutsche in Pforzheim für Lagoa qualifiziert. Ebenfalls gute Karten für den EM-Start haben die viertplatzierte Franziska Drexler (LG Telis Finanz Regensburg; 17:10 min) und die fünfplatzierte Hannah Lösel (Eintracht Frankfurt; 17:16 min).

Mit ihrer optimalen Platzierungspunktzahl führte Julia Ehrle außerdem die Mannschaft der LG Farbtex Nordschwarzwald mit 34 Zählern zu Gold. Zum Trio zählten außerdem Victoria Skrzos und Nele Schaber. Silber sicherte sich das Trio von Eintracht Frankfurt (88 pt), Bronze ging an den TV Wattenscheid 01 (98 pt).

Stimmen zum Wettbewerb: 

Julia Ehrle (LG Farbtex Nordschwarzwald)
„Mein Ziel ist immer, das Bestmögliche rauszuholen. Aber ob es klappt, weiß man nie. Ich habe trotzdem versucht, von den anderen wegzukommen. Das war aber nicht so einfach, denn die anderen Mädels waren total stark. Sie sind lange drangeblieben. Deshalb freut es mich umso mehr, dass ich es bei so einer starken Konkurrenz geschafft habe! Es war ziemlich flach, aber durch die ganzen Kurven, mal Wiese, mal Matsch, war es sehr abwechslungsreich und auch keine leichte Strecke. Es war schon anstrengend! Bei der Cross-EM möchte ich wie immer für mich das Bestmögliche rausholen, damit ich im Ziel sagen kann, dass ich alles gegeben habe.“

Emily Junginger (VfL Sindelfingen)
„Es hat sehr viel Spaß gemacht! Die DM war noch ein kleines Extra, nachdem ich meine Cross-Saison in den USA beendet hatte. Es war cool, mal wieder zu Hause zu laufen. Es war sehr kurvig, das war ich nicht mehr so gewohnt. Ich fand die Strecke sehr abwechslungsreich! Eine genaue Taktik hatte ich mir nicht zurechtgelegt, ich bin aber schon davon ausgegangen, dass Julia [Ehrle] vorne rausgehen und Druck machen wird. Bei der Cross-EM möchte ich alles geben und mit dem deutschen Team gut abschneiden. Ich finde, Crosslauf ist immer auch Teamsache.“

Lera Miller (VfL Löningen)
„Das Rennen war ganz gut. Es war schade, dass es am Ende noch so knapp war. Ich hatte gehofft, dass ich am Ende noch mal rankomme, aber das hat leider nicht geklappt. Ich bin trotzdem zufrieden mit dem dritten Platz. Ich habe versucht, so lang wie möglich an Julia dranzubleiben – ich hatte nichts zu verlieren. Ich denke, dass wir mit der Mannschaft bei der Cross-EM um eine Medaille mitlaufen können. Dazu würde ich gern meinen Teil beitragen. Aber es kommt natürlich immer darauf an, wie die Strecke ist und ob sie einem liegt, jede Strecke ist anders und jeder hat unterschiedliche Stärken. Es kam mir heute zugute, dass es nicht so viele Höhenmeter waren. Crosslauf ist für mich eine Hassliebe, aber diesmal hat es mir richtig Spaß gemacht, gerade mit den ganzen Kurven!“
 


Männliche U20 | 4,5 km

David Scheller hält Levin Saveur in Schach

Die 4,5-Kilometer-Strecke wurde bei der U20 zum Ausscheidungsrennen. Als schon zwei Drittel der Distanz absolviert waren, zählten noch sieben Läufer zur Spitzengruppe und machten sich daher berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz. Doch auf eine Spurtentscheidung wollten es Levin Saveur (LG Stadtwerke München) und David Scheller (LG Main-Spessart) nicht ankommen lassen und forcierten auf dem finalen Kilometer das Tempo im Darmstädter Bürgerpark deutlich.

Rund 300 Meter vor dem Ziel übernahm David Scheller mit einem lang gezogenen Spurt die Spitzenposition und gab diese bis zum Ziel nicht mehr ab. Nach 14:44 Minuten lief er zeitgleich vor dem Münchner ins Ziel. Damit wiederholte sich exakt der Zieleinlauf vom Crosslauf vor zwei Wochen in Pforzheim.

Hinter dem Top-Duo empfahlen sich Lewe Teuber (SC Neubrandenburg; 14:47 min), Christopher Dahlmeyer (TSV Bayer 04 Leverkusen; 14:52 min) und Lenny Riebe (LG Olympia Dortmund; 14:53 min) für die Cross-EM in zwei Wochen in Lagoa. Der Dortmunder durfte zusätzlich über einen Titel jubeln. Denn zusammen mit Jannes Derwald und Aik Straub gewann das LGO-Trio mit 40 Punkten den Team-Titel vor dem Dresdner SC (52 pt) und der LG Telis Finanz Regensburg (55 pt).

Stimmen zum Wettbewerb: 

David Scheller (LG Main-Spessart)
„Das Plakat mit meinem Namen hat meine Familie an der Strecke angebracht. Sie waren heute hier und haben mich unterstützt. Ich habe viel Kraft von meiner Familie gespürt und konnte auch dank ihres Supports souverän gewinnen. Das Rennen war relativ taktisch. Ich habe meine Kräfte auf den ersten zwei Runden gespart, das konnte ich hintenraus ausnutzen. Ich war beim Zielspurt selbstbewusst, denn ich wusste, dass ich der Schnellste bin. Das Mindset war, dass das Rennen eine Zwischenetappe auf dem Weg zu den Europameisterschaften in zwei Wochen ist, um den Körper noch mal anzuheizen und einen Cross-Reiz zu setzen. Bei der Cross-EM möchte ich dann in Peak-Form sein, über mich hinauswachsen und um die Medaillen mitlaufen.“

Levin Saveur (LG Stadtwerke München)
„Das Rennen war ziemlich gut, die Strecke ist richtig schnell, das hat Spaß gemacht! Ich bin nach vorne gegangen, weil ich lange Druck machen wollte. Hintenraus hatte ich dann leider keine Chance gegen David, ich bin aber trotzdem zufrieden. Die Heuballen mit den kleinen Abständen waren gut für mich, weil ich eher klein bin. Ich finde, Cross mit den vielen Unterbrechungen kommt schon an Hindernislauf ran. Da ich noch nie international Cross gelaufen bin, weiß ich noch nicht genau, was ich mir für die Cross-EM vornehmen werde. Ich denke aber, mit Platz 20 bis 25 könnte ich zufrieden sein.“
 


Weibliche U18 | 3,8 km

„Umsteigerin“ Gloria Herold mit beeindruckendem Gold-Solo

Der erste DM-Titel wurde bei der Cross-DM in Darmstadt am Samstag in der weiblichen Jugend U18 vergeben. Bereits nach einem halben Kilometer der 3,8-Kilometer-Distanz setzte sich Gloria Herold (Erfurter LAC) im Bürgerpark an die Spitze und baute ihren Vorsprung auf der anspruchsvollen Strecke mit zahlreichen Richtungs- und Untergrundwechseln deutlich aus. Nach der Streckenhälfte betrug der Vorsprung der ehemaligen Eisschnellläuferin auf die erste Verfolgerin bereits zehn Sekunden.

Die Lücke wurde bis zum Ziel ein wenig kleiner, doch die Deutsche U18-Meisterin über 10 Kilometer durfte nach 14:43 Minuten über ihre zweite DM-Goldmedaille des Jahres jubeln. Und sich damit ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk machen. Denn die Erfurterin feiert Montag ihren 17. Geburtstag. Silber sicherte sich im Spurt 800-Meter-Spezialistin Amelie Tortell (LG Ovag Friedberg-Fauerbach; 14:53 min), drei Sekunden dahinter schnappte sich Marlene Jung (VfB Friedrichshafen) die Bronzemedaille.

Die knappst mögliche Entscheidung gab es in der Mannschaftswertung. Sowohl die LG Brillux Münster als auch der TSV Bayer 04 Leverkusen kamen auf 43 Platzierungspunkte. Allerdings war die dritte Münsteraner Läuferin Evi Lenz bei Zeitgleichheit (15:59 min) einen Platz vor der dritten Leverkusenerin, Maxine Kammann, im Ziel. Somit ging Gold an das Trio aus Münster mit Mia Bonekamp, Mareen Jasper und Evi Lenz. Den dritten Podestplatz sicherte sich mit 57 Punkten das LAC Quelle Fürth.

Stimmen zum Wettbewerb: 

Gloria Herold (Erfurter LAC)
„Mein Trainer und ich hatten ausgemacht, dass ich in der schnelleren Gruppe mitlaufe. Dass ich aber direkt alleine vorneweg laufe, war nicht so geplant. Ich bin die Strecke heute früh schon mal abgegangen. Mit dem Sand hatte ich sehr zu kämpfen. Der Waldweg kurz vor dem Berg ging dafür sehr gut, das hatte ich heute Morgen beim Testlauf anders befürchtet. Das war wahrscheinlich mein letztes Rennen in diesem Jahr. Mir liegt definitiv Straßenlauf am besten, deshalb steht auch noch nicht fest, ob ich eine Hallensaison bestreiten werde. Bei der 10-Kilometer-DM im März bin ich aber auf jeden Fall dabei.“

Amelie Tortell (LG ovag Friedberg-Fauerbach)
„Ich hatte vor dem Ziel gesehen, dass einige andere Athletinnen hinter mir sind. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich das ins Ziel bringen konnte! Ich habe bei der Cross-DM noch nie eine Medaille gewonnen, deshalb war das für mich sehr besonders. Ich bin bewusst langsamer angegangen, weil ich bei den vergangenen Crossläufen gemerkt habe, dass ich als 800-Meter-Läuferin ein bisschen zu schnell angehe. Deshalb wollte ich heute langsamer machen und mich dann steigern. Das hat ja gut funktioniert! Ich hatte im Internet schon den Streckenplan gesehen und wusste schon, dass es mit den Biegungen nicht einfach wird. Aber es hat Spaß gemacht!“


Männliche U18 | 3,8 km

Top-Duo stürzt in letzter Kurve, Lennox Gyulai mit besserem Finish

Die Strecke der Cross-DM in Darmstadt hatte es in sich. Speziell bei der 180-Grad-Kurve etwa 50 Meter vor dem Ziel mussten die Läuferinnen und Läufer besonders aufmerksam sein. Bei der männlichen Jugend U18 gingen der wenige Zentimeter in Führung liegende Tim Völker (SSC Hanau-Rodenbach) und Lennox Gyulai (SG Lok Hainsberg) im Rennen um Gold in vollem Tempo in die Kurve. Dort rutschten beide weg und stürzten. Lennox Gyulai rappelte sich etwas schneller auf und lief nach 12:56 Minuten eine Sekunde vor Tim Völker ins Ziel.

Während Lennox Gyulai von Beginn an das Tempo an der Spitze kontrollierte, hielt sich Tim Völker zunächst zurück, arbeitete sich aber auf dem finalen Kilometer deutlich nach vorn. Mit einem energischen Zwischenspurt gelang es ihm etwa 250 Meter vor dem Ziel, den Spitzenplatz zu übernehmen und sich damit die beste Ausgangsposition für die kurze Zielgerade zu erarbeiten. Doch der Sturz machte den in Reichweite liegenden Gold-Coup zunichte.

Trotz des Sturzes konnten die Verfolger nicht mehr zum Top-Duo aufschließen. Bronze ging mit 13:01 Minuten an Jonathan Albustin (LG Brillux Münster). Dank einer starken Team-Leistung holten die Läufer vom Dresdner SC, Matteo Bianchin, Ole Steinbach und Maxim Gassmann, mit 37 Punkten (Plätze 10, 13 und 14) den Teamsieg. Silber ging an den Berliner SV (50 pt), Bronze an die LG Olympia Dortmund (70 pt).

Stimmen zum Wettbewerb: 

Lennox Gyulai (SG Lok Hainsberg)
„Meine Beine waren auf den letzten 500 Metern schon quasi tot! Ich wusste aber, ich kann das noch durchrennen und das reicht hoffentlich. In der letzten Kurve sehe ich: Der, der mich 150 Meter vor dem Ziel überholt hat [Tim Völker; Anm. d. Red.], stürzt vor mir! Ich dachte, jetzt komme ich locker vorbei. Aber die Kurve war rutschig und da bin ich auch gestürzt, aber besser wieder hochgekommen. Da hat sich das Sprinttraining bezahlt gemacht. Ich wollte eigentlich hinter den Jungs bleiben, war dann aber doch die ganze Zeit vorne, weil das Tempo so entspannt war und ich gut „rollen“ konnte. In der ersten großen Runde bin ich bei den Heuballen hängengeblieben, habe mich aber gut abfangen können. Die Strecke war wirklich sehr cool, ich fand sie besser als letztes Jahr.“

Tim Völker (SSC Hanau-Rodenbach)
„Ich war am Start nicht ganz vorne mit dabei und habe daher versucht, mich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Das hat auch geklappt. Trotzdem wurde es hart, ich dachte nicht, dass ich das noch schaffe. Aber dann habe ich noch mal überholt. Es war schade, dass ich in der Zielkurve gestürzt bin. Er [Lennox Gyulai] zwar auch, aber er konnte innen durch. Es ist ein bisschen schade, aber der zweite Platz ist auch sehr geil. Ich hatte mir die Strecke mit den vielen Kurven schlimmer vorgestellt, aber es hat Spaß gemacht. Ein paar aus meinem Verein hatten sich die Strecke vorher schon mal angeschaut, ich nicht – aber man konnte sich ja beim Einlaufen ganz gut darauf einstellen.“

Masters


W35 bis W45 Mittelstrecke | 3,8 km

Titel an Wenzler, Schneider und Raatz

Direkt nach dem Startschuss der W35-W45 Mittelstrecke über 3,8 Kilometer sorgte eine routinierte Crossläuferin für das Tempo. Verena Schneider – manchen vielleicht noch besser unter ihrem Mädchennamen Dreier bekannt – zog das Feld schneller weit auseinander. Die 40-Jährige von der SG Wenden zählte vor 20 Jahren als zweifache Deutsche Meisterin zu den besten Hindernisläuferinnen des Landes und war bei der EM 2006 in Göteborg (Schweden) mit dabei. Im EM-Vorlauf lief sie auch ihre Bestzeit von 9:48,90 Minuten. Außerdem war sie viermal bei Cross-Europameisterschaften am Start und gewann 2003 (U20) und 2011 (Frauen) Team-Bronze.

Nach der Streckenhälfte zog allerdings ein jüngeres W35-Duo an Verena Schneider vorbei: Katka Wenzler (LG Würm Athletik) und Kerstin Bertsch (SSC Hanau-Rodenbach). Beide vergrößerten den Abstand schnell, bei der nächsten Tempoverschärfung konnte auch Kerstin Bertsch nicht mehr folgen. So lief Katka Wenzler mit 15:01 Minuten zu einem souveränen Sieg vor Kerstin Bertsch (15:11 min). Als Dritte und W40-Siegerin überquerte Verena Schneider (15:25 min) die Ziellinie.

Damit waren im Bürgerpark zwei der drei Einzeltitel vergeben. Unter dem Jubel der Zuschauer blieb der dritte in Darmstadt. Denn Simone Raatz (ASC Darmstadt) war in der W45 nicht zu stoppen. Mit 16:18 Minuten lag sie 23 Sekunden vor Diana Kurrer (MTV Ingolstadt). W40-Silber sicherte sich Daniela Köcher (SSC Hanau-Rodenbach; 16:16 min). Über Bronze freuten sich Stefanie Osthoff (SG Wenden; W35), Daniela Küster (LG Stolberg; W40) und Christl Dörschel (SG Wenden; W45). Team-Gold (W35-W45) sicherte sich souverän die SG Wenden.


M35 bis M45 Mittelstrecke | 3,8 km

Jenne und Schneider dominieren, auch Wiese gewinnt Gold

Mit 35 Jahren ist Fabian Jenne (SG Wenden) in der Form seines Lebens. Denn erst 2025 gelang es ihm im fortgeschrittenen Läuferalter, die „magische“ 30-Minuten-Marke über 10 Kilometer zu unterbieten. Und das mit 29:25 Minuten sogar deutlich. Diese läuferische Klasse zeigte Fabian Jenne auch bei der Cross-DM auf der 3,8 Kilometer langen Mittelstrecke der M35-M45. Schnell setzte er sich an die Spitze und gab diese Führung bis zum Ziel nicht mehr ab.

Mit 12:53 Minuten musste er das Gaspedal nicht voll durchdrücken, um als Erster ins Ziel zu laufen. Sieben Sekunden später folgte der zwölf (!) Jahre ältere M45-Sieger Danny Schneider (TSG Schwäbisch Hall), der im vergangenen Jahr seine 10-Kilometer-Bestzeit auf 30:51 Minuten steigern konnte. Die M40 gewann der siebte Läufer im Ziel, Christian Wiese (TSV Burgdorf; 13:29 min).

In der M35 gingen die weiteren Medaillen an Benjamin Pfrommer (LG Calw; 13:06 min) und Markus Bergler (13:21 min), in der M40 an Michael Lang (beide Skivereinigung Amberg; 13:31 min) und Christoph Verhalen (TuS Xanten; 13:35 min) sowie in der M45 an Thomas Kotissek (LG Allgäu; 13:18 min) und Andreas Bröring (TuS BW Lohne; 13:44 min). Über Team-Gold durfte die TSG Schwäbisch Hall mit 63 Punkten jubeln.

Cross-DM 2025  Livestream

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