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Marathon-Bilanz 2025 (II): Fabienne Königstein und Domenika Mayer übernehmen das Zepter

Fabienne Königstein hält ein Zielband mit BMW-Logo hoch, auf dem eine Deutschlandfahne sowie die Aufschrift "1. Frau" zu sehen sind © SCC Berlin / Petko Beier
Starke Zeiten, aber auch ein Doping-Skandal: Vor allem Kenias Langstreckenläuferinnen produzierten 2025 zahlreiche Schlagzeilen. Aus deutscher Sicht sorgte Fabienne Königstein für das Highlight. Sie reihte sich in Berlin auf Platz drei der ewigen deutschen Bestenliste ein.
Jörg Wenig

Das Beste kam zum Schluss – zumindest bezogen auf die schnellsten Marathonzeiten des Jahres bei den Frauen. Denn beim Valencia-Marathon im Dezember wurden die beiden Top-Zeiten gelaufen: Die Kenianerin Joyciline Jepkosgei setzte sich mit einem Streckenrekord von 2:14:00 Stunden an die Spitze der Weltjahresbestenliste und erzielte die viertschnellste je gelaufene Zeit. Sie gewann vor ihrer kenianischen Landsfrau Peres Jepchirchir, die mit 2:14:43 in der Alltime-Liste auf Platz sieben nach vorne rückte.

Damit überholten die Kenianerinnen im letzten Augenblick noch die Äthiopierinnen, die zuvor in der Weltjahresbestenliste vorn gelegen hatten. Schon bei den Weltmeisterschaften in Tokio (Japan) im September hatte Äthiopiens derzeit stärkste Marathonläuferin, Tigst Assefa, ganz knapp das Nachsehen. In einem Spurt-Duell musste sich die frühere Weltrekordlerin gegen Peres Jepchirchir geschlagen geben. Assefa, die im Frühjahr den hochkarätigen London-Marathon gewonnen hatte, wurde wie schon 2024 bei Olympia in Paris (Frankreich) Zweite.

Doping-Skandal um Weltrekordlerin Ruth Chepngetich

Die Kenianerinnen stellen zwar mit Jepchirchir und Jepkosgei die Weltmeisterin und die Nummer eins der Weltjahresbestenliste, jedoch war es auch eine Kenianerin, die für einen der größten Doping-Skandale in der Geschichte des Langstreckenlaufes sorgte: Ruth Chepngetich, die 2024 in Chicago als erste Frau unter 2:10:00 Stunden gelaufen war, wurde wegen Dopings für drei Jahre gesperrt. Da man ihr bisher kein Doping im Zusammenhang mit ihrem Rennen beim Chicago-Marathon nachweisen konnte, bleibt der Weltrekord von 2:09:56 Stunden bestehen.

Während die Chepngetich-Rekordzeit 2024 das einzige Ergebnis unter 2:15:00 Stunden war, blieben im vergangenen Jahr drei Läuferinnen unter dieser Zeitbarriere. Neben Jepkosgei und Jepchirchir war dies noch die Äthiopierin Hawi Feysa, die sich in Chicago auf 2:14:57 Stunden steigerte. In der Breite der Spitze war allerdings das Olympia-Jahr 2024 stärker: Gleich ein Dutzend Athletinnen hatten damals Zeiten von unter 2:17:00 erzielt. 2025 erreichten sieben Frauen ein derartiges Resultat.

Schnellste Europäerin war 2025 die Olympiasiegerin Sifan Hassan, die in London als Dritte 2:19:00 Stunden lief. Im August gewann die Niederländerin dann zwar den Sydney-Marathon in 2:18:22 Stunden, jedoch ist die abfallende Strecke nicht Rekord-konform, so dass die dort gelaufenen Zeiten nicht in den offiziellen Bestenlisten auftauchen. Es ist ein Kuriosum, dass der Sydney-Marathon als neues Mitglied der World Marathon Majors (WMM) keine Strecke anbieten kann, die die Kriterien für die Bestenlisten erfüllt. 

Fabienne Königstein erstmals Deutschlands Nummer eins

Einen großen Sprung machte Fabienne Königstein (Hannover 96; 2025: MTG Mannheim). Die 33-Jährige verbesserte sich in Berlin von 2:25:48 auf 2:22:17 Stunden und wurde damit zur drittschnellsten deutschen Marathonläuferin der Geschichte. Vor ihr stehen in dieser Bestenliste nur noch Irina Mikitenko (2:19:19 h) und Melat Kejeta (2:21:47 h). Zum ersten Mal war Fabienne Königstein die deutsche Nummer eins. In der europäischen Bestenliste 2025 belegte sie mit ihrer Berliner Zeit zudem Rang vier hinter Sifan Hassan, Chloé Herbiet (Belgien; 2:20:38 h) und Alisa Vainio (Finnland; 2:20:48 h).

Einmal mehr überzeugte Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg). Die konstanteste deutsche Marathonläuferin der letzten Jahre lief zunächst in Hannover 2:24:22 Stunden und rannte dann in Berlin neue Bestzeit von 2:23:16 Stunden. Damit war sie die Nummer zwei in der deutschen Jahresbestenliste und belegte in Europa Rang acht im Jahr 2025. Aufgrund des sehr warmen Wetters beim Berlin-Marathon im September dürften Fabienne Königstein und Domenika Mayer bei besseren Bedingungen beide in der Lage sein, sich weiter zu steigern. Schon im April treffen sie in Hannover erneut über die 42,195 Kilometer aufeinander.

Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) war mit 2:26:56 Stunden die Nummer drei in der deutschen Jahresbestenliste. Weitere Leistungsträgerinnen fielen in der zurückliegenden Saison aus, Melat Kejeta (Laufteam Kassel) und Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt) aus einem schönen Grund: Sie machten eine Babypause.

Die hochklassigsten deutschen Marathonrennen gehören auch bezüglich der Rennen der Frauen zur Weltelite. Dabei finden sich gleich drei deutsche Läufe unter den Top Ten der schnellsten City-Marathonläufe: Berlin steht hier an fünfter Stelle, Hamburg folgt auf Position acht und der Mainova Frankfurt-Marathon belegt Rang neun. Keine andere Nation hat drei Rennen unter den Top Ten in dieser Liste, in der der Durchschnitt der zehn schnellsten je bei einem Lauf erzielten Zeiten gewertet wird.

Die besten Zeiten der Geschichte

Zeit Athletin Nation Ort Datum
2:09:56 h Ruth Chepngetich Kenia Chicago 13.10.2024
2:11:53 h Tigst Assefa Äthiopien Berlin 24.9.2023
2:13:44 h Sifan Hassan Niederlande Chicago 8.10.2023
2:14:00 h Joyciline Jepkosgei Kenia Valencia 7.12.2025
2:14:04 h Brigid Kosgei Kenia Chicago 13.10.2019
2:14:18 h Ruth Chepngetich (2) Kenia Chicago 9.10.2022
2:14:43 h Peres Jepchirchir Kenia Valencia 7.12.2025
2:14:57 h Hawi Feysa Äthiopien Chicago 12.10.2025
2:14:58 h Amane Shankule Äthiopien Valencia 4.12.2022
2:15:25 h Paula Radcliffe Großbritannien London 13.4.2003

 

 Die schnellsten Zeiten 2025

Zeit Athletin Nation Ort Datum
2:14:00 h Joyciline Jepkosgei Kenia Valencia 7.12.
2:14:43 h Peres Jepchirchir Kenia Valencia 7.12.
2:14:57 h Hawi Feysa Äthiopien Chicago 12.10.
2:15:50 h Tigst Assefa Äthiopien London 27.4.
2:16:31 h Sutume Kebede Äthiopien Tokio 2.3.
2:16:36 h Brigid Kosgei Kenia Shanghai 30.11.
2:16:56 h Winfridah Moseti Kenia Tokio 2.3.
2:17:00 h Hawi Feysa Äthiopien Tokio 2.3.
2:17:18 h Megertu Alemu Äthiopien Chicago 12.10.
2:17:37 h Anyalem Desta Äthiopien Amsterdam 19.10.

 

Die schnellsten Deutschen der Geschichte

Zeit Athletin Verein Ort Datum
2:19:19 h Irina Mikitenko TV Wattenscheid Berlin 28.9.2008
2:21:47 h Melat Kejeta  Laufteam Kassel Dubai 7.1.2024
2:22:17 h Fabienne Königstein MTG Mannheim Berlin 21.9.2025
2:23:16 h Domenika Mayer LG Telis Finanz Regensburg Berlin 21.9.2025
2:24:32 h Laura Hottenrott PSV Grün-Weiß Kassel Valencia 3.12.2023
2:24:35 h Katrin Dörre-Heinig SC DHfK Leipzig Hamburg 25.4.1999
2:24:54 h Deborah Schöneborn SCC Berlin Houston 14.1.2024
2:24:56 h Katharina Steinruck   Eintracht Frankfurt Osaka 14.2.2023
2:25:37 h Uta Pippig SCC Berlin Berlin 26.9.1995
2:25:42 h Fate Tola Geleto LG Braunschweig Frankfurt 30.10.2016

 

Die schnellsten Deutschen 2025

Zeit Athletin Verein Ort Datum
2:22:17 h Fabienne Königstein MTG Mannheim Berlin 21.9.
2:23:16 h Domenika Mayer LG Telis Finanz Regensburg Berlin 21.9.
2:26:56 h Laura Hottenrott PSV Grün-Weiß Kassel Düsseldorf 27.4.
2:28:11 h Miriam Dattke LG Telis Finanz Regensburg Düsseldorf 27.4.
2:29:30 h Deborah Schöneborn Marathon Team / SCC Berlin Hannover 6.4.
2:29:43 h Nina Voelckel Laufteam Kassel Hannover 6.4.
2:30:31 h Melina Wolf LG Region Karlsruhe Berlin 21.9.
2:33:25 h Jana Soethout Berlin Track Club Kopenhagen 11.5.
2:34:39 h Katharina Saathoff Braunschweiger Laufclub Frankfurt 26.10.
2:34:48 h Kristina Hendel Marathon Team / SCC Berlin Malaga 14.12.


Die schnellsten City-Marathonläufe

1. Chicago | 2:15:08,9 h
2. Valencia | 2:16:12,1 h
3. London | 2:16:40,4 h
4. Tokio | 2:16:46,7 h
5. Berlin | 2:17:13,8 h
6. Dubai | 2:18:23,2 h
7. Amsterdam | 2:18:26,3 h
8. Hamburg | 2:19:16,6 h
9. Frankfurt | 2:19:46,4 h
10. Boston | 2:19:50,5 h

 Gewertet wird der Durchschnitt der schnellsten zehn jemals bei einem Rennen erzielten Zeiten.

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