| Düsseldorf

Hallensaison nimmt beim ISTAF Indoor Fahrt auf

© Istaf Indoor/Kenny Beele
Alles ist angerichtet für ein Leichtathletik-Spektakel in Düsseldorf. Die Veranstalter des ISTAF Indoor erwarten am Samstag mehr als 7.500 Fans im PSD Bank Dome. Dort starten unter anderem die Olympiasiegerinnen Malaika Mihambo und Yemisi Ogunleye sowie viele weitere deutsche Asse, die auf starke internationale Konkurrenz treffen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Meeting auch in den kommenden Jahren in der NRW-Metropole ausgetragen wird.
PM/mbn

Am Samstag steigt bereits die sechste Auflage des ISTAF Indoor in Düsseldorf. Und wieder haben sich jede Menge deutsche und internationale Leichtathletik-Stars wie die Olympiasiegerinnen Malaika Mihambo (LG Kurpfalz; Weitsprung) und Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim; Kugelstoß) oder der zweifache Weltmeister im Stabhochsprung, Sam Kendricks (USA), angesagt. Insgesamt stehen acht Disziplinen auf dem Programm, die Veranstalter rechnen mit mehr als 7.500 Fans, die den PSD Bank Dome in einen Hexenkessel der Leichtathletik verwandeln sollen.

Beste Erinnerungen an das ISTAF Indoor hat Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen). Vergangenes Jahr lief die Hürdensprinterin hinter ihrer nationalen Konkurrentin Rosina Schneider (TV Sulz) mit Bestzeit (7,97 sec) auf Rang zwei „Ich konnte den ganzen Winter durchtrainieren und bin gespannt, wo es in den nächsten Wochen hingeht. Der knappe zweite Platz im letzten Jahr hier in Düsseldorf ist ein Ansporn für den morgigen Wettkampf!“, so die Leverkusenerin. Sie trifft über 60 Meter Hürden nicht nur auf Vorjahressiegerin Rosina Schneider, sondern auch auf ihre Teamkameradin Franziska Schuster, die vergangene Woche in Luxemburg mit 8,08 Sekunden vor den beiden lag.

Reetta Hurske fordert deutsches Trio

Natürlich fehlt auch Reetta Hurske nicht. 2023 lief sie in Düsseldorf mit 7,88 Sekunden im Vorlauf und 7,86 Sekunden im Finale gleich zweimal finnischen Hallenrekord. Mittlerweile ist die 30-Jährige sogar schon bei 7,79 Sekunden angekommen und „auf dem Papier“ die schnellste Sprinterin im Feld. In diesem Jahr ist sie bereits 7,92 Sekunden gelaufen. Einen großen Leistungsschritt machte 2025 Viktoria Forster (Slowakei), die über 60 Meter Hürden (8,01 sec) und 100 Meter Hürden (12,63 sec) neue Landesrekorde aufstellte. Zu gern würde sie gleich zum Saisonauftakt deutlich unter der Acht-Sekunden-Marke bleiben.

Im Stabhochsprung peilt Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen) den nächsten Coup an. Vergangenes Jahr schnappte sich der 30-Jährige mit 5,80 Metern den Sieg. „Ich bin immer noch super happy, dass ich letztes Jahr hier gewinnen konnte. Ich bin in einer super Form. Die Leute mögen meine Art und ich liebe es, in Düsseldorf zu springen“, so der Höhenjäger. Neben Lokalmatador Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics) werden auch die Sechs-Meter-Springer Sam Kendricks (USA) und Ernest Obiena (Philippinen) ein Wörtchen um den Sieg mitreden. „Die Atmosphäre ist einzigartig, darum springe ich immer so gern hier. Natürlich soll es deutlich höher hinausgehen als vergangenes Jahr mit 5,55 Metern“, so Ernest Obiena.

Hallenweltmeister zu Gast am Rhein

Stark besetzt sind traditionell die Sprint-Disziplinen in Düsseldorf. So muss sich Hallen-Welt- und -Europameister Jermiah Azu (Großbritannien) über 60 Meter gegen viele deutsche Top-Sprinter behaupten. Angeführt wird das Verfolgerfeld von Joshua Hartmann (ASV Köln). Zwar ist der deutsche 200-Meter-Rekordler vermehrt auf der längeren Sprintstrecke im Einsatz. Doch mit einer Bestzeit von 6,53 Sekunden – der deutsche Hallenrekord steht bei 6,52 Sekunden – ist er mit einem guten Start als Grundlage immer für einen Coup gut. Mit Aleksandar Askovic (Bayer 04 Leverkusen; PB: 6,56 sec), Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV; PB: 6,58 sec), Nishon Ebanks (Jamaika; PB 6,54 sec) und dem Briten Eugene Amo-Dadzie (6,59 sec) sind vier weitere Sprinter dabei, die schon unter 6,60 Sekunden gelaufen sind.

Vergangenes Jahr stürmten Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) und Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01) mit Bestzeiten in die deutsche Sprint-Spitze. Auf der schnellen blauen Bahn wollen sie am Samstag nur allzu gern ihre Bestzeiten von 7,30 Sekunden (Mayer) und 7,33 Sekunden (Ernst) ein Stück nach unten drücken. Die Konkurrenz für schnelle Zeiten passt auf jeden Fall. Denn mit der belgischen Hallenrekordlerin Rani Rosius (7,08 sec) und der Schweizerin Geraldine Frey (7,11 sec) peilt ein Duo seinen ersten Sieg in Düsseldorf an. Gespannt sein darf man auf den ersten Auftritt von Jonielle Smith. Die Jamaikanerin steigerte sich 2025 über 100 Meter auf 11,03 Sekunden und lief vergangene Woche beim Freiluft-Meeting in Spanish Town (Jamaika) starke 7,06 Sekunden über 60 Meter. Am Donnerstag gewann sie das Meeting in Stockholm mit Hallenbestzeit von 7,12 Sekunden. Damit ist ihr auch in Düsseldorf der große Coup zuzutrauen.

Saisondebüt für Malaika Mihambo und Yemisi Ogunleye

Auch die deutschen Olympiasiegerinnen Malaika Mihambo und Yemisi Ogunleye haben es bei ihrem jeweiligen Saisonauftakt mit starker Konkurrenz zu tun. Für die Weitsprung-Olympiasiegerin dürfte ihr fünfter Sieg nur über Pauline Hondema führen. Die Niederländerin ist die Weitsprung-Aufsteigerin der vergangenen Saison und verbesserte die Landesrekorde auf 6,91 Meter (Freiluft) und 6,70 Meter (Halle). Ihren ersten Landesrekord stellte die 25-Jährige übrigens mit 6,65 Metern vergangenes Jahr in Düsseldorf auf. Natürlich bietet Düsseldorf auch eine Bühne für die deutschen Top-Talente. So gehen die 21-jährige Laura Raquel Müller (Unterländer LG; PB: 6,80 m), die gleichalte Libby Buder (TSG Bergedorf; PB: 6,56 m) und die Deutsche Vizemeisterin Imke Daalmann (TSV Bayer 04 Leverkusen; PB: 6,54 m) am Samstag auf Weitenjagd.

Auf 19,78 Meter beförderte Yemisi Ogunleye vergangenes Jahr ihr vier Kilogramm schweres Arbeitsgerät in Düsseldorf. Zu gern würde die 27-Jährige gleich zum Saisonauftakt wieder ein solches Top-Resultat anbieten. Zumal die Kugelstoßerinnen die ganze Halle und damit die ungeteilte Aufmerksamkeit der Fans zum Ende des Meetings für sich haben. Den Sieg am Rhein peilt auch Fanny Roos an. Die WM-Fünfte aus Schweden hat 2025 die stärkste Saison ihrer Karriere mit den fünf besten Wettkämpfen hingelegt und den Landesrekord im Freien auf 19,66 Meter gesteigert. In ähnliche Sphären will die 31-Jährige nun auch unterm Hallendach
vorstoßen. Bereits die 20-Meter-Marke hat Jessica Ramsey (USA) in ihrer Karriere mit 20,12 Metern übertroffen.

ISTAF Indoor bleibt bis 2029 in Düsseldorf

Außerdem gaben Düsseldorfs Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und ISTAF Indoor-Meetingdirektor Martin Seeber am Freitag vor der Veranstaltung bekannt, dass die NRW-Hauptstadt bis mindestens 2029 zweite Heimat für das ISTAF Indoor bleibt. „Der Start im Winter 2021 fand noch unter Pandemiebedingungen und ohne Publikum statt“, erinnert sich Meetingdirektor Martin Seeber. „Das war schon skurril, dass Stabhochspringer Mondo Duplantis Weltrekordversuche ohne Anfeuerung durch Zuschauerinnen und Zuschauer unternimmt. Damals war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass sich ein solches Erfolgsformat daraus entwickelt. Ich freue mich umso mehr, dass wir das ISTAF Indoor so erfolgreich in Düsseldorf etablieren und mit regelmäßig mehr als 7.000 Zuschauerinnen und Zuschauern ausbauen konnten“, so Martin Seeber weiter.

Düsseldorfs Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, der das Event 2021 an den Rhein geholt hat, sieht seine damaligen Erwartungen bestätigt: „Zum Start 2021 haben wir gesagt, dass wir gemeinsam mit den Berliner ISTAF-Machern die Zukunft der Leichtathletik zeigen und noch mehr Leichtathletik-Fans die Chance geben wollen, hautnah dabei zu sein. Das haben wir geschafft und wir freuen uns nun auf die nächsten drei Jahre der Zusammenarbeit. Die olympische Kernsportart Leichtathletik gehört nach Düsseldorf“, so Burkhard Hintzsche. Für Kurzentschlossene sind übrigens noch Tickets erhältlich.

Foto: Meetingdirektor Martin Seeber, die Stabhochspringer Torben Blech und Ernest John Obiena sowie Hürdensprinterin Marlene Meier und Düsseldorfs Stadtdirektor Burkhard Hintzsche sind bereit für die sechste Auflage des ISTAF Indoor in Düsseldorf.

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