800-Meter-Weltrekord mit Ansage: Hallen-Weltmeister Josh Hoey hat am Samstag in Boston auf Worte Taten folgen lassen. Der US-Amerikaner verbesserte die Uralt-Bestmarke von Wilson Kipketer um 17 Hundertstelsekunden auf 1:42,50 Minuten. Beim Indoor Grand Prix fiel zudem die Weltbestzeit über 2.000 Meter.
Fast 29 Jahre hatte der Hallen-Weltrekord über 800 Meter, erzielt 1997 von Wilson Kipketer (Dänemark), Bestand. Doch seit Samstagabend (Ortszeit) ist die Marke von 1:42,67 Minuten Geschichte. Denn Hallen-Weltmeister Josh Hoey (USA) setzte seine Ankündigung, die Bestmarke beim Indoor Grand Prix in Boston (USA) angreifen zu wollen, in die Tat um. Er war 17 Hundertstelsekunden schneller als einst Kipketer bei der Hallen-WM in Paris (Frankreich).
Sieben Wochen nachdem er ebenfalls in Boston eine neue Hallen-Weltbestzeit über 600 Meter aufgestellt hatte, schrieb der 26-Jährige, der mit seinem nordamerikanischen Rekord von 1:43,24 Minuten bereits zuvor in der ewigen Hallen-Weltbestenliste auf Platz zwei gelegen hatte, erneut Geschichte. Unterstützung bei der "Mission Weltrekord" erhielt er von seinem Bruder Jaxson, der als Tempomacher im Einsatz war.
Jaxson Hoey führte seinen Bruder in 24,81 Sekunden durch die ersten 200 Meter, die 400 Meter erreichte der Hallen-Weltmeister nach 50,21 Sekunden. Dann ging der Tempomacher aus dem Rennen und Josh Hoey passierte die 600 Meter in 1:16,19 Minuten und hielt durch, um die Ziellinie in 1:42,50 Minuten zu überqueren (zum YouTube-Video).„Wir haben viel an unserem Tempo gearbeitet“, sagte der neue Hallen-Weltrekordler. „Das ist noch lange nicht das Ende der Reise. Wir stehen eigentlich erst am Anfang, deshalb bin ich sehr gespannt darauf.“
Hobbs Kessler bricht Hallen-Bestzeit über 2.000 Meter
Bereits zuvor war beim Indoor Grand Prix eine Weltbestzeit gefallen. Hobbs Kessler (USA) legte die selten gelaufenen 2.000 Meter in 4:48,79 Minuten zurück und brach damit den fast 19 Jahre alten Rekord von Kenenisa Bekele (4:49,99 min). Der Hallen-WM-Dritte über 1.500 Meter von 2024 musste sich bis zuletzt des Angriffes seines Landsmanns Grant Fisher erwehren. Der Hallen-Weltrekordler über 3.000 Meter blieb mit 4:49,48 Minuten ebenfalls unter der alten Weltbestzeit (zum YouTube-Video).
In den weiteren Laufdisziplinen wurde es ebenfalls schnell. Für 800-Meter-Siegerin Roisin Williams wurde mit 1:59,59 Minuten ebenfalls eine neue Weltjahresbestzeit notiert wie für 3.000-Meter-Siegerin Elle St. Pierre (beide USA; 8:26,54 min). Bei den Männern glänzte der erst 19 Jahre alte Cameron Myers über 3.000 Meter mit Meetingrekord von 7:27,57 Minuten – zugleich australischer Hallenrekord. Den 1.500-Meter-Sieg holte sich die WM-Zweite Dorcus Ewoi aus Kenia in 4:01,22 Minuten.
Schnelle Sprints mit und ohne Hürden
Über 60 Meter brillierte die Britin Dina Asher-Smith mit 7,08 Sekunden, Gina Lückenkemper (SCC Berlin) wurde bei ihrem ersten Start in dieser Hallensaison Sechste (7,43 sec). Bei den Männern hatte der Jamaikaner Ackeem Blake in 6,53 Sekunden die Nase vorn. Einen weiteren jamaikanischen Sieg feierte Hürdensprinterin Danielle Williams, die in 7,87 Sekunden Hallen-Weltrekordlerin Devynne Charlton (Bahamas; 7,92 sec) hinter sich ließ. In einem rein US-amerikanischen Feld war Trey Cunningham in 7,48 Sekunden schnellster Hürdensprinter.
Über 300 Meter kam es zu einem Hundertstel-Finish zwischen Jereem Richards (Trinidad und Tobago) und Noah Lyles (USA). In 32,14 Sekunden setzte sich Richards mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor dem 200-Meter-Weltmeister durch (zum YouTube-Video). Den 400-Meter-Lauf der Frauen gewann die Britin Nicole Yeargin mit 52,63 Sekunden vor Siebenkampf-Weltmeisterin Anna Hall (USA), die für die zwei Hallenrunden 52,77 Sekunden benötigte.
Die kompletten Resultate finden Sie hier.