| Erfurt

Marlene Meier, Rosina Schneider und Philina Schwartz sorgen für Sprintfestival

© Stefan Meyer
Sie sind jung, sie sind schnell und sie verzaubern das Publikum, sobald sie auf der Bahn stehen. Während die Hürden-Asse Marlene Meier und Rosina Schneider beim 13. Erfurt Indoor mit Zeiten unter acht Sekunden die WM-Norm knackten, war 60-Meter-Youngster Philina Schwartz erneut so schnell wie nie zuvor.
Redaktion

Wie nah Freud und Leid beieinander liegen, zeigte am Freitagabend beim Erfurt Indoor das Finale über 60 Meter Hürden der Frauen. In Top-Besetzung bot es nicht nur einen Vorgeschmack auf die Deutschen Hallen-Meisterschaften (27.2. bis 1.3) in Dortmund, sondern auch ein spannendes Rennen bis zur Ziellinie. Mit dem bloßen Auge kaum auszumachen, war es die Deutsche Hallenmeisterin und Hallen-EM-Sechste Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen), die sich in 7,97 Sekunden vor der Hallen-DM-Siegerin von 2024 Rosina Schneider (TV Sulz; 7,99 sec) hauchdünn durchsetzte.

Damit haben nicht nur beide Athletinnen die ersten Marken unter acht Sekunden von deutschen Hürdensprinterinnen in dieser Hallensaison gesetzt, sondern auch die Direktnorm für die Hallen-WM in Polen (8,02 sec) geknackt. Rosina Schneider bereits nach ihren 8,02 Sekunden von Karlsruhe zum zweiten Mal. Mit persönlicher Bestzeit ebenfalls einen starken Eindruck hinterließ in der Hartwig-Gauder-Halle die DM-Dritte über 100 Meter Hürden Lia Flotow (1. LAV Rostock; 8,09 sec). Bereits im Vorlauf hatte sie mit 8,10 Sekunden ihre Bestzeit um eine Hundertstel gesteigert.

„Die WM-Norm war das Ziel für heute. Ich habe schon am Dienstag im Training gemerkt, dass es richtig gut läuft. Trotzdem habe ich diese Woche viel regeneriert, da ich am Sonntag ja erst gelaufen bin. Die eine Einheit war dann super und nachdem ich auch gut geschlafen hatte, wusste ich, dass es heute schnell werden kann“, sagte Marlene Meier.

Schuster und Never kommen nicht ins Ziel

Nach ihrem Fehlstart in der Woche zuvor erlitt Amira Never (LAC Erdgas Chemnitz) erneut einen Rückschlag. Sie kam nach einem Hürdenstrauchler im Finale zu Fall. Und auch Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) blieb in einer Hürde hängen und konnte das Rennen nicht beenden. Im Vorlauf hatte sie noch mit 8,06 Sekunden überzeugt. Bei den Männern setzte sich Stefan Volzer (TSV Bayer 04 Leverkusen; 7,84 sec) vor Štepán Štefko (Tschechische Republik; 7,88 sec) und Stanislav Stankov (Bulgarien; 7,88 sec).

Einmal mehr für Furore sorgte die deutsche Jahresschnellste Philina Schwartz (Berlin Athletics) über 60 Meter. Dass ihr Leistungsschritt mit einer neuen Bestzeit von 7,18 Sekunden und damit der Hallen-WM-Norm bei den Norddeutschen Hallenmeisterschaften kein Ausrutscher war, sondern ihre aktuelle Top-Form widerspiegelt, stellte die 19-Jährige am Freitagabend erneut unter Beweis. Bereits im Vorlauf mit 7,21 Sekunden ein erstes Ausrufezeichen gesetzt, zeigte sie sich auch im Finale von der zum Teil deutlich älteren Konkurrenz unbeeindruckt und gewann in neuer Bestzeit von 7,17 Sekunden.

Platz zwei ging an die Iranerin Farzaneh Fasihi (7,26 sec). Jeweils mit Bestzeit auf Rang drei und vier folgten Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim; 7,26 sec) und die WM-Dritte mit der 4x100-Meter-Staffel Sina Mayer (LAZ Zweibrücken; 7,26 sec). „Die ganze Saison ist überraschend für mich und ich bin glücklich, dass es heute wieder unter 7,20 Sekunden ging und ich meine Bestzeit noch einmal verbessern konnte“, sagte Philina Schwartz. Und führt ihre schnellen Zeiten darauf zurück, „dass sich meine Lauftechnik sehr viel harmonischer anfühlt und ich viel kraftvoller laufe“.

Kevin Kranz mit Ansprüchen auf DM-Gold

Bereits im Vorlauf zogen die Sprinter über 60 Meter voll durch und lieferten Spitzenzeiten – mit 6,63 Sekunden allen voran der für den SCC Berlin startberechtigte Nigerianer Fola Olaye. Dicht dahinter folgten der Deutsche Vizemeister über 100 Meter Deniz Almas (TV Wattenscheid 01; 6,65 sec) und der ehemalige Hallen-EM-Zweite Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar; 6,66 sec).

Dieser war es auch, der im Finale am schnellsten aus den Blöcken kam und seine Führung bis in das Ziel brachte. In 6,61 Sekunden holte er sich den Sieg vor Fola Olaoye (6,63 sec) und Kaito Kuroki (Japan; 6,64 sec). Auf den Plätzen vier, fünf und sechs folgten Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar; 6,65 sec), Deniz Almas (6,66 sec) und mit egalisierter Bestzeit Benedikt Wallstein (LAC Erdgas Chemnitz; 6,71 sec).

Ein Wimpernschlagfinale lieferten sich die Sprinter über 400 Meter. In Abwesenheit des Deutschen Meisters von 2024 und 2025 Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg), der am Mittwoch bei einem Meeting in Belgrad (Serbien) siegte, war es der Schweizer Lionel Spitz (Schweiz; 46,57 sec), der sich in seinem Lauf zunächst an die Spitze setzte und den Angriff von Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) auf der Zielgeraden abwehren konnte. In einer Tausendstelentscheidung musste sich der Athlet aus Niedersachsen knapp geschlagen geben. Dritter wurde Fabian Dammermann (LG Osnabrück; 46,58 sec), der den zweiten Zeitendlauf gewann.

Skadi Schier sprintet deutsche Jahresbestzeit

Bei den Frauen siegte die US-Amerikanerin Kenondra Davis (52,21 sec) vor Skadi Schier. Die Athletin des SCC Berlin steigerte die deutsche Jahresbestzeit bei ihrem ersten 400-Meter-Rennen unterm Hallendach auf 52,27 Sekunden und damit ihre Bestzeit gleich um mehr als eine halbe Sekunde. Hinter der Dritten Paris Peoples (USA; 52,57 sec) lief Annkathrin Hoven (TSV Bayer 04 Leverkusen; 53,05 sec) Bestzeit.

Lange sah es über die 800 Meter der Männer so aus, als würde es in Erfurt einen neuen Meetingrekord geben. Doch auf den letzten Metern war es anhand des Lichtkegels bereits zu erkennen: Die 1:45,39 Minuten werden es für den Fünften der Olympischen Spiele 2024 sowie der WM 2025 Mohamed Attaoui nicht. Der Sieg war dem Spanier in 1:45,76 Minuten allerdings nicht zu nehmen.

Auf Rang zwei lief Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg; 1:46,19 min), der sich noch am Sonntag in Karlsruhe über 800 Meter Platz mit 1:45,95 Minuten auf Rang vier der ewigen deutschen Hallenbestenliste geschoben hatte. Trotz Bestzeit noch nicht ganz bei den Männern mithalten konnte bei seinem Heimspiel „Deutschlands Jugend-Leichtathlet 2025" Andor Rik Schumann (Running Academy Erfurt; 1:49,55 min). Über 1.500 Meter jubelte Tobias Tent (LG Stadtwerke München; 3:39,05 min) über den Sieg und eine neue Bestzeit.

Majtie Kolberg macht das Rennen

Im Sog von Tempomacherin Mona Mayer (Munich Athletics) lief Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) von Beginn an dem Sieg über 800 Meter entgegen. Im Ziel stoppte die Uhr für sie bei 2:01,60 Minuten. Platz zwei ging in 2:04,60 Minuten an Veera Mattila (Finnland) vor Nele Weßel (Königsteiner LV; 2:05,04 min), die keine Woche zuvor in Karlsruhe die Hallen-WM-Norm über 1.500 Meter geknackt hatte.

Und auch im Stabhochsprung setzte sich mit Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen; 5,56 m) ein DLV-Athlet durch. Die großen Höhen blieben nach einem Infekt diese Woche allerdings aus. Höhengleich auf Rang zwei folgte der Tscheche Filip Bartoněk, Felix Eichenberger (Schweiz; 5,41 m) wurde Dritter.  

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik ...

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