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Beim ISTAF Indoor in Berlin wackeln die Meetingrekorde

Rosina Schneider, Jeremiah Azu und Ditaji Kambundji stehen vor einer Sponsorenwand mit Aufschrift ISTAF Indoor Berlin und halten Startnummern mit ihren Namen in die Kamera © ISTAF / Annegret Hilse
Das größte Hallenmeeting der Welt geht am Freitag, 6. März 2026, wieder in der Uber Arena Berlin über die Bühne. In einigen Disziplinen könnten beim ISTAF Indoor die Meetingrekorde fallen.
pm / svs

Das erste Finale mit Rekord-Potenzial ist am Freitag beim ISTAF Indoor Berlin jenes über die 60 Meter Hürden. Mit von der Partie sind in der Uber Arena den drei aktuell schnellsten Hürdensprinterinnen Europas: Weltmeisterin Ditaji Kambundji (Schweiz), die zweimalige Hallen-Europameisterin Nadine Visser (Niederlande) und München-Europameisterin Pia Skrzyszowska (Polen) haben in dieser Hallensaison schon jeweils 7,78 Sekunden auf die Bahn gebracht. Das Trio war in diesem Jahr also schon eine Hundertstel schneller als Sally Pearson (Australien) bei ihrem Meetingrekord im Jahr 2014.

Aus deutscher Sicht sind die Top Drei der Deutschen Hallenmeisterschaften mit von der Partie. Am vergangenen Wochenende hatte in Dortmund Marlene Meier (Bayer 04 Leverkusen, PB: 7,92 sec) die Nase vorn. Auch Ricarda Lobe (MTG Mannheim, PB: 7,95 sec) und Rosina Schneider (TV Sulz, PB: 7,96 sec) sind in diesem Jahr bereits unter der Acht-Sekunden-Marke geblieben. 

"Fast wie eine kleine Europameisterschaft"

"Ich fühle mich in Topform und freue mich sehr auf mein erstes ISTAF Indoor – das deutsche Publikum pusht mich und vielleicht fällt morgen sogar der Meetingrekord", blickte Ditaji Kambundji bei der Pressekonferenz voraus. "Die drei stärksten Europäerinnen sind morgen am Start – fast wie eine kleine Europameisterschaft. Es ist eine große Ehre, mit ihnen auf der Bahn zu stehen", so Rosina Schneider. "Die Zuschauer und das ISTAF Indoor pushen mich enorm." 

Bei den Männern dürften über 60 Meter Hürden vor allem die beiden Polen Damian Czykier (PB 7,48 sec) und Hallen-Europameister Jakub Szymanski (PB 7,39 sec) zu beachten sein. Einziger Deutscher im Feld ist der Deutsche Hallen-Vizemeister Stefan Volzer (TSV Bayer 04 Leverkusen; PB 7,75 sec). 

Drei 20-Meter-Kugelstoßerinnen greifen Meetingrekord an

Auch im Kugelstoßen der Frauen könnte die bisherige Bestmarke beim ISTAF Indoor fallen. Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) hält sie seit der Premiere im Vorjahr, als sie ihre Kugel auf 19,42 Meter beförderte. Fast einen Meter weiter (20,37 Meter) stieß sie am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund. In der Weltjahresbestenliste auf Platz eins und damit zwei Plätze vor Ogunleye steht Weltmeisterin Jessica Schilder (SB 20,49 m). Die dritte 20-Meter-Stoßerin im Feld ist die frühere Hallen-Welt- und -Europameisterin Auriol Dongmo (Portugal; PB 20,43 m). 

Schon fünfmal konnte die Olympiasiegerin und zweimalige Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) das ISTAF Indoor als Siegerin beenden. Seit 2020 hält sie mit 7,07 Metern auch den Meetingrekord. Eine ihrer stärksten Konkurrentinnen ist die Schwedin Khaddi Sagnia, die das ISTAF Indoor 2022 mit einem Satz auf 6,68 Meter gewann. Pauline Hondema ist vierfache Landesmeisterin und Halterin des niederländischen Rekords (6,91 m). Neben Malaika Mihambo sind mit Hallen-Vizemeisterin Libby Buder (TSG Bergedorf) und Imke Daalmann (Bayer 04 Leverkusen) zwei weitere Deutsche am Start.

Das Weltklasse-Feld im Stabhochsprung wird angeführt von Ernest John Obiena, dem Vize-Weltmeister von 2023 und Asienrekordhalter (6,00 Meter). Auch am Freitag mit dabei ist Hallen-Europameister Menno Vloon aus den Niederlanden. Hinzu kommen unter anderem die Franzosen Valentin Lavillenie (PB: 5,85 m) und Robin Emig (5,93 m). Die deutschen Farben vertreten der amtierende Deutsche Hallenmeister Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics, PB: 5,90 m) und Torben Blech (Bayer 04 Leverkusen, 5,86 m).

Deutsche Sprint-Asse gegen Hallen-Weltmeister

Über 60 Meter kommt es bei Männern und Frauen zur Hallen-DM-Revanche: Der frischgebackene Deutsche Hallenmeister Owen Ansah (Hamburger SV; 6,55 sec) trifft erneut auf den Zweiten von Dortmund, den Deutschen Hallen-Rekordler Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar; SB 6,56 sec). In der Helmut-Körnig-Halle trennte die beiden am vergangenen Samstag lediglich eine Hundertstelsekunde.

Favorisiert ist in der Uber Arena Großbritanniens Hallen-Welt- und -Europameister Jeremiah Azu. Seine persönliche Bestzeit ist exakt so schnell wie der Meetingrekord seines Landsmanns Reece Prescod: 6,49 Sekunden. "Es wird morgen ein großartiges Rennen. Ich liebe es, in Deutschland zu starten – wenn ich Spaß habe, laufe ich am besten. Genau deshalb freue ich mich auf morgen und werde alles geben, um zu gewinnen", so Azu. 

Bei den Frauen steht Shootingstar Philina Schwartz (Berlin Athletics; PB 7,16 sec) im Fokus. Die Deutsche Hallenmeisterin bekommt es mit Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) und Sophia Junk (LG Rhein-Wied) zu tun. Beide konnte sie bei der Hallen-DM hinter sich lassen. Mit erst 16 Jahren ist die Deutsche U18-Meisterin über 100 Meter Delisha Benelisa Domingos (TuS Lichterfelde) die jüngste Teilnehmerin beim ISTAF Indoor. Zu den internationalen Kontrahentinnen zählen die Amerikanerin Maia McCoy (PB 7,17 sec), die belgische Rekordhalterin Rani Rosius (PB 7,08 sec) und die Niederländerin Minke Bisschops (PB 7,11 sec). 

Para-Showdown und volle Ränge erwartet

Erstmals in der Geschichte des ISTAF Indoor gibt es im Para-Sprint über 60 Meter zwei Vorläufe, über die sich die Finalteilnehmer qualifizieren. Das Ticket für den Endlauf der paralympischen Startklasse T62/T64 (ein- oder beidseitig unterschenkelamputiert) ziehen die beiden Erstplatzierten der jeweiligen Vorläufe und zwei weitere Zeitschnellste. Neben Paralympicssieger Sherman Guity Guity (Costa Rica) stehen mit Jonnie Peacock (Großbritannien), Olivier Hendriks (Niederlande) und Francesco Loragno (Italien) einige der schnellsten Männer der Welt in den Startblöcken. 

Meetingdirektor Martin Seeber kann die Rekordjagd kaum erwarten: „Die Athletinnen und Athleten kommen immer besser in Form. Wir freuen uns auf spannende Wettkämpfe mit hoffentlich vielen persönlichen und Saison-Bestleistungen und vielleicht ja sogar einem neuen Meetingrekord in Berlin. Das kann man nicht planen, aber das wunderbare Leichtathletik-Publikum in der Uber Arena wird die Athletinnen und Athleten wieder lautstark anfeuern und zu Höchstleistungen pushen!“

An Unterstützung der 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in der nahezu ausverkauften Arena wird es sicher nicht fehlen. Resttickets sind noch verfügbar unter www.tickets.istaf.de und telefonisch unter 030 30 111 86-30. Alle Fans, die nicht in der Uber Arena dabei sein können, haben trotzdem die Möglichkeit mitzufiebern. Das ZDF zeigt das ISTAF Indoor am Freitagabend knapp vier Stunden live. Der Livestream beginnt um 18:15 Uhr (bis ca. 22:15 Uhr). Am Samstag sind die Highlights des ISTAF Indoor gegen 10:00 Uhr noch einmal im ZDF bzw. in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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