| Sindelfingen

Winterwurf-DM am Samstag: Clara Hegemann kratzt am deutschen U20-Rekord

Die deutsche Hammerwerferin Clara Hegemann bei der Drehung. © Kai Peters
Im Floschenstadion wurden am Samstag fünf DM-Titel im Winterwurf bei den Frauen und der weiblichen Jugend U20 und U18 vergeben. Hier lesen Sie von Disziplin zu Disziplin, wer sich im Titelrennen durchgesetzt hat. Der U18-Hammerwurf wurde bereits am Freitagabend ausgetragen.
Holger Schmidt

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FRAUEN

Hammerwurf

Aileen Kuhn trotzt dem Dauerregen mit konstanter Serie

Der Wintereinbruch blieb zwar aus bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften, dafür regnete es den ganzen Samstag über in Strömen. Am besten damit zurecht kamen die Hammerwerferinnen. Bereits im zweiten Versuch setzte Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt) mit 68,29 Metern die Bestweite der gesamten Konkurrenz und produzierte mit nur gültigen Würfen jenseits der 65-Meter-Marke auch eine konstante Serie. 

Der Siegerin am nächsten kam mit 67,97 Metern ihre Vereinskameradin Samantha Borutta. Beide gemeinsam vertreten den DLV Mitte März beim EA-Wurf-Cup in Nikosia (Zypern). „Für die Bedingungen ist das Ergebnis okay, darauf lässt sich aufbauen“, fasste Aileen Kuhn ihren Wettkampf zusammen. Das Podest komplettierte Johanna Marrwitz (LG Stadtwerke München) als Dritte mit 65,17 Metern. Michelle Wilms (TSV Bayer 04 Leverkusen; 64,35 m) folgte knapp dahinter auf Rang vier.


Speerwurf

Luisa Tremel siegt mit Bestweite

In Abwesenheit von Favoritin Julia Ulbricht (1. LAV Rostock) stellte Luisa Tremel (LG Stadtwerke München) die Speerwurf-Meldeliste auf den Kopf. Als Einzige packte die 23-jährige Bayerin bereits im ersten Durchgang mit 55,49 Metern 18 Zentimeter auf ihre persönliche Bestleistung drauf und steigerte diese zum Abschluss der Konkurrenz mit 56,40 m noch einmal deutlich. 

Und auch Platz zwei durch Nina Reincke (SC Magdeburg) war eine Überraschung. Sie steigerte ihre Bestleistung ebenfalls und gewann mit im fünften Versuch erzielten 54,26 Metern Silber. Erst dahinter folgte mit 52,41 Metern die von der Vorleistung favorisierte Kathrin Walter (TSV Bayer 04 Leverkusen).


WEIBLICHE JUGEND U20

Diskuswurf

Adesokan Favour siegt, Silber für Emily Scherf nach Kugel-Gold

Im Diskuswurf der weiblichen Jugend U20 lieferten sich die favorisierten Adesokan Favour (TV Wattenscheid 01) und Emily Scherf (SC Neubrandenburg) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel. Das bessere Ende hatte die Wattenscheiderin für sich. Mit 49,44 Metern übernahm die Deutsche U18-Meisterin im dritten Versuch die Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab.

Im finalen sechsten Versuch steigerte sich Adesokan Favour noch einmal auf 49,53 Meter und kam damit bis auf 17 Zentimeter an ihre persönliche Bestleistung heran. Auch Emily Scherf hatte sich den besten Versuch für den letzten Wurf aufgehoben. Aber mit 48,78 Metern kam sie nicht ganz an die Vorgabe ihrer Konkurrentin heran, zeigte aber mit drei 48-Metern-Würfen eine starke Serie. Bronze sicherte sich mit 45,28 Metern Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart).


Hammerwurf

Clara Hegemann kratzt am Deutschen U20-Rekord

Weder die frühe Startzeit am Samstagmorgen um 9:30 Uhr noch der regennasse Ring konnten Hammerwerferin Clara Hegemann (LG Stadtwerke München; Foto) stoppen. Die U20-EM-Fünfte schickte ihr vier Kilogramm schweres Arbeitsgerät im vierten Durchgang so weit hinaus wie noch nie zuvor in ihrer Karriere. Mit 67,74 Metern steigerte die 18-Jährige ihre Bestleistung gleich um drei Meter und holte sich souverän den Titel. Damit trennte die Münchnerin nur knapp ein halber Meter von Frauensiegerin Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt) und weniger als ein Meter vom Deutschen U20-Rekord von Nova Kienast.

Bei dieser Top-Weite von Clara Hegemann ging es für den Rest des Feldes „nur noch“ um Silber. Diese Medaille schnappte sich Maria Gröper (LV 90 Erzgebirge) mit 54,75 Metern. Alle drei gültigen Versuche der Sächsin hätten für Rang zwei ausgereicht. Bronze ging mit 53,10 Metern an Magdalena Melzer (LG Limes-Rems).


WEIBLICHE JUGEND U18

Hammerwurf

Milena Horbach gewinnt ersten Titel

Bereits am Freitagabend ermittelten die U18-Hammerwerferinnen die Deutschen Winterwurfmeister. Bei der ersten Entscheidung der Winterwurfmeisterschaften setzte sich Milena Horbach (LG Stadtwerke München) mit 58,76 Metern durch. Auch ihr zweitbester Versuch von 58,07 Metern hätte zum Sieg gereicht.

Die zweitplatzierte Charlotte Jochmann (LAZ Rhede) legte bereits im ersten Versuch 57,98 Meter vor. Doch danach blieben große Weiten für die 17-Jährige aus, sodass sie Milena Horbach nicht gefährden konnte. Auf Bronze hatten beide mehr als sechs Meter Vorsprung. Die dritte Medaille ging an Christina Auer (LG Stadtwerke München). Ganz zufrieden war Milena Horbach trotz des Sieges nicht: „Ich wollte schon die 60 Meter werfen.“


Speerwurf

Sina Münster mit goldenem Wurf im sechsten Versuch

Lange Zeit sah Lena Sachse (TTL Ehrenfriedersdorf) wie die sichere Siegerin im U18-Speerwurf aus. Gleich im ersten Durchgang hatte sie mit 47,02 Metern die Führung übernommen und diese im vierten auf 47,76 Meter ausgebaut. Damit lag sie mehr als zwei Meter vor der Konkurrenz.

Doch im finalen sechsten Durchgang gelang Sina Münster (SC Rönnau) eine deutliche Steigerung. Mit 48,25 Metern schnappte die Schleswig-Holsteinerin ihrer Konkurrentin den Titel noch vor der Nase weg. Auch Jette Strauß (Haldensleber SC) hatte sich ihren besten Wurf für den finalen Durchgang aufbewahrt – mit 46,62 Metern sicherte sie sich Bronze.

Foto: Clara Hegemann hatte in Sindelfingen den Dreh raus und steigerte ihre Bestleistung gleich um drei Meter.

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