| Hallen-WM 2026

Torun Tag 3 | Sandrina Sprengel mit Bestleistung Achte

© Torben Flatemersch
Der Schlusstag der Hallen-WM in Torun wird für die Mehrkämpferinnen zum „Marathon“: Zwischen zehn Uhr am Morgen und acht Uhr am Abend ermitteln sie die Besten Fünfkämpferinnen der Welt. Mittendrin im Elite-Feld: Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart). Hier verfolgen Sie von Disziplin zu Disziplin, wie sich der Wettbewerb am Sonntag entwickelt.
Martin Neumann

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800 Meter

Furiose Steigerung bringt Sandrina Sprengel Rang acht

Auf den finalen 800 Metern ging es richtig zur Sache: Siebenkampf-Weltmeisterin Anna Hall (USA) wollte den Acht-Sekunden-Rückstand auf Sofie Dokter (Niederlande) noch unbedingt aufholen. Entsprechend schnell wurde das Rennen. Hinten im Feld teilte sich Sandrina Sprengel die vier Runden perfekt ein und machte auf den letzten 200 Metern noch Boden gut. Mit 2:14,32 Minuten steigerte sie ihren Hallen-Hausrekord um mehr als drei Sekunden und stellte damit auch eine neue Fünfkampf-Bestleistung von 4.475 Punkten auf – 20 mehr als bisher. Damit rückte die Stuttgarterin noch einen Platz auf Rang acht im Gesamtklassement nach vorn.

An der Spitze versuchte Anna Hall alles, um mit superschnellen 800 Metern doch noch zu Gold zu laufen. Doch es sollte am Ende nicht reichen. Mit 2:06,32 Minuten war sie zwar sechs Sekunden vor Sofie Dokter im Ziel, doch das reichte nicht ganz. Mit 4.888 Punkten rettete die Niederländerin einen Vorsprung von 28 Punkten aus die US-Siebenkämpferin ins Ziel. Bronze sicherte sich die Irin Kate O’Connor mit neuem Landesrekord von 4.839 Punkten.

Stimme zum Wettbewerb:

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart)
„Es waren heute mehr Höhen als Tiefen. Natürlich hatte ich mir mehr vorgenommen. Aber die 800-Meter-Bestleistung am Ende stimmt dann doch versöhnlich. So konnte ich ja auch meine Fünfkampf-Bestleistung um 20 Punkte steigern. Dabei hatte ich eigentlich mit der Bestleistung deutlich früher abgeschlossen. So waren die 800 Meter auch mein Highlight, was man sonst aus meinem Mund nur selten hört. Erstaunlicherweise gingen die letzten 100 Meter auch noch richtig gut. Leider war ich Anfang des Jahres einige Wochen krank, sonst wäre wohl mehr möglich gewesen. Aber solche Rückschläge gehören im Sport auch einfach dazu. Heute habe ich gelernt, dass auch nach nicht so tollen Leistungen noch eine Bestleistung herauskommen kann.“


Weitsprung

Sandrina Sprengel schiebt sich mit 6,20 Meter auf Platz neun

Mit der sechstbesten Weite der Weitsprung-Konkurrenz hat Sandrina Sprengel am Sonntagnachmittag zwei Plätze im Gesamtklassement gutgemacht. Die Stuttgarterin sprang im zweiten Versuch auf 6,20 Meter, nachdem sie im ersten Sprung mit etwas Abstand zum Brett 6,07 Meter erzielt hatte. Im finalen dritten Sprung verschenkte die 22-Jährige dann viele Zentimeter und konnte sich nicht mehr steigern.

Vor den abschließenden 800 Metern liegt Sandrina Sprengel auf Platz neun. Gelingt ihr eine neue Bestzeit über die vier Hallenrunden von mindestens 2:15,70 Minuten ist trotz der gemischten Einzelergebnisse noch eine neue Fünfkampf-Bestleistung möglich. Die steht seit vergangenem Jahr bei 4.455 Zählern. Diese Punktzahl sammelte sie 2025 gleich zweimal. Um Plätze im Gesamtranking gutzumachen, muss die Stuttgarterin allerdings einen „Wunderlauf“ hinlegen. Zu groß ist der Abstand nach vorn und zu gut die Qualität der Konkurrenz auf den vier Hallenrunden.

Mit der Tagesbestweite von 6,52 Metern hat sich Sofie Dokter (Niederlande) einen Vorsprung von 115 Punkten auf die drittplatzierte Anna Hall (USA) vor den abschließenden 800 Metern erarbeitet. Die Siebenkampf-Weltmeisterin sammelte 3.841 Punkte. Um Gold zu gewinnen, muss Anna Hall die 800 Meter etwa acht Sekunden schneller laufen als Sofie Dokter. Diese Differenz entspricht in etwa der Differenz zwischen ihren Hausrekorden. Spannung um Gold ist also zum Abschluss des Fünfkampfes garantiert. Zwischen den beiden rangiert noch die Irin Kate O’Connor mit 3.878 Punkten. Sie liegt knapp zweieinhalb Sekunden vor Anna Hall.


Kugelstoß

Als Elfte in die Mittagspause

Mit dem Kugelstoßen sind die ersten drei Disziplinen des WM-Fünfkampfes geschafft. Dabei gelang Sandrina Sprengel gleich im ersten Durchgang der beste Versuch. Auf 13,79 Meter flog die Kugel, nicht viel fehlte zur angepeilten 14-Meter-Marke. Mit 2.661 Punkten rangiert die 22-Jährige im Zwischenklassement auf Platz elf. Allerdings hat sich das „Mittelfeld“ in der Gesamtwertung extrem dicht zusammengeschoben. Bis zu Platz fünf, den aktuell die Ungarin Szabina Szucs (2.746 Pt.) einnimmt, sind es nur 85 Zähler.

Auch die Spitze rückte nach dem Kugelstoßen dichter zusammen. Sofie Dokter (Niederlande) verteidigte mit 13,92 Metern ihre Poleposition. Dahinter stieß Anna Hall (USA) zwar 31 Zentimeter weiter, hat mit 2.926 Punkten aber immer noch 16 Zähler Rückstand auf die Niederländerin. Rang drei belegt Kate O’Connor (Irland), die bisher 2.909 Punkte sammelte. Als klar beste Kugelstoßerin im Feld (15,40 m) katapultierte sich Anastasia Ntragkomirova (Griechenland) auf Platz acht der Zwischenwertung nach vorn.


Hochsprung

1,72 Meter wollen nicht liegenbleiben

Dreimal touchierte Sandrina Sprengel bei 1,72 Metern die Latte nur knapp, doch dreimal fiel sie. Damit gingen 1,69 Meter für die Stuttgarterin in die Wertung ein. Eine oder zwei Höhen mehr hätten es schon gern sein dürfen. Das zeigte auch die Reaktion der 22-Jährigen. Sie ärgerte sich über das Ergebnis und die vertane Chance auf deutlich mehr Punkte. Allerdings konnte sie auch bei ihrer Fünfkampf-Bestleistung „nur“ 1,69 Meter überqueren. Beim einzigen Fünfkampf in dieser Saison waren es 1,72 Meter. 

So rangiert die WM-Fünfte nach zwei Disziplinen mit 1.881 Punkten auf Rang zehn. Nach dem Hochsprung hat Sofie Dokter etwas überraschend die Spitzenposition übernommen. Die Niederländerin meisterte 1,87 Meter und damit drei Zentimeter mehr als Top-Favoritin Anna Hall (USA). So führt Sofie Dokter mit 2.153 Punkten und 36 Zählern Vorsprung. Auf Rang drei rangiert Kate O’Connor (Irland; 2.068 Pt.).


60 Meter Hürden

Sandrina Sprengel startet mit Fünfkampf-Bestleistung

Es war der Start, auf den Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart) gehofft hatte. Im ersten 60-Meter-Hürden-Lauf des WM-Fünfkampfes in Torun erwischte sie am Sonntagmorgen einen sauberen Lauf und absolvierte das Rennen schneller als in jedem anderen Fünfkampf zuvor. Mit 8,40 Sekunden lief sie fünf Hundertstel schneller als bei ihrem besten Hallen-Fünfkampf (4.455 Pt.) und bis auf zwei Hundertstel an ihre absolute Bestzeit heran. In Addition der beiden Rennen rangiert die 22-Jährige nach der ersten Disziplin auf Rang neun. Die besten Hürdensprinterinnen im zweiten Rennen waren nur knapp zwei Zehntelsekunden voraus. Die meisten Punkte sammelte Siebenkampf-Weltmeisterin Anna Hall (USA) mit 8,18 Sekunden, nur eine Hundertstel dahinter kam Sofie Dokter (Niederlande) mit neuer Bestzeit ins Ziel. Auch die drittplatzierte Ungarin Szabina Szucs (8,21 sec) startete mit einer neuen Bestzeit in den WM-Fünfkampf.

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