Mit dem hochklassigsten Elitefeld in der Geschichte des Rennens wird am Sonntag der Generali Berliner Halbmarathon gestartet. Bei der 45. Auflage des Rennens führen der Kenianer Michael Temoi und die Äthiopierin Likina Amebaw die Startlisten an. Temoi ist mit seiner persönlichen Bestzeit von 58:00 Minuten der schnellste Läufer, der jemals beim Berliner Halbmarathon gestartet ist. Auch der Deutsche Rekordler Amanal Petros kann eine erstklassige Platzierung erreichen.
Acht Läufer mit Bestzeiten von unter einer Stunde stehen auf der Startliste für den Berliner Halbmarathon am Sonntag – das gab es noch nie. Der schnellste von ihnen ist ein Youngster: Der 21-jährige Kenianer Michael Temoi sorgte vor kurzem mit einem Sieg beim Rom-Ostia-Halbmarathon für eine große Überraschung. Dabei erreichte er mit 58:00 Minuten eine Weltklassezeit.
„Ich hoffe, dass ich in Berlin noch schneller laufen kann als in Rom. Ich habe von der schnellen Strecke gehört“, sagte Michael Temoi während der Pressekonferenz. Der Keniaier trifft auf hochkarätige Konkurrenz. Darunter sind neben dem Berliner Streckenrekordler Eric Kiptanui, der das Rennen 2018 in 58:42 Minuten gewann, auch Gideon Kiprotich (beide Kenia; PB: 58:49 min) und der amtierende 10.000-Meter-Europameister Dominic Lobalu (Schweiz; 59:12 min).
Amanal Petros peilt wieder Rekord an
Noch vor wenigen Wochen stand Amanal Petros auf der Startliste ganz weit oben. Der 30-Jährige war im vergangenen Jahr in 59:31 Minuten als erster deutscher Läufer unter einer Stunde geblieben. Doch aufgrund einer Reihe von hochkarätigen Nachmeldungen steht er nun auf Platz sieben. „Ich habe in Kenia sehr gut trainieren können und bin optimistisch. Wenn es nicht zu kalt wird, peile ich eine Zeit um 59:00 Minuten herum an“, sagte Amanal Petros. Optimal wären für ihn Temperaturen von acht oder neun Grad. Bei der Rekordjagd helfen sollen eigene Tempomacher.
Drei weitere Läufer aus der deutschen Spitze werden am Sonntag starten: Johannes Motschmann (SCC Berlin, Marathon Team; PB: 61:03 min), Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics; 61:28 min) und Nils Voigt (TV Wattenscheid; 61:35 min). Kurzfristig passen mussten Simon Boch (Düsseldorf Athletics; 61:15 min), Sebastian Hendel (SCC Berlin, Marathon Team; 61:52 min) und Sam Parsons (SCC Berlin). "Zwei Monate Vorbereitung. [...] Alles investiert, um in Berlin in absoluter Topform an der Startlinie zu stehen. Und dann, zwei Stunden vor dem Flug: Fieber. Gliederschmerzen", schrieb Simon Boch bei Instagram.
Kenia gegen Äthiopien?
Bei den Frauen stehen fünf Athletinnen auf der Startliste, die bereits Zeiten von unter 68:00 Minuten erreicht haben – mehr waren es noch nie in der Geschichte des Rennens. Als Favoritin gilt Likina Amebaw, der 2025 ein Durchbruch über die Halbmarathon-Distanz gelang. Die Äthiopierin gewann überraschend in Kopenhagen und stellte mit 64:44 Minuten einen Streckenrekord auf. Amebaw will die schnelle Strecke in Berlin für eine weitere Bestzeit nutzen.
Die Kenianerin Veronica Loleo ist die voraussichtlich stärkste Konkurrentin von Likina Amebaw. Sie verbesserte sich im vergangenen Oktober in Valencia auf 65:46 Minuten. „Ich erwarte eine gute Zeit“, sagte die Kenianerin. Zu beachten sein wird auch die belgische Halbmarathon-Europameisterin Chloe Herbiet.
Fünf deutsche Frauen im Elitefeld
Sehr gute Platzierungschancen haben zwei deutsche Läuferinnen: Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) kommt zurück nach Berlin. In der Zwischenzeit hat sie sich auf 67:28 Minuten verbessert. Eine starke Rolle spielen kann auch Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg). Sie zeigte im Februar in Barcelona bereits sehr gute Form. Dort verbesserte sich Domenika Mayer um deutlich über eine Minute auf 68:08 Minuten. „Ich hoffe auf ein schnelles Rennen. Ich bin in diesem Jahr schon eine gute Zeit gelaufen, aber ich glaube, es geht noch mehr“, sagte Domenika Mayer.
Auch bei den Frauen geht ein breites deutsches Elitefeld an den Start. Drei weitere nationale Topläuferinnen stehen auf der Startliste: Deborah Schöneborn (SCC Berlin, Marathon Team; PB: 69:41 min), Hindernis-Spezialistin Gesa Krause (Silvesterlauf Trier; 69:47 min) und Rabea Schöneborn (SCC Berlin, Marathon Team; 70:35 min), die Zwillingsschwester von Deborah. Insgesamt hat eine Rekordzahl von 42.563 Läuferinnen und Läufern aus 134 Nationen für das Rennen gemeldet.
Favoriten & deutsche Topläufer:
Michael Temoi | KEN | 58:00 min
Eric Kiptanui | KEN | 58:42 min
Gideon Kiprotich | KEN | 58:49 min
Dominic Lobalu | SUI | 59:12 min
Weldon Langat | KEN | 59:22 min
Andrea Kiptoo | KEN | 59:27 min
Amanal Petros | Hannover 96 | 59:31 min
Etienne Daguinos | FRA | 59:46 min
Bereket Nega | ETH | 60:03 min
Valentin Gondouin | FRA | 60:17 min
Bastien Augusto | FRA | 60:18 min
Johannes Motschmann | SCC Berlin/Marathon Team | 61:03 min
Hendrik Pfeiffer | Düsseldorf Athletics | 61:28 min
Nils Voigt | TV Wattenscheid | 61:35 min
Favoritinnen & deutsche Topläuferinnen:
Likina Amebaw | ETH | 64:44 min
Veronica Loleo | KEN | 65:46 min
Daisilah Jerono | KEN | 66:59 min
Samantha Harrison | GBR | 67:10 min
Esther Pfeiffer | Düsseldorf Athletics | 67:28 min
Domenika Mayer | LG Telis Finanz Regensburg | 68:08 min
Eva Dieterich | LG Stadtwerke Tübingen | 68:26 min
Fabienne Schlumpf | SUI | 68:27 min
Tabithanjeri Kamau | KEN | 68:35 min
Elvanie Nimbona | ITA | 69:00 min
Carla Gallardo | ESP | 69:14 min
Lily Partridge | GBR | 69:34 min
Deborah Schöneborn | SCC Berlin/Marathon Team | 69:41 min
Gesa Krause | Silvesterlauf Trier | 69:47 min
Chloe Herbiet | BEL | 70:04 min
Rabea Schöneborn | SCC Berlin/Marathon Team | 70:35 min
Lara Kiene | LG Hamm | 71:25 min
Lisa Rooms | BEL | Debüt
Der Generali Berliner Halbmarathon wird am Sonntag auf dem YouTube-Kanal von SCC Events übertragen.