Alles ist angerichtet für einen perfekten Leichtathletik-Nachmittag. Am Sonntag geht es beim Goldenen Oval in Dresden um Siege und Top-Ergebnisse. Mittendrin sind viele deutsche Stars, die sich gegen hochkarätige internationale Konkurrenz behaupten wollen.
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Ein volles Stadion, jede Menge Top-Athletinnen und -Athleten und eine grandiose Kulisse: Das „Goldene Oval“ am Sonntagnachmittag in Dresden lässt die Leichtathletik wieder im vollen Glanz erstrahlen. Besonders freut sich natürlich Lokalmatador Karl Bebendorf (Dresdner SC) auf sein Heimspiel im Heinz-Steyer-Stadion. Der EM-Dritte über 3.000 Meter Hindernis startet am Sonntag über 2.000 Meter Hindernis in die Saison.
„Das Goldene Oval ist für mich ein ganz besonderes Event, nicht nur, weil es mein Heimspiel ist, sondern auch wegen seiner großen Tradition. Jedes Jahr ist die Atmosphäre etwas Besonderes. Ich freue mich sehr auf die Stimmung, die Energie im Stadion und natürlich auf ein spannendes Rennen zum Auftakt der Saison“, blickt der Dresdner auf den Sonntag.
Läuft das Rennen optimal, könnte für Karl Bebendorf seine eigene Deutsche Bestleistung in Reichweite kommen. Die stellte er vergangenes Jahr – natürlich beim Goldenen Oval – mit 5:20,03 Minuten auf. Mit U23-Europameister Maciej Megier ist jedenfalls hochkarätige Konkurrenz dabei. Der Pole steigerte zuletzt in Pliezhausen seine Bestzeit auf 5:19,12 Minuten und ist damit sogar schneller als der Dresdner. Für ein gleichmäßiges Tempo Richtung 5:20 Minuten soll „Edel-Pacemaker“ Niklas Buchholz (Franconia Athletics) sorgen. Der WM-Finalist von Tokio hat sich in Dresden als Tempomacher zu Verfügung gestellt, um seine Form für die kommenden Aufgaben zu testen.
Von der längsten Laufdistanz am Sonntag zu kürzesten: Über 100 Meter sind gleich drei Sprinterinnen mit Bestzeiten von unter elf Sekunden dabei: Gina Lückenkemper (SCC Berlin; PB: 10,93 sec), Sade McCreath (Kanada; PB: 10,95 sec) und Maia McCoy (USA; PB: 10,96 sec). Dazu kommen mit Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01) sowie Lokalmatadorin Pauline Winkler (Dresdner SC) zahlreiche deutsche Spitzensprinterinnen.
Deutsche Sprinter schon in guter Frühform
In starker Form reist Owen Ansah (Hamburger SV) nach Dresden. Der Deutsche Rekordhalter über 100 Meter (9,99 sec) startete am Montag in Mannheim mit 10,09 Sekunden in die Sommersaison. Nur dreimal war er in seiner Karriere bisher schneller. Mit ihm zusammen im Rennen sind Lucas Ansah Peprah (Hamburger SV) und Marvin Schulte (ASV Köln), die wie Owen Ansah Anfang Mai in Botswana den Deutschen 4x100-Meter-Rekord auf 37,67 Sekunden steigerten.
Auch Yannick Wolf (Munich Athletics) will im Rennen um den Sieg ein Wörtchen mitreden. Mit 10,15 Sekunden erfüllte er am Pfingstwochenende ebenfalls bereits die Norm für die EM Mitte August in Birmingham. Mit der schnellsten Bestzeit von 9,93 Sekunden geht der Staffel-Weltmeister von 2019 Cravon Gillespie (USA) ins Rennen.
Zu den Highlights zählt in Dresden natürlich der Weitsprung. Vor 40 Jahren sprang Heike Drechsler eben in diesem Stadion mit 7,45 Metern Weltrekord. Ganz so weit wird es am Sonntag nicht gehen. Doch Tokio-Olympiasiegerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) hat vergangenes Wochenende in Rehlingen schon gezeigt, dass die Form früh in der Saison passt. Da siegte sie mit 6,82 Metern und der Winzigkeit eines Zentimeters Vorsprung vor Ackelia Smith (Jamaika). In Dresden treffen beide Sieben-Meter-Springerinnen erneut aufeinander und unter anderem auf die zuletzt stark verbesserte Imke Daalmann (TSV Bayer 04 Leverkusen) und die Chemnitzerin Helena Börner.
Vorfreude auf die Wurf-Asse
Rund geht’s in Dresden im Wurfring: Zunächst sind um 14:45 Uhr die Diskuswerfer an der Reihe: Lokalmatador Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) katapultierte sich im April in Ramona mit 74,00 Metern auf Platz vier der „ewigen Weltbestenliste“. Zwei Ränge über ihm rangiert Vorjahressieger und Meetingrekordler Matthew Denny. Der Australier warf vergangenes Jahr 74,78 Meter. Ganz stark präsentierte sich zuletzt Henrik Janssen. Der Magdeburger legte drei 68-Meter-Wettkämpfe in Folge hin – ein Beweis seiner konstant guten Form. Siegchancen rechnet sich auch der britische Rekordhalter Lawrence Okoye (71,88 m) aus.
Nach den Disken fliegen die Hämmer durchs Heinz-Steyer-Stadion. Im Fokus steht dabei Vize-Weltmeister Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt). Mit 81,27 Metern kam er bereits früh in der Saison bis auf anderthalb Meter an seine Bestleistung heran. Vielleicht folgt am Sonntag ja der nächste 80-Meter-Wurf? Mit Tokio-Olympiasieger Wojciech Nowicki (Polen; PB: 82,52 m), Volodymyr Myslyvcuk (Tschechien; PB: 80,69 m) und Armin Szabados (Ungarn; PB: 80,95 m) greifen im Heinz-Steyer-Stadion drei weitere 80-Meter-Werfer zu ihrem 7,26 Kilogramm schweren Arbeitsgerät.
Von international starker Konkurrenz wird auch Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry (MTG Mannheim) gefordert. Denn mit Auriol Dongmo (Portugal; PB: 20,43 m) tritt eine weitere 20-Meter-Stoßerin in den Ring. Dazu kommen die deutschen WM-Starterinnen Alina Kenzel (VfB Stuttgart) und Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge) sowie die starke Schwedin Fanny Roos.
Saisonauftakt für Robert Farken
Spektakulär könnte es über 1.000 Meter zugehen. Denn auf der heutzutage nicht mehr so häufig gelaufenen Mittelstrecke ist hohes Tempo und taktisches Geschick gefragt. Mittendrin im Feld: der deutsche 1.500-Meter-Rekordler Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig).
Nimmt das Feld die Pace des Tempomachers an, könnte es in Richtung 2:15 Minuten gehen. Der Deutsche Rekord von Mittelstrecken-Legende Willi Wülbeck ist mit 2:14,53 Minuten sogar noch etwas schneller. Doch für viele Mittelstreckler wie Robert Farken, der vergangene Woche seine Armschiene, die er infolge eines Handbruches tragen musste, abnehmen durfte, ist es das erste Rennen der Saison.
„Bereits im zweiten Jahr in Folge schauen am Sonntag Fans rund um den Globus auf Dresden. Wir freuen uns riesig, dass wir in unserer Stadt wieder Weltklasse-Leichtathletik erleben und so viele herausragende Athletinnen und Athleten und große Talente im Heinz-Steyer-Stadion an den Start gehen“, freute sich Dresdens Erster Bürgermeister Jan Donhauser auf das Top-Meeting.
Übertragung im ZDF und im Stream
Leichtathletik-Fans, die nicht im Stadion dabei sein können, sehen alle Highlights im ZDF. Die Übertragung beginnt um 17:05 Uhr und ist auch online verfügbar. Zudem ist das Goldene Oval auch international wieder ein Renner. Das Meeting wird weltweit in zahlreichen Ländern übertragen. Unter anderem können Sportfans in den USA, Kanada, Großbritannien, Polen, Vietnam und Australien vor den Bildschirmen mitfiebern. In allen Ländern, die keine internationalen TV-Rechte erworben haben, bietet der Europäische Leichtathletikverband European Athletics einen Livestream an (ab 15:10 Uhr). Dieser ist auch in Deutschland empfangbar.
Zwei Tage vor dem Goldenen Oval sind nur noch wenige Restkarten im Ticket-Shop verfügbar. Sollten am Sonntag noch Tickets erhältlich sein, öffnen die Tageskassen am Haupteingang um 12:30 Uhr. Pro Ticket wird eine Tageskassen-Bearbeitungsgebühr von drei Euro erhoben. Also jetzt noch schnell unter leichtathletik.de/tickets die letzten Eintrittskarten online sichern!