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Bernard Koech und Samuel Fitwi bei Hamburger Jubiläums-Marathon im Fokus

Aaron Bienenfeld und Samuel Fitwi halten Startnummern mit ihren Namen darauf in die Kamera © Haspa Marathon Hamburg
Bernard Koech und Rebecca Tanui aus Kenia führen mit Bestzeiten von 2:04:09 beziehungsweise 2:21:06 Stunden die Startlisten des Haspa Hamburg-Marathons an, der am Sonntag zum 40. Mal gestartet wird. Koech könnte das Rennen bereits zum dritten Mal gewinnen. Mit Samuel Fitwi möchte ein deutscher Läufer vorne mitmischen. Zudem läuft Aaron Bienenfeld sein Marathon-Debüt in Hamburg.
Jörg Wenig

Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet haben sich für den 40. Hamburg-Marathon am Sonntag insgesamt rund 46.000 Athletinnen und Athleten angemeldet – so viele wie nie zuvor. Darunter ist die Rekordzahl von 20.000 Marathonläufer:innen. „Wir haben uns sowohl spitzen- als auch breitensportlich sehr stark entwickelt“, sagte Frank Thaleiser, der Chef-Organisator des größten und schnellsten deutschen Frühjahrs-Marathons.

Bezogen auf die Eliterennen machten die Hamburger in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung. Diese gipfelte 2025 darin, dass das Rennen im Ranking der stärksten Marathonläufe der Welt von „World Athletics“ Platz sechs erreichte und damit sogar noch vor Berlin lag. Mit 2:03:46 und 2:17:23 Stunden gehören die Hamburger Streckenrekorde zu den schnellsten der Welt.

Auch am Sonntag ist wieder ein hochklassiges Rennen zu erwarten, zumal die Wetterprognosen gut sind. „Es war dieses Mal aufgrund von Visa-Problemen eine echte Herausforderung, das Elitefeld zusammenzustellen. Leider haben wir einige Top-Läuferinnen verloren. Vor einigen Wochen sah es noch so aus, als hätten wir ein Weltklasse-Feld. Aber wir haben immer noch ein super Feld“, sagte Frank Thaleiser.

Bernard Koech zurück beim "Lieblings-Marathon"

Bei den Männern gehen sechs Läufer mit Bestzeiten von unter 2:06:00 Stunden ins Rennen. Sechs weitere sind bereits unter 2:07:00 gelaufen und 22 unter 2:10:00. Bernard Koech kehrt zu seinem Lieblings-Marathon zurück, bei dem er seine bisher einzigen Marathon-Siege seiner Karriere feierte: Vor drei Jahren stellte er hier mit 2:04:09 Stunden seinen persönlichen Rekord ein, 2024 gewann er mit 2:04:24. Jetzt möchte er auch bei seinem dritten Hamburg-Start als Sieger ins Ziel laufen.

„Ich freue mich sehr und bin dankbar, dass ich wieder in Hamburg an den Start gehen kann. Ich habe gut trainiert“, sagte Bernard Koech, der auch seine persönliche Bestzeit angreifen möchte. Die Tempomacher sollen die erste Hälfte des Rennens in 62:00 Minuten laufen.

Bruder des Olympiasiegers als Herausforderer

Zu den Rivalen von Bernard Koech zählen Gashau Ayale und Abdisa Tola. Ayale stammt aus Äthiopien und startet für Israel. Vor eineinhalb Jahren lief er seine Bestzeit von 2:04:53 Stunden in Valencia (Spanien), 2025 war er EM-Zweiter im Marathon. Abdisa Tola ist der Bruder des aktuellen Marathon-Olympiasiegers Tamirat Tola. Er gewann sein Marathon-Debüt in Dubai 2023 mit 2:05:42 Stunden.

Mit Kennedy Kimutai ist kurzfristig noch ein Trainingspartner und Freund von Bernard Koech ins Hamburger Elitefeld gerückt, der ebenfalls zu den Favoriten zu zählen ist. Der 26-Jährige, der eine Bestzeit von 2:05:27 aufweist, sollte eigentlich am vergangenen Montag den Boston-Marathon laufen. Doch aufgrund von Visa-Problemen startet er nun in Hamburg. „Wir werden uns im Rennen sicherlich gegenseitig unterstützen“, sagte Kennedy Kimutai.

Fitwi peilt Bestzeit an, Bienenfeld gibt Debüt

Zum ersten Mal wird Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) in Hamburg starten. Der zweitschnellste deutsche Läufer der Geschichte, der mit 2:04:56 Stunden zeitweilig auch der nationale Rekordhalter war, hat sich rund drei Monate lang in Addis Abeba auf den Haspa Marathon Hamburg vorbereitet.

„Ich konnte in Äthiopien gut trainieren und will versuchen, meine Bestzeit zu unterbieten – zumindest hoffe ich auf eine Zeit im Bereich von 2:05 Stunden. Ich werde auf versuchen, einen Platz auf dem Podium zu erreichen“, sagte Samuel Fitwi. Gelingt dem 30-Jährigen tatsächlich eine Top-Drei-Platzierung wäre dies ein sehr seltener Erfolg für einen deutschen Läufer in Hamburg. Im Männer-Rennen schaffte zuletzt Carsten Eich 1999 als Zweiter den Sprung auf das Podest.

Sein Marathon-Debüt läuft Aaron Bienenfeld (Düsseldorf Athletics), der sich im Januar in Houston im Halbmarathon auf 61:15 Minuten verbessert hatte. „Ich wollte immer in Deutschland mein Marathon-Debüt laufen. Ich weiß, dass die Strecke in Hamburg schnell ist“, sagte der 28-Jährige, der in den USA lebt. Bienenfeld will sich beim Debüt nicht zurückhalten und möchte mit einer geplanten 64:00-Minuten-Halbmarathon-Zwischenzeit ein 2:08:00-Stunden-Tempo einschlagen.

Rebecca Tanui nach Absagen klar favorisiert

Mit ihrer Bestzeit von 2:21:08 Stunden führt Rebecca Tanui (Kenia) das Frauen-Elitefeld an. Hier mussten die Veranstalter kurzfristig eine Reihe von hochkarätigen Absagen hinnehmen. Darunter war auch die Äthiopierin Tigist Ketema (Bestzeit: 2:16:07 h), die verletzt ausfiel.

„Mein Ziel ist es zu gewinnen und eine persönliche Bestzeit laufen“, sagte die 33-jährige Rebecca Tanui, deren persönlicher Rekord bei 2:21:08 Stunden steht. Sie zeigte zuletzt außerordentliche Konstanz im Marathon und gewann drei ihrer fünf Rennen: Venedig (Italien) 2023, Kosice (Slowakei) 2024 und Mersin (Türkei) im vergangenen Dezember. „Ich möchte in Hamburg gerne zum ersten Mal unter 2:20:00 laufen und bin optimistisch, dass es klappt.“

Drei Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:23:00 Stunden sind ihre voraussichtlich stärksten Konkurrentinnen: Kasanesh Baze (2:22:06 h), Muluhabt Tsega (beide Äthiopien; 2:22:21 h) und Marion Kibor (Kenia), die ihre Bestzeit von 2:22:35 Stunden vor drei Jahren als Fünfte in Hamburg gelaufen war. „Ich plane, mit der Spitzengruppe mitzulaufen und will versuchen, eine Zeit von unter 2:20:00 Stunden zu erreichen“, sagte Marion Kibor.

Elite-Läufer:innen mit persönlichen Bestzeiten: 

Männer

Bernard Koech | KEN | 2:04:09 h
Gashau Ayale | ISR | 2:04:53 h
Samuel Fitwi | GER | 2:04:56 h
Othmane El Goumri | MAR | 2:05:12 h
Kennedy Kimutai | KEN | 2:05:25 h
Abdisa Tola ETH | 2:05:42 h
Tsedat Ayana | ETH | 2:06:18 h
Balew Yihunle | ETH | 2:06:22 h
Felix Kibitok | KEN | 2:06:28 h
Shumi Dechasa | BRN | 2:06:43 h
Mohamed El Aaraby | MAR | 2:06:45 h
Belay Bezabeh | ETH | 2:06:58 h
Taresa Tolosa | ETH | 2:07:01 h
Vincent Nyageo | KEN | Debüt
Aaron Bienenfeld | GER | Debüt

FRAUEN

Rebecca Tanui | KEN | 2:21:08 h
Kasanesh Baze | ETH | 2:22:06 h
Muluhabt Tsega | ETH | 2:22:21 h
Marion Kibor | KEN | 2:22:35 h
Brillian Kipkoech | KEN | 2:23:56 h
Mercy Kwambai | KEN | 2:23:58 h
Manon Coste | FRA | 2:32:46 h
Vibeke Jensen | NOR | 2:34:22 h
Aselef Amare | ETH | Debüt 
Selamawit Teferi | ETH | Debüt

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