Im Marathon der Männer beginnt eine neue Zeitrechnung. Am Sonntag in London sind mit Sebastian Sawe und Yomif Kejelcha die ersten beiden Männer in einem regulären Rennen unter zwei Stunden* geblieben. Amanal Petros brach auf der zweiten Streckenhälfte ein und kam als 15. ins Ziel. Bei den Frauen blieb Siegerin Tigst Assefa unter ihrem eigenen „Women Only World Record“.
Diese Marke geistert schon länger durch die Marathon-Szene. Lauf-Legende Eliud Kipchoge (Kenia) gelang es im Jahr 2019, sie „unter Laborbedingungen“ zu durchbrechen. Am Sonntag beim London-Marathon wurde dann die Frage beantwortet, welcher Athlet in einem regulären Rennen erstmals die Zwei-Stunden-Grenze unterbietet und es waren gleich zwei, einer von ihnen ein Debütant.
Um seinen Titel zu verteidigen musste Vorjahressieger Sabastian Sawe (Kenia) in neue Sphären vordringen. Beim Halbmarathon führte er nach 60:29 Minuten eine sechsköpfige Spitzengruppe an. Obwohl der 31-Jährige danach immer schneller wurde, konnte er einen Begleiter nicht abschütteln. Der zweimalige Hallenweltmeister über 3.000 Meter Yomif Kejelcha (Äthiopien) hielt auch noch mit, als die Kilometer-Zeiten unter 2:50 Minuten betrugen und ab Kilometer 35 sogar 2:45 Minuten. Und das, obwohl der Äthiopier noch nie zuvor einen Marathon beendet hatte.
Etwas absetzen konnte sich Sebastian Sawe erst mit einer 2:40er-Pace auf den abschließenden beiden Kilometern. Die zweite Rennhälfte spulte er damit in 59:01 Minuten ab und schrieb Marathon-Geschichte. In 1:59:30 Stunden* unterbot der Kenianer den Weltrekord seines bei einem Autounfall verstorbenen Landsmanns Kelvin Kiptum (2:00:35 h) um mehr als eine Minute. Nur elf Sekunden später kam Yomif Kejelcha ins Ziel, nach 1:59:41 Stunden sorgte er damit für eine große, aber knapp nicht die ganz große Sensation. Als Dritter blieb auch Jacob Kiplimo (Uganda; 2:00:28 h) noch unter der vorherigen Weltrekordmarke.
Amanal Petros geht schnell an und kämpft sich dann durch
Amos Kipruto (Kenia; 2:01:39 h) und Tamirat Tola (2:02:59 h) folgten auf den Plätzen vier und fünf ebenfalls noch mit absoluten Spitzenzeiten. Vize-Weltmeister Amanal Petros (Hannover 96) ging das Rennen mit 61:16 Minuten bei Halbmarathon nicht ganz so schnell an wie die späteren Sieger, hatte damit aber dennoch den angepeilten Europarekord (2:03:36 h) im Visier.
Dieses Tempo konnte der deutsche Rekordler aber nicht halten und wurde auf der zweiten Streckenhälfte immer langsamer. Dennoch gab der 30-Jährige das Rennen nicht auf und kämpfte sich nach 2:08:31 Stunden als 15 ins Ziel.
Tigst Assefa steigert ihren „Women Only World Record“
Absolut hochklassig und spannend war auch das Rennen der Frauen. Es wurde von einem Trio bestimmt, das Schulter an Schulter die Halbmarathon-Marke (1:06:12 h) passierte und auch bei Kilometer 40 (2:08:27 h) noch zusammen war. Die meisten Reserven mobilisierte dann die WM-Zweite und Vorjahressiegerin Tigst Assefa (Äthiopien), die ihren eigenen Weltrekord* ohne männliche Tempomacher aus dem Vorjahr (2:15:50 h) um weitere neun Sekunden auf 2:15:41 Stunden verbesserte.
Die Olympia-Dritte Hellen Obiri (Kenia) folgte knapp dahinter in 2:15:53 Stunden, dicht gefolgt von ihrer Landsfrau Joyciline Jepkosgei (2:15:55 h). Als Vierte blieb auch Degitu Azimeraw (Äthiopien; 2:19:13 h) unter 2:20 Stunden. Beste Europäerin war die Britin Eilish McColgan als Siebte (2:24:51 h).
Udpate folgt!
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*vorbehaltlich Ratifizierung