| Diamond League Rom

Rumesh Tharanga übertrifft 90 Meter, Thomas Röhler stabil zurück

© Diamond League AG
Beim Diamond League-Meeting in Rom hat Speerwerfer Rumesh Tharanga erstmals die 90-Meter-Marke übertroffen und sich auf Platz acht in der ewigen Weltbestenliste vorgeschoben. Thomas Röhler beendete einen Härtetest mit dem zweiten Wettkampf innerhalb von vier Tagen als Fünfter. Einige Hoffnungen der italienischen Fans erfüllten sich, andere nicht.
Jan-Henner Reitze

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Speerwerfer aus verschiedenen Teilen der Welt ganz nach vorne gekommen - zuletzt zum Beispiel Arshad Nadeem (Pakistan) als Olympiasieger von Paris (Frankreich) mit einer Weite von 92,97 Meter. Am Donnerstag beim Diamond League-Meeting in Rom (Italien) ist ein weiterer Athlet neu in diese Sphären vorgedrungen. Rumesh Tharanga (Sri Lanka) schleuderte das 800-Gramm-Gerät auf 92,62 Meter. Der erst 23-Jährige übernimmt damit Rang acht in der ewigen Bestenliste seiner Disziplin. 

Im vergangenen Jahr hatte sich der Aufsteiger schon auf 86,50 Meter gesteigert und Rang sieben bei der WM in Tokio (Japan) belegt. In diesem Sommer flog sein Speer dann schon zu Hause in Diyagama (89,37 m) und Nairobi (Kenia; 89,28 m) ran an die 90-Meter-Marke, die jetzt übertroffen ist. Die Siegesweite bedeutete auch Landesrekord: „Der heutige Sieg fühlt sich an wie ein sri-lankisches Fest“, freute sich Rumesh Tharanga.

Mit deutlichem Abstand belegte Anderson Peters (Grenada; 83,91 m) Rang zwei, der als Weltmeister 2019 erstmals und gleich ganz nach vorne in die internationale Klasse durchgestartet war sowie auch schon 93,07 Meter erzielt hat. Auf den dritten Platz kam der US-Amerikaner Curtis Thompson (83,89 m).

Thomas Röhler bestätigt seine Form

Sieben Wettkämpfe mit Leistungen jenseits der 90-Meter-Marke stehen auch schon in der sportlichen Biografie von Thomas Röhler (LC Jena), die alle aus den Jahren 2016, 2017 und 2018 stammen. Danach konnte der Olympiasieger von 2016 verletzungsbedingt nicht mehr an diese Weiten anknüpfen. Statt seine Karriere zu beenden, hielten ihn seine Leidenschaft für den Speerwurf und der Glaube, nochmal in Form kommen zu können, aber beim aktiven Leistungssport. 

Und in diesem Sommer ist der 34-Jährige wieder auf einem stabilen 80-Meter-Niveau und hat damit den Anschluss an die Weltspitze zurückgewonnen. Nur vier Tage nach seinem vierten Platz in Rabat (Marokko; 81,61 m) legte der Europameister von 2018 einen fünften Rang und 82,89 Meter nach. Im Jahr mit der EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) ist Thomas Röhler wieder da und hat schon die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Los Angeles (USA) im Hinterkopf.

Noah Lyles vorne weg, Nadia Battocletti nicht ganz fit

Die italienischen Stars konnten teilweise nicht nach dem Sieg greifen. Den 100-Meter-Showdown zum Abschluss des Meetings entschied Olympiasieger Noah Lyles (USA; 9,88 sec) klar für sich. Als Zweiter stellte Emmanuel Eseme in 9,94 Sekunden einen Landesrekord für Kamerun auf, gefolgt von 200-Meter-Olympiasieger Letsile Tebogo (Botswana; 9,95 sec) und Hallen-Weltmeister Jordan Anthony (USA; 9,96 sec). Der italienische Olympiasieger von 2021 Marcell Jacobs (9,99 sec) blieb als Fünfter erstmals seit knapp zwei Jahren wieder unter 10,00-Sekunden.

Die 5.000 Meter der Frauen waren auf Europameisterin Nadia Battocletti (Italien) ausgerichtet. Aber die Hallenweltmeisterin über 3.000 Meter war nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte und musste auf den abschließenden Runden abreißen lassen. Die 26-Jährige kämpfte sich aber als 13. (14:40,05 min) ins Ziel.

Den Sieg machten die Athletinnen aus Äthiopien unter sich aus. Likina Amebaw setzte sich in 14:18,41 Minuten knapp vor Aleshign Baweke (14:18,54 min) und der zweimaligen Hallen-Weltmeisterin Freweyni Hailu (14:18,94 min) durch, die alle Bestzeiten aufstellen.

Leonardo Fabbri lässt sein Heimpublikum jubeln

In anderen Disziplinen durften die italienischen Fans aber über Siege jubeln. Kugelstoß-Europameister Leonardo Fabbri (Italien) haute 22,14 Meter raus und konnte damit den zweimaligen Weltmeister Joe Kovacs (21,87 m) und den dreimaligen Olympiasieger Ryan Crouser (beide USA; 21,50 m) hinter sich lassen.

Im Dreisprung der Männer sorgte Hallenweltmeister Andy Diaz Hernández dafür, dass die italienischen Farben ganz oben standen. Der gebürtige Kubaner landete bei 17,59 Metern. Am nächsten kam ihm Jordan Scott (Jamaika; 17,33 m), der auch schon bei der Hallen-WM Silber gewonnen hatte. Trotz der Abwesenheit von Gianmarco Tamberi gab es auch im Hochsprung der Männer einen italienischen Sieg durch Matteo Sioli (2,28 m).

Julien Alfred bezwingt Melissa Jefferson-Wooden

Über 200 Meter der Frauen besiegte Vize-Weltmeisterin und 100-Meter-Olympiasiegerin Julien Alfred (St. Lucia; 21,93 sec) die Sprintkönigin der WM im vergangenen Sommer Melissa Jefferson-Wooden (USA; 22,17 sec). Die Stadionrunde legten angeführt von Henriette Jaeger (Norwegen; 49,60 sec) gleich vier Athletinnen unter 50,00 Sekunden zurück. 800-Meter-Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (Großbritannien) steigerte ihre Bestzeit als Siebte auf 51,14 Sekunden.

Die WM-Dritte über 400 Meter Hürden Emma Zapletalová (Slowakei) war in Rabat erstmals unter 53,00-Sekunden geblieben und steigerte ihren Landesrekord gleich noch einmal um 24 Hundertstel auf 52,58 Sekunden. Über 110 Meter Hürden unterbot Trey Cunningham (USA; 12,98 sec) erstmals die 13,00 Sekunden.

Die Resultate finden Sie in unserer Ergenisrubrik.

 

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