Gleich am ersten Tag der Berg- und Trail-EM in Kamnik durfte die DLV-Delegation über vier Medaillen jubeln: Gloria Herold führte als Einzel-Europameisterin im „Uphill“ auch das U20-Team zu Gold, Julia Ehrle gewann Bronze. Kurz darauf zog Laura Hottenrott mit dem nächsten Erfolg nach: Sie stürmte im Rennen der Frauen zu Silber.
Am Donnerstag hatte bei der Streckenbesichtigung in Kamnik (Slowenien) noch schönster Sonnenschein geherrscht. Pünktlich zum Start der Berg- und Trail-EM am Freitag kündigten sich jedoch dichte Wolken und Regen an. So waren die Bedingungen für die Läuferinnen und Läufer im dichten Nebel nicht einfach. Den guten Leistungen im „Uphill“ tat dies jedoch keinen Abbruch.
Für das Highlight aus deutscher Sicht sorgten die U20-Läuferinnen, die eine Distanz von vier Kilometern mit einem Anstieg von 425 Metern zurücklegten. Mit Titelverteidigerin Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) und Gloria Herold (Race Erfurt) lagen gleich zwei DLV-Athletinnen aussichtsreich im Rennen. In ihrem erst zweiten Berglauf hielt sich Gloria Herold zunächst noch an den Fersen von Julia Ehrle auf, bis sie die Teamkollegin sogar überholen konnte.
Gold, Bronze und Triumph mit dem Team
Auf den letzten Metern lieferte sich die 17-Jährige dann ein enges Duell mit Anna Kynklova. Die Tschechin schien schon die sichere Siegerin zu sein und jubelte bereits mit in die Höhe gereckten Armen, als Gloria Herold heranspurtete und sich gleichauf mit der Tschechin über die Linie schob. Erst wurde die DLV-Athletin als alleinige U20-Europameisterin gefeiert, später entschied der europäische Verband, dass in diesem Wettbewerb zwei Goldmedaillen vergeben werden. Für beide Athletinnen wurden 21:53 Minuten gestoppt.
"Am ersten Anstieg dachte ich: Oh Gott, ich komme da nicht hoch", erzählte Gloria Herold anschließend von ihrem Rennen. "Den fand ich schon steil! Aber ich habe mich immer weiter an Julia rangesaugt und irgendwann bin ich vorbeigezogen. Vor dem Ziel war ja dieser kleine Berg und ich habe alles gegeben, auch wenn meine Beine schon schwer waren. Ich dachte mir: Komm, kämpf noch mal! Dann habe ich nur noch gesehen, dass meine Konkurrentin aufgehört hat zu laufen und gegangen ist. Da bin ich nochmal gerannt!"
Dahinter holte sich Julia Ehrle in 22:28 Minuten Bronze. Auf Platz neun komplettierte Hannah Lösel (Eintracht Frankfurt; 23:27 min) das herausragende Team-Ergebnis, das den deutschen Nachwuchsläuferinnen eine Goldmedaille in der Mannschaftswertung bescherte.
Laura Hottenrott erkämpft sich Silber
Wenig später durfte die DLV-Auswahl sogar noch eine vierte Medaille feiern. Die gab es im Wettbewerb der Frauen über neun Kilometer, der 1.280 Meter bergauf führte. Während an der Spitze die Britin Morven Goodrum ein einsames Rennen absolvierte und in 58:00 Minuten triumphierte, bewies dahinter Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics) im Kampf um Silber einen langen Atem. In 1:00:31 Stunden holte sie sich elf Sekunden vor der Französin Nélie Clement die Silbermedaille.
"Es war ein brutal hartes Rennen", fand Laura Hottenrott. "Mit dem matschigen Untergrund, mit den ganzen Steinen und Wurzeln und mit dem Nebel konnte man nichts sehen. Ich bin unglaublich stolz, hier Zweite geworden zu sein, gerade als Straßenläuferin. Ich hatte vorher gesagt, ich möchte ein mutiges Rennen laufen, und bin daher hart angelaufen, habe mich nur auf mich konzentriert. Ich bin sehr glücklich, dass das alles geklappt hat und das Training so gut auf das Rennen abgestimmt war."
Als zweitbeste Deutsche landete Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen; 1:02:16 h) auf Rang sieben, Madlen Kappeler (TV Hindelang; 1:08:42 h) beendete das Rennen auf Rang 33. Mit 42 Punkten waren die DLV-Athletinnen damit in der Mannschaftswertung punktgleich mit den drittplatzierten Schweizerinnen, wurden aber auf Platz vier geführt, da deren dritte Läuferin schon als 15. im Ziel gewesen war.
Männer-Teams auf Plätzen fünf und sieben
Bei den Männern ging Gold ebenfalls an Großbritannien: Jacob Adkin bestritt das Rennen von vorn und war in 49:21 Minuten unangefochten. Silber holte sich der Schwede Petter Engdahl (51:28 min), Bronze ging an Andrea Elia (Italien; 51:40 min). Als bester Deutscher lief Tobias Ulbrich (LG Region Landshut) in 53:03 Minuten in die Top Acht.
Es folgten dicht hintereinander Lukas Ehrle (LG Brandenkopf; 53:42 min) auf Platz 14, Julius Ott (TSG 1862 Weinheim; 54:11 min) auf Rang 19 und Dominik Notz (LAV Stadtwerke Tübingen; 54:39 min) auf Platz 22. Damit landete das Team neun Punkte hinter den drittplatzierten Italienern auf Rang fünf.
Mit ihrem Debüt auf großer Bühne zufrieden sein durften die drei U20-Starter. Als Erster des Trios war Matteo Bianchin (Dresdner SC 1898; 20:49 min) auf der Vier-Kilometer-Strecke im Ziel, er belegte Platz 22. Tom Knauer (SSC Hanau-Rodenbach; 20:58 min) landete auf Platz 25, Tim Hickl (TSV Penzberg; 21:36 min) besiegelte mit Rang 37 den siebten Platz für die deutsche Mannschaft.
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