In Botswanas Hauptstadt Gaborone geht's am Wochenende rund: Bei den World Relays kämpfen über 4x100 und 4x400 Meter 40 Nationen mit rund 700 Athletinnen und Athleten um die ersten Tickets zur WM 2027 in Peking (China). Der Deutsche Leichtathletik-Verband schickt in allen Entscheidungen Teams ins Rennen. Hier lesen Sie, wie die DLV-Staffeln am Samstag in der ersten Qualifikationsrunde abgeschnitten haben.
Frauen
4x100 Meter | Runde 1
Start: 15:05 Uhr
DLV-Team: Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim), Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), Sophia Junk (LG Rhein-Wied), Gina Lückenkemper (SCC Berlin)
4x400 Meter | Runde 1
Start: 15:55 Uhr
DLV-Team: Skadi Schier (SCC Berlin), Jana Lakner (LG Telis Finanz Regensburg), Annkathrin Hoven (TSV Bayer 04 Leverkusen), Irina Gorr (TSV Gräfelfing)
Männer
4x100 Meter
Start: 15:30 Uhr
DLV-Team: Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar), Marvin Schulte (ASV Köln), Owen Ansah (Hamburger SV), Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV)
4x400 Meter
Start: 16:30 Uhr
DLV-Team: Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg), Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel), Manuel Sanders (TV Wattenscheid 01), Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV)
Mixed
4x100 Meter
Optimaler Auftakt: Finale & WM-Ticket
Dem deutschen Mixed-Quartett gelang am Samstag über 4x100 Meter ein Auftakt nach Maß. Yannick Wolf (Munich Athletics), Sophia Junk (LG Rhein-Wied), Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar) und Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim) waren gleich im ersten Rennen der World Relays am Start. Und das Quartett legte einen durchweg überzeugenden Auftritt hin. Gemäß der neuen Regeln nahmen die Männer im Team erstmals die Positionen eins und drei ein. Im Vorjahr waren noch die Frauen zuerst ins Rennen gegangen.
Yannick Wolf brachte als Startläufer sein Team in eine gute Ausgangsposition, nach sauberen Wechseln und gelungenen Streckenabschnitten übernahm Schlussläuferin Sina Kammerschmitt das Staffelholz nahezu gleichauf mit den Niederlanden, Kanada und Nigeria. So kämpften noch vier Nationen um die zwei Plätze, die neben dem sicheren Finaleinzug auch die Qualifikation für die WM 2027 bedeuteten. Kanadas Schlussläuferin Audrey Leduc machte in 40,07 Sekunden den Laufsieg klar, in der noch jungen Disziplin ging diese Zeit als Weltrekord in die Ergebnislisten ein.
Als Zweite war es Sina Kammerschmitt, die mit einer starken Zielgeraden die Kontrahentinnen in Schach halten konnte. 40,15 Sekunden bescherten dem DLV-Team einen neuen Europarekord, Platz zwei in ihrem Lauf und zugleich die drittbeste Zeit der ersten Runde. Einzig das jamaikanische Star-Quartett mit Ackeem Blake, Tina Clayton, Kadrian Goldson und Tia Clayton, das im dritten Lauf den Weltrekord auf 39,99 Sekunden schraubte, war neben den Kanadier:innen schneller.
4x400 Meter
DLV-Team im schnellsten Lauf gefordert
Nur zwei Teams pro Lauf qualifizieren sich bei den World Relays für das Finale. Schon beim Blick auf die Konkurrenz war klar: Dieses Resultat würde für das Mixed-Quartett schwer zu erreichen sein. Unter anderem Großbritannien, Italien, Frankreich und Kenia schickten starke Langsprinterinnen und Langsprinter ins Rennen. Für Deutschland war Tyrel Prenz (SC Potsdam) als Startläufer im Einsatz. Er lief sein eigenes Tempo und konnte auf der Zielgeraden noch einmal zulegen. Dennoch musste Luna Bulmahn (VfL Wolfsburg) das Feld eher von hinten aufrollen.
Sie wechselte als Siebte auf Florian Kroll (VfL Osnabrück), der den Rückstand zwar verkürzte, aber keine Plätze mehr gutmachen konnte. Als Schlussläuferin fing Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) die Gastgeber aus Botswana noch ab und brachte den Stab als Sechste ins Ziel. Die Zeit: 3:15,28 Minuten. An der Spitze lieferte Großbritannien mit 3:09,62 Minuten die beste Zeit der ersten Qualifikationsrunde ab, Kenia (3:09,87 min) war mit Afrikarekord nur knapp dahinter. Auch die USA blieben im ersten Vorlauf in 3:09,82 Minuten unter 3:10,00 Minuten, ebenso wie Spanien (3:09,89 min).
Für das deutsche Team heißt es nun: Kräfte bündeln und auf die zweite Qualifikationsrunde hoffen. Im Vorjahr gelang in Guangzhou (China) im zweiten Anlauf die WM-Qualifikation. Um diese Leistung zu wiederholen, wird sich das DLV-Quartett noch etwas steigern müssen.