| Gaborone

Tag 2 der World Relays | DLV-Sprinter glänzen mit Bronze

© Maria Grunack
In Botswanas Hauptstadt Gaborone geht's am Wochenende rund: Bei den World Relays kämpfen über 4x100 und 4x400 Meter 40 Nationen mit rund 700 Athletinnen und Athleten um die ersten Tickets zur WM 2027 in Peking (China). Am Sonntag sind in vier von sechs Finals deutsche Staffeln vertreten. Für die 4x400-Meter-Staffel der Männer und die 4x400-Meter-Mixed-Staffel geht's in der Repechage um die zweite WM-Chance.
Svenja Sapper

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Frauen

4x100 Meter | Finale 

DLV-Auswahl sprintet auf Rang sechs

Mit zwei Paar frischen Beinen bestritten die DLV-Sprinterinnen das Finale: Statt Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim), die kurz zuvor die deutsche Mixed-Staffel auf Platz vier geführt hatte, übernahm Viola John (LG Brillux Münster) die Rolle der Startläuferin, in der Kurve ersetzte Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01) Sophia Junk (LG Rhein-Wied). 

Der Start ins Rennen geriet mit einer Reaktionszeit von 0,243 Sekunden nicht optimal. Dann jedoch kamen die DLV-Sprinterinnen wieder ins Fliegen. Lange waren die Finalistinnen dicht beieinander. Beim letzten Wechsel spielten jedoch die Jamaikanerinnen ihren Trumpf aus: Die insgesamt fünffache Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah machte in 42,00 Sekunden den souveränen Sieg klar. Über Silber und einen neuen Landesrekord von 42,17 Sekunden jubelten die Kanadierinnen, Bronze holte Spanien (42,31 sec). Dahinter wurde es ganz eng: Italien, China und Deutschland wurden allesamt mit 42,61 Sekunden in der Ergebnisliste geführt. In der Tausendstel-Entscheidung wurden die DLV-Sprinterinnen Sechste. 
 


4x400 Meter | Finale

Platz acht für deutsche Staffel

Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg), am Samstag noch im Vorlauf mit der deutschen 4x400-Meter-Mixed-Staffel im Einsatz, machte im Finale der 4x400-Meter-Staffel der Frauen den Anfang. In einem pfeilschnellen Rennen, in dem vor allem Spaniens Startläuferin Paula Sevilla gehörig aufs Tempo drückte, konnte sie nicht ganz mithalten. So hatte Luna Bulmahn (VfL Wolfsburg) als zweite Läuferin schon einige Meter Rückstand. 

Sich wieder an die anderen Staffeln heranzuschieben, war angesichts der starken Konkurrenz und der Extra-Meter, welche die DLV-Athletinnen beim Wechsel gehen mussten, eine Herausforderung. Auch Annkathrin Hoven (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Irina Gorr (TSV Gräfelfing) gelang es nicht mehr, noch Plätze gutzumachen. So wurde es Rang acht in 3:29,37 Minuten. Die wichtigste Aufgabe jedoch, die Qualifikation für die WM in Peking (China), hatte die DLV-Auswahl schon im Vorlauf abgehakt. 

Den Sieg holten sich etwas überraschend die Norwegerinnen (3:20,96 min), die mit Hürden-Spezialistin Amalie Iuel und U23-Europameisterin Henriette Jaeger zwei der schnellsten Langsprinterinnen in ihren Reihen hatten. Jaeger brachte als Schlussläuferin in 48,91 Sekunden (fliegend) die mit Abstand beste Zeit des Tages auf die Bahn. Als Silbermedaillengewinnerinnen feierten die Spanierinnen in 3:21,25 Minuten einen neuen Landesrekord, Bronze erkämpften sich die Kanadierinnen in 3:22,66 Minuten elf Hundertstel vor Großbritannien. 
 

Männer

4x100 Meter | Finale

Bronze und nächste Top-Zeit für DLV-Sprinter

Im Vorlauf hatten Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar), Marvin Schulte (ASV Köln), Owen Ansah und Lucas Ansah-Peprah (beide Hamburger SV) mit einem neuen Deutschen Rekord von 37,67 Sekunden für Furore gesorgt. Nach dem Motto "Never change a winning team" standen sie am Sonntag in derselben Besetzung wieder auf der Bahn. Im Finale der World Relays bewiesen sie eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau sie zurzeit performen. 

Kevin Kranz legte wie im Vorlauf mit einem guten Start (Reaktionszeit: 0,144 sec) vor, Marvin Schulte überzeugte auf der Geraden, Owen Ansah machte in der Kurve erneut mächtig an Boden gut. Und Lucas Ansah-Peprah zog auf der Zielgeraden den Australiern deutlich davon. Mit 37,76 Sekunden, der zweitschnellsten Zeit, die eine deutsche 4x100-Meter-Staffel je gelaufen ist, gewann das DLV-Quartett Bronze. Nur die USA (37,43 sec) und Südafrika mit Kontinentalrekord (37,49 sec) waren nicht zu schlagen. 
 


4x400 Meter | Runde 2

Deutsches Quartett in chaotischem Rennen auf Platz fünf

Nach einem starken Vorlauf am Samstag startete das deutsche Quartett hoffnungsvoll ins zweite Rennen. Wie im Vorlauf saß zunächst Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) im Startblock, der anfangs nur den Spanier David Garcia ziehen lassen musste. Auch Nigeria und der Senegal mischten ganz vorne mit. Der Wechsel auf Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) verlief jedoch nicht optimal, sodass der Niedersachse sich plötzlich auf dem letzten Platz wiederfand und das Feld von hinten aufrollte. Er überholte den Dänen Neloo Falck und machte einige Meter gut, während sich die führenden Staffeln aus Nigeria, Spanien und Jamaika auf der Zielgeraden eine Rangelei lieferten. 

Manuel Sanders (TV Wattenscheid 01) gab trotz der Extra-Meter, die er laufen musste, sein Bestes, um die Lücke nach vorn zu schließen. Während der Kenianer Erastus Mbaluka stürzte und der Däne Christoffer Banke Jørgensen verletzungsbedingt abreißen lassen musste, kam er etwas näher an die Führenden heran, konnte aber nicht mehr vollends aufschließen. Auch Schlussläufer Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV) konnte den fünften Platz zwar verteidigen, aber Rang zwei, der dem DLV-Team die WM-Qualifikation beschert hätte, war außer Reichweite. 3:02,21 Minuten – sicher nicht das, was sich die DLV-Langsprinter nach dem starken Vorlauf vorgestellt hatten. 

In der ersten Runde war das Quartett mit 3:00,04 Minuten mehr als zwei Sekunden schneller unterwegs gewesen. In diesen Regionen bewegten sich die Japaner (3:00,19 min) als Schnellste der zweiten Qualifikationsrunde. Außerdem qualifizierten sich als Zweite des ersten Laufes die Brasilianer. Den Lauf, in dem auch das deutsche Team dabei war, gewann mit einem starken Finish der Senegal (3:01,28 min) vor Spanien (3:01,37 min). 
 

Mixed

4x100 Meter | Finale

DLV-Quartett sichert sich im Weltrekord-Rennen das Budapest-Ticket

Für die Mixed-Staffel ging es im Finale nicht nur um eine Top-Platzierung, sondern auch um die Qualifikation für die Ultimate-WM im September in Budapest (Ungarn). Dort werden ausschließlich über 4x100 Meter Mixed und 4x400 Meter Mixed Staffelrennen ausgetragen. Die Top Sechs von Gaborone haben den Startplatz sicher. Und dazu gehört auch das DLV-Quartett: Yannick Wolf (Munich Athletics), Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar), die für Sophia Junk (LG Rhein-Wied) ins Team rückte, Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar), Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim) sprinteten im Finale auf den vierten Platz. 

Gold gewann überlegen das Quartett aus Jamaika: Für Ackeem Blake, Tina Clayton, Kadrian Goldson und Tia Clayton wurde in 39,62 Sekunden ein neuer Weltrekord notiert. Ihre eigene Marke von 39,99 Sekunden aus dem Vorlauf konnten die vier deutlich nach unten schrauben. Silber ging an Kanada (40,23 sec) vor den USA (40,33 sec). Die DLV-Auswahl war mit 40,52 Sekunden nicht ganz so schnell unterwegs wie noch im Vorlauf (40,15 sec). Mit dem vierten Platz und dem Ticket nach Budapest konnten alle Beteiligten dennoch zufrieden sein. 
 


4x400 Meter | Runde 2

DLV-Team kratzt am Deutschen Rekord

Mit zwei Veränderungen in der Aufstellung ging das deutsche Mixed-Quartett in die zweite Qualifikationsrunde: Skadi Schier (SCC Berlin) und Jana Lakner (LG Telis Finanz Regensburg) ersetzten Luna Bulmahn (VfL Wolfsburg) und Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg). Wie im Vorlauf eröffnete Tyrel Prenz (SC Potsdam) das Rennen. Er bewies auf der Zielgeraden gutes Stehvermögen und wechselte in aussichtsreicher Position auf Skadi Schier, die sich auf der Gegengeraden auf Platz drei einsortierte. 

In der letzten Kurve packte die Berlinerin ihr Kämpferherz aus und schob sich noch an den Staffeln aus Nigeria und Südafrika vorbei auf Platz eins. So übernahm Florian Kroll (LG Osnabrück) das Staffelholz ganz knapp als Führender vor Nigeria. Der Osnabrücker schlug ein flottes Tempo an und versuchte, sich von den Verfolgern zu lösen. Doch sowohl Chidi Osekie (Nigeria) als auch Bradley Maponyane (Südafrika) konnten kontern. Florian Kroll hielt gut mit und übergab den Stab als Dritter in Schlagdistanz zu den beiden führenden Staffeln. 

Jana Lakner präsentierte sich ebenfalls stark: Sie blieb bis zum Schluss dran und startete auf der Zielgeraden noch eine Attacke. Südafrika holte sich in 3:12,77 Minuten den Sieg, Platz zwei rettete ganz knapp Nigerias erfahrene Schlussläuferin und mehrmalige Afrikameisterin Patience George (3:12,88 min). Für das deutsche Quartett wurden 3:12,99 Minuten gestoppt. Damit fehlten nur fünf Hundertstelsekunden zum fünf Jahre alten Deutschen Rekord. Für das WM-Ticket reichte Rang drei leider nicht, dafür hätte das DLV-Quartett auf Platz zwei laufen müssen. Jedoch haben die deutschen Langsprinterinnen und -sprinter über die Rangliste noch eine Chance auf die Qualifikation. 
 

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