| Halle/Saale

Katharina Maisch steigt mit 19-Meter-Stoß ein

Kugelstoßerin Katharina Maisch beim Marktplatz-Meeting kurz vor dem Ausstoß, mit Kirche im Hintergrund © Iris Hensel
Die Halleschen Werfertage gelten als großes "Familientreffen" und locken an diesem Wochenende bereits zum 51. Mal die besten Werferinnen und Werfer nach Halle/Saale. Einen gelungenen Saison-Einstieg legte Kugelstoßerin Katharina Maisch hin: Sie übertraf zum fünften Mal in ihrer Karriere die 19-Meter-Marke. Auch Diskuswerfer Henrik Janssen und Hammerwerfer Merlin Hummel präsentierten sich gewohnt stark.
Redaktion

Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde am Samstag bei den Halleschen Werfertagen die WM-Elfte Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge). Im zweiten Versuch wuchtete sie die vier Kilogramm schwere Kugel auf 19,03 Meter und näherte sich damit ihrer Bestweite (19,25 m) aus dem zurückliegenden Sommer. Zugleich setzte sie damit früh in der Saison ein Ausrufezeichen im Kampf um die Startplätze für die EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) – die geforderte Norm, die bei 18,20 Metern liegt, haben insgesamt vier Kugelstoßerinnen bereits im vergangenen Jahr abgehakt.

Dazu zählt auch Alina Kenzel (VfB Stuttgart). In Halle reichte es für die WM-Finalistin zunächst für 17,68 Meter und Rang drei hinter Eliana Bandeira (18,26 m) aus Portugal. Julia Ritter (TV Wattenscheid 01; 17,54 m) wurde Vierte und versuchte sich anschließend noch im Diskuswerfen, wo sie die Ein-Kilo-Scheibe auf 54,89 Meter beförderte.

Gut zehn Meter weiter flog die Scheibe von Lokalmatadorin Shanice Kraft (SV Halle). Nachdem die dreimalige EM-Dritte bereits am Donnerstag in Magdeburg 66,03 Meter erzielt hatte, legte sie auf ihrer Heimanlage 65,21 Meter nach und beendete den Wettkampf als Siegerin. Auf Platz zwei folgte Kristin Pudenz (OSC Potsdam; 62,89 m) knapp vor der Deutschen Meisterin Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen; 62,46 m). Alle drei Athletinnen blieben damit erneut über der EM-Norm für Birmingham (61,00 m), die sie schon zuvor abgehakt hatten. Die in Magdeburg stark verbesserte Leia Braunagel (Eintracht Frankfurt; 60,76 m) und 60-Meter-Werferin Antonia Kinzel (SV Halle; 58,61 m) sortierten sich diesmal auf den Rängen fünf und sieben ein.

Henrik Janssen steigert sich erneut und gewinnt

Ähnlich eng geht es in Hinblick auf mögliche EM-Tickets und Bestweiten auch bei den Männern zu. Die ersten Verfolger des deutschen Jahresbesten Steven Richter (LV 90 Erzgebirge; 74,00 m), der parallel bei der Diamond League in Keqiao (China) im Einsatz war, nähern sich weiter der 70-Meter-Marke an. Allen voran der Sieger aus Halle, Henrik Janssen (SC Magdeburg), der sich im Vergleich zu seinem Heimmeeting am Donnerstag noch einmal steigern konnte und gleich im ersten Versuch mit 68,09 Meter vorlegte.

Für Marius Karges (Eintracht Frankfurt), mit 69,47 Metern aktuell die deutsche Nummer zwei in Deutschland, lief es am Samstag nicht ganz rund. Der weiteste Versuch des 23-Jährigen wurde mit 60,95 Metern vermessen – Rang acht hinter Magnus Többen (TSV Bayer 04 Leverkusen; 61,72 m). Der Richtwert für die EM liegt bei 65,50 Meter. Zweiter wurde in Halle der Chilene Claudio Romero (66,49 m). 

Mit seinem ersten 80-Meter-Wurf hatte Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) zum 50. Jubiläum der Halleschen Werfertage im vergangenen Jahr für einen der Höhepunkte gesorgt. Am Samstag wählte der WM-Zweite die halleschen Brandberge für seinen Saisoneinstieg. Und obwohl für den 24-Jährigen nur eine gültige Weite in die Ergebnisliste einging, reichten die im ersten Versuch erzielten 77,64 Meter sowohl für Platz zwei hinter Jake Norris (Großbritannien; 77,76 m) als auch für die Bestätigung der EM-Norm (77,50 m). Somit kann Merlin Hummel ohne Druck in die bevorstehenden Wettkämpfe gehen und an Konstanz gewinnen, auch wieder Würfe jenseits der 80-Meter-Marke gültig zu machen.

Vetter und Dehning arbeiten sich zurück

Jene 80 Meter sind es auch für die Speerwerfer Johannes Vetter und Max Dehning (beide LG Offenburg), die es wieder zu erreichen gilt. Sowohl der Deutsche Rekordhalter Vetter als auch sein 21-jähriger Vereinskamerad Dehning gehören zum Club der 90-Meter-Werfer und arbeiten sich nach Verletzungspause wieder zurück an die nationale wie internationale Spitze. Am Samstag reichte es für die beiden noch nicht zu einer Podestplatzierung: 78,35 Meter bescherten Johannes Vetter Platz vier, dahinter landete Max Dehning mit 76,99 Metern auf Platz fünf.

Der Sieg in Halle ging an Ahmed Sameh Hussein (Katar; 83,10 m) vor Anthony Flaming (Paraguay; 81,19 m) und Ben East (Großbritannien; 80,05 m). Beste Deutsche bei den Frauen war beim Sieg der US-Amerikanerin Madison Wiltrout (63,83 m) Julia Ulbricht (1. LAV Rostock; 57,89 m) auf Rang fünf.

Aileen Kuhn beweist Konstanz

Eine hohe Leistungsdichte gab es auch im Hammerwerfen der Frauen. Zwar konnte hier Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt) nicht ganz an die 72,11 Meter von ihrem Saisoneinstieg anknüpfen, womit sie auch gewonnen hätte, doch mit drei Versuchen über 70 Meter und einer Tagesweite von 71,08 Meter konnte sie dennoch zufrieden sein. Am Ende wurde es für die 22-Jährige Platz drei hinter Nicola Tuthill (Irland; 71,98 m) und Gudrun Halgrimsdottir (Island; 71,81 m). Ihre Saisonbestleistung auf 69,08 Meter steigern konnte Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt), die Siebte wurde.

Im Kugelstoßen der Männer gelang lediglich dem Briten Scott Lincoln eine Weite von mehr als 20 Metern – und das gleich viermal. Am Ende ging er mit 20,42 Metern als Sieger aus dem Wettkampf hervor, gefolgt von Mitfavorit Wictor Petersson (Schweden; 19,88 m) und Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen; 19,58 m). Zur EM-Norm (20,80 m) fehlte dem 24-Jährigen diesmal noch ein Stück. Knapp dahinter reihte sich der Deutsche Hallenmeister und 20-Meter-Stoßer Georg Harpf (LG Stadtwerke München) mit 19,40 Meter Vierter auf Platz vier ein, es folgte der zweimalige U23-Europameister Tizian Lauria (VfL Sindelfingen; 19,32 m) auf Rang sechs. 

Starke Auftritte der Nachwuchswerfer

Eine Reihe von starken Ergebnissen sowie erfüllten Normen für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 5. bis 9. August) gab es in den Nachwuchswettbewerben. Mit einem 19-Meter-Stoß überzeugte Kugelstoß-Talent Simon Kunkel (USC Mainz). Die U20-WM-Norm (18,50 m) hatte er vor einer Woche auf seiner Heimanlage mit 19,75 Metern bereits deutlich übertroffen. In Halle landete sein weitester Versuch bei 19,04 Metern – Platz zwei hinter dem Rumänen Stefan Alexandru Ciobanu (19,10 m).

In der weiblichen U20 eine Klasse für sich war Emily Scherf (SC Neubrandenburg), die mit 16,35 Metern die Konkurrenz um fast zwei Meter hinter sich ließ. Später im B-Wettbewerb der Frauen kam sie mit 16,77 Metern bis auf sieben Zentimeter an ihren Hausrekord heran. Zweite wurde Antonia Heberle (TV Rottenburg; 14,48 m), die die U20-WM-Norm von 15,00 Metern ebenfalls schon abgehakt hat. Noch ein Stück von der U20-WM-Norm (15,00 m) entfernt ist die Zweit- und Drittplatzierten Antonia Heberle (TV Rottenburg; 14,48 m) und Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart; 14,38 m).

Umso erfreulicher verlief für die Stuttgarterin das Diskuswerfen. Das Podium verpasste sie als Vierte zwar knapp, übertraf aber die geforderte U20-WM-Norm (51,00 m) um sechs Zentimeter. Noch am Donnerstag hatte sie diese Weite bei einem Wettkampf in Magdeburg verfehlt. Dass der Leistungssprung um sechs beziehungsweise vier Meter kein Ausrutscher war, sondern beide Athletinnen ein neues Niveau erreicht haben, stellten Favour Adesokan (TV Wattenscheid 01; 57,22 m) und Chiara Wildner (Berlin Athletics; 53,77 m) unter Beweis. Wie bereits in Magdeburg gingen sie auch in Halle als Siegerin und Zweitplatzierte vom Platz. Bei der männlichen U20 die Norm für Eugene (57,00 m) noch verpasst haben Matti Sosna (Hamburg Athletics; 55,88 m) auf Platz vier sowie direkt dahinter Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge, 54,53 m).

Favoritensiege im Hammerwerfen der U20

In den Kreis der U20-WM-Kandidaten katapultierte sich Hammerwerfer Matti Hummel (Eintracht Frankfurt), der sein Arbeitsgerät in all seinen vier gültigen Versuchen über 71 Meter schleuderte und mit 73,24 Meter am Ende Zweiter hinter Ibrahim Abdelraham (73,91 m) aus Katar wurde. Auf Rang drei verfehlte Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach; 68,90 m) die für Eugene geforderten 69,00 Meter nur um zehn Zentimeter.

Im Zentimeterglück war hingegen Speerwerfer Niklas Könnemann (Sportclub Magdeburg), er übertraf die U20-WM-Norm (69,00 m) um zehn Zentimeter. Die im ersten Versuch erzielten 69,10 Meter brachten ihm zugleich den Sieg. Dieser ging bei der weiblichen U20 an die Schwedin Elin Lindberg (54,01 m), die sich klar gegen ihre Konkurrenz behaupten konnte und Lena Benne (LC Jena; 49,74 m) auf Platz zwei verwies.

Einen Favoritensieg gab es im Hammerwerfen der weiblichen U20. Mit starken 66,72 Meter führte U18-Europameisterin Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) das Feld an, Maria Gröper (LV 90 Erzgebirge; 63,26 m) wurde Dritte. Beide Athletinnen empfahlen sich damit klar für einen Start bei der U20-WM – die Norm liegt hier bei 59,00 Meter.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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