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Stars, Debüts, Comebacks & neun DLV-Asse: Mehrkampf-Familie in Götzis auf Punktejagd

Niklas Kaul jubelt nach einem erfolgreichen Sprung auf der Hochsprungmatte. © Jan Papenfuß
Das Hypomeeting in Götzis stellt am kommenden Wochenende (30./31. Mai) die Weichen für die weitere Mehrkampfsaison. Das Meeting steigt mit einem traditionell starken Starterfeld: Mit dem achtmaligen Sieger Damian Warner und Hallen-Weltrekordler Simon Ehammer sind im Zehnkampf zwei Stammgäste mit von der Partie. Außerdem gehen vier deutsche Zehnkämpfer und fünf Siebenkämpferinnen auf Punktejagd – mit unterschiedlichen Zielen.
Svenja Sapper

Traditionell zieht es die Mehrkampf-Elite am letzten Maiwochenende ins beschauliche Vorarlberg. Im Möslestadion von Götzis (Österreich) findet in diesem Jahr bereits zum 51. Mal das Hypo-Mehrkampf-Meeting statt. Auch diesmal hat das ehrenamtliche Organisationsteam unter Leitung von Meetingchefin Alexandra Giesinger wieder einige der weltbesten Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen verpflichtet. Mit vier Zehnkämpfern (der EM-Siebte Manuel Eitel hat abgesagt) und fünf Siebenkämpferinnen ist das deutsche Mehrkampf-Team das größte aller teilnehmenden Nationen. 

Weltmeister Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) und Doha-Weltmeister Niklas Kaul (USC Mainz) zählen dabei zu den Athleten, die im 23 Teilnehmer umfassenden Zehnkampf-Feld um die Podiumsplätze mitkämpfen können. Im vergangenen Jahr landeten sie auf den Plätzen drei (Kaul) und fünf (Neugebauer). Die ersten Tests in Einzeldisziplinen fielen bei beiden solide aus, das fachkundige und begeisterungsfähige Publikum wird (nicht nur) die DLV-Athleten am Wochenende sicher wieder zu Top-Leistungen beflügeln. 

Fest steht schon einmal, dass der Vorjahressieger seinen Titel nicht verteidigen wird, denn Sander Skotheim (Norwegen) verzichtet auf den Start in Götzis und wird stattdessen am 27./28. Juni beim Stadtwerke Ratingen Mehrkampf-Meeting auf Punktejagd gehen. Gleiches gilt für Europameister Johannes Erm (Estland). Der WM- und Olympia-Dritte Lindon Victor (Grenada), sonst Dauergast im Möslestadion, fehlt diesmal ebenfalls, sodass das Zehnkampf-Feld ein wenig kleiner ausfällt und um einige große Namen ärmer ist als zuletzt.

Kaul und Neugebauer gegen Warner, Ehammer & Co.

Zu den Größten überhaupt im Mehrkampf-Zirkus zählt Rekordsieger Damian Warner (Kanada), der wie fast immer seit 2012 im Vorarlberger "Mehrkampf-Mekka" mit von der Partie ist. Der Olympiasieger von 2021 hat das Meeting achtmal gewonnen. Zuletzt siegte der 36-Jährige, der als einer von nur vier Athleten in der Geschichte mehr als 9.000 Punkte erzielt hat, im Jahr 2024. Auch sein Landsmann Pierce LePage, Weltmeister und Götzis-Sieger von 2023, ist gemeldet. Allerdings hat der 30-Jährige seit seinem WM-Triumph in Budapest (Ungarn) keinen Zehnkampf mehr beendet.

Anders als Simon Ehammer (Schweiz). Der 26-Jährige, der bei der Hallen-WM in Torun (Polen) mit seinem Weltrekord im Hallen-Siebenkampf Geschichte schrieb, hat bereits Ende April in Brescia (Italien) 8.361 Punkte erzielt. Als gefeierter Publikumsliebling lässt sich der Schweizer, der sich im Vorjahr mit Niklas Kaul Rang drei teilte, sein "Beinahe"-Heimspiel nicht entgehen und könnte vor allem im Weitsprung erneut für Furore sorgen. Mit Sven Roosen (Niederlande) zählt auch der Olympia-Vierte und Götzis-Zweite von 2024 zu den Kandidaten für einen Podiumsplatz. 

Für die beiden weiteren DLV-Zehnkämpfer wird es vor allem darum gehen, sich in dem starken Feld gut zu präsentieren. Die Magie des Möslestadions hat schon so manchem jungen Athleten zu neuen Bestleistungen verholfen. Sein Götzis-Debüt gibt Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt). Der 22-Jährige übertraf im zurückliegenden Jahr in Bernhausen erstmals die 8.000 Punkte und feierte bei der U23-EM in Bergen (Norwegen) seine internationale Premiere. Vereins- und Trainingskollege Amadeus Gräber musste sein Debüt in Götzis 2025 nach drei Disziplinen abbrechen. Beim Vierkampf in Neuwied meldete sich der erst 21-Jährige kürzlich in Bestform zurück und brennt nun darauf, seinen ersten Männer-Zehnkampf zu vollenden. 

Siebenkampf ohne klare Favoritin

Ohne klare Favoritin geht der Siebenkampf über die Bühne. Vorjahressiegerin und Weltmeisterin Anna Hall (USA) hat eine Verletzung hinter sich und fühlt sich noch nicht bereit für einen kompletten Siebenkampf. Die zweimalige Weltmeisterin Katarina Johnson-Thompson (Großbritannien) hat sich gegen Götzis und für eine Teilnahme am Mehrkampf-Meeting in Ratingen entschieden. Und auch Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (Belgien) ist in Götzis nicht am Start. 

So bietet sich eine ganze Reihe Siebenkämpferinnen für die vorderen Plätze an, etwa die WM-Dritte Taliyah Brooks (USA; PB 6.581 pt). Hallen-Weltmeisterin Sofie Dokter (Niederlande; PB 6.576 pt), die vergangenes Jahr in Götzis schon Zweite war. Oder deren Landsfrau und Olympia-Dritte von 2021 Emma Oosterwegel (PB 6.590 pt), die auch in Ratingen starten wird. Auch die sprungstarke Schweizerin Annik Kälin (PB 6.639 pt) kann vorne mitmischen. Die Olympia-Dritte Noor Vidts (Belgien; PB 6.707 pt) gibt nach Verletzungspause ihr Comeback. Seit ihrem Bronze-Coup in Paris (Frankreich) hat die Belgierin keinen Mehrkampf mehr absolviert. 

Sophie Weißenberg feiert Siebenkampf-Comeback

Apropos Comeback: Auch Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen) wird in Götzis ihren ersten Siebenkampf seit ihrer schweren Verletzung beim Aufwärmen für den Olympia-Siebenkampf bestreiten. Ihre ersten Tests, etwa in Neuwied, waren vielversprechend – wie auch jene von Vanessa Grimm (Königsteiner LV), die vergangenes Jahr den WM-Siebenkampf verletzungsbedingt abbrechen musste. Bei der WM brillierte aus deutscher Sicht Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart) als Fünfte. Die 22-Jährige mit einer Bestleistung von 6.434 Punkten steht in Götzis vor ihrem ersten Siebenkampf der Saison, bevor in Ratingen der zweite folgen soll. 

Das deutsche Quintett komplettieren Marie Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Debütantin Emma Kaul (USC Mainz). Die Leverkusenerin hofft nach vier Resultaten jenseits der 5.900 Punkte, zwei davon in Götzis, nun auf den ersten 6.000er. Dieses Ziel hat Emma Kaul bereits 2025 in Bernhausen abgehakt. Die U20-EM-Vierte freut sich auf das erste Kräftemessen mit der Siebenkampf-Weltelite der Erwachsenen – und sicher auch auf den gemeinsamen Start mit ihrem Bruder Niklas Kaul. Spaß haben und Erfahrung sammeln, lautet darüber hinaus die Devise in einem Jahr ohne internationalen Höhepunkt ihrer Altersklasse. 

Wir berichten am Wochenende von Disziplin zu Disziplin vom Mehrkampf-Meeting aus Götzis. Auf leichtathletik.de finden Sie dann auch Links zu Live-Ergebnissen und den Livestreams auf eurovisionsport.com.

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