| Berg- & Trail-EM

Tag 3 | Hanna Gröber und Julia Ehrle setzen den goldenen Schlusspunkt

© DLV
Mit zwei weiteren Goldmedaillen ist am Sonntag in Kamnik die EM im Berglauf und Trailrunning zu Ende gegangen. Als Europameisterin im "Up & Down" feierte Hanna Gröber den größten Erfolg ihrer Karriere. Julia Ehrle war im U20-Rennen eine Klasse für sich.
Svenja Sapper

Es war der größte Erfolg in der Karriere von Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen): Die 29-Jährige machte am Sonntag beim "Up & Down" über 13,5 Kilometer, gespickt mit 970 Höhenmetern, das Rennen ihres Lebens und wurde Europameisterin. Zwei Tage nachdem sie im "Uphill" Platz sieben belegt hatte, konnte die Tübingerin beim Abschluss-Wettbewerb der Berg- und Trail-EM in Kamnik (Slowenien) nun vor allem in den Bergab-Passagen ihre Stärke ausspielen. 

"Es war ein absoluter Traumtag", strahlte Hanna Gröber anschließend. "Das Rennen lief von Anfang an besser, als ich erwartet hatte. Ich hatte von einer Medaille geträumt, aber ich wusste: Es ist harte Konkurrenz da, das Wetter ist heute warm und schwül und es ist eine anspruchsvolle Strecke. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, wirklich zu kämpfen." Ihre gute Startposition in der ersten Reihe nutzte sie, um sich gleich in der Führungsgruppe einzusortieren. Zunächst führte die Britin Scout Adkin das Feld an, Hanna Gröber blieb in Schlagdistanz.

"Hätte ich mir nie erträumt"

Eigentlich hatte sie die erste Rennhälfte kontrolliert gestalten wollen, fand sich dann aber unerwartet früh an der Spitze des Feldes wieder: Schon den ersten Abstieg konnte Hanna Gröber nutzen und baute ihren Vorsprung anschließend stetig aus. "Das hat mich beflügelt! Von da an konnte ich mein Rennen laufen, und darin bin ich immer am besten." Nach 1:09:41 Stunden lief sie als überlegene Siegerin ins Ziel, Nancy Scott (Großbritannien; 1:11:07 h) und Nélie Clement (Frankreich; 1:11:14 h) hatten rund anderthalb Minuten Rückstand. Die zweite deutsche Starterin Madlen Kappeler (TV Hindelang; 1:20:08 h) wurde 26. 

"Das hätte ich mir nie erträumt", staunte Hanna Gröber. "Ich bin geflasht und super dankbar, dass ich hier ein so cooles Team hatte. Ich habe so viele Anfeuerungen an der Strecke gehört." Anschließend hatte die frisch gekürte Europameisterin noch eine Botschaft an andere Läufer:innen parat: "Ich war in der Jugend keine große Nummer. Aber ich bin drangeblieben, habe mich jedes Jahr verbessert und jetzt hat sich das alles so toll ausgezahlt. Ich hoffe, dass das andere Läufer auch motiviert, weiterzumachen. Ich denke, Gloria [Herold], Laura [Hottenrott], Julia [Ehrle] und ich haben echt gute Werbung für den Berglauf gemacht!" 

Julia Ehrle läuft überlegen zu Gold

Damit hatte die Europameisterin vollkommen recht. Denn auch Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) sorgte zum Abschluss der Meisterschaften noch einmal für ein Highlight. Im "Up & Down" der U20 über 3,8 Kilometer schlug sie wie üblich ein hohes Tempo an. Anfangs konnte die Spanierin Sandra Gonzalez noch folgen, musste dann aber abreißen lassen und wurde auf Platz 17 durchgereicht. Julia Ehrle hingegen lief in 28:21 Minuten souverän zum Titel. Silber ging an die Ungarin Agota Szabo (29:09 min) vor der Spanierin Sofia Rubio (29:16 min).

Nach Bronze im Uphill und Gold mit der U20-Uphill-Mannschaft am Freitag war es für Julia Ehrle bereits die dritte Medaille in Kamnik. „Wenn man im Jahr davor Weltmeisterin wurde, macht man sich immer selbst am meisten Druck. Bei der WM war es auch ein Up & Down, deshalb habe ich mir vorgenommen, etwas zu reißen“, erzählte die U20-Athletin anschließend. „Die Strecke fand ich sehr schön und anspruchsvoll. Vor allem der Downhill hat mir viel Spaß gemacht. Es war matschig, aber das macht einen richtigen Berglauf auch aus. Dass es für den Sieg gereicht hat, freut mich sehr!“

Vier DLV-Läufer im "Up & Down" im Einsatz

Mit gleich vier Läufern war das deutsche Team im "Up & Down" der Männer vertreten. Beim Sieg von Jan Torrella aus Spanien (1:00:09 h) schnitt David Reichl (WSV Viechtach) am besten ab. Er belegte in 1:04:13 Stunden Rang 18. Einen Platz dahinter folgte sein Teamkollege Julius Ott (TSG 1862 Weinheim; 1:04:27 h). Dominik Notz (LAV Stadtwerke Tübingen; 1:04:58 h) und Lukas Ehrle (LG Brandenkopf; 1:06:05 h), der das Rennen mutig angegangen war, kamen auf den Rängen 24 und 29 ins Ziel. Damit belegte das DLV-Team in der Mannschaftswertung Rang acht, Italien holte sich mit drei Läufern in den Top Ten den Sieg. 

Der einzige deutsche U20-Starter landete im Rennen über 5,7 Kilometer mit 325 Höhenmetern drei Plätze weiter vorn als am Freitag im "Uphill": Tim Hick (TSV Penzberg; 27:51 min) wurde 33. Das U20-Rennen war wie am Freitag fest in französischer Hand. Basile Astier (23:58 min) siegte vor seinem Landsmann Yannick Memneld (24:37 min), der sich im "Uphill" mit seinem Landsmann Emilien Simoneau den Titel geteilt hatte. Der dritte französische Starter Oscar Cransac-Chayrigues, Dritter im Uphill, erreichte ebenfalls die Top Sechs und machte damit den Mannschaftserfolg für sein Team perfekt. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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