Der Reigen der Bestleistungen setzte sich am zweiten Tag der Sparkassen Gala im Universitätsstadion in Regensburg fort. In den Blickpunkt rückten die 200 Meter, auf denen sich die Deutsche Hallenmeisterin Svenja Pfetsch und der Deutsche Rekordhalter Joshua Hartmann durchsetzten.
Sie hatte sich über 200 Meter völlig verausgabt: Svenja Pfetsch (Munich Athletics). Im Ziel angekommen, schnappte sie erst einmal gehörig nach Luft und musste sich einen Platz suchen, wo sie ihre Beine hochlegen konnte. Es dauerte einige Minuten, bis die Deutsche Hallenmeisterin über 200 Meter ihre Leistung entsprechend einordnen konnte. „Die 200 Meter sind schon nochmal was anderes als die 100 Meter. Die tun hinten raus immer weh, aber da muss man durch“, sagte die 24-Jährige, die sich einen packenden Zweikampf mit Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen) geliefert hatte. Beiden waren bereits am Vortag über 100 Meter unterwegs gewesen.
Auf den letzten Metern zündete Svenja Pfetsch den Turbo und durfte im Ziel über eine neue Bestzeit jubeln. „Mich hat das auf jeden Fall motiviert, dass ich gemerkt habe, sie ist direkt hinter mir und sie kommt. Da habe ich versucht, so gut wie es ging, dagegenzuhalten und mich vorrangig auf meine Armarbeit konzentriert. Umso glücklicher bin ich, dass es am Ende noch für eine richtig gute Bestleistung gereicht hat.“
Bei ihrem Sieg verbesserte sie ihren fast zwei Jahre alten Hausrekord von 23,29 auf 23,14 Sekunden. Die Freude darüber kam langsam. „Das ist schon ein sehr großer Erfolg für mich. Ich bin dieses Jahr schon gut eingestiegen. Von daher dachte ich mir, dass in dieser Saison noch gut was geht, vor allem nachdem ich am Vortag über 100 Meter schon sehr nah an meine persönliche Bestzeit rangelaufen bin.“ Diese hatte sie mit 11,44 Sekunden um eine Hundertstelsekunde verpasst.
Traum von der 22er-Zeit
Am Folgetag schien sich alles zu fügen. „Die Bedingungen waren am Sonntag richtig gut. Dazu gute Konkurrenz. Das Ziel war so nah wie möglich an meine Bestzeit heranzulaufen. Dass es jetzt anderthalb Zehntel schneller geworden ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Dennoch bin ich darüber sehr, sehr glücklich.“
Und träumen sei erlaubt, mit Blick auf eine Zeit unter 23 Sekunden. „Das wäre das Ziel. Es sind noch gut anderthalb Monate bis zu den Deutschen Meisterschaften. Da kann man im Training, vor allem was die Schnelligkeitsausdauer hinten raus angeht, noch was machen. Da ist schon noch Potenzial vorhanden“, blickte Svenja Pfetsch voraus. Auf Platz zwei sprintete Jessica-Bianca Wessolly in 23,26 Sekunden. Die Drittplatzierte Daria Peter (LAV Stadtwerke Tübingen) konnte sich ebenfalls steigern, bei ihre standen 23,45 Sekunden zu Buche.
Joshua Hartmann vor Yannick Wolf
Bei den Männern ging der Sieg über 200 Meter in 20,56 Sekunden an Joshua Hartmann (ASV Köln). Bereits am Vortag hatte der Deutsche Rekordhalter über 200 Meter auf der kürzeren Sprintstrecke im Block gesessen. In 10,29 Sekunden kam er als Siebter ins Ziel. Ein Sprint-Doppelstart liegt ebenso hinter Yannick Wolf (Munich Athletics), der nach seinem zweiten Platz am Vortag über 100 Meter (10,14 sec) dieselbe Platzierung über 200 Meter in 20,83 Sekunden belegte.
„Die wertvollere Zeit war definitiv über 100 Meter. Ich habe mir über 200 Meter schon ein bisschen mehr erhofft. Das war jetzt mein zweiter 200er seit fünf Jahren. Man lernt bei jedem Rennen immer ein bisschen mehr dazu. Vielleicht waren es auch die beiden Läufe vom Vortag, die mir noch ein wenig in den Beinen gesteckt haben. Dennoch bin ich zufrieden, nochmal unter 21 Sekunden. Es war auf jeden Fall ein guter Reiz“, resümierte Yannick Wolf, der gern in Richtung der Norm für die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) gesprintet wäre. Diese steht bei 20,45 Sekunden. „Ich habe nach den 20,61 [23.05./Regensburg] gedacht, komm, vielleicht greifen wir die Zeit an. Das hat jetzt definitiv nicht geklappt. Vielleicht renne ich noch ein oder zwei 200er diese Saison.“
Sowohl über 100 als auch über 200 Meter darf es für Yannick Wolf in dieser Saison gern noch schneller werden. „Bei den 100 Metern im Finale sah man deutlich das Potenzial, wenn man sich vor allem den Start angesehen hat. Da waren die Jungs einfach bei 20 Metern schon alle anderthalb Meter weg. Ich war froh, dass ich hinten raus den Großteil noch einsammeln konnte. Grundsätzlich kann ich sehr gut starten, da fehlt noch ein bisschen die Konstanz. Nicht so wie bei den Zeiten. Irgendwann wird bei mir alles zusammenpassen, dann kommen auch schnellere Zeiten“, sagte der 26-Jährige, der nach drei Wettkampf-Wochenenden jetzt erstmal eine kleine Pause einlegen wird, bevor es beim Anhalt-Meeting in Dessau (19. Juni) und mit der Mixed-Staffel sowie einem Einzelstart in Paris (Frankreich) weitergeht.
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