| Essen

Joyeux überzeugt mit EM-Norm, Patterson meistert 2,00 Meter

Die Deutsche Dreispringerin Caroline Joyeux beim Sprung. © Stefan Mayer
Der zweite Tag bei den Essener „Tagen der Überflieger“ endete mit einem Meetingrekord-Reigen. Gleich sieben neue Bestmarken wurden aufgestellt. Aus deutscher Sicht glänzte Dreispringerin Caroline Joyeux mit EM-Norm (14,22 m), international Hochspringerin Eleanor Patterson mit einem blitzsauberen Zwei-Meter-Sprung.
Martin Neumann

Der Essener Kennedyplatz bleibt das Revier von Caroline Joyeux. Die Dreispringerin von der LG Nord Berlin stellte vergangenes Jahr bei den „Tagen der Überflieger“ mit 14,45 Metern ihre Bestleistung auf. Am Sonntag flog die WM-Finalistin bei der zehnten Auflage des Meetings im zweiten Versuch ganz dicht an ihren Hausrekord heran. Als 14,22 Meter auf der Anzeigetafel erschienen, strahlte Caroline Joyeux über das ganze Gesicht. Schließlich hatte sie damit die EM-Norm für Birmingham um exakt zwei Zentimeter übertroffen.

So konnte die Berlinerin auch damit leben, dass sie nach dem Wettkampf den Meetingrekord nicht mehr innehatte. Denn im sechsten Versuch landete Davisleydi Velazco erst nach 14,56 Metern im Sand und steigerte damit den Meetingrekord um elf Zentimeter. Den hatte sie schon im ersten Versuch mit 14,51 Metern übertroffen, die vier Versuche dazwischen hatte die Nummer eins der Welt – sie war am Freitag in Doha 15,13 Meter gesprungen – ausgelassen.

Kira Wittmann mit 14-Meter-Premiere

Auch Caroline Joyeux flog im sechsten Versuch noch einmal ganz weit hinaus. Doch mit 14,19 Metern verpasste sie ihre Tagesbestweite knapp. Damit belegte sie Rang fünf. Der zweite Versuch war auch der beste von Kira Wittmann (Hannover 96). Mit 14,00 Metern lieferte sie Maßarbeit ab – es war der erste 14-Meter-Sprung in ihrer Karriere im Freien überhaupt. In der Halle war Kira Wittmann bereits 14,08 Meter gesprungen. Damit belegte sie Platz sechs, auf den Rängen acht und neun folgten Ruth Hildebrand (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit neuer Bestleistung von 13,83 Metern und Sarah-Michelle Kudla (LG Nord Berlin; 13,11 m). Hinter Davisleydi Velazco gingen die weiteren Podestplätze an Dariya Derkach (Italien; 14,39 m) und Gabriela Petrova (Bulgarien; 14,37 m).

Eine tolle Flugshow legte Hochspringerin Eleanor Patterson hin. Die Australierin nahm alle Höhen zwischen 1,89 und 2,00 Meter im ersten Versuch, nur über 1,92 Meter brauchte sie zwei Versuche. Damit steigerte die Weltmeisterin den Meetingrekord von Imke Onnen (Cologne Athletics) gleich zweimal – über 1,98 Metern auf 2,00 Meter. Erst 2,02 Meter waren zu hoch für die Australierin.

1,89 Meter für Christina Honsel und Dorothea Gantert

Hinter der souveränen Siegerin ging Rang zwei an Fatoumata Balley (Guinea) mit 1,92 Metern. Drei Springerinnen nahmen 1,89 Meter, darunter die Christina Honsel (TV Wattenscheid 01) als Drittplatzierte. An 1,92 Meter scheiterte sie nur sehr knapp. Auf Rang fünf landete Dorothea Gantert (SpVg Laatzen), die 19-Jährige steigerte ihre Bestleistung um zwei Zentimeter auf 1,89 Meter.

Seinen eigenen Meetingrekord pulverisierte Dreispringer Yasser Triki. Der Algerier steigerte die Bestmarke von 17,06 Metern gleich dreimal: über 17,14 Meter und 17,39 Meter auf schlussendlich 17,42 Meter im sechsten Versuch. Auch der zweitplatzierte Melvin Raffin (Frankreich; 17,22 m) blieb zweimal über der alten Veranstaltungsbestmarke. Als bester deutscher Dreispringer belegte Mohammed Amin Alsalami (LAC Berlin; 15,89 m) Rang sieben. Bei den Stabhochspringern blieb ein neuer Meetingrekord (5,75 m) ausnahmsweise aus. Sechs Springer nahmen 5,68 Meter in Angriff. Doch kein Athlet konnte die Höhe am Sonntagnachmittag in Essen meistern. Auch Bo Kanda Lita Baehre nicht. Der Düsseldorfer nahm seine Einstiegshöhe von 5,50 Metern im ersten Anlauf, scheiterte dann wie die restlichen fünf Springer an 5,68 Meter. Den Sieg sicherte sich Ylio Philtjens (Belgien) mit 5,60 Metern.

Vier Meetingrekorde für den Nachwuchs

Auch die Nachwuchsathleten geizten am Vormittag nicht mit Meetingsrekorden. Im Dreisprung gab es die gleich im Doppelpack. In der männlichen U20 steigerte Benedikt Maurer (LG Stadtwerke München) den Bestwert um einen halben Meter und seinen Hausrekord um drei Zentimeter auf 15,69 Meter. Bei der weiblichen Jugend genügte Antonia Bronnert (VfL Löningen) ein gültiger Versuch auf 13,33 Meter, um den Sieg einzufahren und ihren eigenen Meetingrekord um 16 Zentimeter zu verbessern.

Im U20-Hochsprung packte Carolin Evers (Werder Bremen) gleich fünf Zentimeter auf ihre Bestleistung drauf und triumphierte mit 1,83 Metern. Ihre neue Bestmarke veredelte sie mit der Steigerung des Meetingrekords um einen Zentimeter und erfüllte außerdem erstmals die U20-WM-Norm. Den Stabhochsprung gewann Ben Duwenbeck (LG Olympia Dortmund) mit 5,05 Metern – natürlich ebenfalls Meetingrekord.Schon am Samstag am ersten Tag des Meetings hatte es zahlreiche Meetingrekorde und einen 2,30-Meter-Sprung von Tobias Potye (Munich Athletics) gegeben.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

Mehr:
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