Ein starkes Zehnkampf-Feld mit Weltmeister Leo Neugebauer an der Spitze ist beim Stadtwerke Mehrkampf-Meeting in Ratingen am Start. Hier verfolgen Sie am Wochenende von Disziplin zu Disziplin, welche Mehrkampf-Asse das Rennen machen und wer sich für einen EM-Start in Birmingham empfehlen kann.
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Tag 2 | Sonntag
1.500 Meter
Leo Neugebauer triumphiert, Einzielsieg für Makenson Gletty
Die finalen 1.500 Meter wurden für Leo Neugebauer zum Triumphlauf. Der Zehnkampf-Weltmeister absolvierte die abschließende Disziplin mitten im Feld und lief nach 4:43,01 Minuten ins Ziel. Damit kam „Deutschlands Sportler des Jahres“ auf 8.573 Punkte. Nur drei Zehnkämpfer waren in den nunmehr 28. Ausgaben des Stadtwerke Mehrkampf-Meetings Ratingen besser: Roman Sebrle (8.701 pt), Rico Freimuth (8.663 pt) und Arthur Abele (8.605 pt).
Marcel Meyer kämpfte auf den 1.500 Metern um jeden Punkt. Schließlich war die EM-Norm von 8.300 Punkten noch in Reichweite. Doch am Ende fehlten dem 25-Jährigen bei seinem starken Comeback 39 Zähler zur Birmingham-Vorgabe. Seine Bestmarke steigerte er trotzdem um starke 71 Punkte.
Gleich in seinem ersten Männer-Zehnkampf trat Moritz Bartko (SC Potsdam) in den 8.000-Punkte-Klub ein. Seine starken zwei Wettkampftage beendete er nach 4:30,88 Minuten mit neuer Bestzeit und kam so als Achter hinter Marcel Meyer auf 8.180 Punkte. Leon-Joel Clair (SV Halle) lief nach 4:41,62 Minuten ins Ziel und wurde mit 7.881 Punkten Zehnter. Auf den Rängen 12 und 13 folgten Roman Jocher (SSV Ulm; 7.737 pt) und Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt; 7.338 pt).
Die abschließenden 1.500 Meter entschied Makenson Gletty für sich. Der Franzose lief nach 4:26,76 Minuten ins Ziel und setzte sich knapp vor Harrison Williams (USA; 4:27,66 min) durch. Durch seinen 1.500-Meter-Sieg sicherte sich Makenson Gletty mit 8.458 Punkten Platz zwei. Als Dritter steigerte Devon Williams seine Bestleistung auf 8.402 Punkte, die Plätze dahinter gingen an Harrison Williams (USA; 8.345 pt), Rasmus Roosleht (Estland) mit neuer Bestleistung von 8.336 Punkten und Dario Dester, der in Ulm trainiert, mit italienischem Rekord von 8.318 Punkten. Insgesamt übertrafen neun Zehnkämpfer die 8.000-Punkte-Marke. Damit wurde in der Meeting-Geschichte bereits 106-mal die prestigeträchtige Marke übertroffen.
Die Stimmen zum Wettbewerb:
Leo Neugebauer (VfB Stuttgart):
„Ich wollte unbedingt einmal in Ratingen starten, die Stimmung wollte ich mitnehmen. Mein Fanklub ist immer bei den großen Wettkämpfen dabei, das war cool. Die 1.500 Meter waren sehr hart. Da spürt man, dass die Hitze über zwei Tage die Kraft aus dem Körper gesaugt hat. Ich hoffe, dass irgendwann 9.000 Punkte drin sind. Aber unter Druck setze ich mich nicht, sondern schaue von Zehnkampf zu Zehnkampf. Jetzt muss ich wieder runterkommen, dann geht es für die EM-Vorbereitung noch einmal einen Monat nach Austin zum Training. Dann muss man schauen, was geht. In einem Zehnkampf kann viel passieren, es kann immer jemand überraschen.“
Marcel Meyer (Hannover 96):
„Bald wird das lachende Auge überwiegen. Ich habe probiert, die EM-Norm zu knacken. Das hat auf den 1.500 Metern dann leider nicht ganz geklappt. Aber ich kann superstolz auf mich sein mit der Bestleistung beim Comeback. Damit bin ich superhappy. Im April 2025 hatte ich einen Sehnenabriss am Adduktor, das hat sehr lange gedauert. Die Trainingsleistungen haben aber schon gezeigt, was möglich ist. Allerdings muss man das auch erst beim Wettkampf umsetzen.“
Moritz Bartko (SC Potsdam):
„Morgen werde ich vielleicht realisieren, was ich geschafft habe. Wenn ich 8.000 Punkte nicht geschafft hätte, wäre ich etwas enttäuscht gewesen. Aber mit dieser Punktzahl habe ich absolut nicht gerechnet. Besonders zufrieden bin ich mit den 100 und 400 Metern am ersten Tag, am zweiten Tag war natürlich der Stabhochsprung super. Wir haben im Training längere Tempoläufe eingebaut. Das hilft mir in den letzten Rennphasen. Mein zweiter Saisonhöhepunkt in diesem Jahr wird die Mehrkampf-DM sein. Die Stimmung hier in Ratingen war super, da wurde man über die 1.500 Meter getragen. Auch die Betreuung war super, das Physioteam hat uns toll betreut.“
Leon-Joel Clair (SV Halle):
„Der zweite Tage war richtig hart. Meine Bestleistung über 400 Meter gestern Abend habe ich heute noch ordentlich gespürt. Dafür bin ich super in den Tag reingekommen mit der Hürden-Bestzeit. Ich hatte schon großen Respekt vor den Männerhürden. Langsam geht es auch mit meinen Problemdisziplinen Speerwurf und Weitsprung in die richtige Richtung, auch wenn ich dort noch einige Punkte verliere. Wenn die 50 Meter mit dem Speer fallen, rücken die 8.000 Punkte in Reichweite. Das ist mein Ziel für die kommenden zwei Jahre. Sonst habe ich immer nur im Fernsehen geschaut, wie die Großen hier starten. Nun bin ich selbst dabei, das ist ein cooles Gefühl.“
Speerwurf
Neugebauer verteidigt Führung, Meyer verliert an Boden
Mit einem soliden Speerwurf hat Leo Neugebauer seine Führung im Zehnkampf verteidigt. Der Weltmeister beförderte das 800-Gramm-Gerät auf 55,61 Meter. Etwas an Boden verlor Marcel Meyer mit 54,13 Metern. Die EM-Norm von 8.300 Punkten ist immer noch in Reichweite. Um die 8.345-Punkte-Vorgabe von Amadeus Gräber zu übertreffen, müsste der Hannoveraner die 1.500 Meter in etwa 4:21 Minuten laufen.
Mit einem starken Speerwurf auf 63,31 Meter schlug Moritz Bartko bei seinem ersten Männer-Zehnkampf endgültig den Weg zu seiner 8.000-Punkte-Premiere ein. Kommt er gut über die 1.500 Meter sind, für den Potsdamer sogar 8.150 Punkte in Reichweite. Leon-Joel Clair durfte in seiner Problemdisziplin über eine neue Bestleistung von 46,66 Metern jubeln. Trotzdem verlor der Hallenser etwas an Boden, kann aber seinen ersten Männer-Zehnkampf jenseits der 7.800-Punkte-Marke beenden.
Den Disziplinsieg schnappte sich Rasmus Roosleth. Der Este setzte sich mit 67,07 Metern vor Moritz Bartko durch. In der Gesamtwertung führt Leo Neugebauer mit 7.912 Punkten vor Makenson Gletty (7.692 pt) und Devon Williams (7.681 pt), dahinter folgt Speerwurfsieger Rasmus Roosleth (7.613 pt). Dario Dester liegt mit 7.583 Punkten immer noch klar auf Kurs zum neuen italienischen Rekord.
Stabhochsprung
Marcel Meyer schlägt Kurs nach Birmingham ein
Am Samstag die Zwei-Meter-Show im Hochsprung, am Sonntagnachmittag eine Stabhochsprung-Gala: Marcel Meyer ist in Fluglaune. Knapp zwei Jahre nach seinem letzten Zehnkampf legte der Hannoveraner einen blitzsauberen Stabhochsprung-Wettkampf hin und schwang sich scheinbar mühelos über 5,10 Meter. Damit liegt Marcel Meyer klar auf Kurs zur EM-Norm von 8.300 Punkten. Doch damit nicht genug: Im dritten Versuch flog er sogar über 5,20 Meter und steigerte seine Bestleistung gleich um 20 Zentimeter.
Aktuell belegt Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt) mit 8.345 Punkten Rang drei in der deutschen Jahresbestenliste hinter Leo Neugebauer und Niklas Kaul, die in Götzis 8.730 bzw. 8.528 Punkte erzielten. Höher als Marcel Meyer sprang in Ratingen kein anderer Zehnkämpfer. Der Potsdamer Youngster Moritz Bartko, Teo Bastien und Harrison Williams überquerten ebenfalls 5,10 Meter. Der US-Amerikaner konnte aufgrund von Fußproblemen die 5,20 Meter nicht mehr in Angriff nehmen.
Weltmeister Leo Neugebauer legte ebenfalls einen starken Stabhochsprung hin und meisterte 5,00 Meter. Damit zeigte er im Rennen um den Gesamtsieg keine Schwäche. Die 5,10 Meter von Moritz Bartko und die übersprungenen 4,80 Meter von Leon-Joel Clair waren für beide Top-Ergebnisse auf dem Weg zu einem sehr guten ersten Männer-Zehnkampf. Für Moritz Bartko könnten bei seiner Ratingen-Premiere sogar gleich die 8.000 Punkte in Reichweite kommen.
In der Gesamtwertung führt Leo Neugebauer mit 7.219 Punkten vor Harrison Williams (6.971 pt) und Makenson Gletty (6.939 pt). Marcel Meyer hat sich auf Rang fünf mit 6.893 Punkten nach vorn gearbeitet. Dahinter folgt Dario Dester, dem nur noch zwei Disziplinen zu einem neuen italienischen Rekord fehlen.
Diskuswurf
Leo Neugebauer brilliert mit Meetingrekord und geht in Führung
Im Diskusring zeigte Leo Neugebauer seine ganze Klasse. Als einziger Zehnkämpfer übertraf der Stuttgarter die 50-Meter-Marke. Gleich im ersten Durchgang legte der Weltmeister 50,76 Meter vor und steigerte sich beim zweiten Wurf auf 52,86 Meter. Damit steigerte er den 27 Jahre alten Meetingrekord von Klaus Isekenmeier um 42 Zentimeter. Doch damit gab sich Leo Neugebauer aber nicht zufrieden und legte im dritten Durchgang mit 53,32 Metern noch einmal nach.
Durch seine starke Leistung übernahm Leo Neugebauer mit 6.309 Punkten auch wieder die Führung in der Gesamtwertung. Dahinter folgt Makenson Gletty (6.090 pt), der 42,49 Meter warf und damit mehr als 200 Punkte auf den Stuttgarter verlor. Fast im Gleichschritt liegt das US-Duo Devon Williams (6.046 pt) und Harrison Williams (6.030 pt), die beide 48-Meter-Weiten anboten, auf den Plätzen drei und vier. Auf Kurs Landesrekord bleibt weiterhin Dario Dester, der mit dem Diskus (43,83 m) eine weitere Bestleistung ablieferte.
Nach einem verunglückten ersten Wurf auf 37,52 Meter erwischte Marcel Meyer den Diskus im zweiten Durchgang deutlich besser. Mit 44,43 Metern hält der Hannoveraner weiter Kurs auf die EM-Norm von 8.300 Punkten. Die Youngster Moritz Bartko und Leon-Joel Clair schlugen sich in ihrem ersten Zehnkampf mit dem Zwei-Kilo-Diskus exzellent. Moritz Bartko steigerte sich von Wurf zu Wurf auf 42,53 Meter. Leon-Joel Clair übertraf mit 42,59 Metern ebenfalls klar die 40-Meter-Marke. Mit drei guten Disziplinen zum Abschluss könnten die beiden 20-Jährigen in die Nähe der 8.000-Punkte-Marke kommen.
110 Meter Hürden
Makenson Gletty übernimmt Führung, Bestzeiten für DLV-Duo
Am zweiten Tag des Stadtwerke Mehrkampf-Meetings kam Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) schwer in Tritt. Der Weltmeister trat schon in die erste Hürde und nahm einige weitere auf dem Weg ins Ziel mit. Am Ende wurden 14,69 Sekunden für den Olympia-Zweiten gestoppt. Damit war der 26-Jährige nur eine Zehntelsekunde langsamer als vor vier Wochen in Götzis.
Ein starkes Rennen legte Makenson Gletty hin. Der EM-Dritte lief als Zweiter 13,84 Sekunden, schneller war der Franzose noch nie unterwegs. Damit übernahm Makenson Gletty nach der sechsten Disziplin die Führung in der Gesamtwertung mit 5.375 Punkten, sechs Zähler dahinter rangiert nun Leo Neugebauer auf Rang zwei. Der italienische Rekordler Dario Dester sammelte bisher 5.240 Punkte und ist aktuell Gesamtdritter. Seinen ersten Disziplinsieg feierte Devon Williams. Der US-Amerikaner sprintete bei seinem ersten Zehnkampf seit Herbst 2024 nach 13,81 Sekunden ins Ziel. Schnellster deutscher Zehnkämpfer war Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt) mit 14,13 Sekunden.
Einen optimalen Start in den zweiten Zehnkampftag legte Leon-Joel Clair (SV Halle hin). Der 20-Jährige steigerte als Sieger des ersten Rennens seine Bestzeit um eine Zehntelsekunde auf 14,24 Sekunden. In seinem Windschatten steigerte auch Roman Jocher seinen Hausrekord. Der Ulmer war bei seinem letzten Zehnkampf nach 14,55 Sekunden im Ziel. Eine Hundertstel dahinter kam Moritz Bartko (SC Potsdam) ins Ziel, damit kam der 20-Jährige bei seinem ersten Männer-Zehnkampf bis auf vier Hundertstel an seine Bestzeit heran.
Tag 1 | Samstag
400 Meter
Leo Neugebauer weiter auf Siegkurs, Harrison Williams läuft Meetingrekord
Der Weltmeister geht als Führender in den zweiten Zehnkampftag von Ratingen: Leo Neugebauer lief die finalen 400 Meter bei hochsommerlichen Temperaturen in 47,75 Sekunden und war damit schneller als vor vier Wochen in Götzis. So kommt der Stuttgarter nach dem ersten Tag als Führender auf 4.482 Zähler. Dahinter folgen der EM-Dritte Makenson Gletty, der die 400 Meter in 47,21 Sekunden lief, mit 4.380 Punkten und Dario Dester (4.286 pt). Gelingt Leo Neugebauer ein vergleichbarer zweiter Tag wie vor vier Wochen in Götzis, könnte er in Ratingen die 8.600-Punkte-Marke knacken. Vielleicht kommt sogar der 24 Jahre alte Meetingrekord von Roman Sebrle (Tschechien; 8.701 pt) in Reichweite.
Marcel Meyer beendete seinen starken ersten Zehnkampftag nach 48,19 Sekunden. Mit 4.221 Punkten sammelte der 25-Jährige exakt 98 Zähler mehr als bei seinem bisher besten Zehnkampf (8.190 pt). Kann der Hannoveraner seine Top-Form am zweiten Tag bestätigen, ist sogar die EM-Norm von 8.300 Punkten in Reichweite. In der Gesamtwertung belegt er nach fünf Disziplinen Platz sieben. Der vor ihm platzierte Harrison Williams (USA; 4.262 pt) wurde nach dem schnellsten 400-Meter-Rennen des Tages (46,74 sec) wegen Verlassens der Bahn zunächst disqualifiziert. Sein Protest war aber erfolgreich, sodass er wieder in die Wertung kam und gleichzeitig neuer Meetingrekordler ist. Die Bestmarke von Malik Diakite steigerte er um zwei Hundertstelsekunden.
Ein starkes Rennen zeigten die Youngster Leon-Joel Clair (47,41 sec) und Moritz Bartko (47,62 sec). Beide lieferten damit zum Ende des ersten Tages zwei klare Bestleistungen ab. Mit 4.158 Punkten (Clair) und 4.093 Punkten (Bartko) könnten beide gleich bei ihrem ersten vollen Männerzehnkampf einen starken Einstand hinlegen. Fred Isaac Fleurisson folgt hinter den beiden 20-Jährigen mit 4.092 Punkten auf Rang zwölf. Platz zwölf belegt in seinem letzten Zehnkampf der Karriere Roman Jocher (3.911 pt). Norwegens Landesrekordler und 2,20-Meter-Hochspringer Sander Skotheim trat nach nur 1,91 Metern im Hochsprung nicht mehr zu den 400 Metern an. Den Hochsprung hatte er nach gemeisterten 1,91 Metern vorzeitig beendet.
Stimmen zum ersten Tag
Leo Neugebauer (VfB Stuttgart)
„Die Hitze hat einen wirklich geschafft. Wobei natürlich gutes Wetter besser ist als schlechtes Wetter. Mit dem ersten Tag bin ich schon zufrieden. Klar hätte es im Hochsprung etwas besser laufen können. Der Rest war aber super solide. Jetzt geht es erstmal in die Eistonne. Danach werde ich gut essen und viel schlafen, damit ich morgen fit bin. Während des Tages habe ich alles genutzt, um mich zu kühlen. Ich habe Eiswesten angezogen und mich mit Eis abgerieben. Habe viel getrunken und mich mit Wasser erfrischt. Die Stimmung hier in Ratingen ist super und ich freue mich auf den Sonntag. Besonders natürlich auf den Diskuswurf.“
Marcel Meyer (Hannover 96)
„Ich bin superhappy mit dem ersten Tag. Ich habe alles genossen, besonders den Hochsprung. Heute habe ich wohl mehr Sprünge gemacht als in der kompletten Aufbauphase. Mit den 2,00 Metern im Hochsprung habe ich niemals gerechnet. Vielleicht mit einer 1,90-Meter-Höhe, aber nicht mit 2,00 Metern. Heute Vormittag war ich richtig nervös. Aber die Nervosität war nach dem Start wie weggeblasen. Klar ist die EM-Norm das Ziel, aber ich schaue am Sonntag wie heute von Disziplin zu Disziplin. Dann schaue ich, was dann rauskommt.“
Moritz Bartko (SC Potsdam)
„Der Tag war supergut, schon der Start mit der 100-Meter-Bestleistung war top. Auch die 400 Meter waren am Ende stark ebenfalls mit Bestleistung. Mit der Kugel habe ich immer noch ein paar Probleme, zumal ich ja das erste Jahr mit der Männerkugel stoße. Vor Ratingen habe ich ein wenig auf die 8.000 Punkte geschielt. Mal sehen, ob es morgen schon klappt.“
Leon-Joel Clair (SV Halle)
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit 10,66 Sekunden über 100 Meter einsteigen kann. Damit war ich direkt im Flow und muss den mitnehmen. So einen heißen Mehrkampf habe ich noch nie erlebt. Aber die Fans unterstützen uns super, dann spürt man die Hitze nicht so stark. Ich hoffe, dass es morgen genauso gut weitergeht. Vor Ratingen habe ich den zweiten Tag schon angetestet. Wenn alles funktioniert, wird eine gute Punktzahl rauskommen.“
Hochsprung
Marcel Meier feiert Zwei-Meter-Debüt, Teo Bastien meistert 2,12 Meter
Einen lauten Jubelschrei stieß Marcel Meyer nach seinem insgesamt 14. Sprung des Nachmittags aus. Es war der dritte Versuch über 2,00 Meter – und die Latte blieb liegen. Damit meisterte der Hannoveraner erstmals in seiner Karriere die Zwei-Meter-Marke. Fast genauso emotional wie ihr Schützling jubelte Trainerin Beatrice Mau-Repnak, die zu den ersten Gratulanten zählte. Auf weitere Sprünge verzichtete Marcel Meyer.
Nach vier starken Disziplinen hat sich der 25-Jährige bei seinem Zehnkampf-Comeback in der Zwischenwertung auf Rang acht nach vorn gearbeitet. Mit 3.321 Punkten liegt er dabei 121 Zähler über dem Zwischenergebnis seines bisher besten Zehnkampfes von 8.190 Punkten. An der Spitze liegt weiterhin Leo Neugebauer.
Obwohl der Hochsprung mit 1,97 Metern nicht wie gewollt lief und die Latte bei 2,00 Metern dreimal denkbar knapp fiel, kommt der Weltmeister auf 3.566 Punkte. Dahinter folgen Makenson Gletty (3.432 pt) und Teo Bastien (3.423 pt), der mit 2,12 Metern den Hochsprung dominierte und wichtige Punkte in der Gesamtwertung gutmachte. Sogar die Einstellung des Meetingrekords von Rene Stauss war für ihn möglich. Doch die Latte fiel im ersten Versuch, seinem besten, ganz knapp.Wie Marcel Meyer übersprang auch Fred Isaac Fleurisson 2,00 Meter. Damit kommt der Frankfurter in der Gesamtwertung als Elfter auf 3.271 Punkte. Auf den Rängen 13 und 14 folgen die 20-jährigen Leon-Joel Clair (1,94 m) und Moritz Bartko (1,91 m). Beide legen in ihrem ersten Männerjahr ein bisher starkes Ratingen-Debüt hin.
Kugelstoß
Leo Neugebauer kratzt mit Meetingrekord an den 17 Metern
Die ersten beiden Versuche (15,78 m und 16,18 m) nutzte Leo Neugebauer in der Mittagshitze zum „Warmmachen“. Beim dritten Versuch war der Weltmeister auf Betriebstemperatur. Knapp vor der 17-Meter-Marke schlug die 7,26-Kilo-Kugel ein. Als exakt 16,95 Meter auf der Anzeigetafel aufleuchteten, reckte der Stuttgarter den Arm zum Jubel in die Höhe. Denn in der fast 30-jährigen Meetinggeschichte hat kein anderer Zehnkämpfer weiter gestoßen.
Den vier Jahre alten Meetingrekord von Nico Beckers steigerte der Olympia-Zweite um 32 Zentimeter und war besser als Ende Mai in Götzis. Die Ehrung für den Disziplinsieg nahmen die ehemaligen Weltrekordler Guido Kratschmer und Jürgen Hingsen vor. Vor drei Jahren hatte Leo Neugebauer den 30 Jahre gültigen Deutschen Rekord von Jürgen Hingsen übertroffen.
Mit seinem zweiten Sieg in der dritten Disziplin baute Leo Neugebauer seine Führung in der Zwischenwertung weiter aus. Mit 2.790 Punkten liegt er 107 Zähler vor dem EM-Dritten Makenson Gletty (Frankreich), der starke 16,22 Meter stieß. Mit 2.601 Punkten folgt Sven Jansons (14,04 m) auf Rang drei. Hinter dem Esten Rasmus Roosleht (15,64 m) gelang Marcel Meyer mit 15,43 Metern die viertbeste Leistung im Kugelstoßring. Damit arbeitete er sich in der Gesamtwertung mit 2.518 Punkten auf Platz neun nach vorn.Etwas an Boden verloren Leon-Joel Clair und Moritz Bartko. Erst seit diesem Jahr müssen die beiden Youngster mit der 7,26-Kilo-Kugel stoßen. Mit 13,39 Metern kam Leon-Joel Clair bis auf 21 Zentimeter an seine Bestleistung heran. Moritz Bartko steigerte seine Bestleistung um vier Zentimeter auf 12,66 Meter. Zwischen die beiden in der Gesamtwertung auf Rang 13 schob sich mit 14,18 Metern im Kugelstoßen Fred Isaac Fleurisson.
Weitsprung
Leo Neugebauer übernimmt mit 7,67 Meter die Zehnkampf-Führung
Nach dem zweiten Weitsprung-Versuch ballte Leo Neugebauer die Faust. Auf 7,67 Meter war der Weltmeister wenige Augenblicke zuvor geflogen. An die Weite des Stuttgarters kam auf den beiden Anlagen kein anderer Zehnkämpfer heran. Gern hätte Deutschlands „Sportler des Jahres“ im dritten Versuch noch ein paar Zentimeter draufgelegt. Doch der dritte Sprung, der ebenfalls ganz weit in die Grube ging, war etwa fünf Zentimeter übertreten.
Dank seiner Top-Leistung übernahm Leo Neugebauer mit 1.880 Punkten die Führung in der Zwischenwertung. Zehn Punkte dahinter rangiert 100-Meter-Sieger Sven Jansons (Niederlande), der 7,43 Meter sprang. Zweitbester Weitspringer in Ratingen war Teo Bastien, der Franzose landete bei 7,56 Metern.Ihren starken Zehnkampf-Start setzten die deutschen Youngster Leon-Joel Clair (SV Halle) und Moritz Bartko (SC Potsdam) im Weitsprung fort. Der Potsdamer flog auf 7,40 Meter und steigerte seine Freiluft-Bestleistung um 20 Zentimeter. Der Hallenser übertraf mit 7,12 Metern erstmals in seiner Karriere die Sieben-Meter-Marke. Auch Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt; 7,21 m), Marcel Meyer (Hannover 96; 7,12 m) und der seinen letzten Zehnkampf bestreitende Roman Jocher (SSV Ulm; 7,03 m) übertrafen die Sieben-Meter-Marke..
100 Meter
Sven Jansons mit 10,60 Sekunden vorn, 10,81 Sekunden für Leo Neugebauer
Mit einem Blitzstart hat Sven Jansons den Ratinger Zehnkampf begonnen. Der Niederländer kam im zweiten Rennen richtig gut ins Rollen und warf sich nach 10,60 Sekunden ins Ziel. Damit war ihm der Disziplinsieg nicht zu nehmen. Seine Bestzeit verfehlte er nur um vier Hundertstel. Auch Makenson Gletty (Frankreich) jubelte über seinen schnellen Start mit 10,65 Sekunden. Weltmeister Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) stürmte nach 10,81 Sekunden als Fünfter ins Ziel. Damit verfehlte er seine Saisonbestzeit nur um fünf Hundertstel. Marcel Meyer (Hannover 96) lief bei seinem Zehnkampf-Comeback nach fast zwei Jahren Pause 11,05 Sekunden.
Im ersten Rennen zog Leon-Joel Clair (SV Halle) auf der zweiten Streckenhälfte dem Feld davon. Bei leichtem Rückenwind stürmte der 20-Jährige nach 10,66 Sekunden ins Ziel und steigerte in seinem zweiten Männer-Zehnkampf seine Bestleistung um beachtliche neun Hundertstel. Damit belegt der Youngster nach der ersten Disziplin Rang drei.Auch dahinter purzelten bei ca. 32 Grad die Saisonbestleistungen und persönlichen Bestleistungen. Hinter Luc Brewin (Frankreich) und Dai Keita (Belgien; beide 10,77 sec) blieb Moritz Bartko (SC Potsdam) mit 10,89 Sekunden in seinem ersten Männer-Zehnkampf erstmals unter der Elf-Sekunden-Marke. Die alte Bestzeit des 20-Jährigen stand bei 11,31 Sekunden. Auch Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt) unterbot mit 10,98 Sekunden die Elf-Sekunden-Marke.
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