| Stadtwerke Mehrkampf-Meeting

Ratingen | Sandrina Sprengel beste Deutsche, Annik Kälin bricht Meetingrekord

© Kai Peters
Ein starkes Siebenkampf-Feld ist beim Stadtwerke Mehrkampf-Meeting in Ratingen am Start. Hier verfolgen Sie am Wochenende von Disziplin zu Disziplin, welche Mehrkampf-Asse das Rennen machen und wer sich für einen EM-Start in Birmingham empfehlen kann.
Martin Neumann

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Tag 2 | Sonntag

800 Meter

Sandrina Sprengel kämpft sich auf Platz drei, Annik Kälin ungefährdet

Fünf Siebenkämpferinnen hatten auf den finalen 800 Metern noch die Chance, als beste Deutsche den Mehrkampf zu beenden. Am Ende setzte sich in dem engen Feld Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart) durch. Die WM-Fünfte lief als Fünfte des zweiten Rennens nach 2:14,75 Minuten ins Ziel und kam damit auf 6.218 Punkte. Anna-Elisabeth Ehlers war mit 2:14,03 Minuten etwas schneller im Ziel und kam auf 6.193 Punkte. Damit verfehlte die Leverkusenerin als Vierte ihren Hausrekord nur um wenige Zähler.

Knapp 50 Punkte besser als bei ihrem bisher besten Siebenkampf war Emma Kaul. Die Mainzerin mobilisierte auf der Zielgeraden noch einmal alle Kräfte und lief mit 2:12,19 Minuten eine neue Bestzeit. Es war ihre fünfte Einzel-Bestleistung an den beiden Ratingen-Tagen. So war die Siebenkampf-Bestleistung von 6.152 Punkten die logische Folge. Marie Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen; 2:16,93 min) kam auf 6.143 Zähler und wurde Sechste.

An der Spitze ließ sich Annik Kälin die optimale Ausgangsposition nicht nehmen. Nach 2:11,93 Minuten war klar: Der 29 Jahre alte Meetingrekord von Sabine Braun (6.787 pt) ist Geschichte. Die Schweizerin steigerte die Bestmarke auf 6.819 Punkte und damit ihre eigene Weltjahresbestleistung und ihren eigenen Landesrekord um fast 100 Punkte. Rang zwei sicherte sich Erin Marsh (USA), die ihre Bestleistung auf 6.305 Punkte steigerte. Vanessa Grimm (Königsteiner LV) konnte die 800 Meter bei hochsommerlichen Temperaturen nicht beenden und stieg nach 550 Metern mit Kreislaufproblemen aus. Auf den Plätzen elf und zwölf beendeten Paula de Boer (MTV Lübeck; 5.821 pt) und Anna Hinkelmann (SV Halle; 5.790 pt) den Siebenkampf mit neuen Bestleistungen. Die schnellste 800-Meter-Zeit ging aufs Konto der Französin Celian Perron, der den ersten Lauf mit 2:09,95 Minuten gewann.

Die Stimmen zum Wettbewerb:

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart):
„Insgesamt bin ich zufrieden. Der erste Tag lief super, der zweite Tag leider nicht. Beim Weitsprung habe ich bei wechselnden Winden das Brett nicht getroffen, im Speerwurf haben zehn Meter zur Bestleistung gefehlt. Das ist total schade, denn ich war besser drauf als in Götzis. Das wollte ich zeigen, was mir leider nicht gelungen ist. Aber es gibt in diesem Jahr noch Möglichkeiten, es besser zu machen. Über 800 Meter habe ich alles gegeben, um noch Dritte zu werden.“

Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen):
„Es war ein supertoller Wettkampf, die Unterstützung der Fans war super. Die 1,90 Meter im Hochsprung waren natürlich top. Die Steigerung in diesem Jahr auf mehr als 6.200 Punkte hat mich schon überrascht. Das Training jetzt bei den Erwachsenen ist einfach intensiver als früher, das spiegelt sich nun bei den Ergebnissen wider. Leider bin ich im Weitsprung nicht aufs Brett gekommen, da waren die Bedingungen durch die drehenden Winde sehr schwierig. Ich denke, dass ich mich speziell mit Kugel und Speer noch deutlich verbessern kann.“

Emma Kaul (USC Mainz):
„Es ist vieles super zusammengelaufen. Das hat sich im Training schon angedeutet, aber ich habe mich trotzdem gefreut. Im Speerwurf fehlen mir einfach ein paar Würfe, weil unser Stadion gesperrt ist. So ist die Disziplin für mich der Wermutstropfen im Siebenkampf. Über 800 Meter konnte ich gut mitlaufen, das liegt mir. Die Stimmung hier war super, das hat ungemein geholfen. Ich bin allen Fans dankbar, die bei der Hitze gekommen sind.“

Marie Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen):
„Der Tag hat mit dem Weitsprung und der Bestleistung gut angefangen. Mit dem Speer hatte ich mir mehr als 53 Meter vorgenommen. Aber die Bedingungen waren mit dem Wind wirklich nicht einfach. Über 800 Meter bin ich mit den 2:16 Minuten zufrieden. Nun habe ich zwei Siebenkämpfe mit mehr als 6.100 Punkten gemacht. Das ist ein gutes Niveau, auf dem man aufbauen kann. An meinen schwächeren Disziplinen wie den 200 Metern werde ich noch arbeiten.“

Annik Kälin (Schweiz):
„Der erste Tag mit der schnellen Hürdenzeit lief natürlich schon super. Generell waren meine Leistungen in vielen Disziplinen besser als in Götzis. Jetzt kann die EM kommen. Mein Ziel ist es, in Birmingham um Gold zu kämpfen. Ich bin auf einem sehr guten Niveau.“

 

Speerwurf

Marie Dehning dominiert, Annik Kälin auf 6.800-Punkte-Kurs

Marie Dehning hat einmal mehr ihre Extraklasse im Speerwurf unter Beweis gestellt. Die Leverkusenerin stieg mit 53,35 Metern in den Wettkampf ein. An die Weite der Meetingrekordlerin sollte keine Konkurrentin mehr herankommen. Auch Nafissatou Thiam nicht. Die Siebenkampf-Olympiasiegerin und belgische Speerwurf-Rekordlerin hatte auf den Weitsprung verzichtet und kam als zweitbeste Speerwerferin auf 47,93 Meter, dahinter folgte Annik Kälin mit 47,85 Metern. Die Schweizerin liegt damit klar auf Kurs Gesamtsieg, Landesrekord und Meetingrekord (6.787 pt).

Während Vanessa Grimm mit 43,54 Metern ihre Götzis-Leistung um knapp zwei Meter übertreffen konnte, blieb Sandrina Sprengel mit 41,75 Metern knapp sechs Meter darunter. Anna-Elisabeth Ehlers kam mit 38,08 Punkten bis auf einen Meter an ihren Hausrekord heran. In der ersten Gruppe warf Emma Kaul 44,95 Meter und nimmt weiter Kurs auf eine neue Siebenkampf-Bestleistung.

In der Gesamtwertung baute Annik Kälin mit 5.882 Punkten ihre Führung auf Erin Marsh (USA; 5.385 pt) auf fast 300 Zähler aus. Vor den finalen 800 Metern hat sich das Feld der besten deutschen Siebenkämpferinnen zusammengeschoben. Mit Marie Dehning, Anna-Elisabeth Ehlers, Vanessa Grimm, Emma Kaul und der aktuell drittplatzierten Sandrina Sprengel peilt ein Quintett eine Punktzahl zwischen 6.100 und 6.200 Punkten an. Die EM-Norm von 6.320 Punkten ist allerdings wohl außer Reichweite. Serina Riedel trat zum Speerwurf nicht mehr an und beendet den Siebenkampf vorzeitig.


Weitsprung

Bestleistungen für Dehning und Kaul, Kälin stellt Meetingrekord ein

Die besten Weitspringerinnen unter den Siebenkämpferinnen fanden am Sonntagmittag etwas schwer in den Wettkampf. Als beste deutsche Athletin flog Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen) auf 6,28 Meter – und traf dabei nicht einmal das Brett. Die Weite verdeutlicht das normale Potenzial der 19-Jährigen in den Sprungdisziplinen. Am Samstag hatte sie bereits beim Hochsprung mit 1,90 Metern geglänzt.

Im letzten Sprung des Wettbewerbs gelang Marie Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen) der erhoffte weite Satz. Mit 6,18 Metern steigerte die starke Speerwerferin ihre Bestleistung um sieben Zentimeter und sammelte wichtige Zähler für eine mögliche Siebenkampf-Bestleistung. Diese steht bei 6.180 Punkten.

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart) fand nicht komplett in den „Flugmodus“. Ihre drei Versuche landeten zwischen 6,02 und 6,06 Metern. Serina Riedel (SV Halle) landete einen Zentimeter dahinter, war als starke Weitspringerin mit dem Ergebnis allerdings nicht zufrieden. Für Vanessa Grimm (Königsteiner LV) klappte es mit einem Sechs-Meter-Sprung nicht (5,78 m). Besser zurecht mit der Anlage kam Annik Kälin. Die Schweizerin stellte mit 6,75 Metern im dritten Versuch den 20 Jahre alten Meetingrekord von Claudia Tonn ein.

In der ersten Weitsprung-Gruppe setzte Emma Kaul ihren starken Siebenkampf nahtlos fort. Mit 6,11 Metern steigerte die Mainzerin ihre Bestleistung um zehn Zentimeter. Damit stellte die 20-Jährige in der fünften Disziplin in Ratingen ihre vierte persönliche Bestleistung auf und nimmt Kurs auf einen 6.200-Punkte-Siebenkampf. Auch die beste Weitspringerin der ersten Gruppe, Myke van de Weil (Niederlande), beendete den Einstieg in Tag zwei mit einer neuen Bestleistung (6,22 m).Apropos Meetingrekord: Mit zwei guten Abschlussdisziplinen könnte Annik Kälin ihren Schweizer Rekord von 6.726 Punkten übertreffen und sogar Sabine Braun den Meetingrekord von 6.787 Punkten  – aufgestellt bei der Meeting-Premiere 1997 – entreißen. Aktuell führt sie mit 5.063 Zählern vor Shaina Burns (USA; 4.822 pt) und Celia Perron (Frankreich; 4.788 pt). Mit Anna-Elisabeth Ehlers (4.657 pt) und Sandrina Sprengel (4.621 pt) liegt ein deutsches Duo weiterhin aussichtsreich im Rennen um die Podestplätze.

Tag 1 | Samstag

200 Meter

Wieder Bestleistung für Emma Kaul, Annik Kälin dominiert

Die schnellsten deutschen Siebenkämpferinnen waren im dritten Zeitlauf an der Reihe. Emma Kaul und Sandrina Sprengel gingen Schulter an Schulter auf die Zielgerade. Das bessere Finish hatte dabei die Mainzerin. Mit 24,11 Sekunden steigerte Emma Kaul ihre Bestzeit um eine Hundertstelsekunde – es war ihre dritte Bestleistung des Tages. Sandrina Sprengel folgte mit 24,29 Sekunden und war damit eine knappe halbe Sekunde schneller als vor vier Wochen in Götzis.

Als Dritte kam Anna-Elisabeth Ehlers ins Ziel, die ihre Bestzeit auf 24,43 Sekunden steigerte. Serina Riedel (24,74 sec) und Vanessa Grimm (24,76 sec) liefen auf die Plätze vier und fünf. Marie Dehning lief im zweiten Rennen 24,77 Sekunden. Im ersten Lauf zündete Anna Hinkelmann den Turbo. Die Hallenserin lief einen ansehnlichen Vorsprung heraus und steigerte ihre Bestzeit um zwei Zehntelsekunde auf 23,73 Sekunden.

Im finalen Rennen zeigte Annik Kälin, dass sie aktuell die beste Siebenkämpferin der Welt ist. Mit glatten 23,00 Sekunden steigerte sie ihre Bestzeit gleich um 33 Hundertstelsekunden. Damit kommt für die Schweizerin mit 3.974 Punkten nach Tag eins sogar ihr Landesrekord aus Götzis (6.726 pt) in Reichweite – und damit auch der 29 Jahre alte Meetingrekord von Sabine Braun (6.787 pt). Hinter der Schweizerin folgen nach Tag eins Erin Marsh (USA; 3.866 pt), Vanessa Grimm (3.757 pt), Sandrina Sprengel (3.753 pt) und Anna-Elisabeth Ehlers (3.720 pt). Emma Kaul belegt bei „Halbzeit“ mit 3.573 Punkten Rang neun, zwei Zähler dahinter folgt Serina Riedel. Die starke Speerwerferin Marie Dehning rangiert mit 3.444 Punkten auf Platz 15.

Vergleicht man ihre bisher besten Siebenkämpfe mit dem ersten Ratingen-Tag, haben Sandrina Sprengel, Anna-Elisabeth Ehlers, Emma Kaul und Marie Dehning die besten Chancen ihre Hausrekorde zu verbessern. Auch Vanessa Grimm liegt weiter auf Kurs 6.300 Punkte, auch wenn sie über 200 Meter einige Zähler verlor.


Kugelstoß

Vanessa Grimm knackt die 15 Meter, Sandrina Sprengel stößt Bestleistung

Nach dem zweiten Versuch hüpfte Vanessa Grimm vor Freude aus dem Ring und ballte beide Fäuste. Denn die Vier-Kilo-Kugel war hinter der angepeilten 15-Meter-Marke eingeschlagen. Exakt 15,22 Meter ergab die Weitenmessung. Damit war der Königsteinerin der Disziplinsieg nicht mehr zu nehmen. Damit verbesserte sich Vanessa Grimm mit 2.848 Punkten in der Gesamtwertung auf Rang zwei hinter Annik Kälin (2.895 pt), die exakt 14,00 Meter stieß. „Ich bin auf einem guten Kurs, es macht richtig Spaß“, sagte Vanessa Grimm nach dem Disziplinsieg.

Sandrina Sprengel wurde nach der Mittagspause zur „Kurzarbeiterin“: Nach 14,52 Metern und damit einer neuen Bestleistung im ersten Versuch verzichtete die WM-Fünfte auf weitere Versuche. Damit liegt die Stuttgarterin mit glatten 2.800 Punkten zehn Punkte über dem Zwischenstand von Tokio und belegt im Gesamtklassement Rang vier. Nur Vanessa Grimm und Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (14,64 m) waren mit der Kugel besser.

Anna-Elisabeth Ehlers fehlte mit 12,78 Metern zwar ein knapper halber Meter zur Bestleistung. Doch die Leverkusenerin liegt noch immer auf Kurs 6.200 Punkte. In ähnliche Regionen könnte es auch erstmals für Emma Kaul gehen. Zwar ist das Kugelstoßen nicht die Paradedisziplin der Mainzerin. Doch mit 12,11 Metern kam sie dicht an ihre Bestleistung heran. Auch Serina Riedel (13,25 m) und Marie Dehning (13,55 m) zeigten starke Leistungen und können am zweiten Tag auf starke Disziplinen bauen. Serina Riedel liegt nach drei Disziplinen knapp unter dem Zwischenstand bei ihrem besten Siebenkampf, Marie Dehning knapp darüber.


Hochsprung

1,90 Meter: Anna-Elisabeth Ehlers springt von 19 auf 2

Kurz vor der Mittagspause gehörte das Stadion Anna-Elisabeth Ehlers ganz allein. Bei 1,90 Metern war die Leverkusenerin die letzte verbliebene Siebenkämpferin. Und tatsächlich überflog sie blitzsauber im ersten Versuch die Höhe und steigerte ihre Bestleistung um drei Zentimeter. „Das kann ich noch gar nicht glauben“, sagte die in diesem Jahr auf 6.216 Punkte verbesserte Anna-Elisabeth Ehlers nach ihrem Coup.

Gegen die Hochsprung-Show der 19-Jährigen konnte auch die dreimalige Olympiasiegerin nichts ausrichten. 2,02-Meter-Springerin Nafissatou Thiam versuchte sich nach 1,84 Metern dreimal vergeblich an 1,87 Metern. Für die Belgierin ist Ratingen der erste Wettkampf des Jahres. Durch ihren 1,90-Meter-Sprung katapultierte sich Anna-Elisabeth Ehlers in der Gesamtwertung von Rang 19 auf Rang 2 nach vorn! Mit 2.067 Punkten liegt sie 34 Zähler hinter Annik Kälin.

Im Gleichschritt überquerten Sandrina Sprengel und Vanessa Grimm 1,75 Meter. Damit kamen beide ganz dicht an die Hochsprungleistung bei ihrem besten Siebenkampf heran – jeweils 1,77 Meter. In der Gesamtwertung trennt das Duo auf den Plätzen sechs und sieben nur ein Punkt (1.972 und 1.971 pt). Hinter Annik Kälin und Anna-Elisabeth Ehlers folgt Erin Marsh (USA; 2.025 pt), die 1,72 Meter sprang.Zweite Disziplin, zweite Bestleistung: Emma Kaul setzte auch im Hochsprung ihren Höhenflug fort. Mit 1,72 Metern meisterte die Mainzerin erstmals eine Höhe jenseits der 1,70 Meter. Danach beendete die 20-Jährige ihren Wettkampf und suchte einen kühlen Platz auf, um Kräfte für die weiteren Wettbewerbe zu sparen. Ebenfalls über 1,72 Meter flog Serina Riedel. Damit stellte sie nach ihrer Hürdenbestzeit zum Auftakt ihre Saisonbestleistung ein.


100 Meter Hürden

Annik Kälin pulverisiert Meetingrekord, starke Zeiten für DLV-Quartett

Welch ein Auftakt für den Siebenkampf beim Stadtwerke Mehrkampf-Meeting. Götzis-Siegerin Annik Kälin lieferte über 100 Meter Hürden eine eindrucksvolle Sprint-Gala ab. Mit 12,60 Sekunden steigerte die Schweizerin ihre Bestzeit um 24 Hundertstelsekunden und den neun Jahre alten Meetingrekord der Niederländerin Nadine Visser um 33 Hundertstelsekunden. Nur drei Hürdensprinterinnen – wohlgemerkt Spezialistinnen – waren in diesem Jahr in Europa schneller. Darunter die entthronte Meetingrekordlerin Nadine Visser (12,47 sec), die sich mittlerweile voll auf die 100 Meter Hürden konzentriert. Auch Erin Marsh (USA) blieb mit 12,86 Sekunden unter dem alten Meetingrekord.

Die zwei schnellsten deutschen Siebenkämpferinnen trennte im ersten Rennen nur eine Hundertstel. Vanessa Grimm (Königsteiner LV) lag mit 13,46 Sekunden knapp vor Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart), die ihre Bestzeit um drei Hundertstelsekunden steigerte. Auch Serina Riedel (SV Halle) war mit 13,59 Sekunden so schnell wie nie. Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (Belgien), die in Ratingen in einzelnen Disziplinen testet, joggte nur bis zur ersten Hürde.

Im zweiten Rennen stieß Emma Kaul (USC Mainz) im Ziel einen lauten Jubelschrei aus. Mit 13,46 Sekunden steigerte die 20-Jährige ihre Bestzeit um sechs Hundertstelsekunden. Ein heftiges Touchieren der achten Hürde kostete die Mainzerin eine noch schnellere Zeit. Im ersten Rennen steigerte Paula de Boer (MTV Lübeck) ihre Bestzeit auf 13,86 Sekunden, dahinter blieb Anna Hinkelmann (SV Halle) mit 13,96 Sekunden erstmals unter 14 Sekunden. Die sprungstarke Leverkusenerin Anna-Elisabeth Ehlers startet mit 14,12 Sekunden ebenfalls gut in die zwei heißen Siebenkampf-Tage.

Stimmen zum ersten Tag

Vanessa Grimm (Königsteiner LV)
„Mit den ersten drei Disziplinen war ich richtig zufrieden. Bei den 200 Metern hat man natürlich die Hitze gespürt. Generell gelingt es mir noch nicht, mein Tempo von den Hürden auf die 200 Meter zu transportieren. Insgesamt kann ich auf den ersten Tag aufbauen. Morgen geht es darum, die EM-Quali abzusichern. Weitsprung und Speerwurf liefen in Götzis nicht so gut, das will ich morgen besser machen. Die deutsche Konkurrenz mit den vielen jungen Athletinnen ist jedenfalls sehr stark. Bei der Hitze wurden wir toll betreut und konnten uns gut runterkühlen.“

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart)
„Nach dem schweren Saisoneinstieg über die Hürden freue ich mich natürlich wahnsinnig über die Bestzeit zu Beginn. Im Hochsprung hatte ich mir mehr erhofft, speziell nach dem guten Sprung über die 1,75 Meter. Danach war etwas die Luft raus, vielleicht war das auch der Hitze geschuldet. Danach kam die Bestleistung im Kugelstoßen gleich im ersten Versuch, da konnte ich direkt raus aus der Hitze. Auch über 200 Meter war ich deutlich schneller als in Götzis. Ich freue mich auf den zweiten Tag mit Weitsprung und Speerwurf. Und dann schaue ich über 800 Meter, was noch geht.“

Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen)
„Ich habe nicht geglaubt, heute 1,90 Meter hoch zu springen. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, mehr auf den Hochsprung zu setzen. Die EM-Norm steht bei 1,94 Metern. Aber natürlich wäre mir die EM-Norm im Siebenkampf lieber. Auch im Weitsprung erhoffe ich mir eine Steigerung. Ich lasse alles auf mich zukommen und schaue morgen, was geht.“

Marie Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen)
„Auf die Hitze achtet man im Wettkampf gar nicht so. Wir haben zum Glück tolle Kühlmöglichkeiten. Der erste Tag war sehr solide. Kugel und Hürden waren gut, die 200 Meter waren hinten raus etwas schwierig. Ich freue mich auf den zweiten Tag, der mir besser liegt. Natürlich speziell auf den Speerwurf. Vielleicht kann ich meinen eigenen Meetingrekord übertreffen, die letzten Trainingseinheiten liefen jedenfalls richtig gut.“

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