In ihrem dritten Rennen der Saison durfte sich Gesa Krause zum dritten Mal über eine neue Bestzeit freuen: Die Hindernis-Spezialistin lief am Freitagabend in Zagreb über 3.000 Meter flach in 8:45,34 Minuten auf Rang drei. Mit Weltklasse-Leistungen wurde das Boris Hanzekovic Memorial seinem Gold-Status vollauf gerecht.
Das 3.000-Meter-Rennen beim Boris Hanzekovic Memorial endete am Freitagabend mit einem kleinen Kuriosum. Denn es war Nigist Molla, eigentlich als Pacemakerin vorgesehen, die sich in 8:44,75 Minuten durchsetzte. Die erst 19 Jahre alte Äthiopierin hatte erst Ende April auf dieser Distanz erstmals die neun Minuten unterboten. Auf dem ersten Kilometer hatte in Kroatiens Hauptstadt Zagreb noch Katja Bäuerle (VfL Sindelfingen) für Tempo gesorgt, bevor sie anschließend aus dem Rennen ging. Molla hingegen lief durch und hielt ihre Landsfrau Mastewal Mehabaw (8:45,02 min) in Schach.
Dritte wurde in ihrem ersten 3.000-Meter-Rennen im Freien seit 2015 Gesa Krause (Silvesterlauf Trier). Die Hindernis-Spezialistin legte eine starke Schlussrunde hin, konnte die beiden Äthiopierinnen aber nicht mehr abfangen. Mit 8:45,34 Minuten unterbot sie nicht nur ihre Freiluft- (9:02,04 min), sondern auch ihre Hallenbestleistung (8:49,43 min). In den vergangenen zehn Jahren waren deutschlandweit unter freiem Himmel nur die Deutsche Rekordlerin Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen), Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald; 8:40,46 min) und Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen; 8:45,00 min) schneller gewesen.
"Drittes Rennen, dritte Bestleistung, dritter Platz", freute sich Gesa Krause bei Instagram. In ihren ersten beiden Rennen der Saison hatte sie in Pfungstadt und Doha (Katar) jeweils ihren 1.500-Meter-Hausrekord verbessert. Ihr Urteil zu den Bedingungen in Zagreb lautete folgendermaßen: "Für die Hitze beim Rennen habe ich keine Worte. Ich bin 'well done', würde ich sagen!"
Majtie Kolberg wieder solide
Neben Gesa Krause unterstrich auch Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) ihre starke Form. Die 800-Meter-Spezialistin belegte in 2:00,11 Minuten beim Sieg des britischen Teenagers Phoebe Gill (1:59,17 min) Rang vier. Erst kurz vor dem Ziel wurde sie noch von Isabelle Boffey (Großbritannien; 1:59,70 min) und der Bestzeit laufenden Kroatin Nina Vukovic (2:00,06 min) abgefangen. In einem einige Stunden früher durchgeführten 800-Meter-Rennen war auch Vivian Chebet Kiprotich aus Kenia (1:59,26 min) unter zwei Minuten geblieben.
Die dritte DLV-Starterin war über 400 Meter Hürden im Einsatz, für Elena Kelety (Frankfurt Athletics) wurden 56,16 Sekunden gestoppt. An der Spitze glänzte die Jamaikanerin Rushell Clayton (53,54 sec) mit einem Meetingrekord. Auf Platz zwei reihte sich überraschend mit neuer Bestzeit die Belgierin Paulien Couckuyt (54,32 sec) ein, während sich die Weltjahresbeste Emma Zapletalova (Slowakei) mit 55,82 Sekunden und Platz fünf begnügen musste.
Meetingrekorde und Weltjahresbestleistungen
Auch in einigen anderen Disziplinen fielen Meetingrekorde oder Weltjahresbestleistungen. Dem Dreisprung drückte Olympiasiegerin Thea Lafond (Dominica) ihren Stempel auf. Der 32-Jährigen gelang mit ihrem neuen Landesrekord von 15,25 Metern die beste Weite weltweit seit September 2023. Damals war Weltrekordlerin Yulimar Rojas (Venezuela) auf 15,35 Meter geflogen.
Über 100 und 400 Meter glänzten Jamaikanerinnen mit Meetingrekorden: Über die Stadionrunde brillierte Stacey Ann Williams mit 49,48 Sekunden, auf der kürzeren Distanz siegte Rio- und Tokio-Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah in 10,91 Sekunden. Mit der Polin Ewa Swoboda (10,98 sec) blieb auch eine Europäerin als Dritte noch unter elf Sekunden. Ein US-Duell zwischen Alaysha Johnson und Rayniah Jones endete ebenfalls mit einem Meetingrekord: Beide sprinteten die 100 Meter Hürden in 12,43 Sekunden. Über 110 Meter Hürden der Männer stellte Jamal Britt (USA) in 12,98 Sekunden die Meeting-Bestmarke ein.
Im Diskuswurf untermauerte Europameister Kristjan Ceh (Slowenien) mit 70,32 Metern eindrucksvoll seine starke Form. Über 200 Meter bewies die zweimalige 400-Meter-Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo (Bahamas) einmal mehr, dass sie nach der Geburt ihres Kindes und einigen schwächeren Jahren wieder in Bestform ist: Mit 22,19 Sekunden war die 32-Jährige eine Klasse für sich.
Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...