Beim Diamond League-Meeting in Paris am Sonntag hat Karl Bebendorf die 3.000 Meter Hindernis gewonnen und seine Bestleistung auf 8:05,55 Minuten gesteigert. Audrey Werro legte die 800 Meter in 1:53,80 Minuten zurück und näherte sich damit weiter dem Weltrekord. Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry steigerte ihre Saisonbestleistung auf 19,93 Meter und wurde Zweite.
DLV-Läufer können Diamond League-Rennen gewinnen. Als nächster Athlet hat das am Sonntag in Paris (Frankreich) Hindernis-Spezialist Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898) bewiesen. Der EM-Dritte hielt Kontakt zum Spitzentrio, das komplett aus Athleten aus den Läufernationen Kenia und Äthiopien bestand. Auf der Schlussrunde hatte der 30-Jährige die meisten Reserven, ging auf der Zielgeraden an die Spitze und lief in 8:05,55 Minuten zum Sieg
„Ein Diamond-League-Sieg in einem solchen Stadion ist fantastisch“, erklärte der Deutsche Meister. „Die Zeit war definitiv ein Ziel von mir. Nach Frederik Rupperts Europarekord war es mein Ziel, die Lücke zu ihm möglichst wieder zu schließen.“ Seine Bestzeit steigerte Karl Bebendorf um knapp drei Sekunden.
Im vergangen Jahr hatte Europarekordler (7:57,80 min) Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) schon das Diamond League-Finale in Zürich (Schweiz) gewonnen, Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics) war zum Auftakt der laufenden Diamond League-Saison in Keqiao (China) ein Sieg über 3.000 Meter gelungen. Den zweiten Platz in Paris belegte Afrikameister Gemechu Godana (Äthiopien; 8:05,86 min) vor dem WM-Dritten Edmund Serem (Kenia; 8:08,54 min) und dem WM-Vierten Samuel Firewu (Äthiopien; 8:09,13 min).
Bei seinem Diamond League-Debüt über 5.000 Meter lief Florian Bremm (Franconia Athletics) als 14. in 13:10,39 Minuten die drittschnellste Zeit seiner Karriere. Ganz vorne setzte sich der Olympia-Dritte Grant Fisher (USA; 12:54,80 min) vor Jacob Krop (Kenia; 12,55,22 min) und Europarekordler Andreas Almgren (Schweden; 12:55,38 min) durch.
Audrey Werro nähert sich weiter dem Weltrekord
In keiner olympischen Disziplin der Leichtathletik ist der Weltrekord so alt wie über 800 Meter der Frauen. Und die 1:53,28 Minuten der Tschechin Jarmila Kratochvilova aus dem Jahr 1983 wirkten lange unantastbar. In diesem Sommer hat sich das geändert. Als dritte Athletin der Geschichte unterbot die Schweizerin Audrey Werro in Stockholm (Schweden; 1:53,98 min) die Marke von 1:54,00 Minuten und lief damit die schnellste Zeit seit mehr als 40 Jahren. In Paris legte die 22-Jährige nach.
Mit einer 55er-Runde auf den ersten 400 Metern von Tempomacherin Myrte van der Schoot (Niederlande) auf die Reise geschickt, hielt die Zweite der Hallen-WM das Tempo hoch, setzte sich vor allem auf der Zielgeraden von ihrer Konkurrenz ab und die Uhr blieb bei 1:53,80 Minuten stehen. „Ich hatte nicht erwartet, in dieser Saison so schnell zu laufen“, erklärte Audrey Werro. „Aber meine bisherigen Leistungen haben mein Selbstvertrauen gestärkt.“
Starke Zeiten lieferten auch die folgenden Athletinnen. Langhürden-Umsteigerin Femke Broeders-Bol (Niederlande) steigerte sich als Zweite auf 1:55,60 Minuten und warf sich knapp vor Anais Bourgoin ins Ziel, die den französischen Landesrekord auf 1:55,65 Minuten verbesserte. Bestleistungen stellten auch Prudence Sekgodiso (Südafrika; 1:56,83 min) und Rénelle Lamote (Frankreich, 1:56,93 min) auf den Plätzen vier und fünf auf. Sarah Billings (Australien; 1:57,01 min) lief als Sechste Ozeanien-Rekord. Auch bei den Männern sorgte der Olympia-Zweite Marco Arop (Kanada; 1:41,84 min) für eine starke Siegerzeit.
Yemisi Mabry kratzt an 20,00 Metern
Paris und Yemisi Mabry, das passt zusammen. Angereist mit einer Saisonbestleistung von 19,42 Metern gelang der Kugelstoßerin von der MTG Mannheim die bisher zweitbeste Weite ihrer Karriere unter freiem Himmel. Nach starken 19,78 Metern zum Auftakt beförderte die 27-Jährige ihr Arbeitsgerät im dritten Durchgang auf 19,93 Meter. Nur bei ihrem Olympiasieg, ebenfalls in Paris, flog die Kugel mit 20,00 Metern im Freien noch weiter.
Diese Leistung reichte auch fast zum Sieg. Nur sechs Zentimeter weiter stieß Siegerin Sarah Mitton (Kanada; 19,99 m). Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande) kam diesmal auf 19,88 Meter, wurde Dritte und blieb erstmals in diesem Sommer unter der 20,00-Meter-Marke.
Armand Duplantis meldet sich zurück
Weltklasse-Leistungen gab es auch in weiteren Disziplinen. Im Stabhochsprung meldete sich Armand Duplantis (Schweden) standesgemäß mit 6,13 Metern an der Spitze zurück und versuchte sich danach noch dreimal am neuen Weltrekord von 6,32 Metern. Aber die Latte fiel. Der Überflieger war erstmals wieder am Start, nachdem er sich in Stockholm nach 40 Siegen wieder hatte geschlagen geben müssen.
Speerwerferin Yan Ziyi (China) bestätigte erneut ihre bisherige Überlegenheit in diesem Sommer. Wieder im ersten Versuch schleuderte die 18-Jährige das 600-Gramm-Gerät (67,44 m) deutlich weiter als ihre Gegnerinnen. Auf diese Weise hatte die U20-Weltrekordlerin und zweitbeste Athletin der Geschichte (71,74 m) schon in Xiamen (China) und Oslo (Norwegen) gewonnen.
Schnelle Zeiten auch auf der Sprintbahn
100-Meter-Olympiasieger Noah Lyles (USA; 9,92 sec) hatte wieder das beste Finish. Das reichte aber nicht mehr ganz, um Sieger und Landsmann Trayvon Bromell (9,91 sec) noch abzufangen. Der Olympiasieger von 2021 Marcell Jacobs (Italien; 9,96 sec) wurde Dritter. Über 400 Meter war Collen Kebinatshipi (Botswana) in 43,54 Sekunden nur eine Hundertstel langsamer als bei seinem WM-Titel im vergangenen Sommer. Bei den Frauen spulte Olympiasiegerin Marileidy Paulino (Dominikanische Republik) die Stadionrunde in 48,48 Sekunden ab.
Im Hürdensprint der Männer steigerte sich Jamal Britt (USA) auf 12,89 Sekunden und damit in die Top Ten der ewigen Weltbestenliste. Bei den Frauen setzte sich Weltrekordlerin Tobi Amusan (Nigeria) in 12,28 Sekunden durch.
Der erst 20-Jährige Cameron Myers (Australien) verbesserte den Ozeanien-Rekord über 1.500 Meter auf 3:28,00 Minuten. Dieses Rennen zählte nicht zur Diamond League-Kategorie, das der Frauen über 1.500 Meter dagegen schon. Als Erste kam Hallen-Weltmeisterin Georgia Hunter-Bell (Großbritannien; 3:55,63 min) an.
DLV-Sprintquartett verlässt die Bahn und wird disqualifiziert
Im Vorprogramm lief Gina Lückenkemper (SCC Berlin) in der Mixed-Staffel über 4x100-Meter als Erste über die Ziellinie. Für den DLV zuvor im Rennen waren Deniz Almas (TV Wattenscheid 01), Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) und Robin Ganter (MTG Mannheim). Das Quartett wurde allerdings wegen Verlassens der Bahn disqualifiziert. Damit ging der Sieg an Frankreich (40,99 sec) vor Italien (41,04 sec) und Australien (41,09 sec).
Vor dem Staffelrennen waren Gina Lückenkemper (11,39 sec), Heiko Gussmann (10,27 sec), Robin Ganter (10,34 sec) und Deniz Almas (TV Wattenscheid 01; 10,53 sec) auch im Einzel über 100 Meter unterwegs.
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