| Masters-WM Berg & Trail

Deutsche Masters glänzen in Janske Lazne

Eine Gruppe Personen in deutscher Nationalmannschaftskleidung hinter einer Deutschlandfahne
106 deutsche Masters-Athletinnen und -Athleten hatten sich für die Berg- und Traillauf-WM im tschechischen Janské Láznĕ (deutsch: Johannisbad) im Riesengebirge angemeldet. Die „World Masters Mountain Running Championships 2026“ umfassten drei Läufe an drei Tagen.
Marc Gogol

Beim „Uphill race“ am Freitag (26. Juni) ging es über 7,79 Kilometer mit 851 Höhenmetern hinauf bis zum Ziel auf dem Berggipfel des „Černá hora“. Bei 32 Grad am Start und einer Luftfeuchtigkeit von 72 Prozent um ein Uhr mittags waren die klimatischen Verhältnisse anspruchsvoll. Zu bewältigen waren unter anderem eine Skibrücke, verschiedene Skihänge und Abschnitte mit mehr als 25 Prozent Steigung sowie verwurzelte Waldwege.

Sehr gut zurecht mit den Bedingungen kam als Gesamtsiegerin bei den weiblichen Teilnhmerinnen Nadine Hübel (TV Dipperz) aus der Altersklasse W40. Sie war nach 50:22 Minuten im Ziel. „Die Strecke war am Anfang sehr wellig und dann schön steil und heiß in der Sonne“, berichtete die Hessin. „Aber die ganzen Leute, die oben standen, haben super angefeuert und richtig viel geholfen.“ In der jüngeren W35 lag mit Ann-Kathrin Deubner (SV Sömmerda) ebenfalls eine DLV-Starterin in 53:32 Minuten ganz vorne. „Ich fand die Strecke sehr fordernd. Es war halt sehr warm. Ich muss erstmal alles realisieren, kann es noch gar nicht richtig fassen, dass wir das jetzt alle geschafft haben“, ließ sich die neue Weltmeisterin nach ihrem Titelgewinn entlocken.

Bei den Männern durfte sich Winfried Huber (PTSV Rosenheim) aus der M65 über Platz eins freuen. 53:06 Minuten benötigte der Bayer für die Strecke. „Saugut war’s“, freute sich Winfried Huber. „Überhaupt nicht so warm wie befürchtet, angenehm steil, und ich hab‘ mich närrisch gefreut, dass ich gewinnen hab‘ können“, fügte er hinzu.

DLV-Teams dominieren Mannschaftswertungen

Das Tableau der Mannschaftswertungen war bei den Frauen eine dominante deutsche Angelegenheit. Jeweils die Goldmedaille holten die Teams der W35 (Ann-Kathrin Deubner, Christina Fünfstück, Sarah Schmitt), der W40 (Nadine Hübel, Stephanie Mosler, Daniela Köcher), der W50 (Tanja Saretzki, Pamela Veith, Marion Raab), der W55 (Christine Sigg-Sohn, Alexandra Gundel, Ute Rohregger), der W60 (Sabine Kraus, Gertrud Ott, Angelika Rauh) sowie der W65 (Elisabeth Henn, Gertrud Härer, Brigitte Hoffmann).

Ähnlich stellte sich das Bild bei den Männern dar. Den WM-Titel holten die Mannschaften der M35 (Thomas Kühlmann, Daniel Claus, Lennart Nies), der M50 (Carsten Hülss, Marko Martin, Eckhard Staiger), der M55 (Markus Mey, Thomas Langer, Heiko Schneider), der M65 (Winfried Huber, Helmut Strobl, Wolfgang Leonhard) sowie der M70 (Ludwig Lang, Siegfried Haas, Ludwig Bichler).

Gertrud Härer feiert besonderes Jubiläum

Bereits um 8:30 Uhr am Samstagmorgen ging es auf die Langstrecke mit 22,17 Kilometern. Hier lagen Start und Ziel in der Stadt Janské Láznĕ, 1.332 Höhemeter waren zwischendurch zu absolvieren. Die meisten Höhenmeter verteilten sich auf zwei markante Anstiege: zunächst eine Skipiste hoch, im späteren Verlauf eine Passage mit großen Steinstufen.

Goldmedaille Nummer drei heimste bei den Frauen in der W35 Ann-Kathrin Deubner (SV Sömmerda) ein. Sie wurde in 2:01:08 Stunden Gesamtdritte und kommentierte ihren erneuten Erfolg so: „Es war heute wieder eine sehr zähe Nummer, eine warme Nummer aber 'ne gute Nummer.“

Ebenfalls den WM-Titel holte sich Gertrud Härer (LG Erlangen) in der Altersklasse W65 in 2:49:57 Stunden. „Ich freue mich heute ganz besonders, denn ich feiere heute 50-jähriges Jubiläum. Genau am 27.6.1976 war mein erster Lauf mit zweistelliger Kilometerzahl, und ich bin die 50 Jahre durchgelaufen, also jedes Jahr mit Wettkämpfen“, informierte Gertrud Härer über einen besonderen Tag in ihrer Laufkarriere.

Winfried Huber räumt ab

Winfried Huber (PTSV Rosenheim) machte ebenso wie Ann-Kathrin Deubner den Dreierpack (beziehungsweise Viererpack mit dem zweiten Mannschaftssieg) in Sachen Gold perfekt und gewann in der M65 in 2:07:28 Stunden. Für ihn war es wie am Vortag ein scheinbar müheloses Unterfangen: „Die Strecke, die war wunderbar bergauf, ein bisschen steiler, damit es nicht langweilig wird, und bergab so richtig schön zum Rollen. Alles easy, total lässig, nette Leute unterwegs getroffen aus allen Ländern, schöner konnte es nicht sein. Heute habe ich ein bisschen was rausgenommen, morgen muss ich ja auch nochmal laufen.“

In den Teamwertungen wurden drei deutsche Frauen-Mannschaften Weltmeisterinnen: Team W35 (Ann-Kathrin Deubner, Christina Fünfstück, Sarah Schmitt), Team W50 (Marion Raab, Simone Raatz, Pamela Veith) und Team W65 (Gertrud Härer, Christa Wegener). Bei den Männern sogar gleich fünf DLV-Mannschaften: Team M35 (Daniel Claus, Thomas Kühlmann, Lennart Nies), Team M45 (Jörn Harland, Thomas Ungethüm, Kay-Uwe Müller), Team M50 (Marko Martin, Carsten Hülss, Christian Helmert), Team M55 (Jürgen Löschner, Josef Streicher, Rene Lessmueller) sowie Team M65 (Winfried Huber, Hans Bouricha-Hörmann, Detlef Beutling).

Nadine Hübel und Ann-Kathrin Deubner jubeln erneut

Der abschließende Start zum „Up/Downhill Race“ über 8,95 Kilometer erfolgte um neun Uhr am Sonntagmorgen, ebenfalls mit Start und Ziel in der Stadt Janské Láznĕ. 594 Höhenmeter Höhe wollten im Streckenverlauf erklommen werden. Unter anderem ging es ein drittes Mal den Skihang hinauf.

Und wie bereits am ersten Wettkampftag wurde Nadine Hübel (TV Dipperz) wieder Gesamtsiegerin und Weltmeisterin in der Altersklasse W40 in 45:34 Minuten, mit einem großen Vorsprung von knapp zwei Minuten vor der Gesamtzweiten. „Ich bin total zufrieden, es war ein Start-Ziel-Sieg“, kommentierte die Doppel-Einzel-Weltmeisterin ihren Coup. „Die Beine waren zum Glück frisch, weil ich gestern eine Pause gemacht habe. Es lief von Anfang an sehr gut, und ich bin total glücklich.“

Sogar ihre dritte Einzel-Goldmedaille durfte Ann-Kathrin Deubner (SV Sömmerda) aus der W35 feiern. Nach 49:22 Minuten hatte sie ihre Altersklasse gewonnen. „Heute lief es besser wie gedacht. Eigentlich habe ich mich richtig tot gefühlt, aber es ging ja dann doch ganz gut. Ich bin froh, dass wir alle gesund ins Ziel gekommen sind“, bilanzierte die Thüringerin nach drei herausfordernden Wettkampftagen.

Runder Abschluss mit Goldmedaillen

Ein neues Gesicht auf dem obersten Siegertreppchen war Otto Hörmann (LG Allgäu) als Weltmeister der Altersklasse M70. In 1:01:53 Stunden meisterte er den Parcours und sagte anschließend: „Unvorstellbar, ich freue mich riesig. Ich wusste, ich muss ganz moderat den Berg hochgehen und dann die Kräfte, wenn ich oben bin, ausspielen und voll laufen lassen. Es ist perfekt aufgegangen. Und dann hat es gereicht für den Titel.“

Nochmal fünf Goldmedaillen obendrauf gab es für die DLV-Mannschaften, einmal im Frauenbereich und viermal bei den männlichen Bergläufern. Das W50-Frauen-Team mit Tanja Saretzki, Marion Raab und Pamela Veith sicherte sich Platz eins. Daniel Claus, Thomas Kühlmann und Clemens Förster sicherten sich den WM-Titel in der M35, ebenso wie Marcel Krieghoff, Markus Bergler und Daniel Greiner in der M40. Die M55 gewannen Thomas Langer, Markus Mey und Josef Streicher, während in der M70 Otto Hörmann, Michael Wolter und Jürgen Sigler Mannschafts-Gold für Deutschland holten.

Die weiteren deutschen Medaillen:

„Uphill race“

SILBER
Elisabeth Henn (SC 88 Bruchhausen, W65)
Markus Mey (Milers Colonia 2020, M55)
Ludwig Lang (SVG Ruhstorf, M70)
Mannschaft M40 (Marcel Krieghoff, Daniel Greiner, Marco Neumann)

BRONZE
Tanja Saretzki (LG Hohenfels, W50)
Christine Sigg-Sohn (LG Esslingen, W55)
Marcel Krieghoff (Sc Impuls Erfurt, M40)
Thomas Ungethüm (VfB Lengenfeld 1908 / LG Vogtland, M45)
Carsten Hülss (ATS Buntentor Bremen, M50)
Thomas Langer (LG Allgäu, M55)
Siegfried Haas (RSC Neukirchen, M70)
Mannschaft W45 (Yvonne Walther, Vivien Never, Sonja Deiß)
Mannschaft M60 (Thomas Blum, Uwe Hänsch, Harald Stecker)
Mannschaft M75 (Viktor Daudrich, Siegfried Blum)

„Long distance race“

SILBER
Jörn Harland (SSC Hanau-Rodenbach, M45)
Mannschaft M40 (Daniel Greiner, Markus Bergler, Marco Neumann)

BRONZE
Alexandra Gundel (LG Allgäu, W55)
Mannschaft M70 (Albert-Eugen Vetter, Ludwig Bichler, Rolf Schrempp)

„Up/Downhill race“

SILBER
Tanja Saretzki (LG Hohenfels, W50)
Marcel Krieghoff (Sc Impuls Erfurt, M40)
Thomas Langer (LG Allgäu, M55)
Thomas Blum (LG Allgäu, M60)
Mannschaft W35 (Ann-Kathrin Deubner, Christina Fünfstück, Sarah Schmitt)
Mannschaft W55 (Christine Sigg-Sohn, Alexandra Gundel, Ute Rohregger)
Mannschaft W65 (Elisabeth Henn, Brigitte Hoffmann, Delia Krell-Witte)
Mannschaft M60 (Thomas Blum, Harald Stecker, Jörg Schreiber)

BRONZE
Elisabeth Springer (TV Bad Sobernheim, W75)
Daniel Claus (SV Sömmerda, M35)
Winfried Huber (PTSV Rosenheim, M65)
Michael Wolter (SV Bergdorf Höhn, M70)
Mannschaft M50 (Marko Martin, Carsten Hülss, Eckhard Staiger)

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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