| Eisenstadt

Pfeilschnelle Sprints vom Winde verweht

Porträt des lächelnden Sprinters Owen Ansah im Nike-Dress © Dirk Gantenberg
100-Meter-Europarekordler Marcell Jacobs ist am Mittwoch in Eisenstadt die drittschnellste Zeit der Geschichte gesprintet. Seine 9,67 Sekunden waren jedoch mit Rückenwind von +4,1 Meter/Sekunde stark windbegünstigt. Der Deutsche Rekordler Owen Ansah wurde mit 10,00 Sekunden Fünfter, im Vorlauf war er bei ebenfalls irregulären Bedingungen schnell wie nie gewesen.
Svenja Sapper / dpa

Für das Highlight bei den "Austrian Open" in Eisenstadt hat am Mittwoch Marcell Jacobs gesorgt. Der Olympiasieger von 2021 gewann das 100-Meter-Finale in 9,67 Sekunden. Lediglich Weltrekordler Usain Bolt (Jamaika) war zweimal schneller: bei seinem Weltrekord 2009 in Berlin (9,58 sec) und bei seinem Olympiasieg 2012 in London (Großbritannien; 9,63 sec). In die Rekordlisten eingehen wird Jacobs' Fabelzeit allerdings nicht: Der Wind wehte mit +4,1 Meter/Sekunde wie bei fast allen Rennen in Eisenstadt deutlich zu stark von hinten. Mit seiner regulären Bestzeit von 9,80 Sekunden hält der Italiener seit seinem Olympiasieg 2021 den Europarekord. 

"Ich habe gehört, die Bahn hier in Eisenstadt ist schnell, jetzt habe ich selber bewiesen, dass sie eine der schnellsten der Welt ist", sagte Jacobs nach Angaben des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes. Der 31-Jährige gab den Titel bei den Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) als Ziel aus. "Die Form stimmt, und ich bin auf einem guten Weg", sagte der Italiener.

Owen Ansah (Hamburger SV) wurde im A-Finale mit 10,00 Sekunden Fünfter, allerdings war der Sieger des B-Finales Rohan Browning mit 9,89 Sekunden (+4,7 m/sec) flinker als der Deutsche Rekordler. Im Vorlauf war der Hamburger mit 9,93 Sekunden fünf Hundertstel schneller gesprintet als bei seinem Deutschen Rekord – allerdings auch bei unzulässigem Wind von +3,1 Meter/Sekunde. Mit für die Rekordlisten zu viel Rückenwind sind schon mehrere DLV-Sprinter unter zehn Sekunden geblieben, zuletzt im Juni 2024 Joshua Hartmann (ASV Köln) mit 9,92 Sekunden. 

Joshua Hartmann gewinnt die 200 Meter

Besagter Joshua Hartmann gewann am Mittwoch in Eisenstadt die 200 Meter. Mit 20,33 Sekunden bei ebenfalls zu starkem Rückenwind (+3,3 m/sec) hielt er Filippo Tortu (Italien; 20,68 sec) klar in Schach. Über 100 Meter belegte Ricarda Lobe (MTG Mannheim; 13,06 sec) beim Sieg der Jamaikanerin Britany Anderson (12,51 sec / +3,0 m/sec) Rang drei. Hürdensprinter Manuel Mordi (Hamburger SV) reihte sich beim Sieg von Antonio Alkana (Südafrika; 13,15 sec) mit 13,87 Sekunden auf Platz fünf ein. Im Vorlauf war er mit 13,79 Sekunden etwas schneller unterwegs gewesen, jedoch war der Rückenwind in beiden Rennen zu stark. 

Ebenfalls auf Rang drei sprintete Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) über 100 Meter. Mit windunterstützten 11,11 Sekunden im Vorlauf (+2,2 m/sec) und 11,14 Sekunden im Finale (+3,7 m/sec) hinterließ sie beim Heimsieg der Österreicherin Magdalena Lindner (11,06 sec) einen guten Eindruck.

Für den zweiten österreichischen Triumph sorgte Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, der seine Scheibe auf 66,11 Meter fliegen ließ. Den Stabhochsprung gewann Asienrekordler Ernest John Obiena (Philippinen; 5,75 m). Geherin Lyudmila Olyanovska (Ukraine) stellte auf der selten durchgeführten Meilen-Distanz in 6:10,09 Minuten eine Weltbestzeit auf. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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