Pfeilschnelle Sprints haben am Samstag den zweiten Tag der U20-DM in Bochum-Wattenscheid gekrönt. Sprinter Jakob Kemminer gelang dabei Historisches: In 10,14 Sekunden stellte er den 38 Jahre alten Deutschen U20-Rekord ein und erfüllte auch die Norm für die EM in Birmingham. Zuvor hatte auch Emma Goretzka mit einer starken Bestzeit von 11,19 Sekunden geglänzt.
| WEIBLICHE U20 |
Der Sieg über 100 Meter ging beinahe nur über Emma Goretzka (LAC Berlin), die bereits in Vorlauf und Halbfinale dem Feld enteilt war. Doch ein Selbstläufer war das Finale für die Sechste der U20-EM nicht, denn einmal mehr war es Lena Anochili (Hamburger SV), die ihr ordentlich Druck machte und ihr dicht auf den Fersen war. Positiver Nebeneffekt des Duells: Beide Sprinterinnen nahmen eine neue Bestzeit mit nach Hause, ebenso wie die Dritt- und Viertplatzierten.
Ganz nach oben auf das Podium schaffte es letztlich Emma Goretzka, die flotte 11,19 Sekunden auf die Bahn bretterte und sich damit auf Platz drei der deutschen Jahresbestenliste bei den Frauen schob. Nur fünf deutsche 100-Meter-Sprinterinnen waren in der U20 je schneller, zuletzt im Jahr 1990 Grit Breuer. Das Ticket für die U20-WM-Ticket war ebenfalls gesichert – ebenso wie jenes für Lena Anochili, die mit 11,26 Sekunden Silber gewann. Bronze ging an Sophie Ritter (Werdener Turnerbund; 11,71 sec).
„Ich bin heute super entspannt in die ersten beiden Läufe reingegangen und hatte nur Angst, dass ich dem Druck im Finale nicht standhalten kann. Aber dann habe ich es glücklicherweise geschafft. In dem Moment, als der Startschuss fiel, habe ich an nichts mehr gedacht und bin einfach nur gerannt. Als ich die Zeit dann gesehen habe, war das einfach nur verrückt. Das ist für mich ein riesiger Erfolg und die Zeit einfach unglaublich. Ich bin mehr als glücklich und freue mich sehr auf die WM. Dort möchte ich vor allem Spaß haben“, sagte Emma Goretzka freudestrahlend nach ihrem Sprint-Coup.
Luna Fischer sprintet mutig zum Titel
Wenn Mut belohnt wird – so könnte der Titel zum Finale über 400 Meter lauten. Mit gleich fünf Athletinnen, die im Laufe der Saison bereits die U20-WM-Norm geknackt hatten, war auf dem Papier ein enges Rennen zu erwarten. Denn einen Einzelstart in Eugene gibt es nur für die ersten beiden Sprinterinnen. Ihren Anspruch darauf wollte von Beginn an Vorjahressiegerin Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover) anmelden. Mit einem engagierten Angang hatte sie sich bereits zur Hälfte mit einem beachtlichen Vorsprung vom Feld abgesetzt – doch konnte sie das Tempo auch bis ins Ziel halten?
Zwar musste sie auf den letzten 100 Metern sichtlich kämpfen und büßte ein wenig an Geschwindigkeit ein, dennoch gelang es ihr, den Angriff von Eni Kuske (TSV Zirndorf) abzuwehren. In 53,85 Sekunden verteidigte die Niedersächsin erfolgreich ihren Titel und sicherte sich zugleich das Ticket für ihre bereits vierte internationale Meisterschaft. Begleitet wird sie auf der Reise in die USA von Eni Kuske, die in 53,96 Sekunden Silber gewann. Platz drei ging an Ida Carlotta Schröder (Hamburger SV; 54,86 sec).
"Da ich auf Bahn sieben nicht so viel Orientierung hatte, habe ich einfach mein eigenes Rennen gemacht. Ich bin generell jemand, der Rennen schnell anläuft, und deswegen dachte ich mir, dass ich das Finale mutig angehe und hinten raus schaue, was noch geht. Das war dann sehr hart, da das Rennen gestern für mich schon sehr anstrengend war. Das habe ich ein bisschen gespürt – auch die Anspannung, weil es um internationale Tickets ging. Aber 400 Meter sind immer hart. Jetzt freue ich mich riesig auf die WM und will mich dort nicht vor der internationalen Konkurrenz verstecken, sondern noch mal das letzte internationale Jugend-Highlight mitnehmen und mutig laufen. Einfach alles geben und schauen, für was es reicht", sagte Luna Fischer nach dem Finale.
Lera Miller führt Löninger Doppelsieg an
Die 1.500 Meter liefen für ein Duo aus Löningen ganz nach Plan: Lera Miller führte das Feld an, Paula Terhorst heftete sich an ihre Fersen. Auf den ersten beiden Runden konnten die Kontrahentinnen den beiden noch folgen. Doch dann setzten sich die Trainingspartnerinnen aus der Gruppe von Armin Beyer stetig immer weiter vom Feld ab. Beide blieben bis zur Zielgeraden dicht beieinander. Dann jedoch spielte Lera Miller ihre große Stärke aus und setzte zum Schlussspurt an. In 4:20,32 Minuten verteidigte sie ihren Titel und jubelte ausgelassen. Ihre Teamkollegin folgte nach 4:21,54 Minuten als Zweite. Die beiden unterboten ebenso wie die drittplatzierte Judit Aechtle (LG Region Karlsruhe; 4:23,75 min) die U20-WM-Norm, die jedoch alle drei schon zuvor abgehakt hatten.
"Dass wir beide vorneweg laufen, war tatsächlich nicht abgesprochen", verriet Lera Miller anschließend. "Ich dachte mir, ich gehe mal vor und mache ein schnelles Rennen. Dass Paula dann mitläuft, konnte ich nur vermuten." Über die erfolgreiche Titelverteidigung freute sie sich sehr. "Ich wollte schon sehr gerne gewinnen und mein letztes Jugendjahr mit dem Titel abschließen und damit auch meine Siegesträhne weiterführen." Vor zwei Jahren stand sie als U18-Athletin bereits im U20-WM-Finale. Diesen elften Platz will sie nun in Eugene toppen.
Bei Lotta Edzards platzt der Knoten
Lotta Edzards (SCC Berlin) erwischte im Dreisprung gleich im ersten Durchgang einen guten Sprung: Sie flog bis auf 13,02 Meter. "Der Sprung hat sich nicht gut angefühlt. Als ich dann die 13 Meter gesehen habe, wusste ich: Das kann ein guter Tag werden!", erzählte die 19-Jährige anschließend. Die Anspannung blieb trotzdem bis zum Ende des Wettkampfes bestehen. "Für mich gilt immer: Bis zum sechsten Versuch kann alles passieren. Ich muss den Fokus bis zum Schluss behalten."
Das gelang optimal: Im zweiten Versuch flog sie auf die neue Bestleistung von 13,28 Metern. Im letzten Durchgang, als sie schon als Deutsche U20-Meisterin feststand, legte sie noch 13,35 Meter nach. "Das gibt mir Selbstvertrauen zurück, nachdem es zuletzt nicht so gut gelaufen ist. Die Saison in den USA ist so lang, das war schon anstrengend." Für die Berlinerin, die in Texas studiert, hat die Reise zur U20-WM eine ganz besondere Bedeutung. "In die USA zurückzukehren und dort mein Land zu vertreten, bedeutet mir sehr viel."
Die beiden weiteren Podestplätze gingen an Lokalmatadorinnen, die beide Bestleistung sprangen: Berenike Roos (12,93 m) und Vanessa Jaske (12,61 m). Die Jahresbeste Antonia Bronnert (VfL Löningen), die auch die Weltjahresbestenliste anführt, fehlte kurzfristig, kann aber nach wie vor auf das U20-WM-Ticket hoffen.
Emily Scherf sichert sich auch den Freilufttitel
Es war der erwartete Vierkampf um die Medaillen sowie die zwei verfügbaren WM-Tickets, der das Kugelstoßen dominierte. Und vielleicht war genau dies auch ein Grund dafür, dass sich die Favoritinnen auffällig viele Fehlversuche leisteten. Doch was zählen ungültige Stöße, wenn am Ende trotzdem eine gute Weite steht? Die trifft auch auf Emily Scherf (SC Neubrandenburg) zu, die zwar nur die ersten beiden Stöße gültig machte, beide jedoch für Gold gereicht hätten. Letztlich holte sie sich den Titel sowie das erste Ticket nach Eugene mit 16,76 Metern.
„Das war heute alles etwas anstrengend – auch weil es sehr heiß und ich die Woche über noch erkältet war. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe, meinen Hallentitel auch im Freien zu verteidigen und besser gestoßen habe, als noch letztes Wochenende. Zwar bin ich mit der Weite nicht so ganz zufrieden, aber jetzt konzentriere ich mich auf die WM“, sagte Emily Scherf im Anschluss an den Wettkampf.
Nur eine gültige Weite brachte Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart 1893) in die Ergebnisliste ein. Und lange sah es so aus, als ob ihre 15,01 Meter aus dem ersten Versuch erneut für Silber reichen – bereits am Freitag hatte sie im Diskuswerfen Platz zwei belegt. Doch dann entwickelte Antonia Heberle (TV Rottenburg) jene magische Energie, die nur bei einer Meisterschaft möglich ist. In ihrem letzten Versuch schob sie sich noch an Weber vorbei und packte den besten Stoß ihrer noch jungen Karriere aus. 15,23 Meter bedeuteten nicht nur Bestleistung und Silber, sondern auch das Ticket zur U20-WM. Als Vierte das Nachsehen hatte indes Johanna Guggemoos (LG Stadtwerke München; 14,90 m).
Gold zum Geburtstag: Clara Hegemann hat doppelten Grund zum Feiern
Auf Silber folgt Gold: Dies gilt für Hammerwerferin Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) nicht nur in Bezug auf die U20-DM im Vorjahr, sondern auch auf die Vorwoche, als sie bei den Deutschen U23-Meisterschaften hinter Jada Julien (LV 90 Erzgebirge) Zweite geworden war. Am Samstag hatte sie nun wieder die Nase vorn. Direkt im ersten Versuch legte sie mit 65,03 Metern vor und steigerte sich zunächst auf 66,47 Meter und schließlich noch auf die Siegesweite von 66,98 Metern. Und das ausgerechnet an ihrem 19. Geburtstag – Grund zum Feiern gibt es entsprechend gleich doppelt.
Auch Nova Kienast (Berlin Athletics) konnte sich nach Platz fünf bei der U23-DM steigern, den Wert der Deutschen U20-Rekordhalterin aus München aber nicht mehr überbieten. Mit 64,19 Metern sicherte sie sich Silber. Beide Werferinnen lösten zugleich das Ticket für die U20-WM. Die ebenfalls mit der Norm ausgestattete Maria Gröper (LV 90 Erzgebirge) wurde mit 58,39 Metern Dritte.
„Das war heute nicht mein bester Wettkampf, was mich ein bisschen ärgert, da der Saisonhöhepunkt immer näher rückt. Aber den Titel nehme ich natürlich trotzdem gerne mit. Vor der WM spüre ich jetzt schon ein wenig Druck, weil ich auf der Weltjahresbestenliste sehr weit vorne bin und auch den Deutschen U20-Rekord geworfen habe diese Saison. Darum möchte ich gern auch in Eugene dann wieder so weit werfen. Bevor wir in die USA fliegen, starte ich noch bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven in zwei Wochen und dann folgt schon das Pre-Camp“, sagte Clara Hegemann in der Mixed Zone im Kurz-Interview.
Carolin Evers springt am höchsten
Mit 1,83 Meter war Carolin Evers (SV Werder Bremen) im Hochsprung als einzige Springerin mit U20-WM-Norm angetreten und damit klar in der Rolle der Favoritin. Und wurde dieser auch gerecht. Zwar ging es nicht ganz so hoch hinaus wie in Essen, doch 1,78 Meter sollten am Samstag für Gold reichen. Als Deutsche Meisterin mit U20-WM-Norm hatte sie das Ticket für den Höhepunkt in Eugene sicher. Silber ging mit übersprungenen 1,75 Meter an Florentine Toppe (Munich Athletics), Bronze gab es mit Bestleistung für Amelie Kunst (ASC Darmstadt; 1,72 m).
„Mit der Höhe war ich nicht ganz zufrieden, aber im Endeffekt bin ich trotzdem zufrieden. In den Wettkampf heute bin ich sehr selbstbewusst reingegangen, die letzten Tage war die Anspannung allerdings sehr groß. Die Sprünge waren dann alle sehr sauber und ich freue mich sehr auf die WM“, sagte Carolin Evers.
Zuletzt mit Medaillen bei der Berglauf-EM im Juni dekoriert, erweiterte Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) ihre Medaillensammlung am Samstag mit DM-Gold über 3.000 Meter auf der Bahn. Zunächst hing sie noch an den Fersen von Gloria Herold (RACE Erfurt), setzte aber in der vorletzten Runde zu einem unwiderstehlichen Endspurt an und zog einsam und allein davon. Mit einem Achtungsvorsprung gewann sie in 9:23,99 Minuten vor Gloria Herold (9:28,34 min), die wie auch die Drittplatzierte Lena Rossmanith (TSV Marktoberdorf; 9:39,39 min) Bestzeit lief. Für Julia Ehrle steht mit erfüllter Norm der nächste internationale Höhepunkt bevor, Gloria Herold hatte sich im Vorfeld für einen Einsatz über 5.000 Meter empfohlen.
| Männliche U20 |
Schnell, schneller, Jakob Kemminer. Mit Einstellung des deutschen U20-Rekordes aus dem Jahr 1988 (!) vom Berliner Sven Matthes zündete der Athlet des LAC Quelle Fürth regelrecht ein Feuerwerk auf der blauen Kunststoffbahn im Lohrheidestadion und sprintete souverän zum Sieg über 100 Meter. Im Ziel leuchteten 10,14 Sekunden für den U18-Europameister auf – damit hat er zugleich die Norm für die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) geknackt, sich bei den Männern auf Platz drei der deutschen Jahresbestenliste katapultiert und dürfte nicht zuletzt zum engeren Favoritenkreis bei der U20-WM in Eugene zählen.
Ebenfalls pfeilschnell unterwegs waren auch die Athleten auf den Plätzen zwei bis vier, die allesamt eine „PB“ für sich verbuchten. Den vielversprechenden Eindruck aus dem Staffelrennen am Freitag bestätigen konnte dabei Lennox Schmidt (SCC Berlin), der sich in 10,25 Sekunden Silber vor Alvin Mawumba (TV Wattenscheid 01; 10,36 sec) sicherte und ebenfalls zum internationalen Höhepunkt in die USA fliegen darf.
„Die EM-Norm bei den Männern zu rennen, das ist unfassbar. Das hätte ich niemals gedacht. Erst recht, weil ich mich heute Morgen gar nicht gut gefühlt hatte und sehr nervös war. Im Stadion ging es dann aber und bei den Läufen hat alles gepasst. Nachdem ich mich im Halbfinale noch etwas zurückgehalten habe, wollte ich im Finale alles reinhauen und Gas geben. Jetzt ist das Krasseste passiert, wovon ich geträumt habe. Bei der U20-WM werde ich auf jeden Fall starten, die EM in Birmingham ist eher unwahrscheinlich. Bei der DM der Aktiven in zwei Wochen bin ich aber dabei. International bleibe ich erst noch bei der Jugend“, sagte Jakob Kemminer noch etwas ungläubig über das, was er am Samstag geschafft hatte.
Matti Hummel knackt 70-Meter-Marke
Der einzige Hammerwerfer, der am Samstag die 70 Meter übertraf, war der Jahresbeste Matti Hummel (Eintracht Frankfurt). Ihm gelang diese Leistung gleich viermal, seinen weitesten Wurf verbuchte er im zweiten Durchgang: 72,86 Meter. "Ich hatte etwas müde Beine, aber über meinen ersten deutschen Meistertitel kann ich mich nicht beschweren", bilanzierte er nüchtern. Mit seiner bisherigen Saison ist der Youngster zufrieden: "Der Wechsel nach Frankfurt hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Ich fühle mich richtig wohl: tolle Stadt, tolle Menschen", erklärte der 19-Jährige. Bis zur U20-WM will er noch an der Schnelligkeit feilen.
Nach Eugene begleiten wird den Deutschen U20-Meister der zweite Normerfüller Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach), der im Lohrheidestadion seine Position in der deutschen Jahresbestenliste bestätigte und mit 67,76 Metern Zweiter wurde. Das Podium komplettierte Alexander Brehm (Erfurter LAC; 66,00 m).
Simon Kunkel wird Favoritenrolle gerecht
Mit 19,75 Metern war Simon Kunkel (USC Mainz) auf dem Papier der klare Favorit im Kugelstoßen. Und dieser Rolle wurde der Mainzer vier Tage nach seinem 19. Geburtstag vollauf gerecht: Jeder seiner fünf gültigen Versuche hätte ihm den Titel beschert. Mit 18,87 Metern stieg er in den Wettkampf ein und packte in Runde vier noch zehn Zentimeter drauf. Dabei blieb es. "Das größte Ziel war es, das U20-WM-Ticket abzuhaken. Deutscher Meister zu werden, ist auch immer der Hammer. Die Weite ist nicht so der Hammer, aber ich hoffe, dass ich bei der WM mehr zeigen kann."
Der 19-Jährige traut sich noch deutlich größere Weiten zu. "Die letzten Einheiten im Training waren wirklich gut, auch das Einstoßen war besser. Im Wettkampf bin ich dann ein bisschen fest geworden", analysierte er. Zum souveränen Sieg vor Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge) reichte es dennoch. Der Deutsche U20-Meister im Diskuswurf stieß die Kugel im letzten Durchgang auf die neue Bestweite von 17,60 Metern. Bronze ergatterte, ebenfalls mit neuem Hausrekord, Lenny Dittmar (BIG Basketball in Gotha; 17,12 m).
Zum nationalen Höhepunkt die beste Leistung der Saison abrufen, genau das gelang gleich vier Athleten im Dreisprung. Allen voran Joel Yamah (SCC Berlin), der sich im letzten Versuch auf 15,14 Meter steigerte und Bennedikt Maurer (LG Stadtwerke München) noch auf Platz zwei verwies. Einziger Wermutstropfen: Trotz des Titels ist es nicht Joel Yamah, der zur U20-WM darf, sondern als einziger Normerfüller (15,45 m) Benedikt Maurer. Übertroffen hatte dieser die Marke Mitte Juni bei einem Wettkampf in Mannheim mit 15,65 Metern. Platz drei ging an Toncho Tzolov (TSV Germania Helstedt; 14,80 m).
Jacob Thomä floppt souverän zum Sieg
Drei Athleten mit WM-Norm, aber nur zwei Tickets – so die Ausgangslage im Hochsprung. Bereits eine Höhe von 2,03 Meter entschied am Samstagnachmittag über die Medaillenvergabe. Drei Athleten floppten drüber, Jacob Thomä (Eintracht Frankfurt) ließ diese Höhe aus. Bei den folgenden 2,06 Metern waren es lediglich zwei Springer, die direkt im ersten Anlauf die grüne Fahne für das erfolgreiche Überqueren erhielten: Jacob Thomä und Keon Schmidt-Gothan (Munich Athletics). Damit stand nicht nur fest, wer nach Eugene fliegen darf, sondern auch, dass Johannes Böcher (USC Mainz; 2,03 m) dank weniger Fehlversuche Bronze gewonnen hatte. Höhengleich auf Rang vier kam Lasse Zumsande (LG Emstal Dörpen).
Im Kampf um den Titel begann anschließend das Pokern. Während Thomä einen sauberen Sprung über 2,09 Meter zeigte, hob sich Schmidt-Gothan nach einem Lattenreißer über diese Höhe seine verbleibenden zwei Versuche für 2,12 Meter auf. Und es wurde tatsächlich noch einmal richtig spannend, denn auch der Favorit Thomä zeigte erstmals Nerven und brachte die Latte zweimal zu Fall. Im dritten Anlauf floppte er jedoch drüber, anders als Schmidt-Gothan. Der Münchner wurde mit übersprungenen 2,06 Meter Zweiter, Jacob Thomä probierte sich noch vergeblich an 2,17 Metern, nahm Gold letztlich aber für überquerte 2,12 Meter mit nach Hause.
„Ich war heute schon gut aufgeregt vor dem Wettkampf, aber dann hat alles gut gepasst. Schon die U23-Meisterschaften vergangene Woche liefen für mich sehr gut und ich habe versucht, heute alles zu replizieren. Das hat gut funktioniert. Wir hatten diese Saison meinen Anlauf geändert, der war vorher zu schnell für mich. Jetzt haben wir auf einen kürzeren und etwas langsameren Anlauf umgestellt und damit kann ich die Sprünge sehr gut kontrollieren. Bei der WM würde ich gern ins Finale kommen, das ist das Ziel“, sagte Jacob Thomä zufrieden nach seinem Wettkampf.
PB gibt Rückenwind auf dem Weg zur U20-WM
Mit Bestzeit Selbstvertrauen für den Saisonhöhepunkt sammeln: Bereits als Favorit ins Finale über 400 Meter gestartet, zeigte Tjark Schult (LG Flensburg) ein durchweg starkes Rennen und ließ sich auch nicht von der Konkurrenz beeindrucken, die ihm eingangs der Zielgeraden noch dicht auf den Fersen war. Was zunächst nach einem spannenden Finish aussah, zeichnete sich etwa 30 Meter vor dem Ziel doch als souveräner Titelgewinn des Norddeutschen aus, der das beste Stehvermögen hatte und sich noch klar von seinen Verfolgern absetzen konnte.
Die für ihn gestoppten 47,06 Sekunden bedeuteten am Ende nicht nur Gold, sondern lagen auch deutlich unterhalb der geforderten Norm für die U20-WM, die er im Mai mit 47,39 Sekunden bereits erfüllt hatte. Im Sog des Siegers lief der Zweitplatzierte Amir Bilal Chaib Cuti (TSV Marktoberdorf; 47,48 sec) ebenfalls zu einer neuen Bestzeit. Michal Fatyga (SC Neubrandenburg) belohnte sich für seine Saisonbestzeit von 47,58 Sekunden mit Bronze.
Piet Hoyer mit bestechender Schlussrunde
Es war Valentin Oblupin (TV Bad Säckingen), der das 1.500-Meter-Feld zu Beginn anführte. In seinem Nacken lauerte der Jahresbeste Piet Hoyer (Königsteiner LV). Der 18-Jährige wartete bis zur Schlussrunde mit seiner Attacke. Dann aber war er nicht mehr zu stoppen. In 3:49,57 Minuten stürmte er zum Titel. Den Kampf um Platz zwei entschied Finn Jakob Merheim (TuS Köln rrh.) in 3:51,25 Minuten für sich und freute sich ausgelassen. Denn damit hat das Duo auch die U20-WM-Tickets gelöst. Als Dritter folgte Aaron Richter (Hallesche Leichtathletik-Freunde; 3:51,85 min).
"Ich sollte die ersten 200 Meter sehr aggressiv laufen und das Feld ein bisschen abschütteln. Eingangs der letzten Runde habe ich mich ein bisschen umgeguckt und gesehen, dass eine große Lücke aufgegangen ist. So konnte ich am Schluss noch ein bisschen rausnehmen", erklärte er. Nachdem er bei den U18- und U20-Europameisterschaften noch über 800 Meter angetreten war, hat der Hesse nun den Fokus auf die 1.500 Meter gelegt. "Es hat von den Werten her sehr gut gepasst und ich wollte nach drei, vier Jahren, die ich die 800 Meter jetzt schon laufe, einfach mal was Neues ausprobieren", begründete er den Wechsel.
Es war ein unruhiges Rennen, in dem viel im Pulk gelaufen wurde und es auch Stürze gab. Davon unbeeindruckt zeigte sich letztlich die Top Drei. Als Sieger über 3.000 Meter ging in der Abendsonne Levin Saveur (LG Stadtwerke München) hervor, der sich in 8:34,06 Minuten vor Leonard Kaufmann (LG Ohra Energie; 8:34,81 min) durchsetzte. Platz drei ging an Karl Luis Eickmeyer (LG Olympia Dortmund; 8:34,98 min).