Weiter geht's bei der U18-EM! Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist mit 72 jungen Athletinnen und Athleten nach Rieti (Italien) gereist. Wie die DLV-Talente am Freitag in den Vorrunden abgeschnitten haben, lesen Sie hier.
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Weibliche U18
100 Meter | Halbfinale
Solide Leistungen des deutschen Duos
Wenngleich Sonja Schulte-Mäter (Eintracht Frankfurt) und Lisa Fischer (TSG Niefern) das 100-Meter-Finale verpassten, waren beide nach ihren Rennen mit sich im Reinen. Die Frankfurterin verfehlte in 11,83 Sekunden ihre Bestzeit aus dem Vorlauf nur um vier Hundertstel und sprintete damit auf Rang fünf im zweiten Lauf. Für ihre Teamkollegin wurden auf Rang sieben des dritten Halbfinals 11,93 Sekunden gestoppt.
"Mein Start war okay, am Ende bin ich ein bisschen gestolpert", befand Sonja Schulte-Mäter. "Ich hatte mir schon erhofft, noch mal ein bisschen schneller zu laufen, aber ich bin zufrieden mit mir!" – "Ich hatte richtig Bock auf den Lauf", sagte Lisa Fischer. "Ich habe mich gut gefühlt. Ich hätte meine Bestzeit gerne bestätigt, aber es ist trotzdem okay." Schnellste der Halbfinalrunde war Italiens U20-Europameisterin Kelly Ann Maevane Doualla Edimo in 11,43 Sekunden.
200 Meter | Vorlauf
DLV-Sprinterinnen überzeugen
Die beiden deutschen 200-Meter-Sprinterinnen waren gleich in den ersten beiden Vorläufen im Einsatz. Und beide strahlten hinterher über das ganze Gesicht. Zuerst machte Sanja Kropf (TSV Burghaslach) in 24,46 Sekunden als Vorlaufdritte das Halbfinalticket klar. Zur Bestzeit (24,33 sec) fehlte nicht viel. Sogar einen neuen Hausrekord bejubelte Isabella Tikovsky (LG Sempt), In 24,27 Sekunden war sie vier Hundertstel schneller als bei der U18-DM. Da sie einen schnellen Lauf erwischt hatte, reichte das nur für Platz fünf, doch als schnellste nicht direkt qualifizierte Sprinterin war der Halbfinaleinzug nie gefährdet.
"Ich habe mir das Rennen genau so vorgestellt", freute sich Sanja Kropf. "Ich bin gut aus dem Startblock gekommen und konnte schön mit hohen Knien einen lockeren Schritt laufen. Im Startblock ist man natürlich immer sehr aufgeregt. Umso mehr war ich erleichtert, als ich ins Ziel gekommen bin und gesehen habe, dass ich besser abgeschnitten habe als gedacht. Das war pure Freude."
Isabella Tikovsky freute sich nach einer Saison mit Höhen und Tiefen ganz besonders über die Bestzeit im passenden Moment. "Es war so geil!", jubelte sie. "Als ich aus der Kurve gekommen bin und gesehen habe, dass ich ganz weit vorne bin, hat sich das so gut angefühlt! Die Beine wurden hintenraus total schwer, das lag aber auch ein bisschen an der Hitze. Ich komme nicht gut mit Hitze klar, aber die Trainer versorgen uns mit allem, was wir brauchen, und umso mehr freue ich mich über meine Bestzeit."
400 Meter | Halbfinale
Anna Pantchev belohnt sich mit dem Finaleinzug
Beide deutschen Langsprinterinnen lieferten im Halbfinale starke Rennen ab. Und eine von ihnen konnte sich mit dem Finaleinzug belohnen: Anna Pantchev (LAZ Ludwigsburg). Die Deutsche U18-Meisterin lief in 54,51 Sekunden bis auf sechs Hundertstel an ihren Hausrekord heran und wurde beim Sieg der Griechin Eleni Iakovaki (53,92 sec) Dritte. Das reichte für ein kleines q. Ebenfalls nur sechs Hundertstel über ihrer Bestleistung blieb Amke Bolten (MTV Aurich; 54,87 sec). Sie rannte beim Halbfinal-Sieg der Britin Noa Chodokufa (54,24 sec) auf Platz vier. Damit verpasste sie das Finale nur um einen Platz.
"Ich bin total stolz!", sagte Anna Pantchev. "Ich bin mit dem Gefühl reingegangen, dass das Halbfinale schon eine Zugabe ist. Ich wollte es einfach genießen und alles reinhauen, und das hat funktioniert. Ich wusste, dass auf Bahn sechs und sieben sehr starke Athletinnen stehen und die beiden großen Qs wahrscheinlich weg sein werden. Mein Ziel war, mich da ranzuhängen und mit den Bahnen drei und vier das Rennen auszumachen. Die letzten 100 habe ich noch mal alles rausgeholt, was ging!"
"Ich hatte das Gefühl, dass der Lauf allgemein ziemlich langsam ist", fand Amke Bolten. "Erst dachte ich, dass ich gar nicht rankomme. Dann kam die Kurvenvorgabe und ich habe gemerkt, dass ich doch ganz gut liege. Aber auf den letzten 50 Metern habe ich meine Beine ziemlich doll gemerkt. Dafür, dass ich gestern auch gelaufen bin, und bei der Hitze ist das Ergebnis definitiv ein Erfolg!"
800 Meter | Vorlauf
Valerie Fehlandt kann internationales Debüt genießen
Auf den ersten 400 Metern konnte Valerie Fehlandt (LAV Zeven) noch gut mit den Konkurrentinnen mithalten. Dann wurden die Beine schwer und auf der Zielgeraden hatte die noch 15-Jährige sichtlich zu kämpfen. In 2:12,72 Minuten lief sie als Fünfte ins Ziel. Fürs Halbfinale qualifizierten sich lediglich die Top Drei und für eines der kleinen qs reichte die Zeit nicht.
"Ab 300 Meter wurde ich weggedrängt und musste einmal außen rum, das hat mir die Kraft genommen", analysierte sie ihr Rennen. Ganz zufrieden war die U18-DM-Dritte mit ihrem Resultat nicht, konnte aber ihr internationales Debüt dennoch genießen. "Ich bin glücklich, dass ich hier starten konnte. Mit 15 bei einer EM dabei sein – was will man mehr! Es war eine coole Erfahrung und hat Spaß gemacht."
Vorlaufschnellste war die Französin Léa Eid (2:08,68 min), erwartungsgemäß zog auch die U20-Vize-Europameisterin Ziva Remic (Slowenien; 2:08,77 min) souverän eine Runde weiter.
400 Meter Hürden | Vorlauf
Meisterschaftsrekord für Tschechin, zwei kleine qs für DLV-Athletinnen
Nach dem letzten Vorlauf ging ein Raunen durchs Publikum. Denn die Tschechin Linda Botkova, ohnehin als Schnellste gemeldet, sorgte für einen Paukenschlag: In 56,79 Sekunden steigerte sie den Meisterschaftsrekord ihrer Landsfrau Nina Radova (58,00 sec) aus dem Jahr 2024 um mehr als eine Sekunde. Die beiden deutschen Athletinnen waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Innenraum verschwunden, konnten aber erleichtert aufatmen: Denn als die Ergebnisse des Laufes eintrudelten, waren die Halbfinal-Plätze für das DLV-Duo besiegelt.
Zufrieden war Lina Oberschachtsiek (SSF Bonn), die den vierten Platz erst auf den letzten Metern hatte abgeben müssen. In 1:01,03 Minuten gelang ihr ein gutes Rennen. "Ich bin voll auf Risiko gegangen und habe die achte Hürde im 17er-Rhythmus geschafft", sagte sie. "Erst hintenraus wurde es dann doch schwer, da habe ich den vierten Platz verloren. Ich war sehr nervös, aber habe mich richtig gefreut. Es ist eine Ehre, hier laufen zu dürfen. Im deutschen Team wachsen wir immer mehr zusammen." Sie sicherte sich das erste von vier kleinen qs.
Das zweite ging an Teamkollegin Tessa Haacks (SC Rönnau 74). In ihrem erst fünften Rennen über die 400 Meter Hürden wurden 1:01,21 Minuten gestoppt, damit wurde sie ebenfalls Fünfte. Zu den Deutschen U18-Meisterschaften war sie mit einer Bestzeit von 1:02,47 Minuten angereist, die sie bis auf 1:00,44 Minuten steigern konnte. Auf diesem neuen Niveau kann sich die 16-Jährige jetzt etablieren.
Hochsprung | Qualifikation
Lea Völcker zieht mit weißer Weste ins Finale ein
Drei makellose Sprünge – bei 1,64 Metern, 1,68 Metern und 1,71 Metern – und Lea Völcker konnte ihre Sachen wieder packen und sich gedanklich auf das Finale einstellen. Denn diese Höhe meisterten lediglich 13 Athletinnen. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das schon reicht", sagte die Münchnerin. "Als ich über 1,71 Meter gesprungen bin, dachte ich, dass ich eine Höhe noch schaffen muss." Der erste gültige Sprung bei der Einstiegshöhe gab der 17-Jährigen Sicherheit. "Vor dem ersten Sprung ist die Nervosität immer am größten. Danach fällt der Druck schon ein bisschen ab", erzählte sie hinterher. "Im Warm-up dachte ich mir noch: Ich weiß nicht, ob das was wird. Das hat sich beim Einspringen gar nicht so gut angefühlt. Es war ein bisschen schwierig, sich mit dem Coach abzustimmen, als parallel die 400 Meter Hürden liefen."
Die zweite deutsche Starterin Lyra Okpara (SV Brackwede) zählte leider nicht zu den 13 Athletinnen, die die Höhe meisterten. Bei 1,68 Metern wollte die Latte nicht mehr liegen bleiben, so gingen 1,64 Meter in die Wertung ein.
Stabhochsprung | Qualifikation
Stabhochsprung-Duo fliegt ins Finale
Eine Qualifikation wie aus dem Bilderbuch absolvierte Tessa Böttner (SC Potsdam). 3,60 Meter, 3,75 Meter und 3,85 Meter – alle Höhen überquerte sie souverän im ersten Anlauf und zog mit weißer Weste ins Finale ein. "So wollte ich es auf jeden Fall haben, aber man weiß ja nie, ob es dann auch so klappt", sagte Tessa Böttner. "Ich bin vorgestern umgeknickt, aber ich war vorhin noch bei den Physios und dann habe ich mich sicher gefühlt. Ich war froh, dass ich nicht so viel springen musste, weil ich sehr stark auf Hitze reagiere." Die favorisierten Französinnen Julie Bourgis und Isild Drouet blieben wie die Potsdamerin fehlerfrei.
Eva Marie Weisbrodt (MTG Mannheim) machte es spannender: Sowohl bei 3,60 als auch bei 3,75 Metern musste die 16-Jährige in den zweiten Versuch, war dann aber jeweils im zweiten erfolgreich und schaffte die 3,85 Meter dann im ersten Anlauf. "Ich habe nach dem ersten Fehlversuch mit meinem Trainer und meinen Eltern geredet, die mich beruhigt haben. Dann hat es auch geklappt." Vor ihrem zweiten Versuch bei 3,75 Metern herrschte an der Anlage kurz Verwirrung: Aufgrund eines Fehlers in der Ergebnisliste wurde die Springerin, die vor der Mannheimerin an der Reihe gewesen wäre, in der Reihenfolge ausgelassen. Eine Überprüfung ergab, dass deren erster Versuch fälschlicherweise als gültig angezeigt worden war. So klärte sich die Situation schnell auf und die Athletinnen absolvierten die Sprünge in der richtigen Reihenfolge.
Über den Finaleinzug freuten sich beide sehr: "Als wir die 3,85 Meter übersprungen hatten, dachten wir uns schon, dass die Höhe reichen könnte. Wir arbeiten sehr hart im Training und das ist der Lohn dafür", sagte Eva Marie Weisbrodt, die im Finale "souveräne, gute Sprünge" zeigen will. Tessa Böttner hat sich vorgenommen, unnötige Fehlversuche zu vermeiden und ihre Bestleistung von 3,95 Metern anzugreifen.
Weitsprung | Qualifikation
Teresie Hess schnappt sich mit Bestleistung das große Q
Ihr internationales Debüt verlief für Teresie Hess (SG Schorndorf 1846) optimal: Gleich im ersten Durchgang flog sie auf 6,19 Meter und übertraf ihre Bestleistung damit um elf, die geforderte Qualifikationsweite um neun Zentimeter. "Ich hätte nicht gedacht, dass der Sprung eine PB wird", staunte sie. "Ich war nicht so nervös, wie ich gedacht hatte. Ich bin einfach gesprungen und habe gesehen, dass es über sechs Meter gegangen ist. Es hat sich aber nicht wie eine PB angefühlt."
Damit war sie in der Qualifikation sogar zweitbeste Athletin. "Jetzt ruhe ich mich aus und nehme die Selbstsicherheit mit. Die Atmosphäre hier ist schon mega. Ich bin jetzt zwar Zweite, war aber nicht als Zweite gemeldet, deshalb möchte ich im Finale primär Spaß haben." Einzig Kristýna Záhorová aus Tschechien flog auf 6,25 Meter und damit weiter. Die anderen mit starken Bestleistungen gemeldeten Weitspringerinnen taten sich schwer. Leider auch Amelie Giese (TSV Zirndorf). Nach einem ungültigen Sprung zum Auftakt gingen für die 6,18-Meter-Springerin diesmal nur 5,65 Meter in die Ergebnislisten ein. Die 16-Jährige nahm es gelassen. "Natürlich bin ich enttäuscht, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Ich bin noch jung und es kommen noch so viele Wettkämpfe."
Dreisprung | Qualifikation
Finaleinzug im Doppelpack
Die beiden deutschen Dreispringerinnen lagen in der Meldeliste auf den Plätzen zwölf und 14. Das hieß also: Der Finaleinzug ist machbar, aber keine Pflicht. Entsprechend konnten Olivia Nieß (SC Magdeburg) und Maja Witte (Haldensleber SC) recht gelassen an die Qualifikation herangehen – und das machte sich bezahlt. Olivia Nieß flog gleich im ersten Durchgang auf 12,56 Meter. Bei genau dieser Weite steht ihre Bestleistung, die sie nun mit etwas zu viel Wind egalisierte. Maja Witte verbuchte zunächst einen ungültigen Sprung, ließ sich davon aber nicht beirren und packte in Runde zwei mit 12,66 Metern eine neue Bestmarke aus.
Der dritte Versuch war dann bei beiden ungültig. So hieß es abwarten – doch als Achte und Zehnte stehen beide im Finale. 12,46 Meter waren letztlich für die Runde der Top Zwölf gefordert. Mit 13-Meter-Sprüngen glänzten die favorisierte Bulgarin Viktoria Angelova (13,43 m) sowie Leila Newth (Großbritannien; 13,02 m) und Gift Okunrobo (Spanien; 13,00 m). "Ich bin ganz entspannt an den Wettkampf rangegangen", sagte Olivia Nieß. "Ich dachte mir: Wenn es funktioniert, dann funktioniert's. Wenn nicht, dann habe ich trotzdem mein Bestes gegeben!"
Ihre Teamkollegin ergänzte: "Ich habe mich von dem ersten Ungültigen nicht aus der Ruhe bringen lassen und habe einfach gehofft, dass ich den zweiten Sprung treffe. Der war ehrlich gesagt gar nicht so gut. Aber ich bin heute relativ schnell angelaufen, vielleicht war die Weite deshalb dann so gut."
Speerwurf | Qualifikation
Lena Sachse fehlen nur elf Zentimeter
Sport kann hart sein. Gerade einmal elf Zentimeter fehlten Lena Sachse (TT Ehrenfriedersdorf) zum Finaleinzug. Ihr bester Wurf wurde mit 46,73 Metern vermessen, damit belegte sie den "verflixten" 13. Platz. Die Ukrainerin Mylana Kornieieva schaffte es mit 46,84 Metern in die Runde der besten Zwölf. So flossen bei der 17-Jährigen, die in Bestform schon 51,90 Meter geworfen hat, die Tränen der Enttäuschung.
Tami Forkel (Hallesche LAF) konnte sich nach zwei vermeintlich ungültigen Versuchen noch auf 43,83 Meter retten. Nachträglich wurde der erste Wurf gültig gegeben und eine Weite von 40,41 Metern notiert. „Die Weite aus dem dritten Durchgang hätte ich gerne im ersten gehabt, darauf hätte man aufbauen können“, meinte die Deutsche U18-Meisterin. „Das Einwerfen war noch gut, ich denke, es war schon die Aufregung, die es mir schwer gemacht hat. Aber das ist eine Erfahrung zum Lernen und ich bin sehr froh, hier sein zu dürfen. Ich möchte die Tage hier jetzt noch genießen und alle anfeuern.“ Die beste Weite in der Qualifikation erzielte mit 55,96 Metern die Isländerin Bryndís Embla Einarsdóttir.
Männliche U18
100 Meter | Halbfinale
DLV-Sprinter schneller als im Vorlauf, aber ausgeschieden
Beide deutschen Sprinter konnten ihre Vorlaufzeiten im Halbfinale noch einmal ein wenig drücken. Als Erster war Sidwell Njikam (ABC Ludwigshafen) im Einsatz. Als Fünfter seines Laufs in 10,63 Sekunden konnte er bei nur zwei Halbfinals sogar noch auf den Finaleinzug hoffen. Nach dem zweiten Lauf war dann aber klar: Ein paar Hundertstel hatten doch gefehlt. Ilja Reimchen (TV Wattenscheid 01), der auf die Hundertstel genau gleich schnell war wie sein Teamkollege, wurde im zweiten Lauf Sechster. In die Favoritenrolle haben sich der Halbfinal-Schnellste Divine Iheme (Großbritannien; 10,36 sec) sowie mit spanischer U18-Bestzeit Francisco de Las Heras (10,39 sec) geschoben.
"Ich war schon beim Warmmachen erfüllt mit Emotionen", sagte Sidwell Njikam. "Ich bin allgemein zufrieden, auch wenn ich nicht ganz umsetzen konnte, was ich umsetzen wollte." Ilja Reimchen war vor allem froh, dass er eine Zehntelsekunde schneller unterwegs gewesen war als im Vorlauf. "Dazu habe ich mich auch selber motiviert", berichtete er. "Ich habe mich fitter gefühlt als gestern und bin zufrieden mit mir, ich bin ja auch noch der jüngere Jahrgang." Zu Beginn der Saison hatte sich der Nachwuchs-Sprinter, der am Donnerstag seinen 16. Geburtstag gefeiert hat, noch überwiegend auf die 110 Meter Hürden konzentriert und sich erst kurz vor den Deutschen Meisterschaften entschieden, auf die Flachdistanz zu setzen. Ein Entschluss, der in Rieti mit dem Halbfinal-Einzug belohnt wurde.
200 Meter | Vorlauf
DLV-Duo souverän
Bei den Deutschen U18-Meisterschaften hatte Timur Ilik (LAC Quelle Fürth) mit 21,12 Sekunden geglänzt. Dass diese Zeit kein Ausrutscher war, zeigte sich in Rieti. Obwohl er auf der – wegen seiner Körpergröße eher ungeliebten – Innenbahn laufen musste, trommelte er 21,17 Sekunden auf die Bahn. Es war die drittschnellste Zeit der Vorrunde, in der der Brite Ethan Haggerty mit Meisterschaftsrekord von 20,77 Sekunden ein Ausrufezeichen setzte. "Ich bin die Kurve kontrolliert angegangen, dafür war die Zielgerade sehr schön gedrückt", zog der 16-Jährige Bilanz. "Ich wollte schon ein Statement setzen, aber es ist noch deutlich mehr drin als das, was ich jetzt gezeigt habe. Die Hitze ist für alle eine kleine Herausforderung, aber wir sind vom DLV super ausgestattet worden, was das Kühlen betrifft."
Seine starke Entwicklung in dieser Saison führt Timur Ilik auf den Wechsel zum LAC Quelle Fürth zurück. Bei seinem neuen Verein hat er mit Jakob Kemminer, dem noch amtierenden U18-Europameister über 100 Meter, einen starken Trainingskollegen. "Meine Trainer Christian Hoffmann und Norbert Wörlein leisten tolle Arbeit. Konstantes Training bringt konstante Ergebnisse. Und ich habe die Unterstützung von Mama und Papa. Die beiden sind meine größten Supporter. Ich bin sehr dankbar, zu jedem Training werde ich hinkutschiert."
Mit einem starken Finish buchte auch Danilo Hübner (LAC Berlin) das Halbfinal-Ticket. In 21,45 Sekunden sprintete er auf zwei in seinem Lauf, den der mitfavorisierte Pole Bartosz Pytlik in 21,19 Sekunden gewann. Der Berliner konnte auf den letzten Metern noch Yagiz Celal Delice (Türkei; 21,47 sec) und Huba Pandur (Ungarn; 21,48 sec) abfangen.
400 Meter | Halbfinale
Endstation für deutsche Langsprinter
Der Deutsche U18-Meister Niklas Stephan (SV Lok Brandenburg) hatte in seinem Halbfinale eine knifflige Aufgabe zu bewältigen: Er lief auf der Innenbahn in einem Feld, in dem fast alle Athleten stärkere Bestzeiten vorweisen konnten. Entsprechend tat er sich schwer und kam nach 49,03 Sekunden als Achter ins Ziel. "Ich hab's versucht", sagte er. "Ich bin im Halbfinale gewesen und das ist alles, was ich vorher wollte. Das Rennen hat sich deutlich schwerer angefühlt als gestern, aber es hat trotzdem Spaß gemacht."
Ein wenig schneller war Jonathan Perner (Recklinghäuser LC) unterwegs. Er war tags zuvor im Vorlauf das erste Mal unter 48 Sekunden geblieben, was doch viele Körner gekostet hatte, wie er anschließend gestand. In seinem Halbfinale belegte er in 48,50 Sekunden Rang sechs und war insgesamt recht zufrieden mit seinem Abschneiden. "Es waren schon anstrengende Tage. Bei mir ist meistens das erste Rennen schneller als das zweite. Ich habe gestern alles reingehauen und das bereue ich nicht, auch wenn meine Beine sich dadurch heute extrem müde anfühlen." Der Tscheche Sebastian Karp (46,97 sec) unterbot in der Halbfinalrunde als Schnellster die 47 Sekunden.
800 Meter | Halbfinale
Ole Steinbach läuft mit schneller Zeit ins Finale
Es ist Ole Steinbachs erste internationale Meisterschaft, doch der Dresdner bestritt sein EM-Halbfinale, als hätte er nie etwas anders gemacht. Bei zwei Halbfinals wurden drei große Qs vergeben. Und auf genau diesem dritten Rang lag der noch 16-Jährige, als die Glocke zur Schlussrunde ertönte. Dann verschärfte der Brite Charlie Chambers, die Nummer eins der Meldeliste, das Tempo – und Ole Steinbach ging mit. Wie schon im Vorlauf konterte er alle Angriffe der anderen Läufer und lief als Zweiter hinter dem Briten (1:50,35 min) ins Ziel. Seine Zeit: 1:50,59 Minuten, nicht weit weg von seiner Bestzeit (1:50,17 min) – und zugleich die zweitbeste Zeit der Halbfinalrunde.
"Ich wollte es ähnlich wie gestern machen und mich weit vorne platzieren, damit ich auf Attacken reagieren kann", sagte Ole Steinbach. "Ich finde, ich habe das super gemacht!" Das schnelle Tempo des Briten kam ihm entgegen. "So hat sich das Feld auseinandergezogen, das hat mir sehr geholfen. Für das Finale stelle ich mich auf jeden Rennverlauf ein."
1.500 Meter | Vorlauf
Dominik Wiedenmann und Fiete Timm sammeln Erfahrung
Dominik Wiedenmann (VfL Sindelfingen) deutete es nach seinem Rennen schon mit einem Kopfschütteln an: Er war nicht zufrieden mit seinem Auftritt. "Das war einfach nicht gut", kommentierte er Rang zwölf mit 4:04,32 Minuten. "Ich habe mich falsch einsortiert, es lief einfach nicht. Die Zeiten hätte ich easy laufen können. Das ist jetzt schade." In dem taktischen Rennen setzte sich der Brite Freddie Rowe in 3:57,19 Minuten durch.
Auch für Fiete Timm (LC Paderborn) war nach dem Vorlauf Endstation. Er hielt sich von Anfang an hinten im Feld auf und konnte das hohe Tempo zum Schluss nicht mehr mitgehen. In 4:05,49 Minuten trudelte er über die Ziellinie. Den Lauf gewann Alex Sangil aus Spanien in 3:58,97 Minuten. "Ich war lange gut dabei, dann ist einer gestürzt und ich musste außen vorbei, sonst wäre ich auch gestürzt", schilderte Fiete Timm den Rennverlauf. "Aber ich ärgere mich nicht, ich habe die Erfahrung gemacht und hatte Spaß."
400 Meter Hürden | Vorlauf
Erik Siepmann gewinnt seinen Vorlauf
Einen starken Eindruck hinterließ im Vorlauf Erik Siepmann (MTV Wittmann). Der Deutsche U18-Meister gewann sein Rennen – obwohl er die letzte Hürde nicht optimal erwischte. In 52,76 Sekunden lief er die zweitbeste Zeit seiner Karriere, nur bei den Deutschen U18-Meisterschaften, als er sich auf 52,00 Sekunden gesteigert hatte, war er schneller gewesen. Damit war der 17-Jährige zugleich der sechstschnellste Athlet der ersten Runde.
"Es hat sich gut angefühlt, als Erster über die Ziellinie zu laufen", sagte er. "Das Rennen war auch gut, bis auf die letzte Hürde, da konnte ich einfach nicht mehr. Die Zeit ist fast ein bisschen schnell für die erste Runde. Es ist ganz toll, hier die Erfahrung mitnehmen zu dürfen. Natürlich bin ich stolz, hier bei der EM teilnehmen zu dürfen. Ich habe mir vorgenommen, ins Finale einzuziehen."
Auch Teamkollege Colin Schäfer (Erfurter LAC) steht im Halbfinale. Der 17-Jährige, der im ersten Vorlauf gestartet war, verpasste auf Platz fünf die direkte Qualifikation um einen Platz, wenngleich in 53,75 Sekunden nur sieben Hundertstel zur Bestzeit fehlten. "Ich hatte mir eigentlich erhofft, jetzt schon schneller zu laufen und das große Q zu holen", sagte er. "Zwischendurch hat mein Rhythmus nicht so hingehauen, dann musste ich einen ganz langen Schritt machen." Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Kein Fünftplatzierter der folgenden Rennen sollte schneller laufen. Somit ging es für ihn mit einem kleinen q ebenfalls eine Runde weiter.
2.000 Meter Hindernis | Vorlauf
Zweimal Bestzeit, zweimal Finale
Auf dem Papier zählten die beiden deutschen Hindernisläufer nicht zu den ersten Anwärtern auf die Finaltickets. Doch beide riefen zur rechten Zeit ihre beste Leistung ab. Im ersten der beiden Vorläufe war Emil Oppelt (LG Sempt) am Start. Den Finnen Antti Ristanen, der an der Spitze ein Solo hinlegte, ließ er ziehen. "Ich habe mich am Schweizer Jonas Beutler orientiert", erklärte der DLV-Athlet anschließend. Er blieb immer in der ersten Verfolgergruppe, die den Finnen schließlich wieder einfing. Der 16-Jährige konnte das hohe Tempo bis zum Schluss mitgehen und belegte in neuer Bestzeit von 5:54,29 Minuten genau den siebten Platz, der für die Qualifikation notwendig war. Damit war er fünf Sekunden schneller als je zuvor.
"Das Rennen war super schwer, viele Athleten waren mit schnelleren Bestleistungen gemeldet", resümierte Emil Oppelt anschließend. "Aber angesichts der Hitze habe ich mir schon gedacht, dass vielleicht was geht, wenn es nicht ganz so schnell wird. Die Schlussrunde war superhart, ich war kurz vorn, dann wieder weiter hinten, aber schlussendlich hat es doch gereicht." Im Finale will er seine Bestzeit noch einmal angreifen.
Wenig später folgte Paul Euskirchen (Eintracht Hildesheim) seinem Teamkollegen ins Finale – und das in beeindruckender Manier: Mit 5:51,33 Minuten schraubte er seine Bestzeit um acht Sekunden nach unten und wurde Zweiter hinter dem Schweizer Nino Eugster (5:51,16 min). "Ich hatte mir vorgenommen, mich einfach in die vordere Hälfte reinzuhängen. Ich habe versucht, so wenig wie möglich auf die Zeiten zu schauen. Und dann habe ich gemerkt: Ich kann da mitgehen", verriet er anschließend. "Die Hitze habe ich schon gespürt, aber unsere Trainer haben uns gut vorbereitet." Eine Platzierung in den Top Ten wäre im Finale ein Traum für ihn.
Weitsprung | Qualifikation
Alexander Mann steigert PB, Phil Janitz macht's spannend
Die gute Nachricht vorweg: Sowohl Alexander Mann (TSV Ochenbruck) als auch Phil Janitz (Düsseldorf Athletics) stehen im Finale! Der Weg dorthin gestaltete sich für die beiden DLV-Athleten jedoch unterschiedlich. Alexander Mann erwischte mit 7,05 Metern auf Anhieb einen guten Sprung und verbesserte im zweiten Versuch seinen Hausrekord um fünf Zentimeter auf 7,24 Meter. Phil Janitz dagegen kämpfte mit dem Brett und brachte in Runde eins und zwei keinen Sieben-Meter-Sprung in die Wertung. Dann jedoch die Erlösung: Im dritten Durchgang steigerte er sich auf 7,23 Meter. Damit belegte das deutsche Duo Rang zehn und elf in der Qualifikation. Beeindruckend stark präsentierte sich mit 7,78 Metern der Franzose Maidis Gorrillot.
"Es hätte fast nicht besser laufen können – PB und Finale", freute sich Alexander Mann. "Ich habe nicht so darüber nachgedacht, dass es eine Europameisterschaft ist. Ich gehe immer positiv in meine Wettkämpfe rein, also hatte ich keine Zweifel, obwohl die Wahrscheinlichkeit eigentlich nicht dafür sprach, dass ich es ins Finale schaffe. Als mein Vater, der auch hier ist, mir gesagt hat, dass es gereicht hat, war die Freude groß."
"Ich wollte eigentlich im ersten Versuch direkt großes Q springen und dachte nach dem Sprung erst mal: Scheiße", berichtete Phil Janitz. Für die direkte Qualifikation wären 7,35 Meter gefordert gewesen. "Der zweite war dann besser, aber immer noch richtig weit vom Brett weg." So musste er für den dritten Sprung einige Anpassungen vornehmen. "Ich bin ein bisschen weiter nach vorne gegangen und beim Anlauf ein bisschen schneller rangegangen. Zum Glück habe ich da das Brett getroffen. Diese 15 Minuten nach meinem letzten Sprung waren die schlimmsten im ganzen Monat. Mich hätten so viele noch verdrängen können." Im Finale wünscht sich der 16-Jährige eine Top-Acht-Platzierung.
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