| Jugend-DM Rostock

Weibliche Jugend Tag 2 | Die Entscheidungen von Disziplin zu Disziplin

Es geht um Meistertitel und internationale Startplätze! Die Deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock sind der nationale Saisonhöhepunkt für die deutschen U18- und U20-Talente. Lesen Sie hier, wie sich die Nachwuchs-Athletinnen am Samstag in Rostocker Leichtathletikstadion geschlagen haben.
Svenja Sapper

Jugend-DM Rostock 2023 live 

WEIBLICHE JUGEND U20


100 Meter


Favoritinnensieg für Chelsea Kadiri

Mit starken 11,25 Sekunden, gesprintet bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel, wo sie Silber hinter Europameisterin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) geholt hatte, war Chelsea Kadiri (SC Magdeburg) die klare Favoritin auf den 100-Meter-Sieg. Bei nasskalten Bedingungen kam sie am Samstagabend zwar nicht an ihre Bestzeit heran, war aber auch mit Gold in 11,54 Sekunden zufrieden: "Für das Wetter ist die Zeit in Ordnung." Ihren DM-Erfolg bewertete sie im Rückblick als "sehr cool". "Das war ja auch mein erster Start bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen." 

Die Magdeburgerin führt auch die europäische Jahresbestenliste an, will sich aber vor der U20-EM in Jerusalem (Israel; 7. bis 10. August) nicht unter Druck setzen lassen: "Mein erstes Ziel ist ein Platz unter den Top Acht. Mein zweites dann eine Platzierung in den besten Vier." Silber schnappte sich knapp zwei Zehntel hinter der überlegenen Siegerin Laura Mier (SC Potsdam; 11,73 sec) fünf Hundertstel vor Bronzemedaillengewinnerin Nele Jaworski (VfL Wolfsburg). 
 


400 Meter


Spitzenduo mit Bestzeiten und Norm

Die Reise von Dortmund nach Rostock hatte sich für Anna Malia Hense bereits nach dem Vorlauf am Freitag gelohnt. In der ersten Runde hatte die 19-Jährige nämlich mit 54,47 Sekunden die U20-EM-Norm für Jerusalem (Israel; 7. bis 10. August) um drei Hundertstel unterboten. Im Finale am Samstag legte sie noch einmal eine Schippe drauf: Die Uhr stoppte bei 53,58 Sekunden. Damit schraubte die Vorjahresdritte, die bereits vor zwei Jahren, ebenfalls in Rostock, den U20-Titel abgeräumt hatte, ihre drei Jahre alte Bestzeit um sechs Hundertstel nach unten. 

"Ich bin sehr erleichtert und glücklich, dass es gestern und heute so gut geklappt hat", sagte Anna Malia Hense. "Ich bin jetzt viel fitter als in den letzten Wochen, das hat mir auch Selbstvertrauen gegeben." Leichte muskuläre Probleme hatten sie vor einigen Wochen noch beeinträchtigt. "Ich habe in beiden Rennen versucht, schnell anzugehen und alles zu geben. Im Finale wird man mehr gefordert, da wird es dann auch schneller." 

Bis zur Zielgeraden hatte Maja Schorr (SV Go! Saar 05) noch Paroli geboten. Mit 53,92 Sekunden blieb auch sie unter der 54-Sekunden-Marke und unter der U20-EM-Norm. Für sie war es das erste 400-Meter-Rennen in diesem Wettkampfsommer. 
 


800 Meter


Jana Marie Becker mit gewohnt starkem Finish

Ihr starker Schlussspurt dürfte spätestens seit der U18-EM, bei der sie im vergangenen Jahr Silber holte, hinreichend bekannt sein. In Rostock drückte Jana Marie Becker (Königsteiner LV) dem 800-Meter-Rennen von Beginn an ihren Stempel auf und lag bereits nach der ersten Runde in Führung, ohne sich von den Kontrahentinnen abzusetzen. Bis eingangs der Zielgeraden versuchte Hannah Odendahl (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) dranzubleiben. 

Auf den letzten Metern genügten der Favoritin, mit 2:02,91 Minuten in diesem Jahr mehr als drei Sekunden schneller als jede ihrer Disziplinkolleginnen, jedoch wenige Schritte, um eine Lücke zu Hannah Odendahl zu reißen. 2:07,72 Minuten führten Jana Becker, die im Übrigen auch in diesem Jahr noch der U18 angehört, zum souveränen Sieg vor Hannah Odendahl (2:08,94 min) und Helena Schenk (TSG Bruchsal; 2:09,21 min). 

"Der Plan ist genau aufgegangen", erzählte sie anschließend. "Ich wollte das Rennen von vorne gestalten und am Ende dann richtig kicken." Das gelang ihr optimal – was auch optimistisch für die U20-EM in Jerusalem stimmt. Ihr Ziel: der Finaleinzug. "Ich glaube, ich kann mich taktisch gut auf verschiedene Rennverläufe einstellen. Bei Meisterschaften kommt es ja oft auf den Schlussspurt an. Ich kann mir vorstellen, dass es im Finale in Jerusalem ein schnelles Rennen gibt. Das habe ich aber auch drauf, das hat man in Pfungstadt gesehen." 
 


1.500 Meter


Emie Lotta Berger geht in der Kurve vorbei

Die letzte Runde hatte es in sich. Vier Läuferinnen waren beim Rundengong noch dicht beieinander, bevor sich das Spitzenquartett Stück für Stück auseinanderzog. Auf der Gegengeraden kämpften dann nur noch Julia Rath (LAC Quelle Fürth) und Emie Lotta Berger (TSV Bayer 04 Leverkusen) um Gold. Die frischesten Beine hatte schließlich die junge Leverkusenerin, die noch der U18 angehört: Sie überholte in der letzten Kurve und erlief sich noch einen deutlichen Vorsprung. Nach 4:23,22 Minuten überquerte die U18-EM-Fünfte des Vorjahres die Ziellinie. 

Vor dem Rennen hatte sie die Bestenlisten studiert und festgestellt, dass sie mit deutlichem Abstand die schnellste Saisonbestleistung der gemeldeten Läuferinnen aufweisen konnte. "Da habe ich mir dann schon gedacht, dass es für die Top Drei auf jeden Fall reichen muss, auch wenn Meisterschaftsrennen ja eher taktisch gelaufen werden." Nach ihrem internationalen Start verspüre sie mittlerweile mehr Routine. "Letztes Jahr bei der U18-EM war ich vor dem Rennen den ganzen Tag aufgeregt. Heute habe ich erst im Callroom die Nervosität gespürt." 

Julia Rath legte die Strecke in 4:25,11 Minuten zurück, die Tübingerin Natalie Frank rannte mit deutlichem Abstand nach vorn wie nach hinten zu Bronze. In 4:28,25 Minuten war sie knapp sieben Sekunden schneller als die viertplatzierte Bianca Böhnke (VfL Waiblingen), die sich ihrerseits nur knapp vor Sophie Hinrichs (VfL Löningen; 4:36,86 min) durchsetzen konnte. 
 


3.000 Meter


Kira Weis' Plan geht auf

Kira Weis hatte einen Plan. Die Läuferin des KSG Gerlingen wusste genau, wie sie ihr 3.000-Meter-Rennen angehen wollte: "Von Anfang an auf die Tube drücken", formulierte sie selbst im Anschluss ihre Marschroute. Und das setzte sie, gemeinsam mit einigen weiteren Läuferinnen, darunter Sofia Benfares (LC Rehlingen), Linda Meier (LAC Passau), Carolina Schäfer (TG Schwalbach) und die Hindernis-Meisterin Adia Budde (TSV Altenholz), in die Tat um. Das Ziel der Baden-Württembergerin: es nicht auf einen Spurt ankommen zu lassen, liegen ihre Stärken doch eher auf den längeren Strecken. Bereits im Mai hatte sie bei den Deutschen Langstrecken-Meisterschaften in Mittweida über 5.000 Meter triumphiert. 

Das glückte: Verfolgerin um Verfolgerin konnte Kira Weis abschütteln, bis nur noch Sofia Benfares an ihren Fersen heftete. Und auch die Kräfte der Rehlingerin schwanden nach und nach, sodass die Gerlingerin in 9:06,79 Minuten ungefährdet zu Gold laufen konnte. Eine deutliche Verbesserung ihrer eigenen deutschen Jahresbestleistung, die bis dahin bei 9:09,94 Minuten stand. Zweite wurde in 9:16,64 Minuten Sofia Benfares, die sich auf der Zielgeraden noch gegen den Angriff von Linda Meier (9:17,01 min) wehren konnte. 
 


Hochsprung


Johanna Göring geht auf Nummer sicher

Sie hatte bereits 1,80 Meter gemeistert, den deutschen Meistertitel damit abgesichert. Trotzdem probierte sich Johanna Göring im Anschluss noch an 1,84 Metern. Immerhin war es für die Hochspringerin vom SV Salamander Kornwestheim der erste Wettkampf nach einer Verletzungspause und der erste, den sie wieder aus langem Anlauf bestritt. Doch pünktlich zur neuen Höhe begann es wie aus Kübeln zu regnen. Grund genug für die U18-Vize-Europameisterin, auf ihren letzten Versuch zu verzichten. "Das Verletzungsrisiko ist bei Regen einfach viel größer."

Trotzdem blickt die 18-Jährige, die gerade ihr Abitur absolviert hat, der U20-EM in Jerusalem optimistisch entgegen: "Ich habe ja noch zwei Wochen Zeit und in Jerusalem regnet es bestimmt nicht." Auch im Vorjahr war der Qualifikationswettkampf nicht optimal ausgefallen, bevor sie bei der U18-EM ihre beste Saisonleistung ablieferte. In dieser Saison hat sie trotz Abiturstress bereits je einen Wettkampf mit einer Höhe von 1,90 und 1,91 Metern beendet. Die Schleimbeutelentzündung, die sie zu einigen Wochen Wettkampfpause gezwungen hatte, ist vollständig ausgestanden: "Mir tut gar nichts mehr weh, ich fühle mich fit." 

Platz zwei und drei machten die beiden 1,78-Meter-Springerinnen unter sich aus. Joana Herrmann (SV Teuto Riesenbeck), bis zu dieser Höhe fehlerfrei, belegte wie in der Hallensaison den Silberrang, für Meike Haiduk (LG Neumünster) gab's Bronze. 
 


Stabhochsprung


Regen stoppt Chiara Sistermann

Der Wettkampf hatte für die Jahresbeste und Titelverteidigerin denkbar ungünstig begonnen: Chiara Sistermann (TSV Gräfelfing) startete bei ihrer Einstiegshöhe von 3,90 Metern mit zwei Fehlversuchen. Doch davon ließ sich die U20-Vize-Weltmeisterin nicht aus der Ruhe bringen. Im dritten Anlauf flog sie über die Latte, bevor sie die vier Meter im ersten Versuch nahm. "Ich bin ganz schwer in den Wettkampf gekommen, das Einspringen war schon nicht gut", meinte Chiara Sistermann.

Kurz vor der Jugend-DM hatte sie noch einmal Umstellungen am Anlauf vorgenommen, mit denen sie sich diesmal noch schwertat. Bei 4,05 Metern bewies sie im dritten Versuch erneut Nervenstärke. Das brachte ihr den Sieg vor Vereinskollegin Lilly Samanski, die als zweite Springerin die vier Meter überquerte. 

Allein im Wettkampf, ließ Chiara Sistermann 4,20 Meter auflegen. Mit einer Saisonbestmarke von 4,31 Metern wäre diese Höhe unter normalen Umständen im Bereich des Möglichen gewesen. Doch über das Rostocker Leichtathletikstadion ergoss sich ein heftiger Schauer, weshalb sie auf ihren letzten Sprung verzichtete. "Ich wollte vor der U20-EM kein Verletzungsrisiko eingehen", erklärte die Deutsche U20-Meisterin diesen Schritt. "Ich musste ja nichts mehr beweisen." Als europäische Jahresbeste freut sich die Bayerin auf die Titelkämpfe in Israel: "Eine Medaille wäre schön." 

Bronze holte sich mit 3,80 Metern Tamineh Steinmeyer (WGL Schwäbisch Hall), die davon profitierte, bis zu ihrer Tagesbesthöhe fehlerfrei geblieben zu sein. Fehlversuche bei niedrigen Höhen kosteten Mathilda Hoffmeister (SV electronic Hohen Neuendorf), die ihre Bestleistung um zehn Zentimeter auf eben diese 3,80 Meter steigerte, die Medaille. 
 


Hammerwurf


Fast vier Meter Vorsprung für Jada Julien

Als U20-WM-Sechste und deutsche Jahresbeste war Jada Julien im Hammerwurf die klare Favoritin. Und dieser Rolle wurde sie vollauf gerecht: Mit 62,66 Metern, erzielt im fünften Versuch, legte die Athletin vom LV 90 Erzgebirge exakt dreidreiviertel Meter zwischen sich selbst und die Konkurrenz. Auch zwei weitere Würfe flogen über die 61-Meter-Marke. "Best of the rest" war mit 58,91 Metern Lara Hundertmark (Einbecker SV) vor der Frankfurterin Larissa Rollberg (57,04 m), die Bestleistung warf. Auch Jada Julien und Lara Hundertmark kamen recht nah an ihre Saisonbestwerte (63,28 m | 59,73 m) heran. 

 

WEIBLICHE U18


100 Meter


Pia Pätzel überrascht sich selbst

"Geil! Das habe ich nicht erwartet", kommentierte Pia Pätzel (LG VfL/SSG Bensheim) ihr 100-Meter-Finale. Unterstützt von 2,6 Metern pro Sekunde Rückenwind war sie kurz zuvor zwei Zehntelsekunden schneller gerannt als je zuvor. Mit 11,94 Sekunden war sie nach Rostock angereist, bevor sie sich im Halbfinale auf 11,84 Sekunden verbessert hatte und zeitgleich mit Sherin Kimuanga aus Leipzig als Schnellste ins Finale eingezogen war. Dort sprintete sie nach 11,65 Sekunden über die Ziellinie. 

"Ich hatte schon auf einen Platz auf dem Treppchen gehofft", meinte sie, nachdem sie von Konkurrentinnen, Freunden und Familie ausgiebig beglückwünscht worden war. "Vor dem Finale hatte ich mir eine Medaille fest vorgenommen. Und das hat geklappt!" Silber holte sich Sherin Kimuanga in 11,71 Sekunden vor Judith Bilepo Mokobe (USC Mainz; 11,83 sec). 
 


400 Meter


Luna Fischer gewinnt ersten Titel des Tages

"Ich bin nervös", hatte Luna Fischer vor dem Start zu ihrer Mutter gesagt. Doch diese Aufregung konnte die Hannoveranerin anschließend optimal in Leistung ummünzen: In 55,47 Sekunden holte sie sich den ersten deutschen Meistertitel, der am Samstag in der weiblichen Jugend vergeben wurde. Zur Bestzeit von 55,20 Sekunden fehlte nicht allzu viel, und so konnte die 16-Jährige, die noch dem jüngeren U18-Jahrgang angehört, voller Glück ihre Mutter in die Arme schließen. 

Silber ging an Norah Adou (ASC Düsseldorf; 56,12 sec), die ihren Hausrekord von 56,33 auf 56,12 Sekunden verbesserte. Sie hatte tags zuvor im Halbfinale die schnellste Zeit vorgelegt. Bronze gewann Lois Amaoko (SV Preußen Berlin) in exakt 57 Sekunden. 

"Ich war ziemlich unter Druck, weil ich wusste, dass ich schnell angehen muss", resümierte Luna Fischer anschließend. "Aber ein bisschen Aufregung braucht man wohl auch. Ich habe gemerkt, dass ich weit vorne bin. Auf der Zielgeraden musste ich dann aber noch mal alles geben. Mir ging es im Finale mehr um Gold als um die Zeit, aber dafür, dass ich den Vorlauf von gestern noch in den Beinen hatte, bin ich auch mit der Zeit zufrieden." Ihre Goldmedaille nahm sie aus den Händen von Weltrekordlerin Marita Koch entgegen. 
 


800 Meter


Paula Terhorst siegt nach der U16 in der U18

Am 1. Juli hat sie erst ihren 16. Geburtstag gefeiert, gehört als eine von nur zwei Finalistinnen dem jüngeren U18-Jahrgang an. Doch auch gegen die ältere Konkurrenz konnte sich Paula Terhorst behaupten. Nachdem die acht Athletinnen lange im Pulk gelaufen waren, zog die Löningerin das Feld gemeinsam mit Emma Lindner (LG Bamberg) auseinander. Auf der Zielgeraden setzte sie zum Überholen an – erfolgreich. In 2:13,76 Sekunden lief Paula Terhorst zum deutschen U18-Titel.

Erst im Vorjahr hatte der Schützling von Armin Beyer, der einst auch die Vize-Europameisterin über die Hindernisse Lea Meyer (TSV Bayer 04 Leverkusen) betreute, bei den Deutschen U16-Meisterschaften triumphiert. Silber schnappte sich im taktischen Finallauf Emma Lindner mit 2:14,67 Minuten. Im Kampf um Bronze setzte sich Katharina Schinke (TSV Schott Mainz) in 2:16,19 Minuten durch.  
 


1.500 Meter


Duo setzt sich frühzeitig ab

Bereits als die Glocke zur letzten Runde schrillte, war klar: Die Deutsche U18-Meisterin würde entweder Viktoria Kamml (Neuköllner SF) oder Anna Malena Wolff López (Braunschweiger Laufclub) heißen. Die beiden Läuferinnen hatten einen deutlichen Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen vorzuweisen. Anschließend gelang es Viktoria Kamml, die Braunschweiger Kontrahentin abzuschütteln. In 4:30,22 Minuten lief sie souverän zum Titel. Von den acht Finalistinnen hatte sie auch die schnellste Bestzeit mitgebracht.

Anna Malena Wolff López musste indessen ihren Silberrang gegen heranstürmende Läuferinnen verteidigen. In 4:35,63 Minuten brachte sie Silber ins Ziel. Antonia Kräußlich (TSV Bad Rodach) wurde für ihr starkes Finish mit 4:37,43 Minuten und Bronze belohnt.
  


3.000 Meter


Julia Ehrle läuft mutig zu Gold

Mit noch nicht ganz 16 Jahren ist sie die jüngste Titelträgerin der Deutschen Meisterschaften: Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald). Die Dritte der Deutschen Berglauf-Meisterschaften hält mit 9:27,46 Minuten die deutsche Jahresbestleistung ihrer Altersklasse. In Rostock lief sie zunächst in einer vierköpfigen Führungsgruppe mit, der auch Franziska Drexler (LG Telis Finanz Regensburg) angehörte. Drei Runden vor dem Ziel drückte Julia Ehrle schließlich aufs Tempo und konnte das Spitzen-Quartett sprengen. Anfangs konnte einzig Franziska Drexler noch folgen. Dann jedoch musste auch sie abreißen lassen. 

In 9:40,20 Minuten sicherte sich Julia Ehrle Gold, Franziska Drexler ergatterte Silber (9:46,72 min), Bronze gab's für die Sindelfingerin Emily Junginger (9:54,27 min). Die drei Medaillengewinnerinnen waren die Einzigen, die unter zehn Minuten blieben. 

"Es war ein sehr schönes Rennen", fand Julia Ehrle. "Wie ich gelaufen bin, war eher spontan und hat sich aus dem Rennverlauf ergeben. Ich wollte eigentlich erstmal abwarten, was die anderen machen." Die 15-Jährige liebt sowohl den Berglauf als auch die Bahnrennen. "Ich mag die Abwechslung", erklärte sie. "Am schönsten ist es doch, wenn man nicht immer das Gleiche macht. Und solange beides gut klappt, mache ich auch weiterhin beides." Die Fotos der strahlenden Siegerin mit ihrer Medaille schoss nach der Ehrung Bruder Lukas Ehrle, der amtierende Deutsche Berglauf-Meister. 
 


Hochsprung


Anna Elisabeth Ehlers triumphiert im "Anna-Duell"

Nach der Höhe von 1,74 Meter stand fest: Die Deutsche U18-Meisterin im Hochsprung trägt den ersten Vornamen Anna. Denn zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch Anna Elisabeth Ehlers (TSV Glücksburg 09) und Anna Amalia Riechel (LG Ohra Energie) im Wettkampf. Dann jedoch floppte Anna Elisabeth Ehlers im ersten Versuch über 1,77 Meter, zugleich eine Steigerung ihrer Bestmarke um einen Zentimeter. Anna Amalia Riechel konnte diese Höhe nicht mehr meistern, sie beendete den Wettkampf auf dem Silberrang. 

Bronze machten drei Springerinnen, die alle 1,71 Meter überquert hatten, unter sich aus. Ihre weiße Weste bis 1,68 Meter machte sich für Leonie Kroter (DJK SG Wasseralfingen) bezahlt, sie kletterte als Dritte aufs Podium. Amira Weber (LG Peiner Land) und Lilith Stenger (LG Kindelsberg Kreuztal) verpassten die Medaillenränge knapp. 
 


Weitsprung


Zehn Zentimeter zwischen Gold und Blech

Die ganz großen Weiten gab's im Regen von Rostock am Samstag nicht. Dafür einen spannenden Wettkampf, in dem letztlich nur zehn Zentimeter den Unterschied zwischen Gold und Rang vier ausmachten. In einem engen Wettkampf setzte sich Alisa Müller (LG Ortenau Nord) mit 5,84 Metern durch. Sie hatte seit dem zweiten Versuch in Führung gelegen und kam mit ihrem besten Sprung bis auf einen Zentimeter an ihre Bestmarke heran. In Runde sechs schob sich Caroline Freitag (SV Halle) mit 5,78 Metern noch auf den Silberrang.

Bronze durfte sich Lena Anochili (TSV Eintracht Hittfeld; 5,75 m) umhängen, die ihren dritten Platz im letzten Durchgang um ein Haar noch verloren hätte: Die zweite Hallenserin Charlotte Zeigermann sprang bis auf einen Zentimeter an die Medaillenweite heran, musste sich jedoch mit Platz vier begnügen, wenngleich auch sie nur zehn Zentimeter hinter der Siegerin lag. Die Jahresbeste Nelly Sohn, die wie auch Caroline Freitag bereits an den sechs Metern gekratzt hat, wurde mit 5,63 Metern Sechste. 
 


Hammerwurf


Clara Hegemann dominiert mit starker Serie

Nach einem ungültigen Wurf im ersten Durchgang ließ Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) ihren Hammer im zweiten Versuch auf 60,70 Meter segeln. Die einzige Werferin, die diese Weite noch überbieten konnte, war die Münchnerin selbst – und das gleich mehrmals. In Runde vier baute sie ihre Führung mit 63,18 Metern noch einmal aus. Als Clara Hegemann bereits als Deutsche U18-Meisterin feststand, schien sie der Titel zu beflügeln: Ihr letzter Wurf ging bis auf 64,44 Meter und damit fast heran an ihren Hausrekord (64,66 m), den sie im Februar bei den Deutschen Winterwurf-Meisterschaften aufgestellt hatte. 

Noch bis kommendes Wochenende ist die Münchnerin, die erst Mitte Juli ihren 16. Geburtstag gefeiert hat und damit zu den jüngsten Siegerinnen der Jugend-DM zählen dürfte, zugleich amtierende Deutsche U16- und U18-Meisterin. Silber ging in Person von Luise Herrmann (58,51 m) an den VfL Sindelfingen, Bronze mit 58,01 Meter an Heike Schwitters (Fortuna Wirdum). 
 

Jugend-DM Rostock 2023 live

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