| Karriere-Ende

Christina Schwanitz wird mit Standing Ovations verabschiedet

Dass sie ihre letzte Saison bestreitet, hatte sie im Vorfeld bekanntgegeben. Dass die Hallen-DM in Leipzig ihr allerletzter Wettkampf werden würde, stellte sich am Samstag heraus. Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat mit einer nationalen Bronzemedaille ihre lange und erfolgreiche Karriere beendet.
Silke Bernhart

"Jetzt passiert etwas Besonderes", kündigte Hallensprecher Dirk Bartholomy am Samstag bei der Hallen-DM in Leipzig den letzten Versuch von Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) an. Wie besonders dieser Stoß sein würde, wusste in dem Moment noch niemand – noch nicht einmal Christina Schwanitz selbst.

Dann schlug die Kugel der 36-Jährigen bei 18,24 Metern ein. Es war der zweitbeste Stoß der Saison von Christina Schwanitz. Aber im nationalen Vergleich mit ihren immer stärker werdenden nationalen Konkurrentinnen Sara Gambetta (SV Halle; 19,05 m) und Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge; 18,54 m) nicht genug, um sich nach Runde eins und 18,49 Metern noch auf den Silberrang nach vorne zu schieben. Damit blieb für Christina Schwanitz Bronze.

Abschied mit Tränen in den Augen

Was das bedeutete? Das sah man ihr bereits an, als sie den Ring verließ. Als sie dem Publikum zuwinkte. Und als ihr im Interview mit Hallen-Moderatorin Julia Nestle direkt die Tränen in die Augen stiegen. "Das hier war heute mein letzter Wettkampf", sagte die Weltmeisterin von 2015. Die Vize-Weltmeisterin von 2013. Die Hallen-Vize-Weltmeisterin von 2014 und die dreimalige Europameisterin in der Halle und im Freien.

Sechs Zentimeter hätten die Karriere der Ausnahme-Athletin und Deutschlands "Sportlerin des Jahres" 2015 vielleicht noch ein wenig verlängert – die fehlten ihr jedoch für einen von zwei deutschen Startplätzen bei der Hallen-WM in Belgrad (Serbien; 18. bis 20. März). "Eigentlich sollte die Hallen-WM mein letzter Auftritt werden", verriet Schwanitz, "aber Kathi war heute besser als ich."

Standing Ovations auf der Ehrenrunde

Es war einer der Momente, die sich in das Gedächtnis einprägen: Wenn eine ganz Große die Bühne verlässt. Eine Sportlerin, die auch mit ihrer Persönlichkeit – ihrer Offenheit, ihrer Ehrlichkeit, ihrem mitreißenden Lachen und ihren markanten Sprüchen – ihren Sport und ihre Disziplin geprägt hat. "Danke, Leipzig", rief Christina Schwanitz dem Publikum entgegen, "ihr wart super! Danke, dass ihr dem Kugelstoßen immer einen so großen Raum gegeben habt!"

Das Publikum bedankte sich auf seine Art für fast 20 Jahre Kugelstoßen mit Christina Schwanitz: mit kaum enden wollenden Standing Ovations, die schließlich sowohl Schwanitz selbst als auch ihre Nachfolgerinnen an der deutschen Spitze, die Deutsche Hallenmeisterin Sara Gambetta und Schwanitz' Trainingspartnerin Katharina Maisch, um eine Ehrenrunde trug.

Diese treten in den kommenden Jahren in große Fußstapfen. 13 internationale Medaillen hat Christina Schwanitz in ihrer Sammlung. Die erste davon: 2004 Bronze bei der U20-WM. Die letzte: 2021 Bronze bei der Hallen-EM. Es war eine von vier Medaillen, die die Sächsin nach der Geburt ihrer Zwillinge im Jahr 2017 erringen konnte. Und auf die sie daher ganz besonders stolz ist.

Hallen-DM 2022 Leipzig

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