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"Masters-Leichtathleten des Jahres" 2025: Die Nominierten im Porträt

Je fünf Männer und Frauen stehen als Deutschlands "Masters-Leichtathletin" beziehungsweise "Masters-Leichtathlet des Jahres" zur Wahl. Sie wissen noch nicht, wem Sie Ihre Stimme geben wollen? Hier erfahren Sie mehr über die Nominierten: Wir stellen Ihnen alle Athletinnen und Athleten in Kurzporträts vor.
Marc Gogol

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Masters-Leichtathletin des Jahres – Die Nominierten

Sigute Brönnecke | W60 | Eintracht Hildesheim

An Sigute Brönnecke geht sozusagen kein Weg vorbei. Jedenfalls nicht, wenn sie sich im Gehen, gleich ob auf der Straße oder auf der Bahn mit der Konkurrenz misst. In Gainesville ist sie über 3.000 Meter auf der Bahn über 20 Sekunden schneller als die Zweite und holt später auch Gold über 10 Kilometer Straßengehen. Kann frau mal machen, hat sie sich wohl gedacht – und macht auf Madeira Gleiches noch einmal. Mit Zugabe. Die EM-Titel über 5.000 Meter Bahngehen, 10 Kilometer und 20 Kilometer Straßengehen sind ihre. Plus 20 Kilometer Team-Gold für die Niedersächsin. Mehr geht in einem Jahr nun wirklich nicht ...

Barbara Gähling | W60 | LT DSHS Köln

6.826 Punkte. Um mehr als 550 Punkte steigert die Lehrerinzu Pfingsten den Siebenkampf-Weltrekord bei extremen Witterungsbedingungen mit Sturm und Regen. Aber in einer „großartigen Mehrkampfatmosphäre“ inmitten des Hauptfeldes der Aktiven, wie sie selber berichtet. Dann die DM in Gotha. Da verbessert die Kölnerin gleich zum Auftakt ihren eigenen Weltrekord über 300 Meter Hürden von 47,79 auf 47,63 Sekunden. Im Hochsprung ist erst bei der neuen Weltrekord-Höhe von 1,55 Meter Endstation – zum Glück kein Beinbruch: Sie hält die Bestmarke mit 1,54 Metern selbst. Es folgt eine deutsche Bestleistung über 400 Meter in 65,12 Sekunden. Barbara Gähling wird die erfolgreichste Athletin von Gotha.

Hillen von Maltzahn | W75 | TSV Burgdorf

Kann sie es ein perfektes Jahr nennen? Sie kann. Vier Starts – vier WM-Titel unterm Hallendach in Gainesville: 60 Meter, 200 Meter, Weitsprung und Dreisprung. Was ganz Neues dann zum Auftakt der Freiluft-EM auf Madeira. Gold und deutsche Bestzeit in 11:02,58 Minuten als erste deutsche Starterin über 2.000 Meter Hindernis. Und jetzt ist Hillen von Maltzahn im Flow: Gold im Weitsprung und über 100 Meter innerhalb einer Stunde. Titel Nummer vier im Dreisprung. Und Staffel geht auch: Die Niedersächsin darf in der deutschen 75er Mixed-Staffel über 4x400 Meter und in der W70-Staffel über 4x400 Meter weiter zwei Male der deutschen Nationalhymne lauschen.

Tatjana Schilling | W55 | TSV 1850/09 Korbach

Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften macht die Hessin die Titel über 60, 200 und 400 Meter klar. Netter Auftakt, aber der Hammer kommt dann im EM-Oktober auf Madeira (Portugal). Dort schraubt sie den alten Weltrekord von Barbara Gähling um 138 Punkte auf 6.420 Zähler nach oben, obwohl es am ersten Tag noch gar nicht rund gelaufen war. Doch wenige Tage nach ihrem 55. Geburtstag zeigt Tatjana Schilling an Tag zwei ihr wahres WettKAMPFgesicht. Und rennt über die 800 Meter einsam vorneweg quasi um ihr Leben und zum neuen Weltrekord. Tatjana Schilling ist jetzt Inhaberin der Siebenkampf-Weltrekorde der Altersklassen W45, W50 und W55.

Frauke Viebahn | W65 | DJK Blau-Weiß Annen

Im Hochsprung, das kennt Frauke Viebahn, kommt es auf den Zentimeter an. Gerade dann, wenn es um Rekorde geht. Zum Jahresauftakt liegt die Latte für Frauke Viebahn mehrmals richtig. Und vor allem: Sie bleibt liegen. Anfang Februar in Dortmund bei den westfälischen Meisterschaften ist es eine übersprungene Höhe von 1,42 Meter, bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt Anfang März darf es dann noch ein Zentimeter mehr sein. Frauke Viebahn darf sich Hallen-Weltrekordlerin im Hochsprung nennen. Und wie man sie kennt, nimmt sie ihre erfolgreichen Sprünge immer freudig, aber auch zugleich sympathisch zurückhaltend auf. In Frankfurt kommt sogar noch der souveräne Sprint-Titel über 60 Meter hinzu.

Masters-Leichtathlet des Jahres – Die Nominierten

Friedhelm Adorf | M80 | LG Rhein-Wied

Seinen in der Masters-Karriere insgesamt 13. WM-Titel feiert Friedhelm Adorf über 400 Meter in Gainesville bereits früh im Wettkampfjahr. Hinzu kommen in den USA jeweils Silber über 60 und 200 Meter. Bei der Freiluft-EM auf Madeira feiert der 82-Jährige über 400 Meter den nächsten internationalen Gold-Coup. Auch auf den 100 Metern liegt er ganz vorn. Und über 200 Meter. Friedhelm Adorf ist zudem ein Mann für die Staffeln. Über 4x400 Meter startet er sogar in der wesentlich jüngeren M70-Mannschaft. Und läuft zu Gold für den DLV. Ebenso wie in der M75-Staffel über 4x100 Meter und in der 75er-Mixed-Staffel über 4x400 Meter. Noch was? Ach ja, so ganz nebenbei stellt Friedhelm Adorf einen Europa-Rekord über 200 Meter in 29,78 Sekunden auf.

Andy Dittmar | M50 | BIG Basketball in Gotha

Zweimal Weltrekord in einem Jahr. Kapitel eins, die Halle: Da gibt es drei M50-Weltrekord-Stöße innerhalb von knapp zwei Monaten, zuletzt auf 18,15 Meter. Dann Freiluft: Zunächst fehlt ein Zentimeter. Der Kugelstoß-Altmeister hatte 2024 den Weltrekord mit exakt 18,63 Metern eingestellt. Seit dem 20. September ist er nun alleiniger Rekordinhaber, in Ohrdruf fliegt die Sechs-Kilo-Kugel auf 18,90 Meter. „Das ist so ein Tag, wo man aufwacht und schon fluffig die Treppe zur Küche runtergeht“, beschreibt der Thüringer das Traum-Erlebnis Weltrekord-Stoß. Bei der EM auf Madeira muss es dann kein Rekordstoß mehr sein. Eine lockere Performance reicht Andy Dittmar zum ungefährdeten EM-Gold.

Roland Gröger | M60 | TopFit Berlin

Das Triple mit Sahnehäubchen ersprintet sich der Berliner bei der Hallen-WM in den USA. Erst Gold über 60 Meter, dann über die 200 Meter und dann noch über die 400 Meter mit neuem Weltrekord. 55,35 Sekunden unterbieten die bis dato gelaufene Rekordmarke des Kanadiers Harold Morioka (55,62 sec) deutlich. Dieses Triple soll es auch im Freien bei der EM auf Madeira werden. „Ich möchte die Bilanz von Gainesville wiederholen“, verrät Roland Gröger, der getreu seinem Vereinsnamen topfit an den Start geht. Gesagt, getan. Jeweils Gold über 100 Meter, 200 Meter und 400 Meter. Und das Sahnehäubchen für Roland Gröger? Gold mit der deutschen 4x100 Meter-Staffel.

Eberhard Linke  | M80 | LG Kindelsberg/Kreuztal

Bronze – Silber – Gold, exakt diese Medaillen-Reihenfolge verbuchte der „Sprungexperte“. Als vierfacher Weltrekordler tritt der 81-Jährige aus Westfalen in Übersee bei der Hallen-WM in Gainesville an und darf bei den Siegerehrungen über 60 Meter (Bronze), im Dreisprung (Silber) und im Weitsprung (Gold) immer eine Stufe höher klettern. Seine bekannten Trümpfe, eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und täglichem Mittagsschlaf haben auch in diesem Wettkampfjahr wieder gegen die internationale Konkurrenz gestochen.

Manfred Ziegler | M65 | TB Weiden

1,68 Meter, 23 Zentimeter Vorsprung auf die Konkurrenz, höher gesprungen als die Sieger der Altersklassen M50, M55 und M60 – diese herausragende Bilanz durfte der M65-Athlet bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt ziehen. Jetzt hält der Weidener gemeinsam mit dem Slowenen Dušan Prezelj den Hallen-Weltrekord. Nächstes Ziel, die Freiluft-Bestmarke. Wieder floppt Manfred Ziegler erfolgreich über 1,68 Meter. Er stellt den Freiluft-Weltrekord des US-Amerikaners Bruce McBarnett ein. Bei der EM auf Madeira ist der Oberpfälzer verletzt, muss im Vorfeld viele Trainingseinheiten auslassen. Dennoch, der 66-jährige Überflieger erspringt sich die Silbermedaille.

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