Die deutsche Leichtathletik trauert um Gudrun Löffler. Mit 87 Jahren ist die Thüringerin in der Nacht zum 2. Januar verstorben. Bei der Grüdung des Leichtathletikverbandes Thüringen und der Vereinigung der beiden deutschen Leichtathletikverbände spielte sie eine zentrale Rolle.
Die Leichtathletik-Familie trauert um Gudrun Löffler. Die langjährige Präsidentin des Thüringer Leichtathletik-Verbandes ist in der Nacht zum 2. Januar im Alter von 87 Jahren verstorben. Zwischen 1990 und 1997 war sie Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Von 1990 bis 1999 führte sie als Gründungspräsidentin den Thüringer Landesverband und wurde nach ihrer Präsidentschaft zur Ehrenpräsidentin gewählt.
Solange es ihre Gesundheit erlaubte, war Gudrun Löffler mit der Leichtathletik eng verbunden. „Wir sind alle tief betroffen vom Tod Gudruns Löfflers. Die Anteilnahme der gesamten deutschen Leichtathletik gilt ihrem Sohn, allen Angehörigen und Freunden in dieser schweren Zeit“, erklärt der DLV-Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Schweitzer.
Gudrun Löffler war in ihrer frühesten Jugend selbst aktive und vielseitige Leichtathletin. Nach ihrer aktiven Laufbahn widmete sie sich verstärkt der Ehrenamtsarbeit im Verein und in den Sportfachausschüssen. Eine zentrale Rolle nahm sie bei der Vereinigung der beiden deutschen Leichtathletik-Verbände ein. So führte sie als Sprecherin der 15 DVfL-Bezirke die wegweisenden Gespräche mit den DLV-Landesverbandsvorsitzenden mit Sprecher Wolfgang Delfs (Schleswig-Holstein) im Sommer 1990 in Bad Lauterberg.
Zentrale Rolle bei Wiedervereinigung der Leichtathletik
Am 24. November 1990 wurden schlussendlich die fünf neu gegründeten Landesverbände Thüringen (mit Präsidentin Gudrun Löffler), Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt in den DLV aufgenommen. „Gudrun Löffler hat die deutsche Leichtathletik über viele Jahre mitgestaltet. Mit ihr verliert der Sport eine prägende Persönlichkeit. Ohne Gudrun Löffler wäre die sportliche Wiedervereinigung der Leichtathletik nicht so harmonisch verlaufen“, blickt Jochen Schweitzer auf das Wirken von Gudrun Löffler zurück.
Nach der Wiedervereinigung 1990 sorgte Gudrun Löffler zusammen mit ihren Weggefährten für den Aufbau des Thüringer Leichtathletikverbandes. Durch ihren persönlichen Einsatz gewann sie zahlreiche Unterstützer und konnte erstmals Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in die fünf neu gegründeten Landesverbände lotsen. Austragungsort war 1994 das Erfurter Steigerwaldstadion.
Für ihr Wirken im und für den Sport wurde Gudrun Löffler mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt. 1995 erhielt sie den DLV-Ehrenschild, 2015 wurde sie im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Nürnberg mit dem Hanns-Braun-Preis geehrt. Im selben Jahr wurde Gudrun Löffler mit der GutsMuths-Ehrenplakette in Platin des Landessportbundes Thüringen ausgezeichnet. 2017 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande aus den Händen des damaligen Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.
Foto: 2015 wurde Gudrun Löffler bei der DM in Nürnberg vom damaligen DLV-Präsidenten Clemens Prokop mit dem Hanns-Braun-Preis ausgezeichnet.