| Chemnitz

Rebekka Haase, Kira Wittmann und Lia Flotow mit gelungenem Saisoneinstieg

© Stefan Mayer
Das 27. Internationalen Leichtathletik Hallenmeeting war am Samstag vor allem ein gutes Pflaster für schnelle Zeiten in den Sprintdisziplinen. Dreispringerin Kira Wittmann kratzte an den 14 Metern.
Jane Sichting

Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) hat am Samstag beim Internationalen Hallenmeeting in ihrer Trainingshalle in Chemnitz einen gelungenen Saisoneinstieg hingelegt. Nachdem die gebürtige Sächsin die Konkurrenz bereits im Vorlauf mit 7,30 Sekunden dominiert hatte, setzte sie sich auch im Finale klar durch und gewann die 60 Meter in 7,26 Sekunden.

 „Für den Anfang war es in Ordnung. Ich weiß, dass noch mehr geht“, zeigte sich die WM-Dritte mit der 4x100-Meter-Staffel zufrieden. „So ein erstes Rennen ist essenziell, um zu sehen, wo man steht. Gefreut habe ich mich vor allem darüber, dass heute meine Familie zum Großteil mit in der Halle ist.“ Nach der langen Sommersaison 2025 ist ihr Blick in diesem Jahr fest auf die EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) gerichtet. 

Platz zwei sicherte sich mit persönlicher Bestzeit Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim). Sie setzte sich in 7,36 Sekunden vor den U20-Athletinnen Lena Anochili (Hamburger SV; 7,37 sec) und Hannah Kaczmarek (Sportclub Magdeburg; 7,45 sec) durch.

Bei den Männern ging der Sieg an den Zweiten der U23-EM mit der 4x100-Meter-Staffel Benedikt Wallstein (LAC Erdgas Chemnitz), der vor heimischer Kulisse in 6,71 Sekunden seine Bestzeit einstellte und Ertan Özkan (Türkei; 6,73 sec) sowie Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth; 6,79 sec) auf die Plätze zwei und drei verwies. Für den Fürther, der noch der U20 angehört, wurde wie schon nach 6,81 Sekunden im Vorlauf zugleich eine neue "PB" notiert.

Lia Flotow in starker Frühform

Dass im Hürdensprint der Frauen ähnlich wie in der Sommersaison auch unter dem Hallendach über 60 Meter ein enger Kampf um schnelle Zeiten und nationale Top-Platzierungen zu erwarten ist, zeigte sich unter anderem in Chemnitz. Ein erstes Ausrufezeichen setzte vor allem Lia Flotow (1. LAV Rostock). Nachdem die Vorjahressiegerin bereits im Vorlauf ihre Bestzeit (8,16 sec) eingestellt hatte, drückte sie diese im Finale als Siegerin auf 8,11 Sekunden.

„Das war ein guter Lauf. Beide Läufe, der Vorlauf und das Finale, haben sich heute gut angefühlt. Auch wenn ich am Start noch etwas liegen gelassen habe. Das geht noch schneller“, bilanzierte sie. Ebenfalls mit einer Steigerung ihrer Bestzeit sprintete Shira Kurzawa (8,20 sec) auf Platz zwei, Amira Never (beide LAC Erdgas Chemnitz; 8,24 sec) wurde Dritte. Das Männerfinale gewann Aaron Giurgian (Sprintteam Wetzlar; 7,94 sec).

Kira Wittmann kratzt an den 14 Metern

Bereits im ersten Durchgang brachte Dreispringerin Kira Wittmann (Hannover 96) eine solide Weite in die Grube und eröffnete den Wettkampf mit 13,62 Meter. Im dritten Anlauf konnte sie sich auf 13,94 Meter steigern – der beste Saisoneinstieg ihrer Karriere.

Entsprechend glücklich sagte sie im Anschluss: „Ich bin super zufrieden und noch etwas sprachlos. Solche Weiten bin ich noch nicht so oft gesprungen. Das war für mich der beste Season-Opener, den ich je hatte. Mit Chemnitz hatte ich gute Erfahrungen vom letzten Jahr, darum wollte ich hier unbedingt wieder springen. Das Ziel für die weitere Saison sind die 14 Meter. Und eine persönliche Bestleistung zu springen.“ Diese steht bei 14,08 Meter aus dem Jahr 2023.

Der Sieg ging an Elena Andreea Talos (Rumänien), die im fünften Versuch mit 14,00 Meter eine Punktlandung hinlegte. Ihre Landsfrau Diana Ana Maria Ion, Zweite der Hallen-EM 2025, komplettierte das Podium hinter Kira Wittmann mit 13,72 Meter auf Platz drei.

Auf das Duell der Lokalmatadoren Max Heß und Steven Freund (beide LAC Erdgas Chemnitz) musste das Publikum in Chemnitz verzichten. Beide konnten verletzungsbedingt nicht an den Start gehen, Dreisprung-Dominator Heß verkündete gar seinen Verzicht auf die gesamte Hallensaison. Den weitesten Satz in die Grube setzte indes der Türke Can Özüpek (15,92 m), gefolgt vom Dritten der Deutschen Meisterschaften Mohammad Amin Alsalami (LAC Berlin; 15,85 m) und Maximilian Skarke (LAC Erdgas Chemnitz; 15,50 m).

Johanna Martin knapp geschlagen

Schnellste Sprinterin über die zwei Hallenrunden war am Samstag Mercy Oketch aus Kenia. Im letzten und vierten Lauf stoppte die Uhr nach 52,98 Sekunden für sie, nur knapp dahinter lief die U20-EM-Zweite und Deutsche Hallenmeisterin über 400 Meter Johanna Martin (1. LAV Rostock; 53,05 sec) ins Ziel.

Beide lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem Martin die zweite Runde überwiegend auf Bahn zwei absolvieren musste, was entscheidende Körner für die Zielgerade kostete. So konnte sich die Kenianerin auf den letzten Metern noch vorbeischieben. Dritte im Gesamtklassement wurde Lokalmatadorin Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz), die im dritten Zeitlauf mit 53,12 Sekunden vorgelegt hatte. 

Der Sieg über 200 Meter ging mit Bestzeit an Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim; 24,15 sec) vor Pauline Winkler (Dresdner SC 1898; 24,27 sec) und Shira Kurzawa (LAC Erdgas Chemnitz; 24,39 sec). Das Rennen der Männer gewann Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel; 21,28 sec) vor Louis Schuster (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig; 21,47 sec) und Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth; 21,47 sec). Alle drei Sprinter nahmen eine neue Hallen-PB mit nach Hause.

Delisha Benelisa Domingos erneut stark

Im Stabhochsprung der Männer ging der Sieg mit übersprungenen 5,45 Metern an Fabio Wünsche (SC Potsdam e.V.) vor dem höhengleichen Tschechen Ladislav Sedláček. Für U20-Weltmeister Hendrik Müller (TSV Bayer 04 Leverkusen) war der Wettkampf nach überquerten 5,15 Metern bei einer Höhe von 5,25 Metern beendet, er wurde Dritter.

In der Altersklasse U20 sorgte Delisha Benelisa Domingos (TuS Lichterfelde) für die Highlights. Über 60 Meter wurden für die U18-Athletin 7,44 Sekunden gestoppt, über die "hohen Hürden" der Frauen und U20 lief sie in 8,30 Sekunden deutsche U18-Bestzeit. 

Über 3.000 Meter der männlichen U20 konnten Aaron Nikolas Schubert (LAC Erdgas Chemnitz; 8:08,36 min), Tore Machnow (Dresdner SC 1898; 8:22,66 min) und Karl Geburek (ASV Erfurt; 8:29,32 min) überzeugen. Alle drei Athleten liefen persönliche Bestleistung. Über 800 Meter wussten die beiden U20-Läufer Ole Steinbach (Dresdner SC 1898; 1:54,50 min) und Elias Morgenstern (Dresdner SC 1898; 1:55,09 min) zu überzeugen.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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