Am Sonntag verwandelt sich die Helmut-Körnig-Halle in Dortmund wieder in eine Leichtathletik-Hochburg mit nationalen und internationalen Top-Athleten. Beim neunten Sparkassen Indoor Meeting können sich die Zuschauer auf Sprint, Mittelstrecken und spannende Wettkämpfe im Weit-, Drei- und Stabhochsprung freuen.
Zu den Highlights auf der Bahn zählen am Sonntag beim Sparkassen Indoor Meeting Dortmund die 60 Meter der Frauen. Für diese Strecke konnten die Veranstalter des Bronze-Label-Meetings unter anderem das deutsche Top-Trio Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar; PB 7,14 sec), Sina Mayer (LAZ Zweibrücken, PB 7,30 sec) und Sophia Junk (LG Rhein-Wied, PB 7,20 sec) gewinnen – alle drei waren 2025 Teil der WM-Bronze-Staffel über 4x100-Meter-Staffel. Mit Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01) und Viola John (LG Brillux Münster) sind zwei weitere aufstrebende deutsche Sprinterinnen mit dabei.
Die stärkste Bestzeit bringt mit 6,98 Sekunden die polnische Rekordhalterin Ewa Swoboda (PB 6,98 sec) mit. Zu den weiteren Herausforderinnen zählen die 19-jährige Britin Mabel Akande, deren Landsfrau Imani Lansiquot und die mittlerweile für Portugal startberechtigte Tatjana Pinto (Cologne Athletics). Bei den Männern wollen Deniz Almas (TV Wattenscheid 01) und Marvin Schulte (ASV Köln) unter anderem gegen den Tokio-Olympiasieger mit der 4x100-Meter-Staffel Eseosa Desalu (Italien) bestehen. Über 60 Meter Hürden ist mit Damian Czykier aus Polen der WM-Vierte von 2022 gemeldet.
Angriff auf den Meetingrekord über 1.500 Meter
Der Blick in das Starterfeld über 1.500 Meter verspricht ebenfalls ein spannendes Rennen. Vorjahressieger Marius Probst (TV Wattenscheid 01) möchte sich nach einer Freiluftsaison, die verletzungsbedingt ohne Wettkämpfe verstrichen ist, auf der Bahn zurückmelden. Er trifft unter anderem auf den zweifachen U20-Europameister Håkon Moe Berg (Norwegen). Mit 3:30,28 Minuten kann der 19-Jährige die stärkste Bestzeit vorweisen, in diesem Winter stehen für ihn bereits flotte 3:34,32 Minuten im Protokoll. Eine Zeit, die über die siebeneinhalb Runden auch für einen fitten Marius Probst möglich sind. So könnte auch der Meetingrekord von 3:36,64 Minuten, erzielt 2022 vom aktuellen Weltmeister Isaac Nader (Portugal), wackeln.
Ebenfalls zu den Favoriten gehören mit einer 1.500-Meter-Bestzeit von 3:33,66 Minuten der Ire Luke McCann, Filip Sasínek (Tschechien) sowie der zweifache niederländische Meister Noah Baltus und der U20-EM-Dritte Elliot Vermeulen (Belgien), dessen Bestzeit bei 3:33,51 Minuten steht. Die weiteren deutschen Starter, angeführt vom DM-Vierten Marvin Heinrich (Eintracht Frankfurt), möchten sich in dem starken Feld teuer verkaufen.
Vorgeschmack auf Hallen-DM über 400 Meter
Zwei Runden zu absolvieren hat am Sonntag Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg). Der EM-Finalist konnte seine Hallenbestzeit in diesem Winter bereits auf 45,94 Sekunden verbessern – im Sog der starken internationalen Konkurrenz ist in Dortmund vielleicht noch mehr drin. Gefordert wird er unter anderem vom zweimaligen Hallenweltmeister und zweimaligen Europameister mit der belgischen 4x400-Meter-Staffel Jonathan Sacoor, Polens World-University-Games-Sieger mit der Staffel Marcin Karolewski (Polen) und Matteo Raimondi (Italien). Zur nationalen Konkurrenz gehören der Deutsche Hallenmeister Florian Kroll und Fabian Dammermann (beide LG Osnabrück).
Die halbe Distanz gehört in Dortmund den Frauen. Zu den internationalen Starterinnen zählen die US-Amerikanerin Kenondra Davis, die Polin Magdalena Niemczyk und die zypriotische Rekordlerin Olivia Fotopoulou. Hinzu kommt 400-Meter-Spezialistin Luna Bulmahn (VfL Wolfsburg).
Luka Herden und Simon Batz auf Weitenjagd
Erstmals im Programm des Sparkassen Indoor Meetings Dortmund ist der Weitsprung der Männer. Im Fokus stehen werden vor allem die beiden besten deutschen Sprinter der vergangenen Jahre: der Olympia-Sechste Simon Batz (MTG Mannheim) und der EM-Achte Luka Herden (LG Brillux Münster), der am vergangenen Wochenende in Gorzow (Polen) mit 8,18 Metern bereits die Hallen-WM-Norm erfüllt hat.
Die nächste Steigerung hat auch Simon Plitzko (TSG Bergedorf) im Visier. Der Deutsche U23-Meister knackte vergangenen Sommer in Ulm erstmals die Acht-Meter-Marke, musste dann aber verletzungsbedingt kürzertreten. Seine Saisonbestleistung steht aktuell bei 7,80 Metern. International zu beachten sein werden der Hallen-WM-Achte Gerson Baldé aus Portugal, der U23-Europameister von 2023 Henrik Flåtnes (Norwegen) und der U23-EM-Dritte Kasperi Vehmaa (Finnland).
Sechs deutsche Athletinnen im Dreisprung
Das Dreisprung-Feld führt die Kubanerin Davisleidis Velazco (PB 14,72 m) vor der Deutschen Meisterin Caroline Joyeux (LG Nord Berlin; PB 14,45 m) an. Der Berlinerin gelang im vergangenen Jahr mit Rang zehn bei der WM in Tokio (Japan) der internationale Durchbruch. Herausgefordert wird das Top-Duo unter anderem von Kira Wittmann (Hannover 96), die 2023 in der Helmut-Körnig-Halle erstmals die 14-Meter-Marke knackte. Insgesamt sind sechs deutsche Dreispringerinnen am Start, darunter die Deutsche U23-Vizemeisterin Anna Gräfin Keyserlingk (LG Göttingen) und die DM-Vierte Sarah-Michelle Kudla (LG Nord Berlin). Den deutschen Springerinnen das Podium streitig machen wollen unter anderem die WM-Neunte Neja Filipič (Slowenien; PB 14,42 m) und die Schwedin Maja Åskag (Schweden; PB 14,27 m).
Nicht in die Weite, dafür in die Höhe begeben sich die Stabhochspringer. In einem international stark besetzten Feld dürfen sich die Zuschauer unter anderem auf den türkischen Rekordhalter (5,92 m) Ersu Şaşma, WM-Teilnehmer Torben Blech und U20-Weltmeister Hendrik Müller (beide TSV Bayer 04 Leverkusen) freuen.
Ebenfalls im Programm stehen die 800 Meter. Über diese Distanz werden die Augen bei ihrem "Heimspiel" auf die amtierende Hallen-DM-Zweite Karolina Haas (LG Olympia Dortmund) sowie auf Tanja Spill (TSV Bayer Dormagen) und Verena Meisl (TV Wattenscheid 01) gerichtet sein. Bei den Männern bringt der Pole Maciej Wyderka mit 1:44,07 Minuten die klar stärkste Bestzeit mit. Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg) kann seine Hallen-Bestzeit von 1:47,38 Minuten ins Visier nehmen.
Das Sparkassen Indoor Meeting Dortmund ist am Sonntag im Livestream auf YouTube zu sehen.