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Halle/Saale: Erste DM-Titeljagd 2026 mit Fleurisson, Sprengel & Co.

Sandrina Sprengel klatscht lachend in die Hände © Iris Hensel
Am kommenden Wochenende werden die ersten deutschen Meistertitel des Jahres 2026 vergeben. In der Sporthalle Brandberge steigt der Kampf um die Titel im Hallen-Siebenkampf und -Fünfkampf der U18 bis zu den Aktiven. Es starten unter anderem die beiden besten deutschen Mehrkämpferinnen des Vorjahres. Außerdem kämpfen Jugend und Masters um DM-Medaillen im Bahngehen.
Sandra Arm

Die nationale Titeljagd beginnt am kommenden Wochenende (14./15. Februar) in der sanierten Sporthalle Brandberge Im Hallen-Siebenkampf, Hallen-Fünfkampf und Bahngehen geht es um Gold, Silber und Bronze. Es sind die ersten Deutschen Meisterschaften in dieser Hallensaison.

Im Vorfeld der Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften unterzogen sich bereits einige Mehrkämpfer einem Leistungstest in einzelnen Disziplinen. Wie Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt), er testete erfolgreich im Hürdensprint (7,80 sec) und Stabhochsprung (4,60 m) mit zwei neuen Hausrekorden. Im Sommer ist ihm ihm der erste 8.000er im Zehnkampf gelungen, die U23-Europameisterschaften beendete er als Neunter. So geht er als einer der Favoriten in den Hallen-Siebenkampf. 

U20-Europameister im Zehnkampf Amadeus Gräber (Eintracht Frankfurt) meldete sich zu Jahresbeginn nach mehrmonatiger Verletzungspause mit einigen vielversprechenden Einzelleistungen im Wettkampfgeschehen zurück. Der 21-Jährige ist Titelverteidiger. Hinzu kommen Roman Jocher (SSV Ulm 1846) und Andreas Bechmann (Eintracht Frankfurt), der vor nunmehr sieben Jahren in Halle/Saale seinen ersten deutschen Meistertitel im Hallen-Siebenkampf holte. Erstmals in der Männer-Wertung mit 1,067 Meter hohen Hürden und 7,26-Kilo-Kugel starten die U20-EM-Teilnehmer Moritz Bartko (SC Potsdam) und Lokalmatador Leon-Joel Clair (SV Halle). 

Sandrina Sprengel gegen Serina Riedel

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart 1893) zählt zu den besten Siebenkämpferinnen der Welt. Die 21-Jährige stellte dies im vergangenen Jahr gleich mehrfach unter Beweis. Nicht nur mit ihren deutschen Meistertiteln unter dem Hallendach und im Freien, sondern vor allem mit ihre Auftritten auf internationalem Parkett. Zunächst belegte sie bei den Hallen-Europameisterschaften in Apeldoorn (Niederlande) Rang sieben. Im Sommer feierte sie eine starke WM-Premiere in Tokio (Japan) mit Platz fünf. Nach diesem „Wahnsinns“-Jahr sind die Augen auf die U23-Athletin gerichtet, die als Titelverteidigerin und Favoritin in den Fünfkampf starten wird.

Ebenfalls ans Tor zur Weltklasse klopfte vergangenes Jahr Serina Riedel (SV Halle). Die Lokalmatadorin profitiert von ihrem absoluten Kampfgeist. Wie bei den U23-Europameisterschaften in Bergen (Norwegen), als sie in der letzten Disziplin die Bronzemedaille perfekt machte. Die 22-Jährige absolvierte in diesem Winter bereits einen Hallen-Fünfkampf, den sie mit 4.307 Zählern abschloss. In Einzeldisziplinen machte sie unter anderem mit 8,42 Sekunden über 60 Meter Hürden und 6,29 Meter im Weitsprung auf sich aufmerksam. Hinter den beiden Top-Favoritinnen gibt es mehrere Anwärterinnen auf Bronze.

Carl Wiegand vor erstem Titel?

Bronze in der Halle, Silber im Freien: Carl Wiegand (Eintracht Frankfurt) belohnte sich im Vorjahr für starke Leistungen mit zwei DM-Medaillen in der U20. Der Frankfurter zählt zu den sprungstärksten Mehrkampf-Talenten. Folgt jetzt der Gold-Coup? Mit seiner Freiluft-Bestleistung von 7.424 Punkten im Zehnkampf hat er sich auch für den Hallen-Siebenkampf in eine starke Ausgangsposition gebracht.

Deutschlands Nummer zwei im Zehnkampf der U18 war 2025 Lennox Giesen (TSV Bayer 04 Leverkusen), der nun in die nächsthöhere Altersklasse aufgerückt ist und sich erneut gut präsentieren will. Mit von der Partie ist auch der U18-EM-Fünfte von 2024 Anton Steffen (1. LAV Rostock), der in der Halle seine Stärke im Speerwurf nicht ausspielen kann, aber vor zwei Jahren als Zweiter der Hallen-Mehrkampf-DM in der U18 bewies, dass er auch im Hallen-Siebenkampf konkurrenzfähig ist. 

Spannend dürfte die Titeljagd im Fünfkampf in der weiblichen U20 verlaufen. Der prominenteste Name gehört Maria Schnemilich. Die Rostockerin holte 2024 den deutschen U18-Titel in der Halle und gewann Siebenkampf-Bronze bei der U18-EM. Nach einem Jahr, in dem sie ihr Potenzial verletzungsbedingt nicht ganz abrufen konnte, möchte sie nun wieder angreifen. Medaillenchancen kann sich auch Elenor Servatius (TSV Bayer 04 Leverkusen) ausrechnen, die im vergangenen Sommer beste deutsche Siebenkämpferin des Jahrgangs 2007 war. Hannah Schwind (Post-Sportverein Trier) zählt ebenfalls zum Kreis der Medaillen-Aspirantinnen. 

Svea Funck ist die Gejagte in der U18

In der weiblichen U18 ist Svea Funck (TV Jahn Walsrode) das Maß der Dinge. Bei der Hallen-Mehrkampf-DM im vergangenen Jahr schraubte die damals noch 15-Jährige die deutsche U18-Hallenbestleistung auf 4.178 Punkte. Herausragend war im Sommer ihr Auftritt beim Europäischen Olympischen Jugend-Festival in Skopje (Nordmazedonien), den sie mit Gold und neuem Hausrekord im Siebenkampf veredelte. Im Kampf um die weiteren Podestplätze stehen unter anderem Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen), Wanda Schmidt (Turnklub Grevenbroich) und Teresie Hess (SG Schorndorf 1846).

Der Hallen-Siebenkampf in der U18 verspricht ebenfalls eine packende Entscheidung zu werden. Als Vorjahresdritter reist Allen Cole (TSV Bayer 04 Leverkusen) an. Auch Magnus Vieth (MTV Heide), Jan Mosig (SC Potsdam) und Vincent Armstroff (SV Halle) liegen in Lauerstellung.

Titelkampf auch im Bahngehen

Parallel zu den Mehrkämpfern ermitteln die Bahngeher der Jugend U20 und die Masters ihre Deutschen Hallenmeister. 5.000 Meter liegen dabei vor der männlichen Jugend U20. Angeführt wird das Feld von Tamino Mittag, der die Freiluftsaison auf Rang eins der deutschen U20-Bestenliste beendete. Im Vorjahr wurde es Silber für den Jetzendorfer, nun greift er nach dem Titel. Chancen rechnen sich auch Lasse Rohrssen (Eintracht Frankfurt) und Matti Schmidt (Erfurter LAC) aus, sie zählen ebenso zu den Medaillenkandidaten.

Für die U20-Geherinnen stehen 3.000 Meter auf dem Programm. Als Schnellste gemeldet ist Nika Helene Illing (LSV 1971 Ilmenau). Die 18-Jährige, die im Vorjahr erste internationale Erfahrung bei der Team-EM der Geher sammel durfte, hat sicherlich auch eine Zeit unter 14 Minuten im Visier, als Meldeleistung sind 14:06,59 Minuten notiert. Ihre Trainingspartnerin Maria-Lena Carniel (ASV Erfurt) und Mia Bandoly (SCC Berlin) konnten in dieser Hallensaison mit Zeiten von unter 15 Minuten aufwarten. Bei den Masters stehen ebenfalls packende Entscheidungen unter anderem mit Lokalmatador Steffen Borsch (SV Halle/M50) bevor.

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