| Ras Al Khaimah

Geoffrey Kamworor meldet sich beim RAK-Halbmarathon eindrucksvoll zurück

Der kenianische Läufer Geoffrey Kamworor jubelt über den Sieg. © Ras Al Khaimah-Halbmarathon
In einem der besten Halbmarathonrennen der Geschichte hat Geoffrey Kamworor einen eindrucksvollen Sieg errungen. Der Kenianer triumphierte in Ras Al Khaimah mit 58:14 Minuten, vier weitere Läufer blieben unter der 59-Minuten-Marke. Dabei hing die Karriere des 33-Jährigen nach einem schweren Trainingsunfall bereits am seidenen Faden. Bei den Frauen machte eine äthiopische Debütantin das Rennen.
Jörg Wenig

Geoffrey Kamworor hat mit einer beeindruckenden Leistung den hochklassigen Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewonnen. Mit 58:14 Minuten erzielte der 33-jährige Kenianer am Samstag eine deutliche Jahresweltbestzeit und zeigte, dass er zurück in Bestform ist. Geoffrey Kamworor, der in Ras Al Khaimah bereits 2013 triumphiert hatte, später dreimal Halbmarathon-Weltmeister wurde und zeitweilig den Weltrekord hielt (58:01 min), lief bei sehr guten Wetterbedingungen die zweitschnellste Zeit seiner Karriere. Es ist zugleich die zweitschnellste Zeit, die jemals in Ras Al Khaimah gelaufen wurde. Den Streckenrekord hält Jacob Kiplimo (Uganda), der vor vier Jahren mit 57:56 Minuten gewonnen hatte.

Birhanu Balew (Bahrain) und Gideon Rono (Kenia) belegten die Plätze zwei und drei mit Weltklassezeiten von 58:23 beziehungsweise 58:38 Minuten. Gleich fünf Läufer erzielten Zeiten von unter 59:00 Minuten. In dieser Hinsicht war es eines der besten Halbmarathonrennen aller Zeiten. Lediglich bei dem Lauf in Ras Al Khaimah 2022 sowie viermal in Valencia (2020, 2021, 2023 und 2024) gab es eine derartige beziehungsweise sogar noch stärkere Dichte in der Spitze.

Geoffrey Kamworor schüttelt Konkurrenz ab

In einem von Beginn an sehr schnellen Rennen passierten vier Athleten den 15-Kilometer-Punkt nach 41:25 Minuten. Danach löste sich Geoffrey Kamworor von seinen Konkurrenten und nachdem er Kilometer 17 in 2:42 Minuten gelaufen war, hatte er einen deutlichen Vorsprung. „Ich wusste ab Kilometer 14, dass ich gewinnen würde“, sagte der zweimalige Crosslauf-Weltmeister, der zusammen mit Kenias Marathon-Superstar Eliud Kipchoge trainiert.

Vor rund zehn Jahren wurde Geoffrey Kamworor angesichts seiner enormen Erfolge als potenzieller Nachfolger von Eliud Kipchoge angesehen. Doch seine Karriere erlebte einen tragischen Knick: „Während der Corona-Pandemie haben wir alle separat und alleine trainiert. 2020 bin ich an einem Morgen vor Sonnenaufgang losgelaufen und ein Motorrad hat mich von hinten umgefahren. Ich hatte einen Schienbeinbruch und konnte sechs Monate lang nicht laufen. Als ich dann wieder anfing, war mein Körper nicht in der richtigen Balance und ich habe mich dadurch immer wieder verletzt. Es dauerte vier Jahre, bis ich wieder richtig laufen konnte“, erzählte Geoffrey Kamworor.  

Ziel: Olympia-Start für Kenia

Dass er 2023 beim London-Marathon als Zweiter 2:04:23 Stunden laufen konnte, überraschte ihn selbst. In der Folge litt er jedoch zwei weitere Jahre unter Verletzungen. Im Frühjahr 2025 gewann Geoffrey Kamworor dann den Rotterdam-Marathon in 2:04:33 Stunden. Das Rennen des fünffachen Familienvaters in Ras Al Khaimah deutet nun darauf hin, dass er wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat. „Diese Leistung ist eine große Motivation für mich. Ich bereite mich jetzt auf den London-Marathon vor. Dort ist die Konkurrenz extrem stark, aber genau das mag ich“, sagte Geoffrey Kamworor, dessen großes Ziel es ist, bei Olympia für Kenia im Marathon zu starten.

Das Frauen-Rennen in Ras Al Khaimah war vergleichsweise längst nicht so hochklassig, aber dafür spannend bis zum Schluss. Am Ende setzte sich eine Debütantin durch: Die Äthiopierin Asmarech Anley überholte auf dem letzten Kilometer ihre Landsfrau Melknat Wudu und gewann in 67:22 Minuten. Melknat Wudu lief mit 67:27 Minuten auf Platz zwei, Dritte wurde Magdalena Shauri (Tansania) in 67:32 Minuten. „Ich habe erst auf dem letzten Kilometer gedacht, dass ich gewinnen könnte“, sagte Asmarech Anley, die vor drei Jahren Afrikas Junioren-Meisterin über 3.000 Meter war. „Ich werde in naher Zukunft weiterhin Halbmarathonrennen laufen. Für ein Marathon-Debüt bin ich noch nicht bereit“, sagte die erst 21-Jährige, die in Ras Al Khaimah den bisher größten Sieg ihrer Karriere feierte.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik ...

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