| Hallen-DM Mehrkampf

Fünfkampf | Serina Riedel triumphiert mit neuem Hausrekord

Serina Riedel zeigt ihre Goldmedaille © Iris Hensel
Lokalmatadorin Serina Riedel hat am Sonntag bei den Deutschen Hallen-Mehrkampf-Meisterschaften mit einer neuen Bestmarke von 4.440 Punkten triumphiert. In der U20 meldete sich Maria Schnemilich nach einem Jahr voller Rückschläge mit dem Titelgewinn zurück.
Sandra Arm

Im Kopf von Serina Riedel (SV Halle) dreht sich momentan alles um ihren Ausbildungs-Abschluss bei der Bundespolizei. Nächste Woche Mittwoch stehen noch die mündlichen Prüfungen an, am Freitag folgt die Ernennung zur Polizeimeisterin. „Ich habe den Wettkampf trotzdem mitgenommen. Ich wollte Spaß haben und den Kopf frei bekommen“, sagte die frisch gekürte Deutsche Fünfkampf-Meisterin nach ihrem Start bei der Hallen-Mehrkampf-DM in Halle/Saale.

Bereits Anfang Januar hatte sie einen Hallen-Fünfkampf mit 4.307 Punkten abgeschlossen. Nun folgte die nächste Steigerung auf 4.440 Zähler. „Ich wollte einfach mehr Punkte als bei den Mitteldeutschen Hallenmeisterschaften haben. Das ist mir gelungen. Es ist schön zu wissen, dass sich der Winter schon mal gelohnt hat.“

Insgesamt standen drei Einzel-Bestleistungen zu Buche. Die erste gab es gleich zum Auftakt über 60 Meter Hürden in 8,40 Sekunden. Die nächste folgte mit der Vier-Kilo-Kugel, die sie auf 13,68 Meter wuchtete. In ihrer Paradedisziplin Weitsprung gelang mit 6,34 Metern eine Hallen-Bestleistung. Die 800 Meter beendete die 22-Jährige in 2:22,30 Minuten. „Es war ein ganz schöner Kraftakt am Ende“,sagte sie. Zwar hatte sie auch noch Einzelnormen für die Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund (27. Februar bis 1. März) geschafft, starten wird sie dort aber nicht. „Wir fliegen in zwei Wochen ins Trainingslager nach Südafrika.“ 

Sandrina Sprengel hadert mit Saisonauftakt

In ihrem ersten U23-Jahr ließ Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen) gleich mal als Zweitplatzierte mit 4.395 Punkten aufhorchen. Herausragend war vor allem ihr Hochsprung mit übersprungenen 1,87 Metern. Ebenfalls glänzend aufgelegt präsentierte sie sich im Weitsprung mit 6,15 Meter und über die abschließenden 800 Meter in 2:20,24 Minuten.

Die drittplatzierte Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart 1893; 4.292 pt) haderte mit ihren Leistungen. „Mein Trainer ist zufrieden mit meinem Saisoneinstieg vor allem nach meiner Erkrankung im Januar, ich bin es nicht. Ich habe mir von den einzelnen Disziplinen ein wenig mehr erhofft. Um die Platzierung ging es mir gar nicht, sondern um die Einzelleistungen“, sagte sie. Zurückgeworfen in der Vorbereitung hatte sie eine Grippe mit Fieber. Das bedeutete drei Wochen Trainingsausfall für die WM-Fünfte. „Ich bin dann vor zweieinhalb Wochen wieder ins Training eingestiegen.“

Ihr Saisoneinstieg bei der Hallen-DM war jedoch ohnehin als Standortbestimmung in Richtung Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (Polen; 20. bis 22. März) gedacht. Bis zu ihrem Winter-Höhepunkt sind es jetzt noch fünf Wochen. „Ich hoffe, dass sich mein Körper bis dahin erholt hat und ich an meine Leistung aus dem letzten Jahr anknüpfen kann.“

Maria Schnemilich springt erstmals über sechs Meter

Maria Schnemilich (1. LAV Rostock) kann endlich wieder strahlen, nachdem die 19-Jährige seit Ende 2024 immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen hatte. Erst stoppte sie ein Muskelfaserriss, dann folgte im vergangenen Sommer bei der Qualifikation für die U20-Europameisterschaften eine Zerrung in der Leiste. Versöhnlich war damals ihr Jahresabschluss mit einem zweiten Platz bei den Deutschen Jugend-Mehrkampfmeisterschaften in Leverkusen. Nun startete sie mit einem Titelgewinn und 3.979 Punkten in der weiblichen U20 in die Saison.

„Angesichts meiner Vorgeschichte ist es etwas ganz besonderes für mich, diesen DM-Titel jetzt geholt zu haben“, sagte die neue Titelträgerin. Als wertvollste Disziplin bezeichnete sie ihre Leistungssteigerung im Weitsprung auf 6,09 Meter. „Dass ich jetzt endlich die Sechs-Meter-Marke geknackt habe, das war wirklich sehr schön.“ Reichlich Potenzial sieht sie derweil noch im Kugelstoßen, wo sie sich mit 10,37 Metern im Mittelfeld wiederfand. „Wir arbeiten dran, aber es ist im Vergleich zum Vorjahr schon besser geworden. Demnächst soll dann auch die 11 Meter fallen“, blickte sie voraus.

Eingestiegen war sie mit der schnellsten Hürdenzeit des Feldes (8,57 sec), im Hochsprung standen 1,69 Meter zu Buche. In der abschließenden Disziplin lief sie über 800 Meter ungehindert ihren Gesamtsieg in 2:29,10 Minuten entgegen. Ihren zweiten Platz verteidigte Hannah Schwind (Post-Sportverein Trier) mit 3.814 Punkten. Mit einem starken Finish im zweiten Zeitlauf über 800 Meter überzeugte Elenor Servatius (TSV Bayer 04 Leverkusen), die in 2:28,48 Minuten den Bronzerang mit 3.760 Punkten belegte. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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