Mit Spannung wurde der erste Auftritt von Vanessa Mikitenko im Rahmen der R5K-Tour 2026 erwartet. Und die Vorjahressiegerin war am Samstag in Hannover nicht zu stoppen. Mit 15:51 Minuten dominierte die Triererin das U23-Rennen. Bei den U23-Junioren trumpfte erneut Jonas Kulgemeyer auf.
Jonas Kulgemeyer (Osnabrücker TB) und Vanessa Mikitenko (Foto; Silvesterlauf Trier) drückten der R5K-Tour am Samstag, einen Tag vor dem ADAC Marathon Hannover, in den U23-Rennen ihren Stempel auf. Während der Osnabrücker, der eine Woche zuvor in Paderborn zum ersten Mal ein Rennen der 5-Kilometer-Serie gewonnen hatte, sich mit kräftigem Schritt schnell vom Feld löste, reihte sich Vanessa Mikitenko in der Verfolgergruppe der schnellen U23- und U20-Läufer ein. Mit 14:37 Minuten war Jonas Kulgemeyer auf dem Rundkurs vor dem Neuen Rathaus in Hannover etwas langsamer als auf der schnellen Strecke in Paderborn. Auf den Zweitplatzierten Floyd Schnaars hatte er aber 54 Sekunden Vorsprung.
Vanessa Mikitenko siegte mit ähnlich großem Vorsprung. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus dem Trainingslager in Südafrika siegte die U23-Silbermedaillengewinnerin über 5000 Meter von 2025 in 15:51 Minuten. „Es war sehr windig heute, aber die Stimmung hier ist total gut, weil so viele Leute anfeuern“, sagte Vanessa Mikitenko. Der 830 Meter lange Rundkurs musste sechsmal absolviert werden, in den zwölf Kurven verlor man immer etwas an Tempo, was die Strecke durchaus anspruchsvoll machte. Mit ihrer Zeit war die 20-Jährige angesichts der Bedingungen sehr zufrieden. „Wir sind noch im Grundlagenbereich, deshalb wäre es gar nicht sinnvoll, jetzt schon in Topform zu sein. Für mich war das ein intensiver Trainingsreiz, ich wollte sehen, wie sich das schnelle Laufen anfühlt – es hat gut geklappt und Spaß gemacht.“
Vanessa Mikitenko peilt schnelle 5.000 Meter an
Ihr Fokus liegt in diesem Jahr auf der 5.000-Meter-Distanz. „Die Deutschen Meisterschaften auf der Bahn sind für mich dieses Jahr sehr wichtig. Aber auch die R5K-Tour“, so die Triererin. „Im Herbst möchte ich die ausstehenden Rennen gerne noch absolvieren, das macht mir sehr viel Spaß auf der Straße.“ Schaut sie vielleicht mit einem Auge schon zu längeren Distanzen auf der Straße? „Nein, im Moment gar nicht. Ich muss mich erstmal an die 5.000 Meter gewöhnen“, so Vanessa Mikitenko, „aber wer weiß, was in zehn Jahren ist.“
Begleitet wurde sie von ihrer Mutter Irina Mikitenko. Die ehemalige Weltklasseläuferin und deutsche Rekordhalterin (2:19:19 h) im Marathon war in Hannover in bester Gesellschaft – sechs der acht besten deutschen Marathonläuferinnen aller Zeiten waren am Wochenende beim ADAC Marathon Hannover vor Ort. Irina Mikitenko und Katrin Dörre als ehemalige Top-Athletinnen und die anderen vier (Fabienne Königstein, Domenika Mayer, Laura Hottenrott und Katharina Heinig als aktive Läuferinnen).
Jonas Kugelmeyer läuft großen Vorsprung heraus
„Hannover ist so etwas wie meine zweite Heimatstadt“, meinte Jonas Kulgemeyer, „hier zu gewinnen, war besonders schön.“ Der 21-Jährige gehört zum Laufteam Niedersachsen und ist dementsprechend oft in der Landeshauptstadt. Mit seinem zweiten Sieg auf der Tour hat er beste Chancen auf den Gesamtsieg – es könnte im September zum Show-Down in Berlin kommen. Derzeit hat Jakob Dieterich (Franconia Athletics) dank seines schnellen Rennens in Dresden (14:04 min) einen leichten Vorteil.
Hinter Jonas Kulgemeyer hatte Floyd Schnaars (TV Lilienthal) mit 15:31 Minuten bereits einen beachtlichen Rückstand. „Der Wind war heute echt brutal, gerade die lange Gerade zum Ziel“, meinte Jonas Kulgemeyer. „Schade, dass Jakob heute nicht dabei war, man hätte sich abwechseln und gegenseitig Windschatten geben können.“ Jonas Kulgemeyer hat fast alle Rennen der R5K-Tour in der Vergangenheit absolviert. „Die Serie macht einfach unfassbar Spaß und lässt sich super ins Training einbauen.“ Er möchte auch bei den verbleibenden Rennen dabei sein.
Luise Brzoska läuft Älteren davon
Dass die erst 16-jährige Luise Brzoska ein Riesentalent ist und sich immer mehr mit den 5.000 Metern anfreundet, hat man nicht erst in Hannover gesehen. Die Deutsche Meisterin der U16 über 3.000 Meter des vergangenen Jahres hatte bereits im Winter im Cross auf den etwas längeren Strecken überzeugt. In Hannover unterstrich die Läuferin von Eintracht Frankfurt ihre große Klasse über 5 Kilometer. Mit 16:40 Minuten siegte sie mit großem Vorsprung in der U20 – nur Vanessa Mikitenko war schneller als Brzoska.
Zum Auftakt der R5K-Tour hatte sie in Dresden mit 16:24 Minuten bereits ein Ausrufezeichen gesetzt. Ihre 16:24 Minuten dort waren die drittschnellste Zeit, die in der R5K-Tour bisher von einer unter 20-Jährigen erzielt wurde. Die engste Entscheidung des Tages gab es im Rennen der männlichen Jugend U20. Hier kam Jonas Feldkamp (LAC Kronshagen) in 15:34 Minuten nur zwei Sekunden vor Nima Noga (TuS Neukölln/Team Berlin Triathlon) ins Ziel. Mehr Infos zur R5K-Tour
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