Der zweite Tag des Hammerwurf-Meetings in Fränkisch-Crumbach begann mit einem Paukenschlag: Hammerwurf-Talent Clara Hegemann steigerte den Deutschen U20-Rekord erst auf 69,66 und dann auf 69,81 Meter. Am Abend sorgte Vize-Weltmeister Merlin Hummel mit zwei 80-Meter-Würfen für das Top-Resultat.
Schon der U23-Wettbewerb des Hammerwurf-Meetings in Fränkisch-Crumbach hatte eindrucksvoll gezeigt: Clara Hegemann (LG Stadtwerke München) ist in Topform! Die U18-Europameisterin ging mit neuer Bestleistung von 67,94 Metern aus dem Wettkampf am Samstag. Aber damit nicht genug: Am Sonntagvormittag trat sie im U20-Wettbewerb erneut in den Ring. Nach einem soliden Start mit zwei Würfen knapp über 63 Meter und einem auf 66,55 Meter gelang ihr in Runde vier der bisher weiteste Wurf ihres Lebens: 69,66 Meter. Im sechsten Durchgang steigerte sie sich auf 69,81 Meter – Weltjahresbestleistung für ihre Altersklasse.
Damit knackte die 18-Jährige sogar die Bestätigungsnorm für die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), die bei 69,50 Metern steht – und zugleich war der Deutsche U20-Rekord* Geschichte. Den bislang weitesten Wurf einer deutschen U20-Athletin hatte im vergangenen Jahr Nova Kienast gezeigt. Die Berlinerin, die später U20-Europameisterin wurde, warf im März 2025 in Kanada mit 68,54 Metern weiter als Bianca Achilles (TSV Bayer 04 Leverkusen; 68,40 m), die den Deutschen U20-Rekord seit 1999 innegehabt hatte.
Im U20-Wettbewerb von Fränkisch-Crumbach wurde die 18-Jährige mit 61,53 Metern Zweite. Auch sie erfüllte damit bereits zum zweiten Mal nach dem U23-Wettbewerb die Norm für die U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August), die bei 59,00 Metern steht. Auf Platz drei landete Kenza Falana aus Gabun. Sie verbesserte den nationalen Rekord des zentralafrikanischen Staates auf 61,06 Meter. In der männlichen U20 erfüllte neben Sieger Matti Hummel (Eintracht Frankfurt; 72,70 m), der die Norm für Eugene (69,00 m) schon abgehakt hatte, auch Lokalmatador Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach; 69,67 m) die Vorgabe.
Merlin Hummel mit zweitbester Karriere-Weite
Apropos Hummel: Im vergangenen Jahr hatte bei den Männern der spätere Vize-Weltmeister Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) mit neuer Bestweite von 81,23 Metern in Fränkisch-Crumbach gewonnen. Diesen Hausrekord steigerte er wenig später bei der Team-EM in Madrid (Spanien) auf 81,27 Meter, ehe bei der WM in Tokio (Japan) mit 82,77 Metern das Meisterstück folgte, das ihm Silber bescherte. Diesmal war der Neu-Frankfurter in Fränkisch-Crumbach ähnlich gut drauf wie im Vorjahr: Schon im zweiten Durchgang knackte er die 80 Meter (80,45 m), im fünften folgte dann mit 81,27 Metern die Tagesbestweite.
Damit warf er vier Zentimeter weiter als im Vorjahr, übertraf seinen eigenen Stadionrekord und egalisierte seine zweitbeste Karriere-Weite von der Team-EM. Die europäische Jahresbestleistung seines Dauerrivalen Mykhaylo Kokhan (Ukraine) steigerte er um einen Zentimeter. Zweiter wurde der Este Adam Kelly (73,52 m), das Podium komplettierte Sören Klose (Eintracht Frankfurt). Der EM- und Olympia-Teilnehmer von 2024, der seither verletzungsbedingt pausiert hatte, warf den Hammer auf 73,37 Meter.
Bei den Frauen siegte ein Gast aus Kanada: Jillian Weir, die mit 71,96 Metern als Einzige die 70-Meter-Marke überbieten konnte. Als Zweite durfte sich Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt; 69,76 m) über die Bestätigungsnorm für Birmingham freuen. Einen Zentimeter dahinter reihte sich die Schwedin Rebecka Hallerth auf Platz drei ein, die deutsche Jahresbeste Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt; 67,52 m) wurde diesmal Vierte.
*vorbehaltlich Ratifizierung
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