Laufen, bis es dunkel wird. Dies gilt am Samstag einmal mehr bei der 10. Langen Laufnacht in Karlsruhe. Während die ersten Läufe bereits zur Mittagszeit beginnen, stehen am Abend die Läufe mit Spitzenfeldern auf dem Programm. Freuen kann sich das Publikum dabei auch auf deutsche Topläufer:innen wie Alexander Stepanov, Vanessa Mikitenko, Marc Tortell und Olivia Gürth.
„Now or never“ – „Jetzt oder nie“: Unter diesem Motto feiert die Puma Nitro Lange Laufnacht in Karlsruhe am Samstag ihr zehnjähriges Jubiläum. Zehn Stunden lang verwandelt sich das Carl-Kaufmann-Stadion mit mehr als 45 Rennen in einen Läufer-Hotspot und bietet beste Voraussetzungen für schnelle Zeiten. Im Fokus stehen dabei vor allem die Athletinnen und Athleten im Hauptprogramm, das zur Primetime zwischen 18:05 Uhr und 20:30 Uhr ausgetragen wird.
Dann geht es über 800 Meter, 1.500 Meter, 3.000 Meter Hindernis sowie 5.000 Meter nicht nur um Siege und weitere Top-Platzierungen, sondern auch um Normen und Bestzeiten. Entsprechend werden die Spitzenfelder auch wieder von schnellen Tempomachern angeführt – wer sich an ihre Fersen heftet, ist auf dem besten Weg zur angestrebten Zielzeit. Dies gilt etwa für den Deutschen Meister über 800 Meter Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen).
Meetingrekord über 800 Meter wackelt
Nachdem er zuletzt in Rehlingen für seinen mutigen Auftritt an der Spitze eines international stark besetzten Feldes auf der Zielgerade noch Lehrgeld zahlen musste und mit 1:47,14 Minuten auf Rang acht lief, hat der Sindelfinger nun erneut die Chance, sich zu beweisen und in Richtung EM-Norm (1:45,30 min) laufen. Mit seiner Bestzeit von 1:44,17 Minuten ist sogar ein Angriff auf den Meetingrekord möglich, der bei 1:45,06 Minuten steht. Herausgefordert wird der 21-Jährige unter anderem von Tim Holzapfel (LV Pliezhausen 2012), vom Franzosen Corentin Le Clezio, der mit 1:44,25 Minuten ebenfalls eine starke Meldezeit mitbringt, sowie von fünf weiteren Läufern mit Bestzeiten unter 1:45 Minuten.
Bei den Frauen gilt es für die ehemalige 400-Meter-Spezialistin Maja Schorr (SV GO! Saar 05) und die EYOF-Zweite Cäcilia Weimann (Race Erfurt), sich über die zwei Stadionrunden gegen die internationale Konkurrenz um Agnes Raharolahy (Frankreich, 1:59,59 min) zu behaupten.
Marc Tortell jagt EM-Norm
Auf den längeren 1.500 Meter wird das Feld von der Französin Berenice Fulchiron (4:06,50 min) angeführt. Für Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier) wird es als Zweite der U23-EM über 5.000 Meter eher ein Ausflug auf die Unterdistanz. Ihr Potenzial ausspielen kann U20-Athletin Lera Miller (VfL Löningen), die sich im Winter bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften zum dritten Mal in Folge den Titel über 1.500 Meter sicherte und im Sommer einen Start bei der U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August) anstrebt. Gefordert ist hierfür eine Zeit von 4:24,00 Minuten – diese Norm konnte die 19-Jährige bereits im Mai abhaken.
Bei den Männern bekommt es Marc Tortell (Athletics Team Karben; PB 3:33,69 min) gleich mit einer ganzen Riege internationaler Konkurrenz zu tun. Zu beachten sind unter anderem Baptiste Mischler (3:32,42 min) und Mael Gouyette (3:32,67 min; beide Frankreich). Kurzfristig zum Starterfeld hinzugekommen ist Adrian Ben. Der Spanier, einstiger Hallen-Europameister über 800 Meter, bringt eine Bestzeit von 3:31,70 Minuten mit. Die Norm für die EM steht bei 3:33,50 Minuten. Die Farben der LG Region Karlsruhe werden in diesem Rennen von Lokalmatador Alexander Kessler vertreten.
Erstes Saisonrennen über 5.000 Meter von Elena Burkard
Die längste in Karlsruhe gelaufene Strecke werden die 5.000 Meter sein. Neben Vorjahressieger Mohamed-Amine Kodad (Frankreich) gehen in einem stark besetzten Feld unter anderem auch der Deutsche Meister über 10 Kilometer auf der Straße Nils Vogt (TV Wattenscheid 01) sowie Leon Rofagha (TSV Bayer 04 Leverkusen), der vergangenes Jahr als Vierter bester Deutscher wurde, an den Start.
Im Frauenfeld darf sich das Publikum gleich auf mehrere deutsche Spitzenläuferinnen freuen – etwa die mehrfache Deutsche Meisterin Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald, PB 14:56.87 min), Hanna Klein und Lisa Merkel (beide LAV Stadtwerke Tübingen), die U23-EM-Zweite über 10.000 Meter Kira Weis (KSG Gerlingen) sowie Katja Bäuerle (VfL Sindelfingen), die sich erst vor wenigen Tagen über 1.500 Meter auf 4:14,16 Minuten steigern konnte.
Ein Highlight mit guten Chancen auf einen neuen Meetingrekord sind die 3.000 Meter Hindernis. Aktuell steht die Bestmarke bei den Männern bei 8:20,80 Minuten, gelaufen 2024 vom Belgier Tim Van de Velde. Eine Zeit, die bereits vier Läufer schon einmal unterbieten konnten – unter anderem Favorit Osama Zoghlami (Italien; 8:11,00 min) und Alejandro Quijada (Spanien; 8:13,40 min). Aus deutscher Sicht liegt das Augenmerk auf Robin Müller (LG Ohra Energie; 8:26,72 min). Bei den Frauen führt Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) das Feld an. Die Vorjahressiegerin hält mit 9:33,06 Minuten den Meetingrekord.
Die Lange Laufnacht wird am Samstag, 30. Mai, ab 12:30 Uhr im Livestream auf dem YouTube-Kanal der LG Region Karlsruhe übertragen.