| EM 2026

Birmingham Tag 7 | DLV-Medaillenregen mit Gold für Ruppert und Petros, nächste Duplantis-Flugshow

© Gladys Chai von der Laage
Am Abschlusstag der EM in Birmingham hat das DLV-Team seine Medaillenbilanz mit sechsmal Edelmedall weiter aufgebessert. Gold gewannen am Sonntag Hindernisläufer Frederik Ruppert und Marathonläufer Amanal Petros. Im Stabochsprung übertrumpfte einmal mehr Armand Duplantis seine Konkurrenz.
Jan-Henner Reitze

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Genau so hat sich Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) das vorgestellt. Mit dem Europameistertitel über 3.000 Meter Hindernis krönte der Europarekordler am Sonntag in Birmingham seine starke Saison und holte seine erste internationale Medaille in der Männerklasse und die ist gleich aus Gold – übrigens sieben Jahre nach seinem damals eher überraschenden Sieg bei der U23-EM. 

Von Anfang führte der 29-Jährige das Final-Feld vorne mit an. Richtig Fahrt nahm das Rennen erst auf dem Schlusskilometer auf. In dieser entscheidenden Phase setzte sich der DLV-Athlet an die Spitze und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Das erste Gold für den DLV in dieser Disziplin seit 1998 in 8:25,33 Minuten war perfekt, vor Ruben Querinjean (Luxemburg; 8:25,61 min).

Aus einer zwischenzeitlich eher ungünstigen Position noch bis auf den Bronzerang nach vorn schob sich Karl Bebendorf (Dresdner SC; 8:26,65 min), der damit seine Platzierung von vor zwei Jahren in Rom (Italien) wiederholte. Der dritte DLV-Athlet in diesem Finale Niklas Buchholz (Franconia Athletics; 8:31,08 min) wurde Neunter. Mehr dazu lesen Sie hier.

Julia Ulbricht überrascht mit Silber, auch DLV-Mixed-Staffel auf Rang zwei

Seit Jahren hat Julia Ulbricht (1. LAV Rostock) an ihrem Anschluss an die internationale Klasse im Speerwurf gearbeitet. Jetzt ist sie gleich auf Platz zwei in Europa durchgestartet. Bei ihrer ersten internationalen Meisterschaft in der A-Nationalmannschaft gelang der 25-Jährigen bei schwierigen Windbedingungen gleich im ersten Versuch ein Wurf auf 61,53 Meter. Damit fehlten nur fünf Zentimeter zur Bestleistung vom ersten DM-Titel in diesem Sommer. Weiter warf an diesem Abend nur die Olympiasiegerin von 2016 Sara Kolak (Kroatien; 62,43 m). Bronze ging an Adriana Vilagos (Serbien; 60,93 m). Luisa Tremel (LG Stadtwerke München; 53,19 m) wurde Zwölfte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Eine gelungene EM-Premiere feierte die Mixed-Staffel über 4x100 Meter mit einem silbernen Ende für das DLV-Quartett. Kevin Kranz, Rebekka Haase, Heiko Gussmann (alle Sprintteam Wetzlar) und Gina Lückenkemper (SCC Berlin) sprinteten in 40,11 Sekunden auf den zweiten Platz und blieben dabei unter dem deutschen Rekord (40,15 sec). Nicht zu stoppen waren Jeremiah Azu, Dina Asher-Smith, Zharnel Hughes und Amy Hunt, die den britischen Gastgebern (39,97 sec) den Titel sicherten. Platz drei ging an Spanien (40,42 sec). Mehr dazu lesen Sie hier.

Über 4x400 Meter konnten die DLV-Staffeln nicht ganz vorne eingreifen und mussten bei den Wechseln teilweise weitere Wege gehen. Bei den Männern liefen Thilo Traue (LG Stadtwerke München), Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg), Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) und Florian Kroll (VfL Osnabrück) in 3:02,45 Minuten auf Rang sieben. In einer engen Entscheidung ging Gold an Italien (2:59,16 min) vor Großbritannien (2:59,19 min) und den Niederlanden (2:59,49 min). Mehr dazu lesen Sie hier.

Bei den Frauen erreichten Irina Gorr (TSV Gräfelfing), Jana Lakner (LG Telis Finanz Regensburg), Luna Bredau (VfL Wolfsburg) und Johanna Martin (1. LAV Rostock) als Achte das Ziel (3:28,90 min). Den Titel für die Niederlande (3:21,10 min) lief Femke Bol nach Hause und wehrte einen Angriff der britischen Schlussläuferin Emily Newnham erfolgreich ab, die in 3:21,68 Minuten Silber sicherte. Rang drei ging an Italien (3:23,57 min). Mehr dazu lesen Sie hier.

Armand Duplantis wieder einmal der Überflieger

Als die Latte auf 6,00 Meter gelegt wurde, begann im Stabhochsprung der Männer der Showdown um Gold zwischen Armand Duplantis (Schweden) und Emmanouil Karalis (Griechenland). Beide flogen im zweiten Anlauf über diese Höhe und ließen 6,05 Meter aus. Mit blitzsauberen Sprüngen über 6,10 Meter und 6,15 Meter machte der schwedische Überflieger seinen vierten kontinentalen Freiluft-Titel hintereinander klar. Der Grieche konnte keinen gültigen Versuch mehr zeigen. Bronze holte Baptiste Thiery (Frankreich; 5,85 m). Die DLV-Athleten Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics; 5,70 m) und Gillian Ladwig (Schweriner SC; 5,55 m) erreichten die Ränge neun und elf. Mehr dazu lesen Sie hier.

In einem Zentimeter-Krimi im Weitsprung, der von Rückenwind-Bedingungen geprägt war, ging Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) diesmal leer aus. Die starke Weite von 6,94 Metern (+3,3 m/sec) reichte nur zum fünften Platz. Der Titelverteidigerin fehlten damit gerade einmal sechs Zentimeter zur Siegesweite (7,00 m; +2,1 m/sec) von Larissa Iapichino (Italien). Nur einen Zentimeter dahinter gewann Jazmin Sawyers (Großbritannien) mit 6,99 Metern (+2,2 m/sec) Silber. Die Drittplatzierte Hilary Kpatcha (Frankreich) landete bei 6,98 Metern (+ 2,5 m/sec). Mehr dazu lesen Sie hier.

Die britischen Gastgeber jubeln ließ die Favoritin über 1.500 Meter der Frauen. Georgia Hunter Bell (Großbritannien; 4:07,78 Minuten) triumphierte wie schon bei den Commonwealth Games über 800 Meter. Silber gewann Klaudia Kazimierska (Polen; 4:08,80 min) vor Patricia Silva (Portugal; 4:09,22 min).

Amanal Petros auf anspruchsvollem Kurs zu Marathon-Gold

Bereits am Vormittag des Abschlusstages der Titelkämpfte lieferte Amanal Petros (Hannover 96) sein nächstes bravouröses Meisterstück im Marathon ab. Der Vize-Weltmeister und Deutsche Rekordhalter sprengte auf der zweiten Streckenhälfte das Feld, setzte sich auf dem kurvenreichen und mit Anstiegen gespicktem Rundkurs ab und lief nach 2:09:11 Stunden als Europameister durchs Ziel. Silber ging nach Italien an Pietro Riva (2:09:18 h), Bronze nach Israel an Gashu Ayale (Israel; 2:09:21 h). Auf den Rängen neun und zehn machten Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier, 2:09:47 h) und Titelverteidiger Richard Ringer (LC Rehlingen; 2:10:05 h) Silber in der Mannschaftswertung für den DLV perfekt. Gold ging hier an Israel, Bronze an Frankreich. Mehr dazu lesen Sie hier.

Im Rennen der Frauen kam Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics; 2:31:15 h) als beste DLV-Athletin auf Rang 16. Denn fünften Platz für das DLV-Team komplettierten Tabea Themann (Hamburg Running; 2:35:18 min) als 23. und Katharina Saathoff (Braunschweiger Laufclub; 2:39:34 h) auf Rang 32. Den Titel in dieser Wertung sicherte sich Großbritannien vor Italien und Spanien. Im Einzelrennen unangefochten zu Gold lief Alisa Vainio (Finnland; 2:22:26 h). Im Kampf um die weiteren Medaillen setzten sich Lili Anna Vindics-Tóth (Ungarn; 2:27:21 h) als Zweite und Abbie Donnelly (Großbritannien; 2:27:33 h) als Dritte durch. Mehr dazu lesen Sie hier.

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