Nach den vier Medaillen am Freitag konnte das DLV-Team seine Edelmetall-Bilanz am Samstag bei der Berglauf- und Trail-EM in Kamnik nicht aufbessern. Das deutsche Trail-Quartett belegte im Rennen über 52 Kilometer Plätze im Mittelfeld.
Der Samstag stand bei der Berglauf- und Trail-EM in Kamnik (Slowenien) ganz im Zeichen der Langdistanz. Die 52 Trail-Kilometer waren gespickt mit 2.450 Höhenmetern und forderten die Läuferinnen und Läufer auf dem Rundkurs. Für das beste Einzelresultat aus deutscher Sicht sorgte Hannah Marquard (Markgräfler Runners Club). Auf der Zielgeraden in Kamnik lieferte sie sich nach 52 Kilometern sogar noch einen Endspurt mit Sara-Rebekka Faero (Norwegen), bei dem sie knapp den Kürzeren zog. So belegte Hannah Marquard nach 5:07:06 Stunden Rang 22. „Klar wäre ich gern unter die Top 20 gekommen. Aber insgesamt lief das Rennen gut, speziell im Uphill konnte ich meine Stärken ausspielen“, sagte Hannah Marquard.
Knapp 13 Minuten und neun Plätze später lief Johanna Ehrenklau (LaufLeben Running Crew) ins Ziel. Mit 5:19:52 Stunden fehlten ihr nur 25 Sekunden zu einer Top-30-Platzierung. „Ich hatte mir etwas mehr gehofft, aber viel mehr ist heute nicht gegangen. Trotzdem bin ich stolz darauf, dass ich bis zum Ende gekämpft habe. Ich hoffe, dass es beim nächsten Mal mit besseren Beinen auch besser läuft“, so Johanna Ehrenklau.
An der Spitze setzte sich schon kurz nach dem Start Judith Wyder vom Feld ab. Nach 15 Kilometern hatte die Schweizerin einen Vorsprung von mehr als einer Minute herausgelaufen. Diesen baute die Europameisterin sukzessive aus und lief nach 4:36:41 Stunden souverän zum Titel. Auf den weiteren Medaillenplätzen folgten Maria La Chica (Spanien; 4:40:24 h) und die Schwedin Emma Eriksson (4:40:38 h). Über Team-Gold durfte sich das Schweizer Trio mit 17 Platzierungspunkten freuen.
Anspruchsvolle Downhills auf feuchter Strecke
Bei den Männern hatte sich Pierre-Emmanuel Alexandre (TV 1883 Schriesheim) das Rennen gut eingeteilt. Auf den letzten Kilometern konnte er noch mehrere Konkurrenten überholen und lief mit 4:28:56 Stunden auf Platz 34. „Ich hatte einen guten Tag, aber leider nicht den besten Tag. Da ich etwas Fußprobleme hatte, bin ich vorsichtig angelaufen und konnte am Ende noch einige Läufer überholen“, sagte Pierre-Emmanuel Alexandre.
Viereinhalb Minuten später folgte Manuel Hartweg (LG Rülzheim), der nach 4:33:21 Stunden Platz 46 belegte. „Ich bin zufrieden mit dem Rennen. Die Downhills waren sehr anspruchsvoll, weil sie rutschig waren. So konnte ich meine Stärken in dem Bereich nicht ausspielen. Auf den letzten Kilometern hatte ich außerdem mit Krämpfen zu tun“, sagte Manuel Hartweg nach der EM-Entscheidung.
Die Entscheidung um den Titel fiel auf der zweiten Streckenhälfte. Da setzte sich Frederic Tranchand (Frankreich) von seinen Verfolgern ab und lief mit 3:55:14 Stunden souverän zu Gold. Auch der zweitplatzierte Daniel Pattis (Italien) blieb noch unter der Vier-Stunden-Marke (3:59:54 h). Bronze sicherte sich Antoine Charvolin (Frankreich; 4:05:13 h). Auch Team-Gold ging mit 11 Punkten an Frankreich. Am Sonntag wird die EM mit dem „Classic-Wettbewerb“ fortgesetzt. Bereits am Freitag hatte das deutsche Team bei den Uphill-Rennen vier Medaillen gewonnen.
Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...
Foto: Geschafft, aber glücklich: Manuel Hartweg (li.) und Pierre-Emmanuel Alexandre nach den kräftezehrenden 52 Kilometern.