Ein volles Programm prägte auch den zweiten Tag der 32. Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim. Insgesamt gingen wieder Nachwuchsathletinnen und -athleten aus mehr als 20 Nationen an den Start, um sich mit der internationalen Altersklassen-Konkurrenz zu messen. Vor allem auf den Sprintstrecken kamen wieder starke Leistungen samt U20-WM-Normen zustande. Überzeugen konnten unter anderem Daryl Ndasi, Mia Besser und Jakob Kemminer.
Angesichts seiner Bestzeit über 110 Meter Hürden (13,40 sec) war der Sprung aufs Podium für Marc Leonard Hildebrand (Dresdner SC 1898) in Mannheim nicht außer Reichweite. Nachdem er am Sonntagvormittag im Vorlauf 13,49 Sekunden auf die Bahn gebracht hatte, erwischte er im Finale kein optimales Rennen und kam in 13,72 Sekunden auf Rang fünf ins Ziel. Dennoch bestätigte der deutsche Jahresbeste in beiden Läufen die Norm für U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August). Der Sieg im Michael-Hoffmann-Stadion ging an den Südafrikaner Jayden Parkin (13,31 sec).
Über 100 Meter Hürden gab es einen Favoritensieg der Schweizerin Jil Sanchez (13,50 sec), die sich knapp vor der deutschen Jahresbesten Daryl Ndasi (Munich Athletics; 13,59 sec) und der weiteren Schweizerin Sereina Liem (13,62 sec) durchsetzte. Im Vorlauf hatten alle drei Athletinnen noch schnellere Zeiten abgeliefert, speziell U20-Europameisterin Sanchez untermauerte ihre Poleposition in der europäischen Jahresbestenliste sowie Rang vier in der Weltjahresbestenliste mit 13,14 Sekunden, Daryl Ndasi lief 13,29 Sekunden und blieb wiederholt unterhalb der U20-WM-Norm (13,70 sec).
Mia Besser mit U20-WM-Norm unter 24 Sekunden
Dass die Bahn in Mannheim prädestiniert ist für schnelle Zeiten, zeigte sich einmal mehr über die 200 Meter der männlichen U20. Zwar bleib eine erhoffte Zeit unter 21 Sekunden aus, was sicherlich auch mit zwei Fehlstarts und dem frühzeitigen Ausscheiden des favorisierten Südafrikaners Leendert Koekemoer zusammenhing, der am Vortag mit Meetingrekord die 400 Meter gewonnen hatte, doch hinter der Top Drei purzelte eine Bestzeit nach der anderen.
Für Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) gab es nach Platz drei über 100 Meter am Samstag einen Tag später über die doppelte Distanz in einer neuen Saisonbestzeit von 21,43 Sekunden Rang acht. Den Sieg sicherte sich James Arminio (Großbritannien und Nordirland; 21,05 sec), ebenso wie seine Landsfrau Sophie Thomas (23,22 sec). Für die beste DLV-Leistung sorgte hinter der Französin Beatrice Tassin (23,66 sec) Mia Besser (SC DHfK Leipzig) auf Rang drei. In eine neuen Bestzeit von 23,78 Sekunden blieb sie nicht nur erstmals in der laufenden Sommersaison unter 24 Sekunden, sondern auch unterhalb der Norm für die U20-WM.
Zum zweiten Mal Rang zwei für Anna-Maria Weber
Mit den windigen Bedingungen haderten in Mannheim die Athletinnen und Athleten im Diskuswerfen. Am besten kam damit ein deutsches Trio um die Jahresbeste Favour Adesokan (TV Wattenscheid 01) zurecht. Die Wattenscheiderin kam zwar nicht an die 57,22 Meter von Mitte Mai heran, setzte sich sich mit 53,67 Metern aber dennoch klar vor Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart 1893; 50,65 m) durch. Für die Stuttgarterin war es nach ebenfalls Rang zwei im Kugelstoßen der zweite Podestplatz an diesem Wochenende. Platz drei ging an Chiara Wildner (Berlin Athletics Capital Club; 48,95 m). In der männlichen U20 sicherte sich Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge) mit einer Bestweite von 55,70 Meter als bester Deutscher Rang vier, es siegte der Este Sten-Erik Iir (60,76 m).
Im Hochsprung ging der Sieg in der männlichen Jugend an Otis Poole (Großbritannien und Nordirland; 2,14 m), der mit einer sauberen Serie alle Höhen im ersten Versuch meisterte und die Latte erst bei 2,18 Metern dreimal zu Fall brachte. Auf Rang zwei folgte mit Bestleistung der Portugiese Eduardo Carrolo (2,12 m) vor Leonard Nowoczyn (Frankreich; 2,12 m). Bester DLV-Springer war Keon Schmidt-Gothan (Munich Athletics; 2,09 m) auf Platz fünf. Den Wettbewerb der weiblichen U20 gewann Svea van Laere (Belgien; 1,78 m) vor Sina Stoll (TB Tailfingen; 1,74 m) und Carolin Evers (SV Werder Bremen; 1,74 m).
Nikolas Tietze siegt mit U20-WM-Norm
Eine kleine Überraschung gab es im Weitsprung der weiblichen U20. Zwar schafften es alle drei Erstplatzierten über die Sechs-Meter-Marke, ausgerechnet die Top-Favoritin Oluchi Abelwe Ndubueze aus Südafrika musste sich jedoch mit 5,93 Meter auf Rang sechs zufrieden geben. Angereist war sie als Weltjahresbeste mit starken 6,49 Metern. Umso mehr konnte sich Thea Brown (Großbritannien und Nordirland; 6,19 m) freuen, die sich mit Saisonbestleistung den Sieg vor Ella Alvelin Malm (Schweden; 6,13 m) und Dominika Svanova (Slowakei; 6,08 m) sicherte. Auf Rang vier und fünf folgten Lynn Michelman (TSV Asendorf; 5,98 m) und Berenike Roos (TV Wattenscheid 01; 5,96 m).
In der männlichen U20 setzte sich Daniel Emegbor (Großbritannien und Nordirland; 7,68 m) vor Leoniel Octavianus Ahiandjipe (Schweriner SC; 7,35 m) und Titas Aklys (Litauen; 7,10 m) durch, Vierter wurde mit Saisonbestweite Erik Bräuer (DJK Aschaffenburg; 7,02 m).
Im Stabhochsprung war es Nikolas Tietze (SV Halle), der sich als einziger Athlet über fünf Meter schwang und mit U20-WM-Norm und Einstellung seiner erst eine Woche alten Bestleistung (5,12 m) Gold gewann. Platz zwei wurde für übersprungene 4,97 Meter gleich dreimal vergeben – und zwar an Fynn Linus Fahrland (SC Potsdam), Ben Duwenbeck (LG Olympia Dortmund) und Jonathan Hummel (LG Leinfelden-Echterdingen).
Gelungener Staffeltest
Wie bereits am Samstag bot sich bei der Bauhaus Junioren-Gala für die Nachwuchssprinter erneut die Möglichkeit, ein Staffelrennen in Landesformation zu testen. Mit Meetingrekord und europäischer Jahresbestzeit hat dabei in der weiblichen U20 die 4x100-Meter-Staffel aus der Schweiz mit der starken Xenia Buri besonders Eindruck hinterlassen. In 43,52 Sekunden setzte sich das Quartett vor der DLV-Staffel in Besetzung Emma Goretzka, Anne Böcker, Paula Springstein und Lena Anochili (44,09 sec) durch. Im Rennen der männlichen U20 siegte die Staffel aus Irland in 40,09 Sekunden vor den beiden DLV-Staffeln, die nach 40,23 Sekunden bzw. 40,46 Sekunden das Ziel erreichten.
In der Langstaffel über 4x400 Meter liefen die deutschen Staffeln der männlichen U20 in 3:09,74 Minuten und 3:12,23 Minuten auf Platz eins und drei, im Wettbewerb der weiblichen U20 reichte es in 3:34,87 Minuten bzw. 3:46,65 Minuten für Rang zwei und vier. Der Sieg ging in europäischer Jahresbestzeit von 3:33,83 Minuten an Großbritannien und Nordirland. Mit der 4x400-Meter-Mixed-Staffel gab es für die zwei deutschen Quartette in 3:28,24 Minuten und 3:29,80 Minuten Platz zwei und drei.
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