Läuft bei ihm! Oder anders gesagt: Dem Deutschen Rekordhalter über 100 Meter Owen Ansah beim Sprinten zuzuschauen, macht derzeit einfach großen Spaß. Im Rahmen der Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim lieferte der Hamburger erneut ab und gewann nicht nur den Einlage-Wettbewerb über 100 Meter, sondern in Bestzeit auch den über 200 Meter. Ebenfalls wieder stark in Form zeigten sich auch Rebekka Haase und Marlene Meier.
Mit viel Spannung wurde das in die Bauhaus Junioren-Gala integrierte Sprint-Meeting der Aktiven erwartet, allen voran die Entscheidungen über 100 Meter der Männer und Frauen. Bereits die Vorläufe ließen dabei auf ein enges Finale hoffen, auf das dann aber eine Reihe der schnellsten Athleten zugunsten der 200 Meter verzichtete. Zu nennen sind hierbei vor allem die Zeiten vom Deutschen Meister über 200 Meter Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV; 10,22 sec) sowie die 10,27 Sekunden des Deutschen Hallenmeisters über 200 Meter, Robin Ganter (MTG Mannheim).
Der Deutsche Rekordhalter Owen Ansah (Hamburger SV) ließ sich jedoch das Finale auf seiner Paradestrecke nicht nehmen. Bereits im Vorlauf hatte er mit flotten 10,17 Sekunden überzeugt. Nur eine Woche nach seinem Fabellauf in 9,98 Sekunden bei der Sparkassen Gala Regensburg brachte der in Mannheim trainierende Spitzenathlet auf seiner Heimbahn starke 10,05 Sekunden ins Ziel. Damit blieb er nicht nur erneut unter der EM-Norm für Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), sondern holte sich auch vor Elvis Afrifa (Niederlande; 10,16 sec) den Sieg. In einer Tausendstelentscheidung auf Rang drei gesetzt wurde Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar; 10,28 sec) vor Deniz Almas (TV Wattenscheid 01; 10,28 sec).
EM-Norm über 200 Meter geknackt
Auf den 200 Metern war es dann ebenfalls Owen Ansah, der die Konkurrenz hinter sich ließ und den eng getakteten Belastungstest im heimischen Stadion erfolgreich beenden konnte. Er kam mit langen, raumgreifenden Schritten aus der Kurve gestürmt und verbesserte seine fünf Jahre alte Bestzeit um satte sechs Hundertstel auf 20,29 Sekunden. Zugleich setzte er sich damit nicht nur an die Spitze der deutschen und auf Rang vier der europäischen Jahresbestenliste, sondern blieb auch unterhalb der EM-Norm (20,45 sec).
Platz zwei sicherte sich sein Trainingskollege Lucas Ansah-Peprah (20,66 sec); der nach zwei Fehlstarts in seinem Rennen die Nerven behielt und seinen Lauf gewinnen konnte. Sichtlich verärgert zeigte sich der Viertplatzierte Robin Ganter, der nach einem spät abgepfiffenen Start schon etliche Körner verpulvert hatte und im zweiten Versuch nach 20,90 Sekunden ins Ziel kam.
Rebekka Haase konstant schnell unterwegs
Bei den Frauen deutete sich nach den Vorläufen über 100 Meter ein enges Duell zwischen den Staffelkolleginnen der deutschen 4x100-Meter-Staffel Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim) und Sophia Junk (LG Rhein-Wied) an. Doch während Letztere zugunsten der 200 Meter ebenfalls auf das Finale verzichtete, sah es in diesem zunächst nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Haase und Kammerschmitt aus. Erst in der Schlussphase war es dann die erfahrene Sprinterin Rebekka Haase, die das Tempo hochhalten und sich in 11,26 Sekunden klar von der Konkurrenz absetzen konnte. Es folgten Sina Kammerschmitt (11,36 sec) und Daria Peter (LAV Stadtwerke Tübingen; 11,53 sec) auf Rang zwei und drei.
Die 200 Meter waren dann Angelegenheit von Sophia Junk. Mit Saisonbestleistung von 23,27 Sekunden sicherte sie sich den Sieg vor Daria Peter (LAV Stadtwerke Tübingen; 23,34 sec), die nur kurz zuvor zu Bronze über 100 Meter gesprintet war. Auf Rang drei gingen für Lisa Nippgen (VfB Stuttgart 1893) 23,72 Sekunden in die Ergebnisliste ein.
Marlene Meier nicht zu schlagen
Über 110 Meter Hürden der Männer gab es einen kleinen Vorgeschmack auf die Deutschen Meisterschaften (25./26. Juli) in Bochum-Wattenscheid. Mit 13,74 Sekunden bzw. 13,76 Sekunden bereits im Vorlauf eng beieinander waren vor allem Manuel Mordi (Hamburger SV) und Gregory Minoue (Tracksrunner Bonn). Auch im Finale lieferten sie sich nur gut eine Stunde später ein Rennen auf Augenhöhe, bevor dem Hamburger ein Patzer unterlief und Gregory Minoue sich die Chance nicht nehmen ließ und in 13,58 Sekunden davonzog. Damit verpasste er nur knapp die DLV-Bestätigungsnorm (13,55 sec) für die EM in Birmingham. Für Manuel Mordi wurden 13,79 Sekunden gestoppt, Tim Eikermann (TSV Bayer 04 Leverkusen) folgte mit Saisonbestleistung von 13,91 Sekunden auf Rang drei.
Einen starken Eindruck über 100 Meter Hürden der Frauen hinterließ einmal mehr Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen). Auf 12,99 Sekunden im Vorlauf ließ die Deutsche Hallenmeisterin im Finale 13,00 Sekunden folgen und setzte sich klar vor U23-Athletin Samita Schatz (Pulheimer SC; 13,25 sec) und Hawa Jalloh (MTG Mannheim; 13,30 sec) durch. Die Lokalmatadorin war im Vorlauf mit 13,24 Sekunden sogar noch etwas schneller unterwegs gewesen. Ebenfalls eine gute Zeit hatte in Runde eins auch ihre Vereinskameradin Ricarda Lobe (13,08 sec) abgeliefert. Auf einen Start im Finale verzichtete die Deutsche Meisterin jedoch.
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