| DM U18/U23 Bochum-Wattenscheid

Samstag: U23 | Die Entscheidungen im Überblick

Die deutschen 400-Meter-Läufer Florian Kroll und Thorben Finke stehen Arm in Arm nebeneinander und deuten gegenseitig mit dem Zeigefinder aufeinander. © Theo Kiefner
Mehr als zehn Stunden Leichtathletik pur: Der zweite Tag der Deutschen U18- und U23-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid hat es in sich. Hier verfolgen Sie, welche Athletinnen und Athleten sich bei den Entscheidungen am Samstag bei der U23 durchgesetzt haben.
Martin Neumann
Frauen U23

Nach ihrer fulminanten Steigerung auf 50,57 Sekunden im Vorlauf am Freitag war Johanna Martin (1. LAV Rostock) natürlich die klare Titelfavoritin über 400 Meter. Und die 20-Jährige zog auch im Finale auf und davon. Zwar war die Siegerzeit mit 51,75 Sekunden nicht ganz so schnell wie am Freitag, doch ihrer Konkurrenz war die Deutsche Hallenmeisterin deutlich voraus. „Ich bin voll durchgezogen. Aber die Beine waren schon noch schwer von gestern“, sagte die Rostockerin. In drei Wochen startet sie erneut im Lohrheidestadion bei der DM der Frauen und Männer. „Bis dahin wird noch trainiert und sich ausgeruht. Wettkämpfe stehen nicht mehr an“, sagte Johanna Martin. Hinter der frischgebackenen Abiturientin lief Lena Leege (SCC Berlin) mit 53,43 Sekunden souverän zu Silber. Marlene Fenster (Aachener TG) steigerte als Dritte ihre Bestzeit auf 54,72 Sekunden.

Die Dreisprung-Konkurrenz kannte nur eine Favoritin: Ruth Hildebrand. Denn nur die Leverkusenerin war mit einer Meldeleistung von mehr als 13 Metern angereist. Mit 13,83 Metern hatte die 21-Jährige zuletzt in Essen die 13-Meter-Marke deutlich übertroffen. So ging sie standesgemäß im ersten Versuch mit 13,15 Metern in Führung, im zweiten Durchgang baute sie ihre Führung mit einem 13,66-Meter-Sprung weiter aus. An diese Weite sollt keine andere Springerin mehr herankommen.

Spannend die Situation dahinter. Denn drei Springerinnen übertrafen im sechsten Versuch erstmals die 13-Meter-Marke. Mit 13,32 Metern ging Silber an Carina Beraz (LAC Quelle Fürth), Bronze an Michelle Manke (LG Nord Berlin; 13,08 m). Dahinter folgte die weitengleiche Charlotte Grimm (SV Eintracht Nordhorn). Trotz des Titels war Ruth Hildebrand nicht ganz zufrieden. „Bei den wechselnden Winden war der Wettkampf nicht einfach. Natürlich ist es schön, auf ein stabiles Niveau zu bauen. Aber der Ausreißer über die EM-Bestätigungsnorm von 13,85 Metern fehlt noch.“

Gelungene Generalprobe für „ihre“ Deutschen Meisterschaften in einer Woche an selber Stelle: U20-Kugelstoßerin Emily Scherf (SC Neubrandenburg) ließ mit 16,68 Metern der bis zu drei Jahre älteren Konkurrenz im Lohrheidestadion keine Chance. Richtig zufrieden war die 19-Jährige trotzdem nicht. „Schon das Einstoßen war schwierig, vielleicht wird es bei der U20-DM in einer Woche ja besser“, so die Deutsche U23-Meisterin. Ihr Ziel: der nächste 17-Meter-Stoß der Karriere. Aktuell steht ihre Bestleistung bei 17,08 Metern. Silber ging mit 16,26 Metern an Helena Kopp (LG Stadtwerke München), mit dieser Weite lag sie sogar bis zum dritten Durchgang in Führung. Rang drei sicherte sich Jolina Lange (LV 90 Erzgebirge; 15,93 m).

Männer U23

Der erste U23-Titel des zweiten DM-Tages wurde über 400 Meter vergeben. Thorben Finke (SV Sigiltra Sörgel) ging als Favorit das Rennen schnell an und hatte sich bis zur Zielgeraden schon einen kleinen Vorsprung auf seinen niedersächsischen Konkurrenten Florian Kroll (LG Osnabrück) herausgearbeitet. Diesen Vorsprung verteidigte er auf der Zielgeraden souverän und lief mit 46,31 Sekunden zum Titel. Als Zweiter folgte Florian Kroll (46,67 sec), Rang drei schnappte sich Cedric Barth (SCC Berlin; 47,37 sec).

„Ich wusste, dass Florian eine sehr starke Zielgerade hat, darum habe ich auf den ersten 200 Metern bei Gegenwind viel investiert. Das hat sich ausgezahlt“, sagte Thorben Finke nach seinem Gold-Lauf. Der 21-Jährige hatte sich vor zwei Wochen in Dessau auf 45,50 Sekunden gesteigert. „Für diese Saison hatte ich mit einer Zeit unter 46 Sekunden geliebäugelt. Dass es aber so schnell wird, hätte ich nicht gedacht“, sagte der Emsländer. Am Sonntag startet Thorben Finke noch einmal und peilt mit einem 200-Meter-Sieg das Sprint-Double an.

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