| DM U18/U23 Bochum-Wattenscheid

50,57 Sekunden! Johanna Martin schnellste deutsche Langsprinterin seit 25 Jahren

Johanna Martin sprintet auf der blauen Bahn im Lohrheidestadion © Theo Kiefner
400-Meter-Spezialistin Johanna Martin hat am ersten Tag der U18-/U23-DM in Bochum-Wattenscheid für einen Paukenschlag gesorgt: Die 20-Jährige pulverisierte mit 50,57 Sekunden schon im Vorlauf ihre Bestzeit und unterbot damit zugleich die EM-Direktnorm. Es war das beste Resultat einer deutschen Langsprinterin seit dem Jahr 2001.
Svenja Sapper

Johanna Martin (1. LAV Rostock) gilt schon seit einigen Jahren als das größte deutsche Talent über 400 Meter. Erst Ende Mai in Rehlingen hatte die U20-Vize-Europameisterin ihren Hausrekord auf 51,30 Sekunden, zugleich deutsche Jahresbestleistung in der U23 und bei den Frauen, geschraubt. Bei der U18-/U23-DM in Bochum-Wattenscheid legte sie am Freitag noch eine Schippe drauf. Die 20-Jährige dominierte ihren Vorlauf und bog mit riesigem Vorsprung auf die Zielgerade ein. Ihre Zeit: 50,57 Sekunden. Damit blieb sie deutlich unter der Norm für die EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), die bei 51,20 Sekunden steht.

Erst am Donnerstag hatte Johanna Martin an der Rostocker Christophorusschule noch ihr Abiturzeugnis entgegengenommen. „Mein Trainer meinte, ich solle es ruhig angehen lassen. Aber ich wollte die EM-Norm angreifen, das habe ich mir zugetraut“, sagte die 20-Jährige. „Mit einer solchen Zeit habe ich auf keinen Fall gerechnet.“

Schnellste Deutsche seit 25 Jahren

Das letzte Mal, dass eine deutsche Langsprinterin schneller unterwegs war, liegt 25 Jahre zurück: Im Jahr 2001 brachte die frühere Welt- und Europameisterin mit der Staffel Grit Breuer, die wie Johanna Martin aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart 49,78 Sekunden auf die Bahn. Bei den Weltmeisterschaften in Edmonton (Kanada) ließ sie 50,32 (Halbfinale) und 50,49 Sekunden (Platz vier im Finale) folgen. Diese Zeiten blieben im nationalen Vergleich bis Freitag unangefochten, einzig Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz; 50,91 sec) konnte 2022 bei der DM in Berlin die 51-Sekunden-Marke knacken. 

Auch im europäischen Vergleich kann sich die Leistung von Johanna Martin sehen lassen. Einzig Hallen-Weltmeisterin Lurdes Gloria Manuel (Tschechien; 49,37 sec), die ein Jahr älter ist als die DLV-Langsprinterin, liegt in der Jahresbestenliste vor ihr. Eine U23-EM steht in diesem Jahr nicht auf dem Programm. Doch der Übergang in die Erwachsenenklasse ist Johanna Martin in jedem Fall optimal geglückt: In der europäischen Jahresbestenliste der Erwachsenen hat sich die 20-Jährige auf Platz acht eingereiht. 

U18-/U23-DM BOCHUM-WATTENSCHEID

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